Bergkirchen

Gemeinde in Deutschland

Bergkirchen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Dachau. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bergkirchen
Bergkirchen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bergkirchen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 15′ N, 11° 22′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Dachau
Höhe: 521 m ü. NHN
Fläche: 59,97 km2
Einwohner: 7774 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85232
Vorwahl: 08131
Kfz-Kennzeichen: DAH
Gemeindeschlüssel: 09 1 74 113
Gemeindegliederung: 24 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Johann-Michael-Fischer-Str.1
85232 Bergkirchen
Website: www.bergkirchen.de
Erster Bürgermeister: Robert Axtner[2]
Lage der Gemeinde Bergkirchen im Landkreis Dachau
Landkreis Aichach-FriedbergLandkreis FreisingLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis MünchenLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis Pfaffenhofen an der IlmMünchenAltomünsterBergkirchenDachauErdwegHaimhausenHebertshausenHilgertshausen-TandernKarlsfeldMarkt IndersdorfOdelzhausenPetershausenPfaffenhofen an der GlonnSchwabhausen (Oberbayern)SulzemoosVierkirchen (Oberbayern)WeichsKarte
Über dieses Bild
Landschaft bei Bergkirchen
Maisach-Brücke bei Bergkirchen

GeografieBearbeiten

GemeindeteileBearbeiten

Es gibt 24 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

NachbargemeindenBearbeiten

Unmittelbar angrenzende Gemeinden oder Städte sind:

Schwabhausen
Sulzemoos   Dachau
Maisach (Landkreis Fürstenfeldbruck) Olching (Landkreis Fürstenfeldbruck), Gröbenzell (Landkreis Fürstenfeldbruck) Karlsfeld, München

TopografieBearbeiten

Topografisch gesehen liegt der höchste Punkt des Landkreises Dachau mit 557 m ü. NHN im Biberecker Holz unweit Kreuzholzhausen.

GeschichteBearbeiten

 
Schloss Lauterbach um 1700

EntstehungBearbeiten

Im Gemeindeteil Eisolzried wurde zur Römerzeit vermutlich im 1. Jahrhundert nach Christus eine Ziegelei betrieben.[4] Das Urbar von Bergkirchen (842 n. Chr.) gibt Einblicke in die Organisation eines Hofes in der Mitte des 9. Jahrhunderts.

EntwicklungBearbeiten

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Mai 1978 wurden die bisher selbstständigen Gemeinden Eisolzried, Feldgeding, Lauterbach und Oberbachern aufgelöst und mit Gebietsteilen der aufgelösten Gemeinden Günding und Kreuzholzhausen der Gemeinde Bergkirchen zugewiesen.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 5218 auf 7770[6] um 2552 Einwohner bzw. um 48,9 %.

PolitikBearbeiten

 
Bergkirchner Rathaus, im Hintergrund St. Johannes Baptist

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahl am 15. März 2020 führte bei einer Wahlbeteiligung von 66,01 % zu folgendem Ergebnis:[7]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CSU 24,24 % 5
Grüne 11,37 % 2
WG Eisolzried-Lauterbach-Kreuzholzhausen 21,31 % 4
Freie Wählergruppe Bergkirchen 14,64 % 3
Freie Wählergemeinschaft Feldgeding 9,22 % 2
Wählergemeinschaft Bachern 10,63 % 2
Wählergemeinschaft Günding/Neuhimmelreich 08,59 % 2
Gesamt 100 % 20

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist seit 2020 Robert Axtner (CSU). Bei der Kommunalwahl 2020 wurde er mit 94,11 % der gültigen Stimmen in das Bürgermeisteramt gewählt. Robert Axtner war zuvor seit 2014 Mitglied im Gemeinderat und war von 2014 bis 2020 der 3. Bürgermeister der Gemeinde Bergkirchen.

Die Stellvertreter des 1. Bürgermeisters sind seit 2020 die 2. Bürgermeisterin Dagmar Wagner und der 3. Bürgermeister Johann Groß (beide WG Eisolzried-Lauterbach-Kreuzholzhausen).

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Auf rotem Grund auf einem mit zwei schmalen blauen Wellenbalken belegten silbernen Hügel die silberne Kirche von Bergkirchen in Seitenansicht.“[8]

Wappengeschichte: Die Kirche auf dem Berg redet für den Gemeindenamen und stellt die auf einem Hügel erbaute Pfarrkirche St. Johannes Baptista dar, die in ihrer heutigen Form im 18. Jahrhundert vom Architekten Johann Michael Fischer erbaut wurde. Bergkirchen ist bereits im 9. Jahrhundert als Urpfarrei nachweisbar. Die zwei blauen Wellenbalken symbolisieren die Wasserläufe Amper und Maisach. Die Tingierung in Rot und Silber ist von den Farben der ortsadeligen Herren von Eisolzried hergeleitet, die als wittelsbachische Ministerialen im 13. und 14. Jahrhundert zu umfangreichem Besitz im Dachauer Land gelangten.[9]

MitgliedschaftenBearbeiten

Bergkirchen ist Mitglied der im Februar 2011 gegründeten „Westallianz“, eines Kooperationsverbundes von sechs Gemeinden, die sich entlang der Autobahn A 8 zwischen München und Augsburg befinden.[10][11]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
St. Johannes Baptist ()
 
St. Johannes Baptist, Innen

Kirchen und SchlossBearbeiten

TheaterBearbeiten

BildungseinrichtungBearbeiten

  • Grund- und Hauptschule mit Mittagsbetreuung

NaturdenkmälerBearbeiten

PanoramaBearbeiten

Panorama mit St. Johann Baptist von Süden

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Hubert Huber (1932–2017)

Andere Persönlichkeiten mit Bezug zu BergkirchenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Georg Mooseder: Zwei Münchner Notkirchen für Eschenried (PDF). In: Amperland, 1989, S. 213–216.
  • Gemeinde Bergkirchen (Hrsg.), Brigitta Unger-Richter (Redaktion), Reinhard Bauer (Beitrag), Stefan Bermeier (Beitrag), Hubert Eberl (Beitrag), Norbert Göttler (Beitrag), Sepp Haas (Beitrag), Gerhard Hartl (Beitrag), Wilhelm Liebhart (Beitrag), Bernhard Schütz (Beitrag): Bergkirchen. Ein Dorf mit Geschichte. Mit den Ortsteilen Bibereck, Facha und Kinaden, (anlässlich der 1200-Jahr-Feier), Bergkirchen 2014, ISBN 978-3-00-047466-8.

WeblinksBearbeiten

Commons: Bergkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Grußwort Bürgermeister. Gemeinde Bergkirchen, abgerufen am 30. Mai 2020.
  3. Gemeinde Bergkirchen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 11. September 2019.
  4. Ulrich Brandl, Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 571.
  6. https://www.statistik.bayern.de/mam/produkte/veroffentlichungen/statistische_berichte/a1210c_201800.pdf
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik
  8. Eintrag zum Wappen von Bergkirchen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Zitat Eintrag zum Wappen von Bergkirchen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Seite der Westallianz über Bergkirchen unter Archivlink (Memento des Originals vom 17. Juni 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.westallianz-muenchen.de
  11. Siehe Bericht über die Gründung der „Westallianz“ unter https://www.merkur.de/lokales/dachau/odelzhausen/westallianz-steht-endgueltig-1129070.html
  12. Webseite der Neuen Werkbühne München
  13. Schlosseiche im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 14. März 2018
  14. Walter Gierlich, In Bergkirchen gestorben. Trauer um die unvergleichliche Rose Kraus, in: Süddeutsche Zeitung, 17. März 2020, online