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Boniface N’dong

senegalesisch-deutscher Basketballspieler
Basketballspieler
Boniface N’dong
BonifaceNDong.jpg
Spielerinformationen
Spitzname Boni
Geburtstag 3. September 1977
(42 Jahre und 70 Tage)
Geburtsort M’bour, Senegal
Größe 213 cm
Position Center
Vereine als Aktiver
1999–2000 DeutschlandDeutschland SpVgg Rattelsdorf
2000–2002 DeutschlandDeutschland TSV Tröster Breitengüßbach
2002–2003 DeutschlandDeutschland Brose Baskets
2003–2005 FrankreichFrankreich JDA Dijon
2005–2006 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles Clippers
2006–2007 RusslandRussland BK Spartak Sankt Petersburg
2007–2009 SpanienSpanien CB Málaga
2009–2012 SpanienSpanien FC Barcelona
2012–2013 TurkeiTürkei Galatasaray Medical Park
Nationalmannschaft
2005–2011 SenegalSenegal Senegal

Boniface N’dong (* 3. September 1977 in M’bour, Senegal) ist ein ehemaliger senegalesisch-deutscher Basketballspieler. N’dong, dessen Karriere als Profi vergleichsweise spät in Deutschland begann, schaffte mit 28 Jahren kurzzeitig den Sprung in die am höchsten dotierte US-Profiliga NBA. Nach der Rückkehr nach Europa spielte er in Russland und Spanien, wo er mit dem FC Barcelona den höchsten europäischen Vereinswettbewerb ULEB Euroleague 2009/10 sowie das spanische Double 2011 und jeweils einen weiteren Meisterschafts- und Pokaltitel gewann. Zum Abschluss seiner aktiven Karriere gewann N’dong mit Galatasaray Istanbul 2013 deren erste türkische Meisterschaft nach 23 Jahren Unterbrechung.

KarriereBearbeiten

N’dong spielte zunächst nur in seiner Heimat Senegal Basketball, bevor er 1999 nach Deutschland kam und dort in der 2. Basketball-Bundesliga 1999/2000 für die SpVgg Rattelsdorf in der Gruppe Süd spielte. Mit diesem Verein schaffte er den Klassenerhalt und wechselte zum regionalen Ligakonkurrenten TSV Tröster aus Breitengüßbach, der zuvor in der Relegationsrunde nur knapp den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse verpasst hatte. In der Saison 2000/01 wurde man erneut Zweiter in der Gruppe Süd, während man als Sechster in der Saison 2001/02 mit der Vergabe der Aufstiegsplätze nichts zu tun hatte. N’dong schaffte trotzdem durch eindrucksvolle individuelle Statistiken mit einem Double-double von mehr als 19 Punkten und 13 Rebounds[1] den Sprung in die erste Basketball-Bundesliga, nachdem er vom Kooperationspartner der Güßbacher, dem Erstligisten TSK uniVersa aus Bamberg, unter Vertrag genommen wurde.[2] In der Basketball-Bundesliga 2002/03 hatte er dann jedoch wegen Verletzungsproblemen an den Knien nur acht Einsätze zu Saisonbeginn für den späteren Vizemeister,[3] weshalb sein Vertrag auch nicht mehr verlängert wurde.

Sein Comeback gab N’dong in der Saison 2003/04 in der französischen Ligue Nationale de Basket für den Erstligisten Jeanne d’Arc (JDA) aus Dijon. In der zweiten Saisonhälfte kam er ebenfalls zu acht Einsätzen, in denen er jedoch mit durchschnittlich knapp zwölf Punkten und acht Rebounds überzeugen konnte,[4] so dass er einen Vertrag für eine weitere Spielzeit bekam. Für den europäischen Vereinswettbewerb FIBA EuroCup Challenge hatte der burgundische Verein N’dong nicht nachgemeldet, so dass er tatenlos zusehen musste, als die Mannschaft das Finale gegen den deutschen Vertreter Mitteldeutscher BC verlor.[5] Während Dijon den Ligapokal „Semaine des As“ im Finale gegen Le Mans Sarthe Basket gewann, verlor man in der ersten Play-off-Runde um die Meisterschaft gegen den gleichen Gegner. In der Saison 2004/05 wurde N’dong in allen Meisterschaftsspielen eingesetzt, doch trotz N’dongs knapp 15 Punkten und 9 Rebounds pro Spiel verpasste der Verein den erneuten Einzug in die Meisterschafts-Play-offs. Im europäischen Vereinswettbewerb FIBA Europe League 2004/05 scheiterte man im Achtelfinale an der später drittplatzierten russischen Mannschaft BK Chimki. Bei der Basketball-Afrikameisterschaft 2005 erreichte N’dong mit der senegalesischen Nationalmannschaft das Finale, das jedoch gegen Titelverteidiger Angola verloren ging. Trotzdem wurde N’dong als Spieler des Finalverlierers zum „Most Valuable Player“ des afrikanischen Endrundenturniers gewählt.

Nach seiner ersten durchgängigen Profisaison auf höchstem Niveau, dem Erfolg bei der Afrikameisterschaft und guten Leistungen in der NBA Summer League für die Denver Nuggets bekam N’dong 2005 im vergleichsweise hohen Alter von 28 Jahren trotz seiner vorangegangenen Knieprobleme die Chance, sich in der am höchsten dotierten Profiliga NBA in den Vereinigten Staaten zu beweisen. Bei den Los Angeles Clippers kam er jedoch in 23 Einsätzen auf durchschnittlich nur knapp sieben Minuten Einsatzzeit,[6] so dass seine Karriere dort bereits nach einer Saison wieder zu Ende war. Nachdem er an der WM-Endrunde 2006 nicht teilnahm,[7] in der die senegalesische Mannschaft ohne ihn kein Spiel gewann, unterschrieb er im Dezember 2006 N’dong einen Vertrag beim russischen Verein BK Spartak aus Sankt Petersburg, mit dem er noch die Play-offs der Superleague Russland erreichte. Nach dem Ausscheiden dort bekam er zum Saisonende noch einen kurzfristigen Vertrag in der spanischen Liga ACB beim spanischen Meister Unicaja aus Málaga, deren Ausscheiden in der ersten Play-off-Runde gegen den Hauptrundenersten TAU Cerámica er jedoch nicht mehr verhindern konnte. Trotzdem nahm ihn Málaga auch für die folgenden beiden Spielzeiten unter Vertrag, wobei N’dong nach Heirat mit einer Deutschen in Spanien wegen der Ausländerbeschränkungen der Liga mit deutschem Spielerpass spielte.[8] Auf internationaler Ebene kam die Mannschaft im höchsten europäischen Vereinswettbewerb ULEB Euroleague jedoch nie über die zweite Gruppenphase der 16 besten Mannschaften hinaus. In der nationalen Liga konnte man in der Saison 2007/08 in der ersten Play-off-Runde im Unterschied zum Vorjahr den Titelverteidiger und Hauptrundenersten Real Madrid überraschen, scheiterte aber dann in der Halbfinalserie erneut an TAU Cerámica, die diesmal auch den Meistertitel gewannen. In der Saison 2008/09, in der N’dong am 30. Spieltag zum „Spieler des Spielrunde“ ernannt wurde, war dann der spätere Meister FC Barcelona Endstation in der Halbfinalserie. Bei der Afrikameisterschaft 2009 reichte es für den Senegal mit N’dong diesmal nur zum siebten Platz, nachdem man im Viertelfinale dem späteren Vizemeister Elfenbeinküste unterlag.

Meister FC Barcelona sollte dann ab der Saison 2009/10 N’dongs neuer Verein werden, mit dem er in der ULEB Euroleague 2009/10 überlegen den höchsten europäischen Vereinstitel gewann. Die Mannschaft leistete sich auf internationaler Ebene nur zwei Niederlagen, in der zweiten Gruppenphase beim Titelverteidiger Panathinaikos Athen und in der Viertelfinal-Play-off-Serie gegen den ewigen spanischen Rivalen Real Madrid. Nachdem man den spanischen Pokalwettbewerb „Copa del Rey de Baloncesto“ ebenfalls gewonnen hatte, verpasste man die „Triple Crown“ und die Verteidigung des nationalen Meistertitels in der Play-off-Finalserie gegen Caja Laboral, so der neue Sponsorenname des vormals als TAU Cerámica firmierenden Vereins aus Vitoria-Gasteiz. In der folgenden Saison konnte man sich den nationalen Meistertitel zurückholen und gewann in Kombination mit der Titelverteidigung im Pokalwettbewerb das nationale Double, doch nach dem Ausscheiden in der Viertelfinalserie auf internationaler Ebene gegen Panathinaikos Athen, die sich ihrerseits den Titel in der Euroleague zurückholten, verpasste man erneut den totalen Triumph. In der Saison 2011/12 verlor man das Finale im Copa del Rey gegen Real Madrid, doch den Meistertitel in der Finalserie gegen den gleichen Gegner konnte man erfolgreich verteidigen. N’dong wurde in dieser Spielzeit zweimal zum Spieler der Spielrunde ernannt und gewann die Auszeichnung als Spieler des Monats April 2012.[9] In der ULEB Euroleague 2011/12 zog man nach nur einer Niederlage in der ersten Gruppenphase ins Halbfinale ein, wo man überraschend dem späteren Titelgewinner Olympiakos Piräus mit vier Punkten Unterschied unterlag. Für die Saison 2012/13 wechselte der mittlerweile 35-jährige N’dong in die Türkei,[7] wo er mit Galatasaray in der Türkiye Basketbol Ligi deren ersten türkischen Meistertitel seit 23 Jahren gewann.[10] Am Saisonende erklärte N’dong seinen Rücktritt vom aktiven Leistungssport.[11]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Temporada 11–12: Boniface Ndong. FC Barcelona (Basketball), abgerufen am 24. November 2013 (englisch, Spielerprofil).
  2. Kader von uniVersa Bamberg mit Ndong komplett - Stix neuer Co-Trainer. Schoenen-Dunk.de, 13. Juli 2002, abgerufen am 24. November 2013 (Medien-Info TSK Bamberg).
  3. Beko BBL – Spieler-Statistik: Boniface Ndong. Basketball-Bundesliga, abgerufen am 24. November 2013 (Profil auf Statistikseiten).
  4. Boniface Ndong - Dijon – Joueurs - Pro A. Ligue Nationale de Basket, abgerufen am 24. November 2013 (französisch, Spielerprofil).
  5. Mitteldeutscher BC - SAOS JDA Dijon / FIBA Europe Cup Men 2004. FIBA Europa, 28. März 2004, abgerufen am 24. November 2013 (englisch, Spielbericht).
  6. Boniface N’Dong NBA & ABA Stats. Basketball-Reference.com, abgerufen am 24. November 2013 (englisch, Statistiken).
  7. a b Julio Chitunda: Time to see who will wear Ndong’s shoes in ACB. Auf: Auf: FIBA—Website; Mies, Schweiz, 3. September 2012. Abgerufen am 30. August 2018 (in Englisch).
  8. Pietrus y Brown se despiden del Unicaja, donde continuará Boniface Ndong. Liga ACB, 2007, abgerufen am 24. November 2013 (spanisch, Medien-Info Unicaja Málaga).
  9. Boniface Ndong, MVP del mes de Abril. Liga ACB, 30. April 2012, abgerufen am 24. November 2013 (spanisch, Medien-Info).
  10. Boniface Ndong - Turkish Basketball League Player: 2012–2013. TBLStat.net, abgerufen am 24. November 2013 (englisch, Individuelle Saisonstatistiken).
  11. Boniface Ndong, un grand champion se retire! Newsbasket-Beafrika.com, 17. Juni 2013, abgerufen am 24. November 2013 (französisch).