Hauptmenü öffnen

Cavarzere ist eine italienische Gemeinde der Metropolitanstadt Venedig in der Region Veneto. Die Gemeinde hat 13.791 Einwohner (Stand 31. Dezember 2017) und eine Fläche von 140,24 km².

Cavarzere
Wappen
Cavarzere (Italien)
Cavarzere
Staat Italien
Region Venetien
Metropolitanstadt Venedig (VE)
Lokale Bezeichnung Cavàrzere
Koordinaten 45° 8′ N, 12° 5′ OKoordinaten: 45° 8′ 13″ N, 12° 4′ 57″ O
Höhe m s.l.m.
Fläche 140,24 km²
Einwohner 13.791 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 98 Einw./km²
Postleitzahl 30014
Vorwahl 0426
ISTAT-Nummer 027006
Volksbezeichnung Cavarzerani
Schutzpatron San Mauro
Website Comune Cavarzere
Cavazere
Cavazere

GeografieBearbeiten

Carvarzere liegt in der Poebene am Unterlauf der Etsch. Die Gemeinde grenzt an die Gemeinden Adria (RO), Agna (PD), Anguillara Veneta (PD), Chioggia, Cona, Loreo (RO), Pettorazza Grimani (RO) und San Martino di Venezze (RO).

GeschichteBearbeiten

Etrusker, RömerBearbeiten

Cavarzere (Caput Aggeris) entstand als Siedlung der Etrusker von Adria.[2] Als die Römer die Region besetzten, bauten sie in der Region ein Straßensystem, das als Via Popilia-Annia bekannt ist. So entstand 131 v. Chr. die Via Annia, die der Prätor Titus Annius Rufus errichten ließ und die Hatria (Adria) mit Patavium (Padua), Altinum, Iulia Concordia (Concordia Sagittaria), wo sie die Via Postumia kreuzte, mit Aquileia verband, sowie die Via Popilia-Annia, die von Ariminum (Rimini) ausgehend Aquileia, Ravenna, Adria und Altinum verband.[3]

Ostrom, Langobarden, VenedigBearbeiten

Nachdem es dem Oströmischen Reich im Krieg gegen die Ostgoten gelungen war, die Region im Jahr 554 auf der Grundlage einer Wiederherstellung des Römischen Reiches zurückzuerobern, wurde sie durch den Einfall der Langobarden in Italien ab 568 isoliert. Dennoch blieb die Region bei Ostrom bzw. Byzanz. Damit lag die Stadt außerhalb des Frankenreichs, das Oberitalien erobert hatte, wobei dessen Versuch scheiterte, die Lagune von Venedig zu erobern. Im Frieden von Aachen erkannte der Frankenkönig 812 endgültig an, dass Venedig ein Teil des Byzantinischen Reiches war.

Im Pactum Lotharii, das der fränkische Kaiser Lothar I. mit Venedig im Jahr 840 schloss, wird neben weiteren 17 Siedlungen Cavarzere („Caput Argeles“) als eine der um Venedig liegenden Ortschaften aufgeführt.[4] In seinem Pactum erkannte der Kaiser alle Handelsprivilegien seiner Vorgänger und zugleich die Tatsache an, dass der Ort Cavarzere nicht zum Reich gehörte.

Unter dem Dogen Pietro Tribuno verstärkte Venedig seine Bemühungen, ein Verteidigungssystem rund um die Lagune zu errichten. Auslöser für diese Anstrengung waren Angriffe der Ungarn, die im Jahr 900 bis in die Lagune eingedrungen waren. Der byzantinische Kaiser Konstantin VII., Verfasser eines Werkes zur byzantinischen Verwaltung, führte darin die 19 „kastra“ auf, die die Grenze sichern sollten, darunter Cavarzere.[5] Als es zum Konflikt zwischen den oberitalienischen Städten und Kaiser Friedrich I. kam erzwangen Anfang 1162 die vereinigten Truppen von Padua, Verona und Ferrara die Aufgabe von Cavarzere, doch schlug eine Flotte, die den Po aufwärts fuhr, die Angreifer in die Flucht.

Anfang Dezember 1511 besetzten venezianische Truppen unter Pietro Bembo von Cavarzere aus die Stadt Adria.

 
Palazzo Comunale (Rathaus)

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Cavarzere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Adele Di Lorenzo, Bruno Figliuolo, P. Pontari (Hrsg.): Pietro Ranzano: Descriptio totius Italiae, Florenz 2007, S. 354.
  3. Lorenzo Quilici, Stefania Quilici Gigli: Interventi di bonifica agraria nell'Italia romana, Rom 1995, S. 37.
  4. Monumenta Germaniae Historica, Capitularia regum Francorum, herausgegeben von A. Boretius, Bd. 2, Hannover, 1883-1897, II, n. 233, 23. Februar 840 (Digitalisat).
  5. De administrando imperio, hgg. von Gy. Moravcsik, R.J.H. Jenkins, Washington, 1967, hier: S. 116–119.