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Lingenau
Wappen Österreichkarte
Wappen von Lingenau
Lingenau (Österreich)
Lingenau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 6,88 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 9° 55′ OKoordinaten: 47° 27′ 0″ N, 9° 55′ 12″ O
Höhe: 685 m ü. A.
Einwohner: 1.492 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 217 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6951
Vorwahl: 05513
Gemeindekennziffer: 8 02 25
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hof 258
6951 Lingenau
Website: www.lingenau.at
Politik
Bürgermeisterin: Annette Sohler
Gemeindevertretung: (2015)
(15 Mitglieder)
15
15 
Insgesamt 15 Sitze
  • Lingenauer Bürgerliste: 15
Lage von Lingenau im Bezirk Bregenz
AlberschwendeAndelsbuchAuBezauBildsteinBizauBregenzBuchDamülsDorenEggEichenbergFußachGaißauHardHittisauHöchstHörbranzHohenweilerKennelbachKrumbachLangen bei BregenzLangeneggLauterachLingenauLochauMellauMittelbergMöggersReutheRiefensbergSchnepfauSchoppernauSchröckenSchwarzachSchwarzenbergSibratsgfällSulzbergWarthWolfurtVorarlbergLage der Gemeinde Lingenau im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ortsmitte von Lingenau
Ortsmitte von Lingenau
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Lingenau ist eine Gemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg mit 1492 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019).

GeografieBearbeiten

Lingenau liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz südöstlich des Bodensees auf 685 Metern Höhe. 30,8 % der Fläche sind bewaldet. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Lingenau. Der Ort ist Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftsprojekts Naturpark Nagelfluhkette.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde Lingenau grenzt an vier andere Vorarlberger Gemeinden. Diese ebenfalls im Bezirk Bregenz liegenden Gemeinden sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, Langenegg, Hittisau, Egg und Alberschwende.

GeschichteBearbeiten

„Lindigenowe“ wurde 1227 erstmals urkundlich erwähnt. Es ist die älteste Siedlung des Vorderwaldes und gehörte lange Zeit zum Klostergut der Mehrerau.

In Lingenau bestand jahrhundertelang bis zur Zeit des Zweiten Weltkriegs das Bad Hohl, wo eine eisenhaltige Quelle (Maxriese) genutzt wurde.[1]

Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Lingenau seit der Gründung 1861.

Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 


Ende 2002 lag der Ausländeranteil bei 7,0 Prozent. In den zwei Jahrzehnten von 1991 bis 2011 blieb die Einwohnerzahl nahezu konstant, da die Geburtenbilanz im gleichen Ausmaß positiv wie die Wanderungsbilanz negativ war.[2]

PolitikBearbeiten

Die Gemeindevertretung von Lingenau besteht aus 15 Mitgliedern. Bei der Gemeindevertretungswahl 2015 trat in Lingenau die Lingenauer Bürgerliste als Einheitsliste an.

Zur Bürgermeisterin wurde von der Gemeindevertretung am 5. April 2010 Annette Sohler gewählt. Sie war damit bei ihrer Amtsübernahme die jüngste Bürgermeisterin Vorarlbergs und eine von nur zwei Frauen an der Spitze einer Gemeinde im Bundesland.[3]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kapelle hl. Anna (2007)
  • Die Pfarrkirche hl. Johannes der Täufer mit Chor, Langhaus und Nordturm im Neoromanischen Stil aus dem 19. Jahrhundert erhielt 2010 einen Umbau mit dem Altar in der Mitte des Langhauses. Die im Jahre 1964 vom Schrunser Künstler Konrad Honold gestalteten Fenster wurden restauriert und entfalten an sonnigen Tagen an den weißen Wänden und auf den Kreuzwegtüchern ein intensives Farbenspiel. Auffallend ist die Rosette über der Empore, in welcher die Symbole der vier Evangelisten dargestellt sind. Besonders in der Abendsonne erstrahlen ihre kräftigen Blau- und Rottöne.
  • Die Kapelle hl. Anna auf dem Felde aus dem Jahr 1722 besitzt einen besonders reinen Barockstil. Die durch ihre einzigartige Grundform einmalige Kapelle liegt außerhalb des Dorfes an der Straße nach Müselbach. Erbaut wurde sie anstelle einer früheren Kapelle vom Lingenauer Baumeister Konrad Nussbaumer zusammen mit dem Zimmermeister Konrad Bilgeri.
Die Kapelle wurde aus Quelltuffstein errichtet und besitzt schöne farbige Kirchenfenster mit Darstellungen verschiedener Heiliger und Seliger. 1894 erfolgte eine Innenrestaurierung mit Gemälden von Jakob Bertle (1837–1911).
Das Deckenfresko „Vorarlbergia Sankta“ (Darstellung der Begründung der Diözese Feldkirch; 1968) sowie die zwei Altarbilder stammen vom Schrunser Künstler Konrad Honold (1918–2007). Die St. Anna-Kapelle steht unter Denkmalschutz.

NaturdenkmälerBearbeiten

 
Quelltuffnase (Travertin)

Es gibt einen Quelltuff-Naturlehrpfad. Ein Quellbach scheidet über 40 Höhenmeter massiven Quelltuff (Kalksinter) ab. Diese Sehenswürdigkeit entstand in der Späteiszeit.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im Jahr 2015 gab es in Lingenau 786 Erwerbstätige und mit dem Stichtag 31. Dezember 2017 waren 56 Lehrlinge im Ort. Im Tourismusjahr 2016/17 wurden 45.938 Übernachtungen gezählt, 17.287 im Winter und 28.651 im Sommer.

Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 57 %.[4]

Öffentliche SicherheitBearbeiten

Als öffentliche Sicherheitseinrichtung unterhält die Gemeinde Lingenau eine Freiwillige Feuerwehr, welche von der Gemeinde ausgerüstet und finanziell unterhalten wird. Die Feuerwehr besteht aus zwei Zügen und ist eine der 27 Stützpunktfeuerwehren für hydraulisches Rettungsgerät in Vorarlberg.[5] 2001 wurde unter Kommandant HBM Georg Winder eine eigene Jugendfeuerwehr innerhalb der Feuerwehr Lingenau gegründet.

Lingenau wird von der Rettungs-Abteilung Egg des Österreichischen Roten Kreuzes im Rahmen von Rettungseinsätzen und Krankentransporten mitbetreut. Das Gemeindegebiet von Lingenau gehört zum Rayon der Polizeiinspektion Hittisau.

BildungBearbeiten

Im Kindergarten in Lingenau werden 88,1 % der 3–6-Jährigen betreut. Weiters gibt es im Ort eine Volksschule, eine Mittelschule und eine Musikmittelschule mit insgesamt 313 Schülern (Stand Schuljahr 2016/17).[6][4]

PersönlichkeitenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

Lingenau wurde von den Lesern der Vorarlberger Nachrichten im Jahr 2006 zum bereits dritten Mal zur „schönsten Blumengemeinde in Vorarlberg“ gewählt.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Christoph Vallaster: Kleines Vorarlberger Heilbäderbuch, S. 142.
  2. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Lingenau, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 24. März 2019.
  3. Sohler ist jüngste Bürgermeisterin im Ländle. Artikel beim ORF Vorarlberg, 6. April 2010.
  4. a b Amt der Vorarlberger Landesregierung, Zahlenportrait der Gemeinden. April 2018, abgerufen am 24. März 2019.
  5. Stützpunktfeuerwehren für hydraulisches Rettungsgerät in Vorarlberg (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lfv-vorarlberg.at im Rahmen des Webauftritts des Landesfeuerwehrverbands Vorarlberg.
  6. Gemeinde Lingenau, Bildung. Abgerufen am 24. März 2019.