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Büchlberg

Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Passau
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Büchlberg
Büchlberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Büchlberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 40′ N, 13° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 490 m ü. NHN
Fläche: 28,11 km2
Einwohner: 4172 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94124
Vorwahl: 08505
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 119
Gemeindegliederung: 36 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 5
94124 Büchlberg
Website: www.buechlberg.de
Bürgermeister: Norbert Marold (FWG)
Lage der Gemeinde Büchlberg im Landkreis Passau
Landkreis DeggendorfLandkreis Rottal-InnLandkreis Freyung-GrafenauPassauWitzmannsbergWindorfWegscheidVilshofen an der DonauUntergriesbachTittlingTiefenbach (bei Passau)ThyrnauTettenweisSonnenSalzwegRuhstorf an der RottRudertingRotthalmünsterPockingOrtenburgObernzellNeukirchen vorm WaldNeuhaus am InnNeuburg am InnMalchingKößlarnKirchham (Landkreis Passau)HutthurmHofkirchen (Donau)HauzenbergHaarbachBad Griesbach im RottalFürstenzellFürstensteinEging am SeeBüchlbergBreitenberg (Niederbayern)BeutelsbachBad FüssingAldersbachAidenbachAicha vorm WaldÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Büchlberg ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Passau und ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Büchlberg von Hutthurm aus gesehen

Büchlberg liegt in der Region Donau-Wald im südlichen Bayerischen Wald. Die Ortschaft befindet sich rund 13 Kilometer nordöstlich von Passau, 22 Kilometer südlich von Freyung sowie jeweils 10 Kilometer von Hauzenberg und Waldkirchen entfernt.

NachbargemeindenBearbeiten

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Büchlberg hat 36 Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Donauwetzdorf, Leoprechting, Nirsching und Raßberg.

GeschichteBearbeiten

 
Das Rathaus
 
Der Marktplatz

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Büchlberg gehörte ursprünglich zum Abteiland, dem Besitz des Klosters Niedernburg, und fiel über dieses an das Hochstift Passau. In kirchlicher Hinsicht unterstand es zunächst der Pfarrei Hutthurm. Die örtliche Kapelle brannte 1723 nach einem Blitzschlag nieder. Die daraufhin neu gebaute Kirche wurde 1726 am Fest des hl. Ulrich eingeweiht. Durch das Gnadenbild Maria mit dem geneigten Haupt entwickelte sie sich zur Wallfahrtskirche.

Im Kontext der Säkularisation fiel Büchlberg 1803 zusammen mit dem größten Teil des hochstiftlichen Gebietes an Ferdinand von Toskana und kam erst 1805 zu Bayern. Im Jahr 1818 wurde die Gemeinde Leoprechting gegründet, die 1950 in Büchlberg umbenannt wurde.

19. JahrhundertBearbeiten

Der Ort gehörte zum Steuerdistrikt Leoprechting im Amt Hutthurm. Nach der Gründung des Bezirksamtes Passau gehörte Büchlberg zum Verwaltungsbereich Leoprechting. Kirchlich wurde es 1873 zur Expositur der Pfarrei Hutthurm und 1893 zur selbstständigen Pfarrei erhoben. 1861 war Büchlberg einer der 23 Orte der Gemeinde Leoprechting im Landgericht Passau I und hatte 91 Einwohner.[3] Die weiteren Orte der Gemeinde waren damals Bernbach, Edthof, Freihof, Gummering, Gutwiesen, Haideck, Hofwirthmühl, Kringel, Leoprechting, Neuhäuser, Oberkatzendorf, Obermühl, Praßreith, Reitberg, Saderreith, Schwieging, Schwolgau, Thannöd, Traxing, Unterkatzendorf, Witzingerreith und Wolfschiedelmühle.[3] Der bis dahin landwirtschaftlich geprägte Ort erfuhr seit Ende des 19. Jahrhunderts durch einen Granitsteinbruch einen wirtschaftlichen Aufschwung.

20. JahrhundertBearbeiten

Bis zum Jahr 1900 hatten sich die Schreibweisen der Orte der Gemeinde teils deutlich verändert und die Gemeinde hatte noch 22 Orte, abgegangen war Hofwirthsmühl. Am Ende des Zweiten Weltkrieges konnte der Ort nach der Flucht deutscher Truppen am 30. April 1945 kampflos an US-amerikanische Streitkräfte übergeben werden.

1946 wurden die Gemeindeteile Bärnbach, Kringell, Leoprechting und Neuhäuser nach Hutthurm umgegliedert, Büchlberg verblieb in der Gemeinde Leoprechting und wurde der Hauptort der Gemeinde.[4] 1949 wurden Haizing, Kammerwetzdorf, Kittlmühle und Mitterbrünst aus der Gemeinde Donauwetzdorf in die Gemeinde Leoprechting eingegliedert.[5] Am 14. April 1950 wurde die Gemeinde Leoprechting in Gemeinde Büchlberg umbenannt.[6]

Seit Ende der 1950er Jahre hat der Tourismus Bedeutung. In den späten 1960er Jahren wurde der Steinbruch infolge Absatzmangels aufgelassen und ist heute Landschaftsschutzgebiet. Im Jahre 1976 erhielt Büchlberg das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die bis dahin selbständige Gemeinde Nirsching eingegliedert.[6] Die Ortsteile Manzenberg und Hartingerhof kamen am 1. Mai 1978 von Hauzenberg zu Büchlberg, sechs Jahre nachdem sie am 1. Juli 1972 bei der Auflösung der Gemeinde Raßberg zur Gemeinde Hauzenberg kamen.[7] Dadurch erfuhr die politische Gemeinde eine erhebliche Vergrößerung.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 2662 Einwohner
  • 1970: 2861 Einwohner
  • 1987: 3331 Einwohner
  • 1991: 3648 Einwohner
  • 1995: 3804 Einwohner
  • 2000: 3939 Einwohner
  • 2005: 4100 Einwohner
  • 2010: 4110 Einwohner
  • 2015: 4104 Einwohner

PolitikBearbeiten

 
Pfarrkirche

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit Oktober 2000 Norbert Marold (FWG), der 2008 mit 95,4 % der Stimmen wiedergewählt wurde. Er wurde auch im März 2014 im Amt bestätigt.[8]

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 2. März 2008 wie folgt zusammen:

  • CSU 6 Sitze (38,1 %)
  • FWG: 6 Sitze (34,0 %)
  • SPD: 4 Sitze (25,4 %)

Die Kommunalwahl 2014 ergab keine Veränderung der Sitzverteilung.[9]

Wappen und FlaggeBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Blau, vorne ein linksgewendeter, steigender roter Wolf, hinten drei (2:1) silberne Halbmonde, oben voneinander abgekehrt, unten schräg links gestellt.“ – Das Wappen der Gemeinde Büchlberg wird seit 1958 geführt.

Wappenerklärung: Der rote Wolf entstammt dem Wappen des Passauer Hochstifts und erinnert an die Schenkung von Büchlberg mit dem Kloster Niedernburg durch Kaiser Friedrich Barbarossa im Jahr 1161 an den Bischof von Passau, Konrad I. von Babenberg. Bis zur Säkularisation 1803 hatte das Fürstbistum Passau die Landesherrschaft im Gemeindegebiet inne. Die drei silbernen Halbmonde im blauen Feld entstammen dem Wappen des niederbayerischen Adelsgeschlechts der Puchberger, die sich nach ihrem Stammsitz Büchlberg nannten und als früheste Grundherren im Ort nachweisbar sind. Die Farben Silber und Blau weisen zudem als bayerische Landesfarben auf die Einbeziehung des Hochstifts Passau in das Königreich Bayern zu Beginn des 19. Jahrhunderts hin.

Als inoffizielle Gemeindefahne wird eine weiß-blaue Flagge mit dem Gemeindewappen verwendet.[10]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Pfarrkirche St. Ulrich: mit spätgotischem Chor. Das barocke Langhaus wurde 1725 erbaut und 1837 verlängert. Der Turm mit dem Spitzhelm entstand 1837. In der Kirche befinden sich das Gnadenbild Maria mit dem geneigten Haupt aus der Zeit um 1753 und zahlreiche Votivbilder.

BildungBearbeiten

  • Kindergarten mit 104 Kindern (Stand: 1. September 2016)[11]
  • Grundschule Büchlberg: 142 Schüler und neun hauptamtliche Lehrkräfte (Stand: 2017/2018)[12]

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Büchlberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Büchlberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 6. Juni 2017
  3. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 495, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  4. Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987. In: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451. München 1991, S. 66–67, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnoten 6 und 13).
  5. Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987. In: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451. München 1991, S. 66–67, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnoten 6 und 25).
  6. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 548.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 621.
  8. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  9. http://www.buechlberg.de/index.php/gemeinderat.html
  10. Eintrag zu Büchlberg auf der Seite kommunalflaggen.eu
  11. Jahresprogramm Kindergarten Büchlberg, abgerufen am 5. Juni 2017
  12. Grundschule Büchlberg  in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 28. April 2019.