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Bruchstedt

Gemeinde in Thüringen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Bruchstedt führt kein Wappen
Bruchstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bruchstedt hervorgehoben

Koordinaten: 51° 11′ N, 10° 47′ O

Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Unstrut-Hainich-Kreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Bad Tennstedt
Höhe: 218 m ü. NHN
Fläche: 6,8 km2
Einwohner: 283 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99955
Vorwahl: 036041
Kfz-Kennzeichen: UH, LSZ, MHL
Gemeindeschlüssel: 16 0 64 009
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Platz der Demokratie 95
99955 Bruchstedt
Website: www.badtennstedt.de
Bürgermeister: Walter Tückhardt
Lage der Gemeinde Bruchstedt im Unstrut-Hainich-Kreis
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Über dieses Bild

Bruchstedt ist eine Gemeinde im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt mit Sitz ist in der Stadt Bad Tennstedt an.

GeografieBearbeiten

Bruchstedt liegt im Thüringer Becken, am Südostrand des Schlotheimer Grabens, der hier dem Schambach-Oberlauf Fernebach folgt.

GeschichteBearbeiten

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde Bruchstedt in einem Verzeichnis der Güter des vom Erzbischof Lullus († 786) von Mainz erbauten Klosters Hersfeld als Brutstede in Zusammenhang mit Tennstedt (Dennistede) erstmals urkundlich erwähnt.

Bruchstedt war ursprünglich eine Exklave der Unterherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen inmitten des kursächsischen Amts Langensalza. 1816 gelangte Bruchstedt infolge des Wiener Kongresses mit dem umliegenden Amt Langensalza an den Kreis Langensalza der preußischen Provinz Sachsen.

In der Nacht vom 23. zum 24. Mai 1950 verwüstete eine von einem Unwetter ausgelöste Sturzflut des Fernebaches den Ort. Wasserhöhen bis zu 3,50 Meter Höhe wurden erreicht; ein Gutachten geht davon aus, dass die Hochwasserspitze einen Abfluss von 400 m³/s hatte. Acht Bürger und der größte Teil des Viehbestandes (u. a. 82 Kühe, 400 Schweine und 317 Schafe) wurden Opfer der Katastrophe. Sieben Einwohner wurden teils schwer verletzt. 40 Gebäude wurden völlig zerstört und über 150 Bauwerke teilweise stark beschädigt. In einer staatlich organisierten Hilfsaktion wurde der Ort durch 3000 Helfer in 50 Tagen wieder aufgebaut. Die neuen Bauerngehöfte kamen in Hanglage, dazu wurden ein Kindergarten, eine Schule und ein Kulturhaus gebaut. Auf der frei gewordenen Ortsmitte wurde ein Park angelegt. An die Katastrophennacht erinnert ein Gedenkstein mit den Namen der acht Opfer der Katastrophe. Noch heute findet alljährlich das Wiederaufbaufest in Erinnerung an die einmalige Hilfsaktion statt.[2]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat Bruchstedt besteht aus sechs Gemeindevertretern. Seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 setzt er sich wie folgt zusammen:[3]

  • Freie Wählergemeinschaft: 4 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Bürgerinitiative für Bruchstedt: 2 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Der ehrenamtliche Bürgermeister Walter Tückhardt (FWG für Bruchstedt) wurde am 15. August 2016 gewählt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Olaf Bellstedt (Red.): 60 Jahre Unwetterkatastrophe Bruchstedt. = 60 Jahre Umweltkatastrophe Bruchstedt (= Schriftenreihe der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie 92, ZDB-ID 2073833-X). Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Jena 2011.
  3. Gemeinderatswahl 2019 in Thüringen. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 6. Juli 2019.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bruchstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien