Teleologie

Lehre der intentionellen Zweckorientierung als Erklärungsmodell der Welt

Teleologie (altgriechisch τέλος télos, Gen. τελέως teléōs ‚Zweck‘, ‚Ziel‘, ‚Ende‘ und λόγος lógos ‚Lehre‘) ist die Lehre, die beschreibt, dass Handlungen, Dinge oder überhaupt die Prozesse ihrer Entstehung und Entwicklung durchgängig zielorientiert ablaufen. Der griechische Philosoph Aristoteles beispielsweise führt solch eine den Formen und Verhaltensweisen der Lebewesen wie auch der unbelebten Materie scheinbar oder tatsächlich innewohnende Zweckmäßigkeit auf den Unbewegten Beweger als die erste Ursache des Kosmos insgesamt zurück.[1] Erwägungen dieser Art haben also eine lange Vorgeschichte; der sie unter sich zusammenfassende Begriff Teleologie wurde erst vom deutschen Philosophen Christian Wolff in seiner Philosophia rationalis, sive logica (1728) eingeführt.[2]

AllgemeinesBearbeiten

Teleologie als WeltanschauungBearbeiten

Der Teleologie als Weltanschauung liegt die Annahme von entweder äußeren (transzendenten) oder inneren (immanenten) Zweckursachen zugrunde.[3]

  • Nach der transzendenten Auffassung (u. a. im Nous bei Anaxagoras) wird die zweckmäßige Ordnung der Welt durch das Wirken einer Urkraft erzeugt, die nicht räumlich in den Dingen vorhanden ist, sich aber nicht von ihnen konkret abtrennbar denken lässt. So stellt für Heraklit ein dem Urfeuer des Logos innewohnender Mangel (i. S. von Begehren; s. a. Eros) geradezu die Ursache der Weltbildung dar, Sättigung entsprechend die ihrer Vernichtung.[4] Platon führt die Welt mit ihren einzelnen Phänomen auf einige wenige überhimmlisch gelegene Ideen zurück, deren höchste repräsentiert ist durch die form-, farb- und geruchlose Wesenheit einer reinen Dynamis[5][6] und Anaximander ortet die Ursache allen kosmischen Geschehens im Apeiron, das als das unerschaffen-unzerstörbare Unbegrenzte (Unfassbare) die fassbaren seienden Dinge in sich – wie aus dem 'Nichts' – entstehen und auch wieder vergehen lässt, indem sie aneinander Buße tuen für ihre Ungerechtigkeit, nach dem Befehl der Zeit. Von einer transzendentalen Zweckursache sowohl der Welt als auch der 10 Gebote handelt – nach Auffassung der christlichen Theologie sowie ihrer Gegner – ebenfalls der alt- und neutestamentarische Gott, bzw. die göttliche Vorsehung.
  • Die immanente Teleologie etwa Aristoteles’ verlegt die Zweckursache ins Innere der anfänglich formlosen Materie; auch er aber schreibt der Herausbildung ihrer konkreten Formen und dem weiteren Verhalten solcher Dinge und Lebewesen ein Streben nach bestimmten Zielzuständen zu, durch deren Erlangung sich ihr Dasein vollendet. Beim Menschen (Anthropos) vollende sich der Telos in seinem So-Sein als Zoon politikon.

Teleologie und evolutive KausalitätBearbeiten

Während die dualistische Auffassung Teleologie und Kausalität einander gegenüberstellt als sich gegenseitig ausschließende Begriffe, betrachten monistische Positionen beide als sich einander ergänzende Aspekte. Teleologie und Kausalität stehen somit nicht im Widerspruch zueinander, sondern bilden durch die Annahme einer transzendentalen ersten Ursache, die das energetisch-mechanische Weltgeschehen bestimme, eine philosophisch übergeordnete Synthese.[7]

Einen Monismus diesen Sinnes vertritt Freuds Metapsychologie, indem sie den kausalen Prozessen der Evolution ein teleologisches Moment voraussetzt, das sich die Lebewesen mittels natürlicher Zuchtwahl zur Schönheit entwickeln lässt.[8] Das Ziel (telos) liegt nicht einem erst nach und nach zu erlangenden Maximum an Komplexität, wie die klassische Geschichte des Menschen als Krone der Schöpfung zu behaupten scheint, sondern besteht in unmittelbarer Anpassung an die Faktoren der jeweiligen Umgebung. Diesem evolutiven Vorgang liegt der Prozess einer energetischen Optimierung zugrunde, baut aufwendig komplex oder stark entwickelte Organe also auch wieder ab in dem Maße, wie sie sich als überflüssig oder weniger beansprucht erweisen. (Beispiel: Abschwächung des Gebisses bei parallelem Wachstum des Gehirns im Zuge der Hominisation; ebenfalls die teils vollständige Rückbildung der Augen bei einigen Arten der Höhlenfische). Dieser nach energetischer Optimierung (Ökonomie) strebende oder sie bewirkende Prozess inkludiert, neben einer objektiven Schönheit der entstehenden Strukturen, das Gut ihrer Stabilität gegenüber angreifenden Faktoren. (Siehe Florian Freistetters Fachartikel Goldener Schnitt, die irrationalste aller Zahlen.)[9]

Der konstitutiven Rolle, die die Teleologie in diesen Ansätzen ausübt, lässt sich ein im „regulativen“ Sinne zu verstehender, ausschließlich heuristischer Gebrauch gegenüber stellen. So studiert die moderne Wissenschaft der Teleologie analoge Vorgänge unter der Bezeichnung Teleonomie.

Strikt anti-teleologisch ausgerichtet sind die rein mechanistisch-kausal konzipierten Weltanschauungen (Lucrez, Hobbes, Descartes),[10] darunter insbesondere der eliminative Materialismus. Der Akt der Elimination wendet sich hier allerdings nicht lediglich gegen die Hypothese eines teleologisch wirkenden Faktors, vielmehr wird das Vorhandensein eines Ziele setzen könnenden geistigen Prinzips in der Materie grundsätzlich zu einem Irrglaube erklärt. Der Körper bzw. die Physis (griechisch: Natur) – auch beim Menschen – ist demnach prinzipiell geistlos.

PhilosophiegeschichteBearbeiten

„Nichts geschieht zufällig, sondern alles aus einem Grunde und mit Notwendigkeit.“

Dieser Satz, überlieferungsgemäß Leukipp zugeschrieben, weist entschieden jedwede Teleologie zurück, denn unter „Grund“ (lógos) ist hier nichts anderes zu verstehen als das mathematisch-mechanische Gesetz, welchem die Atome in ihrer Bewegung mit unbedingter Notwendigkeit folgen.[11]

Verschiedene Denker nehmen an, dass die Teleologie insgesamt in der Theologie beheimatet sei: dass nämlich ein unfehlbarer Baumeister – im Sinne einer nicht weiter hinterfragbaren ersten Ursache – den Kosmos so eingerichtet habe, dass der Mensch, der seine eigene, freilich fehlbare Vernunft etwa beim Maschinenbau in analoger Weise anzuwenden lernte, jenes hypothetische Konstruktionsverfahren (welches mündet in seiner eigenen 'Herstellung' als dessen Krone) rückblickend als zweckmäßig erkennen muss. Aristoteles scheint im Wesentlichen ein Vertreter dieser Position zu sein. In seine Erwägungen bezieht er frühere Philosophen wie Empedokles, Anaxagoras, Sokrates und Platon mit ein, doch sieht er sich selbst als den Begründer einer besonderen Zwecklehre.

Der These einer rein theologisch angelegten Teleologie steht freilich gegenüber, dass die Annahme einer Ersten Ursache nichts darstellt, das die monotheistischen Religionen für sich allein beanspruchen könnten. Eher als um ein Dogma religiöser oder ideologischer Art, handelt es sich um eine philosophisch-erkenntnistheoretische Maßnahme, deren Zweck darin liegt, die Problemstellung des sog. Infiniten Regress zu unterbinden.

Jedoch ist Aristoteles in der Tat der erste, der das Zweckprinzip zum Gegenstand einer Untersuchung erhoben hat: Das Wesen und die erste Ursache jedes Dinges ist der in ihm ruhende Zweck. Damit stellt er sich in ausgesprochenen Gegensatz zu der mechanischen Weltauffassung Demokrits, welche er tadelt, weil sie die Zweckursachen außer Acht lasse und alles auf die Notwendigkeit zurückführe: nennbare Ursachen, für die ihrerseits präzise Ursachen anzugeben seien usw. ad infinitum.[12] Aristoteles Lehre von einem kausal nicht weiter hinterfragbaren, ersten „immanenten“ Zweck, basiert auf der definiten Ausschaltung des infiniten Regress und darüber hinaus auf einem Superlativ (Ideal) des menschlichen Vernunftdenkens: Unfehlbarkeit und Allwissenheit. Allerdings wird die Idee eines außerweltlichen personalen Gottes zugunsten eines abstrakten Pantheismus aufgegeben.[13]

Intention vs. ZufallBearbeiten

Gegen die These der göttlichen Unfehlbarkeit (u. a. bei der Herstellung des Menschen als Fernziel der Schöpfung) wendet sich wiederum Heraklit, indem er das Feuer als aus sich selbst emporwachsend definiert und das schöpferisches Prinzip dieser Energie (pantheistisch: Kampfdrang; erste Ursache des Kosmos; Herrscher über das All) einem spielenden Kind vergleicht, intentioniert vom Spieltrieb, wie beim kindlichen Trial and Error am Schachbrett. (Hermann Diels, Aphorismen 54–55; 115).

Diese grundsätzliche Unberechenbarkeit (Alles Fließt) sammelt Erfahrungen, scheint also mit den Prinzipien der Evolutionstheorie überein zu stimmen: Mutation und evolutives Speichern genetischer Information. Genauer betrachtet jedoch setzte Darwin in seiner Evolutionstheorie anstelle eines vitalen Spieltriebs den geistlosen (Intentions-freien) Zufall als Urgrund der unvorhersehbaren Variabilität. Dieser Standpunkt fußt im Mechanizismus, und dies gilt ebenfalls für die Quantenphysik – abermals konterkariert vom Quantendarwinismus: Mittels der Annahme, dass es zwischen den Quantensystemen im Augenblick des Zusammenbruches ihrer sog. Superpositionen zu einer Einigung käme, wird in dies Geschehen am Grunde der unbelebten Natur (Licht- und Materiewellen) ein psychologisches Moment wieder eingeführt: die Umgebung wirke als zugleich Einfluss nehmender Zeuge.[14]

Der Aristotelismus, der seinem Demiurg – als Unbewegten Beweger – von vornherein Unfehlbarkeit und Allwissenheit zuschreibt, nimmt einen grundsätzlich anderen Weg als Heraklits Vergleich der Gottheit mit einem unwissenden, spielenden Kind. Für das Gestaltungsprinzip seines Weltschöpfers kennt Aristoteles neben der causa finalis (Endzweckursache) drei weitere Arten von Ursachen, die für diese Variante der Teleologie relevant sind, nämlich die causa efficiens (Wirkursache; Ökonomie der Prozesse), die causa materialis (Ursache des Materials) sowie die causa formalis (Formursache). Mit dem Gedanken der Zweckursache werden – wie gesagt analog zu den menschlich planvollen Handlungen – auch rein natürliche Prozesse zu erklären versucht, indem solche Teleologien Auskunft geben über die Herkunft ihrer Ökonomie, die daran beteiligten Materialien und deren Formen.

Zeit und EwigkeitBearbeiten

Dem christlichen Mittelalter leuchtete die Idee ein, dass auch der zeitliche Ablauf der Begebenheiten des Menschenlebens und die Abfolge der Generationen einen zweckvollen Gesamtsinn habe: Aufgrund der Erbsünde Adam und Evas (dem Mythos nach vor ca. 7000 Jahren im Paradiesgarten des urbar gemachten Mesopotamiens begangen) sah er eine sich langwierig hinziehende Bestrafung all ihrer Nachkommen vor – teils bis hin zum geplanten Genozid mittels Sintflut (vgl. Atraḫasis-Epos) –, soll aber demnächst, mittels Jüngstem Gericht, in die Erlösung des Menschen von ihrem selbstverschuldeten Leiden einmünden, den von den Kirchenvätern postulierten Gesamtsinn vollendend. Insofern erhebt sich hier über eine naturgesetzliche Teleologie des Kosmos diejenige der die Menschheit anbetreffenden Geschichte aus einer Moral-gesetzlich religiös begründeten Perspektive.[15]

Der Gedanke eines zeitlichen Moments, das die Naturvorgänge bestimme, ist an sich aber nicht neu, sondern fast ebenso alt wie die abendländische Philosophiegeschichte: Bereits Anaximander – nach Thales der zweite der überlieferten Naturphilosophen – unterwirft das Werde-Vergehen der Phänomene (begrenzten Dinge) aus und zurück in das Unbegrenzte, Apeiron (ihren Quelle und Ziel) dem „Befehl der Zeit“. Bemerkenswert ist seine Formulierung der Beschaffenheit der seienden Dinge und der sich ihm daraus erklärenden Art und Weise ihres (Wieder)Vergehens: Die Phänomene seien wesenhaft ungerecht und löschen sich daher gegenseitig aus (Annihilation, gemäß Anordnung oder Befehls der Zeit), dadurch wieder zu dem Unbegrenzten werdend, woraus sie einst entstanden.

Natur- und moralgesetzliches DenkenBearbeiten

Die Frage wäre, ob solch Variante eines 'Jüngsten Gerichts' (Wiederherstellung absoluter Gerechtigkeit) in moralischen Ver- und Geboten wie denen des mosaischen Dekalogs verankert sei, oder einer Auffassung entspricht, die den Gerechtigkeitsbegriff mit den naturgesetzlichen Gegebenheiten abzustimmen bemüht ist – beispielsweise im Sinne der Geometrie. Einstein zufolge ist die Raum-Zeit in Anwesenheit von Masse gekrümmt – sonst glatt bzw. gerecht, geometrisch eben. Das gleiche Kriterium umfasst die Wahrscheinlichkeits-Wellen der Quantenphysik und das respektive Vermögen der Materie- und Antimateriewellen, sich wechselseitig vollständig zu vernichten (Annihilation; negative Interferenz). Dies ist möglich, weil beiden Wellentypen Zeitpfeile zugrunde liegen, die in jeweils gegensätzliche Richtungen deuten: voran und zurück. Auch Solon argumentiert geometrisch, indem er das Wesen der Gerechtigkeit einem Gewässer vergleicht, dessen Oberfläche nie von einem Windhauch berührt wurde, und noch Harald Lesch beginnt seinen berühmten Vortrag Was ist ein Symmetriebruch mit einer unbegrenzt ausgedehnten kosmischen Wasserkugel, um anhand der völligen Glätte ihrer Oberfläche den Zustand vor einem ersten Bruch der Symmetrie zu illustrieren: „Kein Lüftchen regt sich.“[16] Zum Symmetriebruch – und somit zum Anfang einer exakt physikalischen Schöpfungsgeschichte – kommt es nach dieser Vorstellung, indem Herrn Leschs 'auf den Wasser schwebendes Bewusstsein' eine erste Welle auf oder innerhalb der Wasserkugel entstehen lässt.

Die Vorstellung eines grundsätzlich aus Wasser bestehenden Weltalls deckt sich mit der Lehre Thales (Anaximanders Vorgänger) und einem Gedanken Heraklits, der zudem von einer Äquivalenzbeziehung wie zwischen den zwei Seiten einer Gleichung zu berichten scheint: Feuers Umwende (ist): Wasser. Umtausch des Feuers gegen die Welt und der Welt gegen das Feuer, wie beim Tausch des Goldes gegen Waren und der Waren gegen das Gold.[17]

Anthropomorphe KosmogonieBearbeiten

Die Vorstellung eines rein aus Wasser bestehenden Weltalls, in das ein göttliches Prinzip gestaltend eingreift, ist uralt: Die Schöpfungsgeschichte der Sumerer in Mesopotamien setzt an mit einem kosmisch-allumfassenden Süßwasserozean, in dessen Kugelform der Geist des Gottes Enlil eintaucht, um in ihrem Mittelbereich zuerst Luft und Erde ('lichtes Oben' und 'dunkles Unten') voneinander zu trennen. Darnach beginnt diese polytheistische Kultur mit der Urbarmachung Edens (Sumerisch für Steppe): Dem Epos Atrahasis zufolge erschaffen die unteren (Erd-)Götter zwei große Flüsse als Bewässerungskanäle und die oberen haben die Führung inne, jedoch bewährte sich die friedliche Kooperation beider Parteien nicht auf Dauer: Aufgrund der als ungerecht empfundenen Aufgabenteilung kommt es zu einem Konflikt (Revolte der unteren Götter), den die Herrscher dieser Kultur mittels der Herstellung eines ersten Paares von Menschen (Arbeitssklaven) zu befrieden versuchen, und in der Folge zu einer mythisch gezielt ausgelösten Katastrophe, die die später entstandenen Religionen des Abendlandes unter dem Begriff der Sintflut übernahmen.[18]

Philosophie vs. ReligionBearbeiten

Irreführende Annahmen (Irrtümer) zu erkennen, um über deren methodische Elimination fundierte Weltbilder zu entwickeln, z. B. bereinigt von 'vermenschlichten' Gottes- und Gerechtigkeitsbegriffen, kennzeichnet erst die hellenische Naturphilosophie. Offen und scharf wendet sich auch Spinoza gegen den Anthropomorphismus der seinerzeit vom Monotheismus des Christen- und Judentums in Beschlag genommenen Teleologie. Es sei absurd, von einer planvollen Zielstrebigkeit der Gottheit und gar solchen Zwecken zu reden, die sich auf den Menschen beziehen. Da alles mit ewiger Notwendigkeit aus dem Wesen der Gottheit folge – die er als unzerstörbare, unerschaffene und unteilbare Substanz definiert – und der Kosmos in jedem Moment perfekt eingerichtet sei (vgl. Leibnitz' Prästabilierte Harmonie), existiere für eine Zwecktätigkeit (die als solche zeitlicher Abstände bedarf) keinerlei Raum.[19] Aus Spinozas Sicht stellt daher die Erklärung der Naturdinge anhand eines anthropomorphen Wollen Gottes ein Asyl der Ignoranz für jene Naturforscher dar, die zwar den Begriff Gott verwenden, dessen fundierte Bestimmung aber nicht leisten können oder -wollen.[20]

Auch Francis Bacon hat zwar scharf gegen Aristoteles polemisiert, das eigentlich Neue aber, das Kopernikus, Kepler und Galilei durch die Methode gezielt vorgenommener Experimente in die Geistesgeschichte des Abendlandes eingeführt hatten, nicht realisiert. Trotz mancher Kritik an der aristotelischen Betrachtungsweise hielt er wesentliche ihrer Postulate aufrecht, nämlich die Formenlehre und die Teleologie – allerdings nur rein formal: ohne sich erkenntnistheoretisch mit ihnen auseinanderzusetzen.[21]

Kopernikanische Wende in der ErkenntnistheorieBearbeiten

Immanuel Kant relativiert in seiner Kritik der Urteilskraft die Annahme zweckgerichteter Prozessen in der Natur, bzw. grenzt er den Gültigkeitsbereich des Begriffes Teleologie auf den Bereich der Organismen ('Biologie') ein. Für ihn stellen die Phänomene, ob mit oder ohne eine zugeschriebene Teleologie, grundsätzlich nur Vorstellungen dar, synthetische Erkenntnisse aposteriori. Der Verstand konstruiert sie unter dem wirkenden Einfluss der an sich noumenalen Sinnesreize und reicht sie weiter an die Vernunft, damit sie etwas habe, um sich in der Welt der Reize zu orientieren, den Organismus sinnvoll steuernd. Die Vernunft projiziert solche Vorstellungen während dessen unbewusst auf die Reizquellen zurück – auch also, um zu adäquaten Beschreibungen der an sich noumenal beschaffenen Naturprozesse zu gelangen –, so komme dieser Erkenntnisart keinerlei objektive Wahrheit zu. Eine solche wohne erst den 12 voraussetzungslos gegeben (apriorischen) Urteilsformen des Verstandes und dem ebenso noumenalen Urgrund des Denkens inne: dem Ding an sich.

Während die apriorischen Urteilsformen dasjenige sind, was das Tohuwabohu der einströmenden Sinnesreize sinnvoll ordnet (zu aposteriorischen Vorstellungen synthetisiert), stellt das allem zugrunde liegende Ding an sich für Kant den so genannten Prüfstein der Wahrheit dar. Schopenhauer formuliert diesen eher technischen Begriff – den Kant auch den Imaginären Bezugspunkt nennt – um zu jenem Willen, der die Welt (Summe aller synthetisch aposteriorischen Vorstellungen) gestaltet und sich am deutlichsten mitteile über die Werke der Kunst, insbesondere die Musik. Solch Wille ist nach wie vor unvorstellbar (noumenal i.S. des Ding an sich; vgl. Kants Thesen über das Nichts[22]), jedoch spürbar (siehe Die Welt als Wille und Vorstellung). Für die Naturwissenschaften könne eine „objektive“ Teleologie daher niemals etwas anderes sein als ein heuristisches Prinzip. Eine anders verstandene Teleogie erkläre nichts wirklich, denn die Naturwissenschaft reiche ein für alle Mal nur so weit, als die mechanisch-kausale Erklärung der Dinge.

Indem Kant glaubt, die rein naturwissenschaftliche Erklärungsweise werde einer umfassend fundierten Erklärung der Welt und ihrer Einzeldinge oder -wesen niemals genügen, denkt er an die Physik (griech. physis; Natur) und daran, dass deren mechanistischer Ansatz grundsätzlich nur im Zusammenhang von Ursache und Wirkung operiere – dass sich hier also das Denken strikt innerhalb des kausalen Nexus bewege. Da für die Kausalität als solche keine phänomenal bestimmbare Grenze existiert, jenseits derer die teleologische Erklärungsweise notwendig in Kraft trete, denkt sich Kant die mechanische Erklärung als einen potentiell ins Unendliche verlaufenden Prozess (vgl. infiniten Regress), bei welchem hinter einer bekannten Wirkung stets eine neue, bis auf weiteres unbekannte Ursache auftauchen muss usw.[23]

All diese Teilursachen aber sind, so Kant, in der Urteilsform des Allheit zusammengefasst, im Anschluss an die der Ein- und Vielheit. Mit dieser Herangehensweise erklärt seine Erkenntnistheorie Natur- und Geisteswissenschaft (physis und psyche) zu apriorisch polaren Aspekten, die in den Urteilsformen der Quanti- und Qualität fußen (letztlich vereinigt im Ding an sich), und leitet den Begriff der objektiven Zweckmäßigkeit hin zu dem der Organismen (von griech. organon; Werkzeug): „Ein organisiertes Produkt der Natur ist dasjenige, in welchem alles Zweck und wechselseitig auch Mittel ist.“[24]

Nach KantBearbeiten

Kants Analyse und Erklärung des Begriffes Teleologie gilt vielen als Ausgangspunkt einer „Philosophie der Biologie“.[25] Siehe Konrad Lorenz Evolutionäre Erkenntnistheorie und Freuds Metapsychologie. Lacan macht über das Wesen der im Unbewussten schöpferisch tätigen Libido (Energie) das Kant'sche Noumenon bewusst.[26]

Hegel begrüßt eine Wiederherstellung der aristotelischen Idee des immanenten Zwecks,[27] insbesondere die dem Unbewegten Beweger zugeschriebenen Attribute: Unfehlbarkeit und Allwissenheit, sie übernehmend für seinen den Kosmos und vor allem die Geschicke der Menschheit zum Ende lenkenden Weltgeist. In Napoleon sah er dieses „System“ bereits zu Pferde reiten.

Ludwig Feuerbach stellt sich dazu in Gegensatz, genauer gesagt auf die Seite Demokrits. Die Aufnahme der Teleologie schade der Physik nur. „Die Teleologie ist unfruchtbar und gebiert nichts, gleich einer gottgeweihten Jungfrau.“[28] Kants Erkenntnistheorie mit ihrem Entwurf einer höheren, Physiko- und Psychologie in der Kategorie der Ganzheit zusammenfassenden Synthese, scheint ihm demnach fremd, jedoch zielt seine Kritik auf die animistisch-anthropomorphe Teleologie des Christentums und Hegels.

Friedrich Nietzsche, nach Kant und Schopenhauer, bemüht sich in seinen Worten um eine Beseitigung der Teleologie: Metaphysisches Denken sei teleologisches Denken und dies wiederum die Denkungsart der Vernunft gemäß ihres schematischen Interpretierens im „großen Fangnetz-Gewebe der Ursächlichkeit“.[29] Somit fasst Nietzsche erneut den Kausal-Kontext ins Auge, jedoch wird seine Kritik am Teleologie-Begriff zum Brennpunkt seiner Kritik an der Metaphysik überhaupt. Kant sah die Philosophie insgesamt mit der Metaphysik stehen und fallen – wollte Nietzsche sie beseitigen? Aufschluss gäbe u. U. sein Wille zur Macht.

Friedrich Engels verspottet „die flache Wolffsche Teleologie, wonach die Katzen geschaffen wurden, um die Mäuse zu fressen, die Mäuse, um von den Katzen gefressen zu werden, und die ganze Natur, um die Weisheit des Schöpfers darzutun. Es gereicht der damaligen Philosophie zur höchsten Ehre, daß sie sich durch den beschränkten Stand der gleichzeitigen Naturkenntnisse nicht beirren ließ, daß sie – von Spinoza bis zu den großen französischen Materialisten – darauf beharrte, die Welt aus sich selbst zu erklären, und der Naturwissenschaft der Zukunft die Rechtfertigung im Detail überließ.“[30] Wolffs empirische Teleologie (Von den Endabsichten der natürlichen Dinge) reize die Lachmuskeln durch ihre kleinbürgerlichen Gesichtspunkte.[31] Engels verwirft die Unterstellung absichtsvoller Handlungen in der Natur als Pantheismus oder Deismus und besteht auf Kausalerklärung, wie sie auch Darwins Evolutionstheorie darstelle.[32]

In der WissenschaftstheorieBearbeiten

Wissenschaftstheoretiker wie Hempel, Oppenheim oder Stegmüller sehen in kausalen Erklärungen das oberste Ziel von empirischer Wissenschaft.

Hans Albert zufolge darf es in der Wissenschaft überhaupt nur eine Methode der Erklärung geben. Die Getrenntheit in spezialisierte Gebiete – etwa auf der Achse von „Geistes-“ und „Naturwissenschaft“ (nomothetisch vs. idiographisch) – sei zwar aus Gründen der Arbeitsteilung zweckmäßig, letztlich aber nicht aufrecht zu erhalten.[33] Demnach scheinen 'Geist' und 'Körper' keine wechselseitig unvereinbaren Positionen oder eigenständige Entitäten darzustellen (s. a. Leib-Seele-Problem), jedoch bleibt offen, ob der Autor das von diesen Begriffen Beziechnete etwa als von vornherein gegebene Kategorien gemäß des Kant'schen Apriori auffasst, oder seine These sonst begründet.

Für Karl Popper liefert die Untergliederung der Wissenschaft in eher geistige und eher natürliche Gebiete – wie z. B. bezüglich der mathematischen und praktischen Physik – kein triftiges Argument, teleologische Erklärungen vom methodisch forschenden Denken und Handeln auszuschließen. Annahmen eines immanenten oder setzbaren Ziels (telos) seien daher für Natur- und Geisteswissenschaften gleichermaßen zulässig. So vertrat er eine teleologische Sicht etwa im Hinblick auf die Entstehung der Arten.[34]

Im Sinne der eingangs erwähnten monistischen Position betont Stegmüller, dass die Berücksichtigung kausaler Zusammenhänge teleologische Erklärungen nicht ausschließe, sondern beides einander ergänze (höhere Synthese). Daher integriere jede echte Teleologie – zu einer solchen zählt u. a. die Rückführung des menschlichen Verhaltens auf die erste Ursache (Quelle) und das Ziel seiner Bedürfnisse – eine kausale Erklärung.

Von der echten teleologischen Erklärung unterscheidet Stegmüller die scheinbar echte, welche zum Beispiel ein Naturphänomen darlegen soll, das sich zwar auf einen bestimmten Zustand hinbewegt („Zielgerichtetheit“), jedoch ohne dass dafür eine explizite Zwecksetzung („Zielintention“) nachweisbar sei. So streben aus rein physikalischer Perspektive alle Phänomene nach Erlangung eines möglichst niedrigen Energieniveaus (daher fallen Gegenstände von 'Oben' nach 'Unten' herab), nur eben nicht aufgrund eines ihnen immanenten Bedürfnisses oder Auftrags von Seiten einer höheren Intelligenz.

Die Differenz zwischen echten und scheinbar echten teleologischen Erklärungen bildet den eigentlichen Kern der Auseinandersetzung um die Teleologie. Während Positionen wie die der Metaphysik Kants jegliches Phänomen als synthetische Vorstellung aposteriori darlegen (zusammengesetzt aus apriorischen Urteilsformen) und daher die bewusste Wahrnehmung - den zentralen empirischen Akt - als noumenal-/unvorstellbares, wiewohl spürbares Geschehen auffassen, lehnen klassisch empirische Wissenschaften diese Herangehensweise ab mit dem Argument, dass für noumenale Postulate wie Kants Ding an sich, Anaximanders Apeiron oder Schopenhauers Wille (Quelle und Ziel aller Phänomene) kein empirischer Beleg zu haben sei.

Demzufolge werden den metaphysischen Erklärungen dessen, was Kausalität und zulässige Teleologie seien (ein potentiell ins Unendliche laufender Prozess aus immer nächsten Ursachen; die Sicht der organisierten Naturprodukte, für die ihrer erstursächlichen Bedürfnisse wegen deren Stillung der Zweck all ihres Tuens ist) in der empirischen Wissenschaft keine Gültigkeit beigemessen. Statt strebt sie Modelle an, die den kausalen Nexus mit einer per Definition physikalisch Ersten Ursache beginnen lassen (dem Urknall, bzw. der als 'vor' ihm gelegen postulierten Singularität) und die die Prozesse der kosmisch-unbelebten wie biologischen Evolution anhand Konzepten wie dem der Selbstregulation der Materie erklären sollen. Dies ist für Stegmüller kein Argument zur Negierung der echten Teleologie und einem ihr gerecht werden sollenden Versuch, die gleichen Phänomene mit Hilfe der Funktionalanalyse zu erklären.[35]

Im Gegensatz zu den Positionen mancher Wissenschaftstheoretiker hält v. Wright teleologische (intentionale) und kausale Erklärungen insbesondere in jenen Wissenschaftsgebieten für zulässig und notwendig, die sich explizit mit der Erforschung des menschlichen Handels befassen (etwa Kulturanthropologie, Historik, Psychologie). Dabei werden unser Wissen über Handlungen und deren Folgen in die Beschreibung mit einbezogen, ebenso wie die bewussten Absichten unserer Handlung.[36]

In der BiologieBearbeiten

Anders als noch in der frühen Neuzeit kann die moderne Biologie die Zweckmäßigkeit natürlicher Organismen, Strukturen und Systeme erklären, ohne auf zwecksetzende Instanzen zurückzugreifen. Dies betrifft besonders die Physiologie und die Evolutionstheorie, wo Zellen oder Organen einstmals innere Absichten oder Ziele zugeschrieben wurden.

Die Verneinung einer höheren Absicht und die Erklärung vorhandener Strukturen durch naturwissenschaftliche Phänomene verbindet die moderne Biologie mit anderen Naturwissenschaften wie der Chemie und der Physik. Naturalistische Grundannahmen mit teleologischer Prägung werden nicht mehr von den Biologen, sondern vor allem von manchen Theologen vertreten. Nach Gerhard Vollmer zeichnet sich deren naturalistischer Ansatz nicht durch eine vollständige Eliminierung metaphysischer Voraussetzungen aus, sondern durch deren Minimierung.[37] Auch wird der Teleologiebegriff nicht einheitlich verwendet, was eine theoretische Fundierung zusätzlich erschwert.[38] Laut Ernst Mayr müssen dreierlei Bedeutungen von Teleologie differenziert werden:

  1. unilineare evolutionäre Sequenzen (Progressionismus, Orthogenese);
  2. scheinbare oder echte zielgerichtete Prozesse;
  3. teleologische Systeme.

Oft wird eine für den Laien scheinbare Zweckmäßigkeit natürlicher Organismen, Strukturen und Systeme mit natürlichen Anpassungen bzw. mit einer organisationsbedingten Selbstregulation erklärt. Colin S. Pittendrigh führte 1958 das Konzept der Teleonomie ein, um scheinbare Zweckmäßigkeiten auf automatisch ablaufende Programme zurückzuführen. Diesem wird entgegengehalten, dass es die Frage nach der Teleologie auf ein rein terminologisches Problem reduziere, indem es zwar die Nebenbedeutung der inneren Absicht oder übernatürlichen Steuerung eliminiere, die meisten Biologen diese Konnotation aber ohnehin ablehnen würden. Ebenso sei die Kopplung des biologischen Funktionsbegriffes an mathematische Funktionen nicht hilfreich, weil sie dem tatsächlichen Gebrauch in der Biologie nicht gerecht werden.[39] „Bei einem teleonomischen Vorgang oder Verhalten ist die Zielgerichtetheit auf die Ausführung eines Programms zurückzuführen.[40]

In der PsychologieBearbeiten

Die Individualpsychologie nach Alfred Adler und Rudolf Dreikurs geht davon aus, dass der tiefenpsychologische Grundantrieb des Menschen teleologisch ist. Die Individualpsychologie spricht in diesem Zusammenhang von „Finalität“. Adler nennt die grundlegende Finalität eines Menschen den „Lebensstil“.[41] Auch die Analytische Psychologie nach C. G. Jung vertritt diesen Ansatz einer finalen Methodik aus einem nicht nur kausal-mechanistischen, sondern auch aus einem psychoenergetischen Standpunkt heraus.[42][43]

In der HandlungstheorieBearbeiten

In der Handlungstheorie der praktischen Philosophie dient Teleologie als ein Grundprinzip zur Beschreibung und Erklärung. Teleologie ist die Berufung auf das Ziel der Handlung, dessen Realisierung der Handelnde als Handlungsfolge zusammen mit den anderen Folgen zu verantworten hat. Es wird daraufhin geprüft, ob diese praktischen Folgen (etwa Annehmlichkeit, Nützlichkeit) zur Realisierung eines Werts beitragen. Das Begründungsverfahren lässt Zwischenstufen zwischen gut und schlecht zu.

In der normativen EthikBearbeiten

Außerdem bezeichnet man Ethiken als teleologisch, wenn diese Handlungen lediglich an dem herbeigeführten Zustand messen, ohne dabei auf Handlungsmotive oder moralische Pflichten zu rekurrieren. Die utilitaristische Ethik vertritt ein solches Modell, wenngleich es auch hier Bestrebungen gibt, den Utilitarismus um die Einbeziehung von Handlungsmotiven zu erweitern. Es gibt auch anti-teleologische Ethiken, beispielsweise die von John Rawls in A Theory of Justice entwickelte Theorie der Gerechtigkeit. Viele Theorien in der Philosophie sind auch im universalistischen Sinne teleologisch: So ist für den Eudämonismus der objektive Erfolg in Bezug auf besondere Lebensziele entscheidend, für einen Hedonisten hingegen das subjektive Glückserleben (z. B. durch sinnliche Reize oder Erfolgserlebnisse), für den Utilitaristen die Befriedigung von Bedürfnissen und für den Perfektionisten beste Ergebnisse in der Kultur das Ziel.

In der RechtswissenschaftBearbeiten

In den Rechtswissenschaften wird als „Teleologie“ eine besondere Auslegungsmethode bezeichnet. Sie wird als die vierte klassische Auslegungsmethode aufgeführt, neben der grammatischen (der Wortlautanalyse), der systematischen (der Frage nach der Stellung im Rechtssystem) und der historischen (welche den „gesetzgeberischen Willen“ mitberücksichtigt und hermeneutisch zu verstehen versucht).

Die teleologische Auslegung fragt nach Sinn und Zweck eines Gesetzes, der sogenannten ratio legis. Überprüft wird dabei, ob dieser Sinn und Zweck im Einzelfall erfüllt wird.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • C. Allen, M. Bekoff, G. Lauder (Hrsg.): Nature’s Purposes. MIT Press, Cambridge, MA 1998.
  • A. Ariew, R. Cummins, M. Perlman (Hrsg.): Functions. New Essays in the Philosophy of Psychology and Biology. 2002.
  • Hans Peter Balmer: Figuren der Finalität. Zum teleologischen Denken der Philosophie. readbox unipress, Münster 2017, ISBN 978-3-95925-053-5. (Open-Access: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:19-epub-38464-2)
  • Morton Beckner, Karen Neander: Teleology. (Beckner 1967) / Teleology (Addendum). (Neander 2005), In: Encyclopedia of Philosophy. S. 384–388/ 388–390.
  • D. Buller (Hrsg.): Function, Selection, and Design. SUNY Press, Albany, NY 1999.
  • H. Busche: Teleologie; teleologisch. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 10, S. 970–977.
  • Nicolai Hartmann: Teleologisches Denken. Berlin 1966.
  • Eve-Marie Engels: Die Teleologie des Lebendigen. Eine historisch-systematische Untersuchung. Duncker & Humblot, Berlin 1982.
  • Karen Neander: The Teleological Notion of Function. In: Australasian Journal of Philosophy. 69 (1991), S. 454–468.
  • Juergen-Eckardt Pleines (Hrsg.): Zum teleologischen Argument in der Philosophie. Aristoteles – Kant – Hegel. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 1991.
  • J.-E. Pleines (Hrsg.): Teleologie. Ein philosophisches Problem in Geschichte und Gegenwart. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 1994.
  • Nicholas Rescher (Hrsg.): Current Issues in Teleology. University Press of America, Lanham, MD 1986.
  • Robert Spaemann, Reinhard Löw: Die Frage Wozu? Geschichte und Wiederentdeckung des teleologischen Denkens. 3. Auflage. München 1991, ISBN 3-492-10748-6.
  • Wolfgang Stegmüller: Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie. Band I (Wissenschaftliche Erklärung und Begründung.) Springer Verlag, 1982.
  • Michael Stöltzner, Paul Weingartner: Formale Teleologie und Kausalität. Mentis, Paderborn 2005.
  • Georg Henrik von Wright: Erklären und Verstehen. Frankfurt 1974.
  • Larry Wright: Teleological Explanation. University of California Press, Berkeley 1976.

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Teleologie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Ätiologie (griech. αἰτιολογία aitiología – von αἰτία aítia ‚Ursache‘ und lógos ‚Wort‘, ‚Lehre‘), die Lehre von den Ursachen und ihren Wirkungen, gilt gewöhnlich als der zweite Teil der spekulativen Metaphysik, während der erste, die Ontologie, vom Wesen der Dinge und der dritte, die Teleologie, von dem Zwecke derselben handelt.“ (Friedrich Kirchner, Carl Michaëlis: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. neubearbeitet von Carl Michaëlis, 5. Auflage. Leipzig 1907, S. 48, vgl. S. 22).
  2. Busche, S. 970.
  3. Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie. Band 3, Werkausgabe Bd. 19, S. 173.
  4. Herman Diels, "Die Vorsokratiker", Kap. Heraklit. Aphorismen Nr. 65 und 66
  5. Platons Dialoge "Sophistes" und "Phaidros"
  6. Dynamis. Abgerufen am 10. Juni 2022.
  7. Rudolf Eisler: Teleologie I in: Wörterbuch der philosophischen Begriffe. 1904.
  8. Sigmund Freud: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Kap. 2, Abschnitt Beschauen und Betasten ("Der optische Eindruck bleibt der Weg, auf dem die libidinöse Erregung am häufigsten erweckt wird und auf dessen (praktische) Gangbarkeit – wenn diese teleologische Betrachtung zulässig ist – die natürliche Zuchtwahl rechnet, wenn sie das Sexualobjekt sich zur Schönheit entwickeln lässt.").
  9. https://www.spektrum.de/kolumne/die-irrationalste-aller-zahlen/1430636
  10. „Mechanismus (neulat.-franz.; v. altgriech. μηχανή mēchanḗ = Maschine) nennt man, im Unterschied vom Organismus, ein Wesen, das nur durch äußere Kräfte, also Druck und Stoß, in Bewegung gesetzt wird. Mechanismus heißt ferner die Weltansicht, welche das Geschehen in der Natur nur auf Ursachen und Kräfte zurückführt und alle Zweckerklärungen ausschließt. Ihr Gegensatz ist die Teleologie (s. d.). Vgl. Lamettrie, L’homme machine. 1748.“ (Kirchner/Michaelis, S. 352).
  11. Lange: Geschichte des Materialismus. S. 22. In: Digitale Bibliothek. Band 3: Geschichte der Philosophie. S. 3505 (vgl. Lange-Mat., S. 16).
  12. Vorländer: Geschichte der Philosophie. S. 249. Digitale Bibliothek. Band 3: Geschichte der Philosophie. S. 7249 (vgl. Vorländer-Gesch. Bd. 1, S. 132).
  13. Lange: Geschichte des Materialismus. S. 1035. Digitale Bibliothek. Band 3: Geschichte der Philosophie, S. 4518 (vgl. Lange-Mat., S. 690–691)
  14. Ollivier, Poulin, Zurek: Environment as a Witness: Selective Proliferation of Information and Emergence of Objectivity in a Quantum Universe. arxiv:quant-ph/0408125; https://arxiv.org/abs/quant-ph/0408125 Auflage. 2004.
  15. Windelband: Lehrbuch der Geschichte der Philosophie. S. 553. Digitale Bibliothek. Band 3: Geschichte der Philosophie. S. 5914 (vgl. Windelband-Gesch., S. 217).
  16. alpha-Centauri | Astro-Physik : Was ist ein Symmetriebruch? Abgerufen am 14. September 2022.
  17. Herman Diels, "Die Vorsokratiker", Kap. Heraklit. Aphorismen Nr. 30; 31; 77; 90
  18. Wer baute die babylonische Arche? Ein neues Fragment der mesopotamischen Sintfluterzählung aus Assur. Abgerufen am 4. November 2022.
  19. Windelband: Lehrbuch der Geschichte der Philosophie, S. 857. Digitale Bibliothek. Band 3: Geschichte der Philosophie, S. 6218 (vgl. Windelband-Gesch., S. 336).
  20. Vorländer: Geschichte der Philosophie. S. 757. Digitale Bibliothek. Band 3: Geschichte der Philosophie. S. 7757 (vgl. Vorländer-Gesch. Bd. 2, S. 49).
  21. Hirschberger: Geschichte der Philosophie. Band II, S. 94. Digitale Bibliothek. Band 3: Geschichte der Philosophie. S. 9825 (vgl. Hirschberger-Gesch. Bd. 2, S. 51).
  22. Dirk Cürsgen: Kants Thesen über das Nichts. Abgerufen am 25. November 2022.
  23. Lange: Geschichte des Materialismus. S. 1090. Digitale Bibliothek. Band 3: Geschichte der Philosophie, S. 4573 (vgl. Lange-Mat., S. 720–721). / August Stadler: Kants Teleologie und ihre erkenntnistheoretische Bedeutung. Berlin 1874.
  24. Vorländer: Geschichte der Philosophie. S. 1066. Digitale Bibliothek. Band 3: Geschichte der Philosophie, S. 8066 (vgl. Vorländer-Gesch. Bd. 2, S. 214).
  25. Die Philosophie der Biologie. (Memento des Originals vom 25. Oktober 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wwwen.uni.lu Universität Luxemburg, 2009.
  26. Rado Riha: Kant in Lacan’scher Absicht: Die kopernikanische Wende und das Reale. ISBN 978-3-85132-901-8.
  27. Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie. S. 1055. Digitale Bibliothek. Band 3: Geschichte der Philosophie, S. 1059 (vgl. Hegel-W Bd. 19, S. 173).
  28. Feuerbach: Geschichte der neuern Philosophie. S. 76. Digitale Bibliothek. Band 3: Geschichte der Philosophie, S. 2729 (vgl. Feuerbach-Gesch., S. 60–61).
  29. Nietzsche: Zur Genealogie der Moral, Dritte Abhandlung, 9.
  30. Engels: Dialektik der Natur. S. 13f. Digitale Bibliothek. Band 11: Marx/Engels, S. 8332 (vgl. MEW Bd. 20, S. 315f.).
  31. Windelband: Lehrbuch der Geschichte der Philosophie. S. 1039. Digitale Bibliothek. Band 3: Geschichte der Philosophie, S. 6.400 (vgl. Windelband-Gesch., S. 410).
  32. Friedrich Engels: Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft. S. 123. Digitale Bibliothek. Band 11: Marx/Engels, S. 7754 (vgl. MEW Bd. 20, S. 66).
  33. Hans Albert: Theorie, Verstehen und Geschichte – Zur Kritik des methodologischen Autonomieanspruchs in den sogenannten Geisteswissenschaften. Zeitschrift für allgemeine Wissenschaftstheorie, 1, 1970.
  34. Karl Popper: Evolution and the tree of knowledge. Objective Knowledge. S. 267.
  35. W. Stegmüller: Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie. Band I, Teil E (Erklärung Begründung Kausalität) Springer Verlag, ISBN 3-540-11810-1, S. 642–646.
  36. Vgl. G. H. v. Wright: Erklären und Verstehen. Frankfurt 1974, S. 83ff.
  37. Vollmer Gerhard: Was ist Naturalismus? Logos 2 (1994), S. 200–219.
  38. in der Biologie&f=false Georg Toepfer: Zweckbegriff und Organismus bei Google Books
  39. Andreas Bartels, Manfred Stöckler (Hrsg.): Wissenschaftstheorie. mentis Verlag, Paderborn 2009, S. 288.
  40. Ernst Mayr: Teleological and Teleonomic. A New Analysis. In: Robert S. Cohen, Marx W. Wartofsky, (Hrsg.): Methodological and Historical Essays in the Natural and Social Sciences. Dordrecht Boston 1974.
  41. Rudolf Dreikurs: Grundbegriffe der Individualpsychologie. Stuttgart 1969, 2005.
  42. Carl Gustav Jung: Die Dynamik des Unbewußten. Gesammelte Werke. Walter-Verlag, Düsseldorf 1995, Paperback, Sonderausgabe, Band 8, ISBN 3-530-40083-1; §§ 3 ff, 41–47, 51, 56, 59, 456, 470 f., 491, 497, 843 Fußnote 34 u. ö.
  43. Jolande Jacobi: Die Psychologie von C. G. Jung. Eine Einführung in das Gesamtwerk. Mit einem Geleitwort von C. G. Jung. Fischer Taschenbuch, Frankfurt März 1987, ISBN 3-596-26365-4, S. 70 f., 103.