Doren

Gemeinde in Österreich

Doren ist eine österreichische Gemeinde mit 1034 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021), die sich im Norden des Bregenzerwalds im Vorarlberger Bezirk Bregenz befindet.

Doren
Wappen Österreichkarte
Wappen von Doren
Doren (Österreich)
Doren
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 14,18 km²
Koordinaten: 47° 30′ N, 9° 53′ OKoordinaten: 47° 29′ 34″ N, 9° 52′ 46″ O
Höhe: 711 m ü. A.
Einwohner: 1.034 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 73 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6933
Vorwahl: 05516
Gemeindekennziffer: 8 02 10
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Kirchdorf 168
6933 Doren
Website: www.doren.at
Politik
Bürgermeister: Guido Flatz
Gemeindevertretung: (Wahljahr: 2020)
(15 Mitglieder)
15
15 
Insgesamt 15 Sitze
  • Bürgerliste Doren: 15
Lage von Doren im Bezirk Bregenz
AlberschwendeAndelsbuchAuBezauBildsteinBizauBregenzBuchDamülsDorenEggEichenbergFußachGaißauHardHittisauHöchstHörbranzHohenweilerKennelbachKrumbachLangen bei BregenzLangeneggLauterachLingenauLochauMellauMittelbergMöggersReutheRiefensbergSchnepfauSchoppernauSchröckenSchwarzachSchwarzenbergSibratsgfällSulzbergWarthWolfurtVorarlbergLage der Gemeinde Doren im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ortsteil von Doren mit dem abrutschenden Hang
Ortsteil von Doren mit dem abrutschenden Hang
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

GeografieBearbeiten

Das Gemeindegebiet Dorens befindet sich im Nordwesten des Bregenzerwaldes. Die Gemeinde Doren liegt etwa zu zwei Drittel auf der Südseite des Sulzbergstocks, welcher zur Molassezone zählt, und zu einem Drittel an dessen Nordseite. Die Gemeindegrenze der Gemeinde wird durch die drei Flüsse Weißach im Südosten, Bregenzer Ach im Südwesten und Rotach im Nordwesten, sowie durch tief in das weiche Gestein eingeschnittene Gräben gebildet.

Die Ortsmitte hat eine Höhe von 711 m ü. A., der tiefste Punkt ist die Rotachmündung mit 460 und der höchste Punkt die Haldenhöhe mit 960 m ü. A. Die Gemeinde hat eine Fläche von vierzehn Quadratkilometer. Davon ist fast die Hälfte landwirtschaftliche Nutzfläche, mehr als vierzig Prozent sind bewaldet.[1]

Doren ist Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftsprojekts Naturpark Nagelfluhkette. Die Landschaft wird von Wäldern, Naturdenkmälern, zahlreichen Gewässern, Hochmooren und Biotopen geprägt.

Sorgen macht der Gemeinde ein seit etwa 100 Jahren instabiler Steilhang über der Weißach, von dem nach Starkregen immer wieder Erd- und Gesteinsmassen abbrechen. Die Abbruchkante arbeitete sich inzwischen bedrohlich nahe ans Dorf und an die Landesstraße heran. Als Ursache wird von den oberhalb des Dorfes liegenden Bergen hereindrückendes Grundwasser, das die Hangflanke im Innern destabilisiert, vermutet. Mit einem Sondierungsbrunnen sollen die Wasserströme in Erdinnern 2021 beobachtet werden. Falls es sinnvoll ist, soll danach ein etwa 100 Höhenmeter unterhalb der Abbruchkante beginnender Stollen etwa 200 m weit unter das Dorf getrieben werden und Wasser, das den Hang destabilisiert, aus diesem ableiten. Abschließend ist eine Begrünung der Hangflanke geplant. Die geschätzten Kosten liegen im unteren zweistelligen Millionenbereich.[2][3]

NachbargemeindenBearbeiten

Doren grenzt an fünf andere Vorarlberger Gemeinden im Bezirk Bregenz.

Langen bei Bregenz Sulzberg
  Krumbach
Alberschwende Langenegg

GeschichteBearbeiten

Pfarrlich gehörte Doren ursprünglich zu Bregenz und ab 1497 zu Sulzberg. Im Jahr 1822 wurde Doren eine Expositur, ein Jahr später wurde die heutige Pfarrkirche geweiht. Eine eigenständige Pfarre wurde Doren 1853.[4]

Musik hat eine lange Tradition in Doren. So wurde der Musikverein bereits 1824 erstmals schriftlich erwähnt. Das ist vor der Gründung der Gemeinde, die 1847 erfolgte.[5] Ebenso ist der gesamte Bregenzer Wald für seine Käsereien bekannt. In Doren eröffnete 1901 die erste Käsereischule Österreichs.[6]

Einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte die zwischen 1900 und 1902 gebaute Bregenzerwaldbahn. Hochwässer und Felsstürze beschädigten jedoch die Bahnlinie immer wieder. Auch waren die Bahnhöfe teilweise weit von den Orten entfernt und die Höhenunterschiede zur Bahn beträchtlich. Doren liegt drei Kilometer Luftlinie vom ehemaligen Bahnhof bei Bozenau entfernt und etwa 250 m über diesem. Deshalb wurde die Linie 1985 offiziell eingestellt.[7][8]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 
Katholische Pfarrkirche
 
Hängebrücke über die Bregenzer Ach.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Pfarrkirche hl. Johannes Nepomuk
  • Hängebrücke

SportBearbeiten

Der Fußballclub Doren wurde im Jahre 1978 gegründet. Bis zur Saison 2005/2006 spielte der FC Doren als eigenständiger Verein in der Bregenzerwaldliga, der 2. Landesklasse und in der 3. Landesklasse. Aufgrund von geburtenschwachen Jahrgängen musste sich die Vereinsführung im Jahr 2006 zu einem Zusammenschluss mit dem FC Sulzberg entscheiden. Nach 4 Jahren gemeinsamer Arbeit haben sich die beiden Vereine entscheiden, wieder getrennte Wege zu gehen. Der FC Doren musste somit wieder in der letzten Liga, sprich der 5. Landeskasse starten. Nach vier Aufstiegen in 5 Jahren spielt der Verein aber der Saison 2016/2017 in der 1. Landesklasse. Im Jahr 2014 stieg die Spengerlei und Dachdeckerei Manfred Baldauf als Hauptsponsor im Verein ein. Fortan nennt sich der Verein FC Baldauf Doren. Die Nachwuchsfußballmannschaften der Gemeinden Doren, Sulzberg und Langen sind im Fußballnachwuchszentrum Rotachtal zusammengefasst.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftssektorenBearbeiten

Die Bauernhöfe im Umfeld Dorens liegen meist sehr verstreut und sind gut zu bewirtschaften. Da die Bauern in Doren mitunter auch für die Forstwirtschaft tätig sind, ist die Land- und Forstwirtschaft in Doren ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 48,9 %.

Von den 45 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 23 im Haupt- und 22 im Nebenerwerb geführt. Im Produktionssektors waren 110 Erwerbstätige beschäftigt, davon sechzig Prozent im Bereich Warenherstellung und vierzig Prozent im Baugewerbe. Die wichtigsten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (32), Handel (25), Verkehr (18) und Beherbergung und Gastronomie (15 Erwerbstätige).[9][10][11] Überregionale Bekanntheit hat die Firma Steurer, welche Seilbahnen (unter anderem die Karrenseilbahn) baut.

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 45 80 42 33
Produktion 22 17 110 107
Dienstleistung 44 22 114 86

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

BerufspendlerBearbeiten

Im Jahr 2011 lebten 552 Erwerbstätige in Doren. Davon arbeiteten 166 in der Gemeinde, mehr als zwei Drittel pendelten aus.[12]

FremdenverkehrBearbeiten

Da der Ort hauptsächlich dem Süden zugewandt und das Klima in Doren sehr mild ist, ist die Gemeinde ein beliebter Urlaubsort.

Eine Besonderheit für Touristen ist die „KäseStrasse Bregenzerwald“, ein Zusammenschluss von Bregenzerwälder Bauern, Wirten, Handelsbetrieben und Handwerkern. So gibt es in Doren beispielsweise eine, über Doren hinaus, bekannte Dorfsennerei.

PolitikBearbeiten

 
Gemeindeamt Doren.

GemeinderatBearbeiten

Die Gemeindevertretung von Doren besteht aus 15 Mitgliedern, die nach der Gemeindevertretungswahl 2020 alle der Bürgerliste Doren angehören (ebenso wie bei den Wahlen 2015 und 2010).[13][14][15]

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister der Gemeinde ist Guido Flatz.[16]

GemeindewappenBearbeiten

Das Gemeindewappen entstand im Jahre 1969 nach einem Entwurf des Schrunser Künstlers und Heraldikers Konrad Honold. Es zeigt die zwei Flüsse Weißach und Bregenzerach das Hirschgeweih steht für die Jagd.

Blasonierung: In silbernem Schild zwei schrägrechte blaue Wellenbalken, darüber eine schwarze Hirschstange.[17]

 
Blick von Doren (Hüttersberg) in Richtung Vorarlberger Rheintal

WeblinksBearbeiten

Commons: Doren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Doren, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 24. März 2021.
  2. vorarlberg ORF at red: Tunnel soll Dorener Hangrutsch stoppen. 24. Februar 2020, abgerufen am 10. Juli 2021.
  3. "Vorarlberg heute" vom 10. Juli 2021, ORF Vorarlberg
  4. Wissenswertes. Gemeinde Doren, abgerufen am 24. März 2021 (österreichisches Deutsch).
  5. Die Geschichte. In: Musikverein Doren. 3. Juni 2018, abgerufen am 24. März 2021 (deutsch).
  6. Doren. Bregenzerwald Tourismus GmbH, abgerufen am 24. März 2021.
  7. Die Bregenzerwaldbahn – früher – heute – Die Geschichte. Abgerufen am 24. März 2021.
  8. Entfernungsrechner – Entfernung berechnen und darstellen. Abgerufen am 24. März 2021 (deutsch).
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Doren, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 24. März 2021.
  10. Ein Blick auf die Gemeinde Doren, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 24. März 2021.
  11. Ein Blick auf die Gemeinde Doren, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 24. März 2021.
  12. Ein Blick auf die Gemeinde Doren, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 24. März 2021.
  13. Gemeindewahlen 2020. (PDF) Land Vorarlberg, abgerufen am 24. März 2021.
  14. Gemeindevertretung 2015, Doren. Land Vorarlberg, abgerufen am 24. März 2021.
  15. Gemeindevertretung 2010, Doren. Land Vorarlberg, abgerufen am 24. März 2021.
  16. Bürgermeister. Gemeinde Doren, abgerufen am 24. März 2021 (österreichisches Deutsch).
  17. Gemeindewappen. Gemeinde Doren, abgerufen am 24. März 2021 (österreichisches Deutsch).