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El Dorado (1966)

Film von Howard Hawks (1966)

El Dorado ist ein Western von Howard Hawks aus dem Jahr 1966 mit John Wayne und Robert Mitchum in den Hauptrollen.

Filmdaten
Deutscher TitelEl Dorado
OriginaltitelEl Dorado
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1966
Länge121 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieHoward Hawks
DrehbuchLeigh Brackett
nach Harry Brown
ProduktionHoward Hawks / Paramount
MusikNelson Riddle
KameraHarold Rosson
SchnittJohn Woodcock
Besetzung

HandlungBearbeiten

Cole Thornton, ein alternder Revolverheld, wird von Bart Jason, einem Viehbaron, engagiert, um die in der Gegend des kleinen Provinznestes El Dorado ansässige Siedlerfamilie McDonald einzuschüchtern. In der Stadt begegnet er seinem alten Freund J. P. Harrah, wie Thornton ein ausgezeichneter Schütze, der als Sheriff die Verantwortung trägt. Dieser erklärt ihm, dass Bart Jason im Unrecht sei und Thornton angeheuert habe, um sich Harrah vom Leib zu halten. Thornton erteilt Jason daraufhin eine Absage. Durch ein Missverständnis kommt es jedoch zu einem folgenschweren Zusammentreffen mit dem jüngsten Sohn der McDonalds, das dieser nicht überlebt. Als dessen Schwester Joey auf Thornton schießt, um den vermeintlichen Mord an ihrem Bruder zu rächen, wird dieser getroffen. Die Kugel kann nicht entfernt werden, da sie zu nahe am Rückenmark steckt, und Thornton macht sich alsbald wieder auf den Weg zu einem neuen Auftrag.

In einem Grenzstädtchen trifft er auf Nelse McLeod, einen anderen Revolvermann, und einen jungen Mann, genannt „Mississippi“, der einen markanten Hut trägt, für den er bei manchen Spott erntet. „Mississippi“ hat mit einem von McLeods Leuten noch eine Rechnung offen, weil dieser mit drei anderen zusammen seinen väterlichen Freund erschossen hat. Nachdem „Mississippi“ diesen in einem fairen Kampf mit einem Messerwurf getötet hat, hilft ihm Cole in der sich anschließenden Auseinandersetzung und freundet sich mit ihm an. Thornton erfährt von McLeod, dass dieser inzwischen von Jason für den Kampf gegen die McDonalds engagiert worden ist. Der Zeitpunkt sei günstig, da von Sheriff Harrah derzeit keine Gefahr ausgehe; er ist aus Liebeskummer zu einem hemmungslosen Säufer geworden. Thornton eilt sofort nach El Dorado, um vor McLeod dort zu sein und seinem alten Freund beizustehen. Begleitet wird er von „Mississippi“, der nicht schießen kann. Cole besorgt ihm daher eine abgesägte Schrotflinte mit enormem Streufaktor. Die nicht entfernte Kugel macht Thornton derweil immer mehr zu schaffen, da sie auf einen Nerv drückt und dadurch seinen rechten Arm zeitweise bewegungsunfähig macht.

In El Dorado angekommen, finden sie den Sheriff betrunken und total heruntergekommen vor. „Mississippi“ mixt eine fürchterliche Medizin nach einem Spezialrezept, und mit dem Trank gelingt es ihnen tatsächlich, Harrah auszunüchtern. Zum Trio gesellt sich noch der alte kampferprobte Hilfssheriff Bull sowie Hotelchefin Maudie, die schon lange in Cole verliebt ist; sie will es sich aber nicht anmerken lassen, da sie ihn bislang nicht zum Bleiben hat bewegen können. Inzwischen ist auch McLeod mit seiner Bande in El Dorado eingetroffen und es kommt zum erwarteten Kampf zwischen den Rivalen, bei dem Harrah mehr und mehr zu alter Form zurückfindet. Schließlich wird McLeod beim finalen Kräftemessen mit Thornton erschossen, wie zuvor schon Jason.

Am Ende hat das Gute gesiegt und die beiden alten Haudegen Thornton und Harrah gehen beide am Stock durch die Stadt. Dabei äußert Thornton, dass er überlege, ob er nun in der Stadt bleiben könnte.

HintergrundBearbeiten

Hawks, der auch Rio Bravo drehte und sich dabei auf einen ganz bestimmten Handlungsstrang festlegte, jedoch einen anderen ebenfalls zur Auswahl hatte, verwirklichte ebendiesen in El Dorado. Während zum Beispiel in Rio Bravo der junge Mann ein ausgezeichneter Schütze war, ist der junge Mann (James Caan) hier das Gegenteil davon. Wie auch in Rio Lobo, dem dritten von Hawks zum Thema Männerfreundschaft inszenierten Western, kommt auch in El Dorado der Alkohol nicht zu kurz. Jedoch wird das Thema auf sehr witzige, eben auf typische Westernmanier behandelt.

El Dorado beginnt wie eine Tragödie. Als sich die Geschichte jedoch auf die Beziehung zwischen den beiden alten Haudegen (Wayne, Mitchum) konzentriert, wird es amüsant. Und am Schluss werden alle Ehrenregeln des Westens in den Straßenstaub von El Dorado gekehrt: Thornton erledigt überfallartig den Oberbanditen, der ihm – sterbend – fassungslos vorwirft, er habe ihm ja gar keine Chance gegeben. Darauf sagt Thornton: „Nein, allerdings nicht. Sie sind zu schnell, um Ihnen eine Chance zu lassen!“

Der gleichnamige Song El Dorado, der anfangs zu hören ist und von George Alexander gesungen wurde, avancierte zum Klassiker.

John Waynes Pferd war ein Appaloosahengst namens Zip Cochise.

InterpretationBearbeiten

  • „Howard Hawks entwirft das Idealbild einer kleinen verschworenen Gemeinschaft, die eine schwierige Aufgabe mit heiterer Gelassenheit erledigt – wobei die mythische Aura der stark gealterten Helden augenzwinkernd korrigiert wird.“ – Lexikon des internationalen Films[1]
  • Phil Hardy bezeichnet El Dorado als „trostlosen Film“. Während in Rio Bravo die moralische Überlegenheit der Protagonisten sich auch in einer körperlichen widerspiegle, seien sich hier die von Wayne und Mitchum dargestellten alternden Revolverhelden „ihrer nachlassenden Fähigkeiten nur allzu bewusst“.[2]
  • Joe Hembus stellt fest, „der Humor und die Brutalität“ seien „von finsterer Entschlossenheit“. Die Tragik der Helden sei, „dass sie zu klapprig geworden sind.“[3]

KritikenBearbeiten

  • „Kraftvoll inszenierter Edel-Western von Meisterregisseur Howard Hawks, der hier gekonnt seinen Klassiker ‚Rio Bravo‘ variiert […] Trotz der seltsamen Synchronisation (Wayne hat die Stimme von Mitchum und umgekehrt) ein absolutes Western-Highlight!“ – Prisma Online
  • „In seiner klassischen Mischung aus Action, Psychologie und Komik variiert der Film auf witzige Weise das Grundmuster eines anderen berühmten Hawks-Western, ‚Rio Bravo‘, den Kritiker zu den zehn besten Filmen der Welt zählen. Brillant Robert Mitchum als abgewrackter Sheriff.“ (Wertung: 3½ Sterne = außergewöhnlich)[4]
  • „Kraftvoll inszenierter Großwestern, der gutgelaunt und mit vielen humorigen Einlagen die Geschichte eines alternden Revolverschützen und dessen Freundschaft zu einem Sheriff erzählt. Die elegante Regieführung, die vor allem mit einer ideenreicher Variierung stereotyper Klischees zu brillieren weiß, vermag über das Fehlen eines Hintergrundes nicht ganz hinwegzutrösten. Für Westernfreunde (etwa ab 14 Jahren) gut geeignet.“ – Evangelischer Filmbeobachter[5]

Deutsche SynchronfassungBearbeiten

Synchronfirma: Berliner Synchron GmbH; Dialogbuch: Fritz A. Koeniger; Dialogregie: Hans Dieter Bove

Rolle Darsteller Synchronsprecher[6]
Cole Thornton John Wayne Wolfgang Lukschy
Sheriff J.P. Harrah Robert Mitchum Arnold Marquis
„Mississippi“ James Caan Claus Jurichs
Bart Jason Edward Asner Edgar Ott
Bull Harris Arthur Hunnicutt Herbert Weißbach
Maudie Charlene Holt Renate Küster
Nelse McLeod Christopher George Christian Rode
Josephine „Joey“ MacDonald Michelle Carey Traudel Haas
Kevin MacDonald R.G. Armstrong Herbert A. Knippenberg
Luke MacDonald Johnny Crawford Alfred Wittstock
Dr. Charles Donovan Anthony Rogers Lothar Blumhagen
Dr. Miller Paul Fix Paul Wagner

In der PopulärkulturBearbeiten

  • Im englischsprachigen Original des Science-Fiction-Films Transformers verwendet die Figur Bumblebee bei ihrem ersten Zusammentreffen mit Sam eine anklagend ironische Frage John Waynes aus El Dorado als Teil ihres Kommunikationsrepertoires: „Any more questions you wanna ask?“ („Haben Sie sonst noch eine Frage?“)

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. El Dorado. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  2. Phil Hardy: The Encyclopedia of Western Movies. Woodbury Press Minneapolis 1984. ISBN 0-8300-0405-X. S. 302
  3. Joe Hembus: Western-Lexikon - 1272 Filme von 1894-1975. Carl Hanser Verlag, München/Wien, 2. Auflage 1977, ISBN 3-446-12189-7, S. 169
  4. Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 190–191
  5. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 418/1967
  6. https://www.synchronkartei.de/film/910