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Tittling

Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Passau

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Tittling bildet das Herz des Dreiburgenlandes und liegt in der Region Donau-Wald zwischen der Dreiflüssestadt Passau (23 km) und dem Nationalpark Bayerischer Wald. Das Gemeindegebiet erstreckt sich auf einer Höhe von 400 bis 600 Metern westlich der Ilz, einem der letzten Wildflüsse in Bayern. Der Ort ist bekannt für seine Steinbrüche, in denen der Tittlinger Granit abgebaut wird. Die relativ hohe Lage am Hang des 576 m hohen Blümersberges sorgt dafür, dass der Ort fast ganzjährig nebelfrei ist. An Föhntagen reicht die Sicht vom Blümersberg bis zur Kette der Alpen.

NachbargemeindenBearbeiten

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Tittling hat 30 Ortsteile[2]:

Es gibt nur die Gemarkung Tittling.

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Im Jahre 1155 ist der Ort als Adelssitz erstmals urkundlich belegt. Der Markt Tittling im heutigen Bezirk Niederbayern gehörte den Grafen von Taufkirchen, bis ihn 1290 der bayerische Herzog kaufte. Somit war der Ort Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Tittling war. Der verkehrsgünstig gelegene Ort besitzt schon seit 1322 die Marktrechte mit wichtigen Eigenrechten, heute noch werden viermal im Jahr sogenannte Kirtas (Märkte) veranstaltet. Ein schwerer Brand am 17. April 1803 verwüstete den Markt und vernichtete sowohl das Schloss als auch die barocke Einrichtung der gotischen Pfarrkirche St. Vitus. Von 1890 bis 1892 wurde die heutige neugotische Pfarrkirche aus Tittlinger Granit erbaut und am 21. September 1893 von Bischof Michael von Rampf geweiht. Sie besitzt einen 72 Meter hohen Turm. Die alte Kirche wurde abgebrochen.

20. und 21. JahrhundertBearbeiten

Im Jahre 1945 wurde Tittling von den US-Amerikanern beschossen, nach Kriegsende gab es bis 1946 im Ort ein großes Gefangenenlager. Im Markt und der Gemeinde entstanden schwere Schäden, doch Tittling erholte sich rasch, entwickelte eine gesunde Wirtschaft und wurde ab dem 1. September 2013 in der Verordnung über das Landesentwicklungsprogramm (LEP) als Mittelzentrum ausgewiesen. 1978 erhielt die Gemeinde im Wettbewerb Unser gastliches Bayern eine Anerkennung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Verkehr und 1982 das Prädikat staatlich anerkannter Erholungsort.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1840: 1477 Einwohner
  • 1900: 1964 Einwohner
  • 1970: 3924 Einwohner
  • 1987: 3860 Einwohner
  • 1991: 3883 Einwohner
  • 1995: 3898 Einwohner
  • 2000: 3793 Einwohner
  • 2005: 3789 Einwohner
  • 2010: 3637 Einwohner
  • 2015: 4008 Einwohner

PolitikBearbeiten

MarktgemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen:

  • CSU: 7 Sitze (43,07 % der Stimmen)
  • SPD: 3 Sitze (18,84 % der Stimmen)
  • ÜW: 3 Sitze (17,80 % der Stimmen)
  • FW: 2 Sitze (16,29 % der Stimmen)
  • GRÜNE: 1 Sitz (4,01 % der Stimmen)

Änderung: FW: 1 Sitz Parteilos: 1 Sitz

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit dem 14. Februar 2012 der Vorschlagskandidat der CSU, Helmut Willmerdinger. Er gewann die Wiederholungswahl am 12. Februar 2012 gegen Roswitha Toso von der Bürgerinitiative „Freie Bürger Tittling“ mit 54 Prozent der Stimmen. Weil CSU-Amtsinhaber Waldemar Bloch von der zwei Wochen später vorgesehenen Stichwahl ohne Angabe von Gründen zurücktrat, musste der Urnengang wiederholt werden. Mittlerweile ist man zur alten Rechtslage, die bis 2008 gegolten hatte, zurückgekehrt. Bei der zwischenzeitlichen Regelung bestand die Gefahr des Missbrauchs und der Manipulation.

Der parteilose Willmerdinger wurde am 24. September 2017 mit 67 % im ersten Wahlgang in seinem Amt bestätigt.[3]

FinanzenBearbeiten

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2012 umgerechnet 2.777.000 Euro, davon waren umgerechnet 961.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

 
Museumsdorf Bayerischer Wald bei Tittling

Das Museumsdorf Bayerischer Wald zählt zu den größten europäischen Freilichtmuseen. Haus- und Hofformen des Bayerischen Waldes vom 14.–19. Jahrhundert werden im Original ausgestellt.

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 821 und im Bereich Handel und Verkehr 347 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1794. Im verarbeitenden Gewerbe gab es sieben Betriebe, im Bauhauptgewerbe zwölf Betriebe. Im Jahr 1999 hatten 53 landwirtschaftliche Betriebe eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 1079 ha. Davon waren 491 ha Ackerfläche und 587 ha Dauergrünfläche.

VerkehrBearbeiten

Tittling liegt an der Bundesstraße 85 von Regen (Stadt) (40 km) bzw. Grafenau (18 km) nach Passau (23 km), welche in Richtung Passau gut ausgebaut ist. Über den Autobahnzubringer erreicht man nach rund 15 km die Bundesautobahn 3 (Ausfahrt Aicha vorm Wald).

Der Markt liegt auch an der ehemaligen Eisenbahnstrecke Deggendorf – Kalteneck (– Passau) und besaß den höchstgelegenen Bahnhof dieser Bahnlinie. Seit Frühjahr 2006 befindet sich auf dieser Trasse der Donau-Ilz-Radwanderweg von Hengersberg über Eging am See nach Kalteneck. Der Radwanderweg wird im Winter als Langlaufloipe genutzt.

Erholungs- und SportmöglichkeitenBearbeiten

Dreiburgensee, Museumsdorf Bayerischer Wald, Ilztal, Wanderwege, Aussichtspunkt Blümersberg, Hallenbad, Sporthallen, Sauna, Tennisplätze (5), Fitnesscenter, Solarien, Sommereisstockbahn, Skatepark, Reithalle, Minigolf, Skilift, Langlaufloipen, Theater, Danceclub, reichhaltiges Freizeitangebot durch rund 70 örtliche Vereine und Gruppen

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 110 Kindern (Stand: 2005)
  • Die Wilhelm-Niedermayer-Schule mit 104 Schülern in der Grundschule[4] und 135 Schülern in der Mittelschule (Schuljahr 2017/2018).[5]
  • Die Realschule im Dreiburgenland[6] (Staatliche Realschule Tittling) mit 592 Schülern (Schuljahr 2017/2018).[7]

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Tittling in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 20. August 2018.
  3. Helmut Willmerdinger wird Tittlings neuer Bürgermeister! (wochenblatt.de [abgerufen am 8. Juli 2018]).
  4. Wilhelm-Niedermayer-Grundschule in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 10. April 2019.
  5. Wilhelm-Niedermayer-Mittelschule in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 10. April 2019.
  6. Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 18. Februar 2019 BayMBl. 2019 Nr. 134
  7. Staatliche Realschule Tittling in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 10. April 2019.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tittling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien