Hauptmenü öffnen

Don Young

US-amerikanischer Politiker
Don Young (2017)

Donald Edwin „Don“ Young (* 9. Juni 1933 in Meridian, Sutter County, Kalifornien) ist ein amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Seit 1973 ist er einziger Vertreter des Bundesstaates Alaska im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten.

Inhaltsverzeichnis

Familie, Ausbildung und BerufBearbeiten

Don Young wuchs in Kalifornien auf der Ranch seiner Familie auf. Er besuchte die High School in Sutter von 1947 bis 1951 und anschließend das Yuba Junior College, das er 1952 mit dem Associate Degree verließ. Anschließend diente er von 1955 bis 1957 als Private in der United States Army und studierte an der California State University in Chico, die er 1958 mit dem Bachelorgrad in Erziehungswissenschaft abschloss. 1959 siedelte er nach Alaska über, zuerst nach Anchorage und 1960 nach Fort Yukon, einer Kleinstadt nördlich des Polarkreises. Er arbeitete in einigen Bauprojekten sowie als gewerblicher Fischer und verdingte sich als Bauarbeiter, Trapper, Steuermann eines Schleppers und Goldsucher und unterrichtete von 1960 bis 1967 in einer Grundschule des Bureau of Indian Affairs in Fort Yukon.

Seit Juni 2015 ist Young mit Anne Garland Walton verheiratet.[1] Aus der Ehe mit seiner verstorbenen Frau Lula Fredson hat Young zwei Kinder. Er gehört der Episkopalkirche an und lebt in Fort Yukon.[2]

Politische LaufbahnBearbeiten

Anfänge auf lokaler und regionaler EbeneBearbeiten

Von 1960 bis 1968 war Young Mitglied des Stadtrats von Fort Yukon und von 1964 bis 1968 Bürgermeister dieser Kleinstadt nördlich des Polarkreises. Zwischen 1966 und 1970 gehörte er dem Repräsentantenhaus von Alaska an; von 1970 bis 1973, als er das Mandat niederlegte, saß er im Senat von Alaska.

Repräsentantenhaus der Vereinigten StaatenBearbeiten

 
Don Young 1973

Young war bei der Wahl 1972 der Kandidat der Republikaner gegen den Mandatsinhaber des einzigen Sitzes Alaskas im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten, den Demokraten Nick Begich. Begich verschwand bei einem Flug drei Wochen vor der Wahl spurlos und gewann die Wahl im November 1972 als vermisst Gemeldeter trotzdem mit 56,2 zu 43,8 Prozent der Stimmen.[3] Nachdem Begich für tot erklärt worden war, wurde eine Nachwahl für seinen Sitz angesetzt, bei der Young wiederum antrat. Er setzte sich im März 1973 knapp gegen den Demokraten Emil Notti durch und wurde am 6. März 1973 Mitglied des Repräsentantenhauses. Seitdem gewann Young 22 Wiederwahlen mit Stimmanteilen zwischen 46,78 % (1992 gegen John S. Devens) und 74,66 % (2002 gegen Clifford Mark Greene). 2008 erzielte er gegen Ethan Berkowitz mit 50,14 Prozent sein bis dahin drittschlechtestes Ergebnis (inklusive der verlorenen Wahl 1972), nachdem er in der Vorwahl der Republikaner nur knapp mit 234 Stimmen Vorsprung gegen Alaskas Vizegouverneur Sean Parnell gesiegt hatte, den Gouverneurin Sarah Palin unterstützte. Bis Ende 2016 hatte Young in seiner Kongresslaufbahn 79 Gesetze eingebracht und durchgesetzt.[4]

Bei der Wahl 2016 bestätigt, gehört Young derzeit dem 115. Kongress der Vereinigten Staaten an, der bis zum 3. Januar 2019 tagt. Seit dem Rücktritt des Abgeordneten John Conyers am 5. Dezember 2017 ist Young der am längsten dienende derzeitige Kongressabgeordnete.[5] Bei der Wahl 2018 lag Young laut Umfragen nur knapp vor seiner demokratischen Herausforderin Alyse Galvin, sodass Beobachter von einer offenen Wahlentscheidung mit leichten Vorteilen bei Young ausgehen.[6] Young siegte schließlich mit 54,2 zu 45,8 Prozent der Stimmen.[7]

Positionen, Kontroversen und AuszeichnungenBearbeiten

Young stimmt in den meisten Fragen mit der Parteilinie, in der Frage des Schwangerschaftsabbruchs ist er etwa verlässlich Pro-Life. Dagegen hat er sich für die umstrittene Stammzellenforschung eingesetzt, was sein Kontrahent Parnell in der Vorwahl 2008 gegen ihn ins Feld führte.[8] Young ist Mitglied im Vorstand der National Rifle Association, des größten Lobbyistenverbandes in den USA für Waffenhersteller.[9] Er hält Einschränkungen zur Förderung des Umweltschutzes für hinderlich und setzt sich für eine Öffnung des Arctic National Wildlife Refuge für Ölförderung ein.[10]

Mehrfach stand Young unter dem Verdacht, bestechlich gewesen zu sein, weshalb ab 2007 gegen ihn und seinen langjährigen Kongresskollegen, den Senator Ted Stevens, wegen Zuwendungen der Ölindustrie ermittelt wurde. 2007 führten ihn die Citizens for Responsibility and Ethics in Washington unter den 22 korruptesten Kongressabgeordneten. Der frühere FBI-Chef Robert Mueller bezeichnete Young laut Bob Woodwards Buch Fear: Trump in the White House als Gauner (crook). Es wurde jedoch nie ein Fehlverhalten Youngs festgestellt und das Ermittlungsverfahren 2010 eingestellt.[11]

Young ist bekannt für seine direkte, impulsive Art, die Fluchen und Anschreien von anderen Kongressmitgliedern einschließt; Young sieht diese Art als Vorteil, um die Belange Alaskas effektiv zu vertreten.[12] Häufig bezieht Young kontroverse Positionen. So erklärte er, er wolle einen Kongresskollegen beißen „wie ein Nerz“, weil dieser seine Subventionsvorschläge ablehnte, und die Ölpest im Golf von Mexiko 2010 nannte er ein „natürliches Phänomen“ statt einer menschengemachten ökologischen Katastrophe. 2013 bezeichnete er Hispanics – von denen einige als Wanderarbeiter auf der Ranch seines Vaters gearbeitet hatten – als Wetbacks („Nassrücken“). Der Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, reagierte darauf empört. Im Februar 2018 meinte Young, die Juden hätten den Holocaust verhindern können, wenn sie ausreichend bewaffnet gewesen wären.[13]

Die United States Chamber of Commerce verlieh Young die Auszeichnung Spirit of Enterprise, von den Americans for Tax Reform erhielt er die Auszeichnung Hero of the Taxpayers.[14]

LiteraturBearbeiten

  • Don Young, Republican. In: State of Alaska (Hrsg.): Official Election Pamphlet. Office of the Governor, Division of Elections, Juneau, 4. November 1986, S. 31 (PDF).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Don Young – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Don Young – Zitate (englisch)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Liz Ruskin: Rep. Don Young Marries on 82nd Birthday. In: Alaska Republic, 9. Juni 2015.
  2. Mark Thiessen: Rep. Don Young wins 23rd term in Congress. In: Juneau Empire, 9. November 2016; Hannah Northey: Don Young on climate, his temper and his favorite Democrats. In: EENews, 23. Januar 2018; Donald Young’s Biography. In: Vote Smart; Don Young, Republican. In: State of Alaska (Hrsg.): Official Election Pamphlet. Office of the Governor, Division of Elections, Juneau, 4. November 1986, S. 31 (PDF).
  3. General Election 1972: AK At-Large. In: Our Campaigns.
  4. Mark Thiessen: Rep. Don Young wins 23rd term in Congress. In: Juneau Empire, 9. November 2016.
  5. Jessica Estepa: Alaska’s Don Young to become most senior member of Congress after Conyers' retirement. In: USA Today, 5. Dezember 2017.
  6. Liz Ruskin: Poll shows challenger closing in on Rep. Young. In: Alaska Public Media, 9. Oktober 2018; Taegan Goddard: Don Young Trails In Alaska. In: Political Wire, 2. November 2018; Alex Isenstadt: GOP super PAC rushes to save Alaska’s Don Young from defeat. In: Politico, 3. November 2018. Siehe die aggregierten Umfragen Alaska At-Large District – Young vs. Galvin. In: RealClearPolitics; 2018 Midterm Election Forecast: Alaska at large. In: FiveThirtyEight.
  7. Alaska Election Results: At-Large House District. In: The New York Times, 7. November 2018.
  8. Eric E. Bouhassira: The SAGE Encyclopedia of Stem Cell Research. SAGE, 2015, S. 177 (E-Book).
  9. Dave Gilson: Meet the NRA’s Board of Directors. In: Mother Jones, 16. Januar 2013.
  10. Mark Thiessen: Rep. Don Young wins 23rd term in Congress. In: Juneau Empire, 9. November 2016.
  11. Clive S. Thomas: Alaska. In: Donald P. Haider-Merkel: Political Encyclopedia of U. S. States and Regions. S. 353–364, hier S. 355; Dermot Cole: Mueller called Don Young ‘crook,’ according to Bob Woodward’s Trump book. In: Reporting from Alaska, 28. September 2018.
  12. Hannah Northey: Don Young on climate, his temper and his favorite Democrats. In: EENews, 23. Januar 2018.
  13. Repräsentantenhaus: Republikaner beleidigt Hispanics als „Nassrücken“. In: Welt Online, 30. März 2013; Eli Rosenberg: A brief history of Rep. Don Young’s incendiary remarks. (All right, it’s a long history.). In: The Washington Post, 28. Februar 2018.
  14. Donald Young’s Biography. In: Vote Smart.