Datteln

Stadt in Nordrhein-Westfalen

Die Stadt Datteln liegt im nördlichen Ruhrgebiet im Zentrum des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster. Von internationaler Bedeutung ist das in Datteln gelegene Kanalkreuz Datteln, welches den weltweit größten Knotenpunkt künstlicher Wasserstraßen darstellt.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Datteln
Datteln
Deutschlandkarte, Position der Stadt Datteln hervorgehoben

Koordinaten: 51° 39′ N, 7° 21′ O

Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Recklinghausen
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 66,1 km2
Einwohner: 34.596 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 523 Einwohner je km2
Postleitzahl: 45711
Vorwahl: 02363
Kfz-Kennzeichen: RE, CAS, GLA
Gemeindeschlüssel: 05 5 62 008
Stadtgliederung: 20 Stadtbezirke[2]
Adresse der
Stadtverwaltung:
Genthiner Straße 8
45711 Datteln
Website: www.datteln.de
Bürgermeister: André Dora (SPD)
Lage der Stadt Datteln im Kreis Recklinghausen
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Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Datteln liegt südwestlich des Wesel-Datteln-Kanals und der Lippe. Nordwestlich liegt der Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland mit der Haard.

NachbargemeindenBearbeiten

Datteln hat gemeinsame Grenzen mit folgenden Städten: Im Norden grenzt es zum Münsterland hin an die Stadt Olfen, nordöstlich an Selm, im Osten an Waltrop, im Süden an Castrop-Rauxel und Recklinghausen sowie im Westen an Oer-Erkenschwick und Haltern am See.

Gemeinsam mit Waltrop und Oer-Erkenschwick bildet Datteln inoffiziell die Region Ostvest.

StadtgliederungBearbeiten

 
Karte des Deutschen Reiches 1 : 100.000 des heutigen Dattelner Gebietes Ende des 19. Jahrhunderts;
Ahsen, Horneburg und Ostleven kamen erst 1975 hinzu

Die heutige Stadt Datteln ist aus den Bauerschaften Datteln, Pelkum (Peluchem 890), Meckinghoven (curia Meckinghofan 1188), Hagem (Haginheim 1160), Sutum (Suethem 1188), Wentrup (Venninctorpe 1325), Hachhausen (1344 Hachhusin), Drybern (Driburi, 14. Jh.), Klostern (Knostern 1541) zusammengewachsen.

Datteln verfügt heute über keine offiziellen Stadtteile nach Hauptsatzung, welche eigenständige Rechte genießen, ist jedoch in 22 statistische Bezirke aufgeteilt, die auch als Stadtbezirke bezeichnet werden und neben einwohnerstarken Kernstadtteilen und den beiden freistehenden Dörfern Horneburg und Ahsen auch spärlich besiedelte Bauerschaften beinhalten. Der Anlage und der Planung neuer Baugebiete entsprechend, wurden die Stadtbezirke zum 1. Januar 2009 neu geordnet.[2] Mitte 2013 hatten diese folgende Einwohnerzahlen:

Bezirks-Nr. Bezirk Bevölkerung[3]
110 Stadtmitte 5.705
120 Hachhausen 5.540
130 Beisenkamp 2.685
140 Hagem 4.513
150 Hötting 3.367
160 Dümmer 3.179
170 Meckinghoven 3.368
180 Im Winkel 659
190 Ahsen 1.088
200 Horneburg 1.590
210 Emscher-Lippe 795
220 Schwakenburg 777
230 Bauerschaft Hagem 200
240 Bauerschaft Losheide 91
250 Bauerschaft Natrop 110
255 Natrop 394
260 Bauerschaft Pelkum 148
270 Bauerschaft Klostern 465
280 Bauerschaft Ostleven 173
290 Bauerschaft Bockum 179
300 Bauerschaft Hachhausen 139
310 Bauerschaft Löringhof 19
  Datteln 35.184

KernstadtgebietBearbeiten

 
Das Rathaus aus der Vogelperspektive

An die Stadtmitte schließt sich nach Norden Natrop, nach Nordosten Hötting, nach Südosten Schwakenburg, nach Süden Beisenkamp und nach (Südwesten bis) Westen Hachhausen an. Beisenkamp geht nach Süden in Emscher-Lippe und, westlich davon, Hachhausen in Hagem und dieses schließlich in Dümmer über. Noch weiter südsüdwestlich schließt sich Meckinghoven an. Die genannten Ortsteile bilden mehr oder weniger die Kernstadt Dattelns mit 30.323 Einwohnern.

Etwas abseits, an der Grenze zu Oer-Erkenschwick, liegen jeweils das alte Dorf Horneburg westlich Meckinghovens und die Siedlung Im Winkel westsüdwestlich Hachhausens. Ganz deutlich abseits, im äußersten Norden, liegt schließlich Ahsen. Alle anderen statistischen Bezirke stellen sehr locker besiedelte Bauerschaften dar.[4]

KuriosumBearbeiten

Ein Teil der Provinzialstraße gehört halbseitig zu Datteln, die andere Hälfte befindet sich auf Waltroper Stadtgebiet. Das zu Datteln gehörende Straßenstück umfasst die Häuser auf der nördlichen Seite der Straße. Am Ortseingang aus Richtung Waltrop befinden sich zwei Ortsschilder. Das in Fahrtrichtung linke weist auf Waltrop, das rechte auf Datteln.

GeschichteBearbeiten

Erstmals erwähnt wurde Datteln 1147 in einem Schreiben von Papst Eugen III., in dem der Papst der Benediktiner-Abtei St. Heribert in Deutz eine Reihe von Besitzrechten bescheinigte, unter anderem an der Kirche in Datteln (in Datlem ecclesiam).[5][6] Das Schreiben datiert auf den 17. Juni 1147.

Datteln entwickelte sich im Mittelalter zu einem der größten Kirchspiele des Vests Recklinghausen. Keimzelle der Stadt ist die Kirchengemeinde St. Amandus. In dieser wuchs u. a. der spätere Bischof von Münster, Reinhard Lettmann, auf.

Das Vest Recklinghausen und damit auch Datteln unterstand dem Kurfürsten von Köln bis zum 26. November 1802, denn mit dem Lüneviller Frieden fiel das Vest dem Herzog Ludwig Engelbert von Arenberg zu. Schon am 25. Januar 1811 ließ Napoleon das Vest per Dekret an das Großherzogtum Berg fallen und damit gehörte es zum Arrondissement Essen, wobei die Verfassung keine Gültigkeit mehr hatte und es viele Änderungen gab. Unter anderem wurden Datteln und Waltrop zu einer Bürgermeisterei zusammengelegt. Der Graf Max von Boenen zu Löringhof wurde zum Bürgermeister ernannt und das Amtsbüro wurde in Datteln eröffnet. Nach der Schlacht bei Leipzig am 11. November 1813 nahm Preußen das Vest in Besitz. 1836 wurde Leppelmann zu Waltrop Bürgermeister und verlegte das Amtsbüro nach Waltrop. 1857 wurden die beiden Ämter getrennt und Datteln bekam einen eigenen Bürgermeister.[7]

Aus kirchlicher Sicht gehörte das Vest Recklinghausen dem Erzbistum Köln an und wurde 1821 dem Bistum Münster zugesprochen. Am 5. August 1864 veranlasste der Bischof Johann Georg die Teilung des Vestes Recklinghausen in zwei Dekanate, Dekanat Recklinghausen und Dekanat Dorsten, weil das Vest wegen seiner großen Ausdehnung besonders für die Firmungen besondere Schwierigkeiten für den Bischof brachte. Datteln gehörte jedoch weiter zum Dekanat Recklinghausen.[7]

Aus Höfen, die in dieser Zeit von Grundherren als Lehen vergeben wurden, entwickelten sich im Laufe von Jahrhunderten ca. 100 selbständige Höfe. Datteln war dadurch sehr von Landwirtschaft geprägt, obgleich auch das Handwerk zu florieren begann; so wies Datteln zu dieser Zeit etwa folgende Handwerksbetriebe auf:

Schließlich ging gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Ausbau des Wasserstraßennetzes voran. So wurde am 11. August 1899 der Dortmund-Ems-Kanal von Kaiser Wilhelm II. freigegeben. 1914 geschah dies mit dem Datteln-Hamm-Kanal und der Anbindung an den Rhein-Herne-Kanal. 1930 wurde auch der Wesel-Datteln-Kanal angeschlossen.

Etwa im selben Zeitabschnitt stieg die Einwohnerzahl nach der Eröffnung der Zeche Emscher-Lippe im Jahre 1906 von rund 3500 (zur Jahrhundertwende) auf etwa 20.000 (1920) an. Aus dieser Entwicklung resultierte die Gründung der kruppschen Beisenkampsiedlung.

Im Rahmen der Besetzung des Ruhrgebiets kam es im Dattelner Lutherhaus zu einer als Dattelner Abendmahl bekannt gewordenen Szene, als ein französischer Offizier und der stellvertretende Ortsvorsteher des Amts Datteln gemeinsam das Abendmahl empfingen. Dieses Erlebnis war einer der Anstöße, die den Offizier Etienne Bach zur Gründung des Christlichen Friedensdienstes inspirierten.[8]

 
Typische Zechenhäuser an der B 235

Im Jahre 1922 wurde das Berufskolleg Ostvest gegründet. 1928 erhielt Datteln vom Preußischen Staatsministerium die Erlaubnis, ein Wappen zu führen, das bis heute das Stadtwappen darstellt.

Am 20. April 1936 bekam Datteln aufgrund seiner Größe, seiner wirtschaftlichen Bedeutung, der Verkehrslage und kulturellen wie auch sozialen Einrichtungen das Recht, sich „Stadt Datteln“ zu nennen.[9]

Insbesondere am Ende des Zweiten Weltkriegs kam es zu verheerenden Zerstörungen mit vielen Todesopfern, vor allem durch die Bombenangriffe der vorrückenden Alliierten am 7., 9. und 14. März 1945. Auch sprengten deutsche Truppen alle Brücken (Taktik der verbrannten Erde).

Bereits im Jahre 1946 wurde unter britischer Besatzung ein Erholungsheim für Bergmannskinder eröffnet, das später die Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln werden sollte. Die Kinderklinik wurde unter der Leitung des Pädiaters Prof. Dr. Heinrich Rodeck und mit Unterstützung des langjährigen (1967–1992) Bürgermeisters Horst Niggemeier, der dazu u. a. seine Beziehungen zum NRW-Gesundheitsminister Hermann Heinemann (und seiner Vorgänger) nutzte, ausgebaut und erlangte internationale Anerkennung durch ihre Kompetenz in der Kinderheilkunde. 1974 konnte zudem ein Neubau des St.-Vincenz-Krankenhauses in der Stadtmitte eingeweiht werden.

Mit der Ansiedlung des Unternehmens Ruhr-Zink (Zinkelektrolyse) im Jahre 1968 gewann Datteln wirtschaftlich an Stärke. Bereits 1971 folgte die Firma Rheinzink, die ein Zinkwalzwerk betreibt. Ruhr-Zink schloss im Dezember 2008 seine Zinkhütte.

Im Rahmen seiner Bemühungen, das von Bergbau und Binnenschifffahrt geprägte Datteln bekannt zu machen, hob der damalige Bürgermeister Horst Niggemeier Datteln als größten Kanalknotenpunkt Europas hervor, rief Anfang der 1970er Jahre das Dattelner Kanalfestival ins Leben, ließ den Schlagersänger Sven Olson das Lied Komm’ mal mit zum Dattelner Kanal produzieren und einen westfälischen Korn mit dem Namen Dattelner Kanalwasser brennen.

Bürgermeister Niggemeier initiierte auch die Städtepartnerschaft mit der englischen Bergbaustadt Cannock, Staffordshire, in Mittelengland (in der Nähe Birminghams) und zu Zeiten der Wende 1990 die innerdeutsche Städtepartnerschaft mit Genthin im späteren Bundesland Sachsen-Anhalt.

Mit der Schließung der Zeche Emscher-Lippe ging 1972 Dattelns Bergbautradition vorläufig zu Ende. Sie keimte aber im Jahr 1983 noch einmal auf, als der Schacht An der Haard 1 in Betrieb genommen wurde. Er wurde 2001 stillgelegt.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1975 wurden Ahsen (heutige Stadtteile Ahsen und Ostleven) und Horneburg eingemeindet.[10]

AusgliederungenBearbeiten

Am 1. April 1926 wurde ein Gebiet mit etwas weniger als zehn Quadratkilometern an die neue Gemeinde Oer-Erkenschwick abgetreten.[9]

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Sitzverteilung der Stadtratswahl am 13. September 2020
2
16
6
12
2
4
16 12 
Insgesamt 42 Sitze

Sonstige (UBP = 2) (DIE PARTEI = 1) (WV DSP = 1)

Stadtratswahl am 13. September 2020
Wahlbeteiligung von 48,09 %
 %
50
40
30
20
10
0
39,09 %
28,50 %
14,77 %
4,80 %
3,82 %
n. k. %
9,02 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-2,44 %p
-6,67 %p
+5,07 %p
+0,58 %p
+0,65 %p
± 0,00 %p
+2,82 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g UBP (3,73 %); DIE PARTEI (2,78 %); WV DSP (2,51 %)

Nach der Stadtratswahl am 13. September 2020 gibt es im Stadtrat folgende Sitzverteilung (Stand: Oktober 2020).[11]

Wahlvorschläge %

2020

Sitze

2020

%

2014

Sitze

2014

SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 39,09 16 41,53 16
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,50 12 35,17 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,77 6 9,70 4
DIE LINKE. DIE LINKE. 4,80 2 4,22 2
FDP Freie Demokratische Partei 3,82 2 3,17 1
Sonstige 9,02 4 6,20 2
Gesamt 100,0 42 100,0 38
Wahlbeteiligung in % 48,09 47,33

BürgermeisterBearbeiten

Bei der Kommunalwahl 2014 hat André Dora (SPD) den langjährigen Bürgermeister Wolfgang Werner (parteilos) abgelöst, der nicht mehr zur Wahl angetreten ist. Er wurde 2020 wiedergewählt.[12]

Bürgermeister seit 1946Bearbeiten

  • 1946 bis 1952: Gerhard Schartenberg, SPD
  • 1952 bis 1956: Josef Röhl, CDU
  • 1956 bis 1961: Peter Heckmann, SPD
  • 1961 bis 1962: Hugo Stehle, CDU
  • 1962 bis 1967: Friedrich Schneider, SPD
  • 1967 bis 1992: Horst Niggemeier, SPD
  • 03/1992 bis 04/1992: Wolfgang Wellnitz, CDU (als 1. stellvertretender Bürgermeister)
  • 05/1992 bis 06/1996: Wolfgang Werner, SPD
  • 07/1996 bis 09/1996: Walter Deckmann, CDU (1. stellvertretender Bürgermeister)
  • 1996 bis 1999: Rudolf Böhm, SPD
  • 1999 bis 2014: Wolfgang Werner, parteilos
  • 2014–heute: André Dora, SPD

Bei der Wahl des Bürgermeisters am 13. September 2020 gewann der Amtsinhaber André Dora (SPD) mit 56,49 % gegen seine Mitbewerber bei einer Wahlbeteiligung von 48,15 %.[13]

WappenBearbeiten

Das Wappen der Stadt wurde von der ehemaligen Landgemeinde Datteln übernommen, genehmigt vom Preußischen Staatsministerium am 20. Dezember 1928.[14] Der silberne Ring ist das Siegel des Dattelner Eingesessenen Goswin genannt Vrydach de Datlen, mit dem er eine Urkunde von 1325 über den Besitz des Bischofs h. Amandus über das Beckerapener (heute Horneburger Feld) Hauses Hubbert als Zeuge besiegelte.[15] Das schwarze Kurkölnische Kreuz auf silbernem Grund erinnert an die Herrschaft durch Kurköln.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Pfarrkirche St. Amandus ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude, dessen Ursprünge bis in das 12. Jahrhundert reichen.

MuseenBearbeiten

 
Dorfschultenhof

Das Hermann-Grochtmann-Museum befand sich bis 2016 im denkmalgeschützten Dorfschultenhof direkt neben dem Rathaus. Seit 2017 ist der Dorfschultenhof Heimat der VHS der Stadt Datteln. Ein Teil der Ausstellungsstücke ist dort weiterhin zu sehen.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Gesellschaftliche Höhepunkte ist ein alljährlich stattfindende Fest: der Dattelner Mai. Das Kanalfestival (seit 1969) fand das letzte Mal 2017 statt.

Jedes Jahr findet an Christi Himmelfahrt das Kinderfest der Freiwilligen Feuerwehr Datteln und am Vortag eine Ü-30-Party auf dem Hof der Feuer- und Rettungswache Datteln statt.

Seit 2007 steigt einmal im Jahr das Underground-Metal-Festival Mercenaries Metal Meeting, das zusammen mit Dattelner Jugendlichen organisiert wird.

Ein sportlicher Höhepunkt ist das große Reit- und Springturnier, das am dritten August-Wochenende auf dem Gelände des Ländlichen Reit- und Fahrvereins Datteln e. V. stattfindet.

2005 und 2006 fand im Hafen der aus Oer-Erkenschwick abgewanderte Triathlon Haardman statt. Da es an Sponsoren fehlte, wurde diese Veranstaltung 2007 nicht fortgesetzt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Hafenbrücke über den Dortmund-Ems-Kanal

Von Datteln aus ist die Bundesautobahn 2 (A 2/E 34) über die Bundesstraße 235 erreichbar. Die Anschlussstelle Henrichenburg liegt knapp sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt in südwestlicher Richtung. In Gegenrichtung führt die Bundesstraße 235 weiter nach Olfen. Mit anderen Nachbarorten ist Datteln über Landesstraßen verbunden.

Die Hamm-Osterfelder Bahn dient auf ihrem Dattelner Abschnitt seit 1983 nur noch dem Güterverkehr. Der öffentliche Personenverkehr erfolgt über die Straße, Betreiberin der Buslinien ist die Vestische Straßenbahnen GmbH im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.

Das Kanalkreuz Datteln ist der größte Kanalknotenpunkt der Welt. Die Kanal-, Hafen- und Schleusenanlagen auf Dattelner Gebiet umfassen insgesamt 17 km Länge. In diesem auch Dattelner Meer genannten Wasserverkehrsknoten werden vier Kanäle zusammengeführt:

Am Ort befindet sich das Wasserstraßen-Neubauamt der Direktion West der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes,

Durch Datteln führen zwei Radfernwege, die Dortmund-Ems-Kanal-Route und der Rundkurs Ruhrgebiet.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Bekannte Unternehmen mit Sitz in Datteln: das Kettenwerk Becker-Prünte, die Zimmerei Holzbau-Pieper, Titanzink-Hersteller Rheinzink mit einem Walzwerk, der Trockenmörtel-Hersteller und Bauchemie-Produzent Deitermann, die Baugesellschaft Zabel (seit 2007 in Castrop-Rauxel ansässig), sowie die bundesweit tätige, bereits 1889 gegründete Wirtz Druck GmbH, die die erste Dattelner Zeitung verlegte und druckte.

Die Vestische Caritas-Kliniken GmbH ist Trägerin des St.-Vinzenz-Krankenhauses Datteln und der Vestischen Kinder- und Jugendklinik sowie weiterer stationärer und ambulanter Einrichtungen in der Umgebung. Mit 2825 Beschäftigten (2009[16]) ist die GmbH zugleich eine große Arbeitgeberin in Datteln. Ein weiterer großer Arbeitgeber ist das Kraftwerk Datteln, das 20 Prozent des deutschen Bahnstroms erzeugt. Seit 2007 entsteht ein neues E.ON-Steinkohle-Kraftwerk mit einer Leistung von 1100 MW. Im September 2009 wurde für das Kraftwerk ein teilweiser Baustopp verhängt.[17] Nach Fertigstellung soll das bisherige Kraftwerk zurückgebaut werden. Der Discounter Aldi-Nord ist mit einer seiner Regionalniederlassungen in Datteln ansässig samt einem großflächigen Zentrallager.

Everts Ballons wurde 1924 von Wilhelm Evert als Ballondruckerei gegründet, begann 1954 Bälle und 1965 Latexballons zu produzieren. Fa. Everts wurde 1997 von C. Riethmüller GmbH gekauft und diese 2011 von Amscan Inc, New York übernommen. Everts ist heute Deutschlands einzige Latexballon-Produktion.

Technisches Hilfswerk DattelnBearbeiten

Der Technische Zug des THW Datteln besteht aus zwei Bergungsgruppen und der Fachgruppe Wassergefahren. Außerdem ist dort eine Örtliche Gefahrenabwehr (öGA) Hochwasserschutz stationiert worden.

PersönlichkeitenBearbeiten

Zu bekannten gebürtigen Persönlichkeiten der Stadt Datteln gehören verschiedene Sportler und mit dem Sport verbundene Personen wie Ingo Anderbrügge, Charlotte Becker, Siegfried Rachuba oder Manfred Breuckmann. Auch weitere Personen aus Kunst und Kultur, Militär, Wissenschaft und Politik sind oder waren über die Grenzen von Datteln bekannt. Eine vollständige Liste findet sich im Hauptartikel.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

  • Das Minenjagdboot Datteln (M 1068) (→ Frankenthal-Klasse) der Deutschen Marine trägt den Namen der Stadt.

LiteraturBearbeiten

  • Anton Jansen: Die Gemeinde Datteln. Roland, Datteln 1881.
  • Hermann Grochtmann: Geschichte des Kirchspiels Datteln von den Anfängen bis zur Gegenwart. Datteln, Ahsen, Horneburg (= Schriftenreihe zur Geschichte der Gemeinden Datteln, Oer-Erkenschwick, Ahsen und Flaesheim, Bd. 1). Datteln o. J. [1951].

WeblinksBearbeiten

Commons: Datteln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Datteln – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2019 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 17. Juni 2020. (Hilfe dazu)
  2. a b Stadtbezirke (Memento des Originals vom 13. März 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.datteln.de auf datteln.de
  3. Stand 31. Juli 2013, Einwohnerzahlen nach Stadtbezirken (Memento des Originals vom 3. Februar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.datteln.de (PDF; 48 kB) auf datteln.de (offline)
  4. Karte der statistischen Bezirke Dattelns (Memento des Originals vom 31. Januar 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.datteln.de (PDF; 700 kB) (offline)
  5. Hermann Grochtmann: Geschichte des Kirchspiels Datteln von den Anfängen bis zu Gegenwart. Datteln, Ahsen, Horneburg. Datteln o. J. [1951], S. 15.
  6. Hildegard Krause: Die Urkunde von 1147: Die erste schriftliche Erwähnung Dattelns. In: Datteln 1147−1997. Beiträge zur Geschichte. Datteln 1997, S. 13–23.
  7. a b Quelle: Universitäts- und Landesbibliothek Münster Die Gemeinde Datteln Jansen, Anton (Pfarrer, 1827–1900) Datteln i. W., 1881 (digitale Quelle)
  8. Der Amtmann war ausgewiesen, sein Stellvertreter somit der De-facto-Ortsvorsteher. Siehe Dattelner Abendmahl (PDF) (Memento des Originals vom 23. September 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kirchenkreis-re.de
  9. a b Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 225.
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 316.
  11. RVR-Wahl / Kommunalwahlen 2020 in der Stadt Datteln - Übersicht. Abgerufen am 4. Oktober 2020.
  12. Wahl des/der Bürgermeisters/in - RVR-Wahl / Kommunalwahlen 2020 in der Stadt Datteln - Gesamtergebnis. Abgerufen am 26. September 2020.
  13. Wahl des/der Bürgermeisters/in - RVR-Wahl / Kommunalwahlen 2020 in der Stadt Datteln - Gesamtergebnis. Abgerufen am 4. Oktober 2020.
  14. Wappenbeschreibung auf dem städtischen Webauftritt: Archivlink (Memento des Originals vom 23. März 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.datteln.de (offline)
  15. Anton Jansen: „Die Gemeinde Datteln. Ein Beitrag zur Geschichte des Vestes Recklinghausen“ (1881), online: Pfarrer Jansen über Horneburg 1 §3 „Die Bauerschaften und Bauernhöfe“, (16)
  16. Kennzahlen, 2009–2008. Vestische Caritas-Kliniken GmbH, abgerufen am 6. September 2011.
  17. Andreas Wyputta: Kohlekraftwerk in Datteln: Klimakiller vor dem Aus. In: taz.de. 18. September 2009, abgerufen am 16. März 2017.