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Die merkwürdige Zähmung der Gangsterbraut Sugarpuss

Film von Howard Hawks (1941)

Die merkwürdige Zähmung der Gangsterbraut Sugarpuss, auch bekannt als Wirbelwind der Liebe (Originaltitel: Ball of Fire), ist eine US-amerikanische Filmkomödie von Howard Hawks aus dem Jahr 1941 mit Gary Cooper und Barbara Stanwyck in den Hauptrollen. Als Vorlage diente eine Geschichte von Thomas Monroe und Billy Wilder, der auch am Drehbuch beteiligt war.

Filmdaten
Deutscher TitelDie merkwürdige Zähmung der Gangsterbraut Sugarpuss
OriginaltitelBall of Fire
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1941
Länge111 Minuten
Stab
RegieHoward Hawks
DrehbuchBilly Wilder,
Charles Brackett
ProduktionSamuel Goldwyn
MusikAlfred Newman
KameraGregg Toland
SchnittDaniel Mandell
Besetzung

HandlungBearbeiten

Eine Gruppe von Professoren lebt seit Jahren abgeschieden von der Außenwelt in einem Haus, wo sie an einer Enzyklopädie über das menschliche Wissen arbeiten. Der Jüngste unter ihnen, Professor Bertram Potts, ist Sprachwissenschaftler, der sich auf die Erforschung des amerikanischen Slangs spezialisiert hat. Als Miss Totten, die Verlegerin und Geldgeberin der Enzyklopädie, ungeduldig wird und die Professoren deshalb auffordert, ihre Arbeit schnellstmöglich fertigzustellen, begibt sich Bertram auf eine selbstständige Erkundungstour durch die Stadt. In einem Nachtclub wird der Professor auf das sehr umgangssprachliche Vokabular der Varietétänzerin Sugarpuss O’Shea aufmerksam.

Zunächst ist Sugarpuss nicht gewillt, Bertram bei seinen Recherchen zu unterstützen, doch als sie sich vor der Polizei verstecken muss, die sie nach ihrem Freund, Gangsterboss Joe Lilac, befragen will, quartiert sie sich im Haus von Bertram und seinen sieben Kollegen ein. Mit ihrer unkonventionellen Art und ihrer Unbekümmertheit gewinnt sie die Gelehrten schnell für sich. Auch sie ist von den weltfremden Herren zunehmend angetan und will etwas mehr Schwung in ihr Leben bringen. Sie lehrt sie das Congatanzen und zeigt Bertram was der Ausdruck „yum yum“ (dt.: „lecker“) bedeutet, indem sie ihn küsst.

Nachdem ihr Bertram einen Heiratsantrag gemacht hat, den sie annimmt, wird Sugarpuss von Joes Gefolgsleuten entführt, denn Joe will sie ebenfalls heiraten, aber nur, damit sie vor Gericht nicht gegen ihn aussagen muss. Bertram und seinen Kollegen gelingt es jedoch, Joe zu überlisten und Sugarpuss zu befreien. Als Sugarpuss letztlich doch daran zweifelt, gut genug für Bertram zu sein, überzeugt dieser sie mit seiner enthusiastischen Auslegung von „yum yum“.

HintergrundBearbeiten

Die Handlung basiert zum Teil auf dem deutschen Märchen Schneewittchen, wobei die einzelnen Charakterisierungen der Professoren auf den sieben Zwergen von Walt Disneys Trickfilmadaption Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937) beruhen. Für die Filmnauten war Perry Ferguson zuständig. Die Kostüme entwarf Edith Head.

Die merkwürdige Zähmung der Gangsterbraut Sugarpuss wurde am 2. Dezember 1941 in den Vereinigten Staaten uraufgeführt und erwies sich als großer Erfolg an den Kinokassen.[1] In Deutschland wurde der Film erstmals am 24. Mai 1976 im Fernsehen gezeigt.

Regisseur Howard Hawks verfilmte das Drehbuch 1948 erneut unter dem Titel Die tollkühne Rettung der Gangsterbraut Honey Swanson.

AuszeichnungenBearbeiten

Der Film war bei der Oscarverleihung 1942 in vier Kategorien nominiert: Beste Hauptdarstellerin (Barbara Stanwyck), Beste Originalgeschichte (Thomas Monroe, Billy Wilder), Beste Filmmusik (Alfred Newman) und Bester Ton (Thomas T. Moulton). Die Nominierten konnten sich jedoch nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. Im Jahr 2016 wurde der Film in das National Film Registry aufgenommen

KritikenBearbeiten

„Mitunter atemlos rasant inszenierte und gespielte Screwball-Komödie mit gut aufgelegten Darstellern“, befand das Lexikon des internationalen Films. Die Komödie sei zwar mitunter „in der Nähe zum Klamauk, aber stets amüsante Unterhaltung“.[2] Cinema bezeichnete den Film als „Screwball-Klassiker mit tollen Dialogen“.[3]

Bosley Crowther von der New York Times meinte seinerzeit, dass Gary Cooper bisweilen „ein wenig wackelig“ in seiner Rolle sei, aber dennoch eine „einfach gestrickte Vorstellung“ abliefere, „wie nur er sie abliefern kann“. Barbara Stanwyck sei „absolut köstlich in ihrer Rolle der weltgewandten Verführerin“. Crowther lobte zudem die Produktion, sie sei „exzellent“, und die Regie von Howard Hawks, der „das Ganze für fast zwei Stunden mit dem richtigen Tempo“ in Gang gehalten habe.[4]

Variety konstatierte, dass der Film auf nur „einem einfachen Gag“ aufgebaut sei. Die „lustige Ausgangssituation“ sei jedoch „ausreichend, um einige Lacher bereitzustellen“, für die auch der „Slang wie aus der Pistole“ innerhalb der Dialoge sorge. Die Besetzung sei „so treffend und perfekt“, dass „jeder Charakter zur Karikatur seiner selbst“ werde.[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. vgl. allmovie.com
  2. Die merkwürdige Zähmung der Gangsterbraut Sugarpuss. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 9. Juni 2019.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  3. vgl. cinema.de
  4. “Mr. Cooper may be a little loose-tooth in spots, but he gives a homespun performance such as only he can give. Miss Stanwyck is plenty yum-yum in her worldly temptress role. […] The production is excellent, and Howard Hawks has kept the whole thing moving at accelerated pace for nigh two hours.” Bosley Crowther: “Ball of Fire” a Delightful Comedy, With Gary Cooper and Barbara Stanwyck in Lead Roles, Opens at Music Hall. In: The New York Times, 16. Januar 1942.
  5. “A simple gag […] one funny situation […]. It’s sufficient, however, to provide quite a few chuckles. […] Much of the dialog is rapid-fire slang, […] but frequently good for laughs. Casting is meticulously perfect to make every character a caricature of itself.” Vgl. Ball of Fire. In: Variety, 1941.