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Henrichenburg

Stadtteil von Castrop-Rauxel im Kreis Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Henrichenburg ist der nördlichste Stadtteil der Stadt Castrop-Rauxel in Nordrhein-Westfalen.

Henrichenburg
Wappen von Henrichenburg
Koordinaten: 51° 35′ 56″ N, 7° 18′ 45″ O
Höhe: 57,5 m
Fläche: 7,37 km²
Einwohner: 5463 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte: 741 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 44581
Vorwahl: 02367
Blick auf Henrichenburg

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

OrtsteileBearbeiten

Historisch gehören die Bauerschaften Borghagen unmittelbar nördlich des Kernortes und Becklem im äußersten Nordwesten zu Henrichenburg.[1] In der heutigen Stadtgliederung spielt das allerdings nur eine untergeordnete Rolle; der Stadtteil Henrichenburg wird durch die B 235 in die statistischen Bezirke Henrichenburg West (1561 Einwohner) und Henrichenburg Ost (3902) geteilt.[2] Becklem hat heute die Struktur einer kleinen Siedlung, die durch die A 2 vom Kernort und durch den Rhein-Herne-Kanal bzw. die B 235 vom relativ unbesiedelten Borghagen separiert wird. Die ehemaligen Teile Borghagens, die heute südlich der A 2 liegen, sind an den Kernort herangewachsen und werden heute nicht mehr zu Borghagen gezählt.[3]

GeschichteBearbeiten

Das Kirchspiel Henrichenburg gehörte zum Vest Recklinghausen bis 1802, als das Vest an die Herzöge von Arenberg ging. 1811 kam es an das Großherzogtum Berg. 1815 wurde das Vest in die preußische Provinz Westfalen eingegliedert und ging 1816 im Kreis Recklinghausen auf. Ab 1844 gehörte Henrichenburg zum Amt Waltrop.

Am 1. Januar 1975 erfolgte im Zuge der Kommunalen Neugliederung die Eingliederung der Gemeinde Henrichenburg in die Stadt Castrop-Rauxel.[4] Gleichzeitig wurde diese eine kreisangehörige Stadt im Kreis Recklinghausen. Somit wechselte sie zum gleichen Zeitpunkt vom Regierungsbezirk Arnsberg in den Regierungsbezirk Münster.

NamensherkunftBearbeiten

Der Name des Ortes leitet sich von der Henrichenburg ab, die nicht mehr erhalten ist und deren Reste am Ortsrand in der Nähe des Rhein-Herne-Kanals im Rahmen eines Landschaftsparks durch Heckenbepflanzungen sichtbar gemacht wurden.

WappenBearbeiten

Blasonierung:„In Silber (Weiß) ein schrägrechter schwarzer Balken, belegt mit drei goldenen (gelben) Rauten, vorn und hinten begleitet von je einem schwarzen Boot.“

Der Gemeinde Henrichenburg wurde 1937 durch den Oberpräsidenten Westfalens in Münster ein Wappen verliehen. Das Wappen ist abgeleitet von dem der Herren von Düngelen, welche 1382 die Henrichenburg von den Herren von Oer übernahmen. Die Boote (Schiffe auf Ober- und Unterwasser) symbolisieren das Schiffshebewerk Henrichenburg.

Bauwerke und InfrastrukturBearbeiten

Am 12. November 1938 wurde der erste Abschnitt der A 2 zwischen Recklinghausen und Gütersloh eröffnet.

Die Wasserstraße in unmittelbarer Nähe der Henrichenburg wurde als Teilstück (nämlich dem Zweigkanal) des Dortmund-Ems-Kanals nach siebenjähriger Bauzeit am 11. August 1899 durch Kaiser Wilhelm II. feierlich eröffnet. Gründe für den Bau waren die Entlastung der Eisenbahn, die alleine nicht mehr in der Lage war, die Produktion des Ruhrgebiets zu transportieren, sowie die Förderung der Ruhrkohle, die seit den 1880ern Konkurrenz durch englische Importkohle erfuhr. Später zählte man das Teilstück zum Rhein-Herne-Kanal.

Das alte Schiffshebewerk wurde nach den Plänen des Stettiner Schiffbauingenieurs Rudolph Haack gebaut und im Jahre 1899 feierlich eröffnet. Es war ein Schlüsselbauwerk des Dortmund-Ems-Kanals, denn erst mit seiner Fertigstellung konnte der Kanal bis zum Hafen Dortmund befahren werden. Das Hebewerk ist das größte und spektakulärste Bauwerk im Verlauf des alten Dortmund-Ems-Kanals. Es wurde am 11. August 1899 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht.

Religiöse GemeinschaftenBearbeiten

St. LambertusBearbeiten

 
ehemalige St.-Lambertus-Kirche, heute Maximilian-Kolbe-Haus

Die in der alten Kirche an der Hagenstraße gefundene Jahreszahl 1463 zeigt, dass sich dort schon seit dem 15. Jahrhundert Menschen zum Gottesdienst versammelten.[5] Diese Kirche wurde in den Jahren 1970 bis 1972 zum Pfarrzentrum Maximilian-Kolbe-Haus um- und ausgebaut.

1902 wurde mit dem Bau der heutigen, neugotischen St.-Lambertus-Kirche nach Plänen von Wilhelm Sunder-Plaßmann begonnen. Im Zweiten Weltkrieg zerstörte eine Bombe den Altarraum und gegen Kriegsende wurde der Turm zerstört. Bei den späteren Aufbauarbeiten wurde die Turmspitze nicht wieder erneuert.[6] Heute ist St. Lambertus eine Filialkirche der katholischen Kirchengemeinde St. Dominikus in Datteln.[7]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geschichte & Impressionen Burg Henrichenburg von Sabine Grimm, Seite 21 online:[1]
  2. Bevölkerungsstatistik am 31. Dezember 2012, Stadt Castrop-Rauxel (PDF; 60 kB)
  3. Geodatenviewer der Stadt Castrop-Rauxel
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 329.
  5. Fridolin Beyer: Geschichte der katholischen Pfarrgemeinde Henrichenburg. In: Vestische Zeitschrift, Jg. 30 (1921), S. 5–37, hier S. 8.
  6. www.st-lambertus-henrichenburg.de
  7. Genealogie Hartmann

WeblinksBearbeiten

  Commons: Henrichenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien