Hauptmenü öffnen

Egg (Vorarlberg)

Marktgemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg
Egg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Egg
Egg (Vorarlberg) (Österreich)
Egg (Vorarlberg)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 65,31 km²
Koordinaten: 47° 26′ N, 9° 54′ OKoordinaten: 47° 25′ 55″ N, 9° 53′ 44″ O
Höhe: 561 m ü. A.
Einwohner: 3.553 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 54 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6863
Vorwahl: 05512
Gemeindekennziffer: 8 02 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Loco 873
6863 Egg
Website: www.egg.at
Politik
Bürgermeister: Paul Sutterlüty (Egger und Großdorfer Liste)
Gemeindevertretung: (2015)
(24 Mitglieder)
23
1
23 
Insgesamt 24 Sitze
  • Egger und Großdorfer Liste: 23
  • Pro Egg und Großdorf: 1
Lage von Egg im Bezirk Bregenz
AlberschwendeAndelsbuchAuBezauBildsteinBizauBregenzBuchDamülsDorenEggEichenbergFußachGaißauHardHittisauHöchstHörbranzHohenweilerKennelbachKrumbachLangen bei BregenzLangeneggLauterachLingenauLochauMellauMittelbergMöggersReutheRiefensbergSchnepfauSchoppernauSchröckenSchwarzachSchwarzenbergSibratsgfällSulzbergWarthWolfurtVorarlbergLage der Gemeinde Egg (Vorarlberg) im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortsteil von Egg
Ortsteil von Egg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Gschwendtobel-Brücke
Drahtsteg über die Subersach
Schulzeugnis der Trivialschule Egg 1812

Egg ist eine Gemeinde mit 3553 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im österreichischen Bundesland Vorarlberg im Bezirk Bregenz. Sie ist die bevölkerungsreichste und mit einer Fläche von 65,37 Quadratkilometern auch die größte Gemeinde des Bregenzerwaldes.

GeografieBearbeiten

Egg liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz südöstlich des Bodensees auf 561 Metern Höhe. 37,3 % der Fläche sind bewaldet, 31,5 % der Fläche Alpen. Die höchste Erhebung ist der Hohe Ifen mit dem Schneckenloch, der größten Höhle Vorarlbergs.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Egg.

NachbargemeindenBearbeiten

Durch ihre Größe grenzt die Gemeinde Egg nicht nur an acht andere Vorarlberger Gemeinden, sondern im Bereich des Hohen Ifens sogar an eine deutsche Gemeinde. Die acht österreichischen Nachbargemeinden von Egg befinden sich alle im politischen Bezirk Bregenz. Egg wird im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, von den Gemeinden Alberschwende, Lingenau, Hittisau, Sibratsgfäll, dem deutschen Markt Oberstdorf im bayrischen Landkreis Oberallgäu sowie den Gemeinden Mittelberg, Bezau, Andelsbuch und Schwarzenberg umgeben. Mit insgesamt neun Nachbargemeinden gehört Egg zu den Gemeinden Vorarlbergs mit den meisten angrenzenden Gemeinden.

GeschichteBearbeiten

1275 wurde das Dorf „Anderegge“ erstmals urkundlich erwähnt. Bis zum Ende der „Wälderrepublik“ tagte hier das Hochgericht des Innerbregenzerwaldes. Die Habsburger regierten den Ort wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus.

Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Egg seit dessen Gründung 1861. In der Biedermeierzeit wurde eine eisenhaltige Schwefelquelle in Bad Hub gegen Ausschläge und Rheumatismus genutzt sowie eine Heilquelle in Hinteregg mit kohlesäurehaltigem Schwefelwasser bei Wechselfieber.[2]

Bekannt wurde Egg auch dadurch, dass sich der ehemalige Gauleiter von Württemberg-Hohenzollern Wilhelm Murr, am 14. Mai 1945, zusammen mit seiner Frau, durch mitgeführte Giftampullen selbst das Leben nahm. Beide wurden auf dem Friedhof von Egg beerdigt. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Zu einer folgenschweren Brandkatastrophe kam es am 8. Februar 2008. Bei dieser kamen im Altersheim „Vinzenzheim“ bei einem Gebäudebrand 11 Menschen durch Rauchgasvergiftung ums Leben, 6 weitere konnten von den Freiwillige Feuerwehren schwer verletzt gerettet werden. Eine der verletzten Personen verstarb am 16. Februar infolge schwerer Verletzungen im Krankenhaus.[3]

Im November 2019 wurde von der Vorarlberger Landesregierung bekannt gegeben, dass Egg als zwölfte Vorarlberger Gemeinde mit 1. Jänner 2020 zur Marktgemeinde erhoben werden soll.[4]

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde Egg wurde am 10. Oktober 1929 von der Vorarlberger Landesregierung verliehen und zeigt einen silbernen Schild mit einem roten Schildfuß. Im Schildfeld erscheint abgeledigt eine stilisierte, befruchtete, entwurzelte Linde. Im Schildfuße verschränkt sich ein schräg rechts gelegtes, silbernes Richtschwert mit einem ebenso tingierten Stab. In der Originalfassung umgibt den Schild eine ornamentierte dunkelgrüne Randeinfassung.[5]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 

Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 4,3 Prozent. Von 1981 bis 2011 gab es zwar eine leichte Abwanderung, diese wurde jedoch durch eine stark positive Geburtenbilanz mehr als ausgeglichen.[6]

PolitikBearbeiten

Die Egger Gemeindevertretung besteht aus 24 Mitgliedern.

Bürgermeister

PartnergemeindeBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Pfarrkirche hl. Nikolaus in Egg
  • Pfarrkirche hl. Josef in Großdorf
  • Egg Museum
  • Gschwendtobel-Brücke: Alois Negrelli (plante den Sueskanal) konstruierte 1834 die aus Holz gebaute Brücke zwischen Egg und Lingenau. Diese gedeckte Holzbrücke mit sechsfach verstärktem Hängesprengwerk über der Subersach ist noch heute trotz ihres hohen Alters ein Meisterwerk der Ingenieurs- und Zimmermannskunst. Sie war die erste mittels eines Sprengwerks sich selbst tragende Hängebrücke.
  • Hängebrücke zwischen Lingenau und Egg: Dieser Drahtsteg (Hängebrücke) war lange Zeit die einzige Verbindung zwischen Lingenau und Egg bzw. Vorder- und Mittelbregenzerwald. Er ist 57 Meter lang und liegt etwa 15 Meter über dem Wasserspiegel der Subersach. Die Brücke wurde 1901 errichtet und heute wird der Steg nur noch als Wanderweg verwendet.

WirtschaftBearbeiten

Am Ort gab es im Jahr 2003 92 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 994 Beschäftigten und 41 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 1485. Im März 1912 wurde hier das Unternehmen Capo gegründet.

Ein weiteres wichtiges Beschäftigungsfeld ist der Tourismus – es wurden im Tourismusjahr 2001/2002 insgesamt 63.219 Übernachtungen verbucht.

VerkehrBearbeiten

 
Eröffnungs­zug der Bregenzer­wald­bahn am 21. September 1902 in Egg
  • Bahn: Egg liegt an der Strecke der Bregenzerwaldbahn, die 1985 eingestellt wurde und seither noch als Museumsbahn geführt wird. Bauleiter von Teilstücken zum Bau der Bregenzerwaldbahn um 1901 war Kaspar Ritter, deren Ausführung der in Egg ansässige Baumeister Johann Bertolini übernahm.
  • Straße: Brücken haben für den Ort eine große Bedeutung, weil der Ortskern nur über Brücken erreicht werden kann.

BildungBearbeiten

In Egg gibt es drei Kindergärten sowie zwei Volksschulen, eine Hauptschule und eine AHS. Im Ort gibt es (Stand Januar 2003) 793 Schüler, davon 202 an der AHS.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Egg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Christoph Vallaster: Kleines Vorarlberger Heilbäderbuch, S. 140. Zur Qualität des Heilwassers: Anton Gmeinder, Chemische Untersuchungs-Relation des Mineral-Wassers bey Großdorf in Egg : nebst Anleitung zur Heilung der Krankheiten und Gesundheits-Pflege nach dessen Bestandtheilen mit einer geographischen Beschreibung des Bades selbst, Bregenz 1830.
  3. Bericht (Memento des Originals vom 12. Februar 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.orf.at des ORF vom 8. Februar 2008 zur Brandkatastrophe in Egg.
  4. Geraldine Reiner: Vorarlberg bekommt eine neue Marktgemeinde. In: Vorarlberger Nachrichten (VN.at). 4. November 2019, abgerufen am 4. November 2019.
  5. Cornelia Albertani, Ulrich Nachbaur: Vorarlberger Gemeindewappenregistratur. Hrsg.: Vorarlberger Landesarchiv. 3. Auflage. Bregenz 2011, ISBN 978-3-902622-17-4, S. 24 (vorarlberg.at [PDF]).
  6. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Egg, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 23. März 2019.
  7. Handler sieht Finanzen als Zukunftsthema. Artikel auf vorarlberg.ORF.at vom 3. April 2012.
  8. Heißer Bürgermeister-Sessel in Egg (Memento des Originals vom 3. Februar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/vorarlberg.orf.at. Artikel auf vorarlberg.ORF.at vom 3. Februar 2016.
  9. Egg ist auf Bürgermeistersuche. Artikel auf vorarlberg.ORF.at vom 3. Februar 2016.
  10. Sutterlütty neuer Bürgermeister in Egg. Artikel auf vorarlberg.ORF.at vom 28. März 2016.