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Tiefenbach (bei Passau)

Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Passau

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Tiefenbach liegt in der Region Donau-Wald, in einem der südlichsten Ausläufer des Bayerischen Waldes nordwestlich der Ilz und nördlich der Donau an der B 85. Tiefenbach befindet sich nur 9 km nördlich der Universitäts- und Dreiflüssestadt Passau. Nach Tittling sind es 15 km, bis Grafenau 32 km und zur Bundesautobahn 3 (Ausfahrt Passau-Nord) 7 km.

NachbargemeindenBearbeiten

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Tiefenbach hat 78 Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Haselbach, Kirchberg und Tiefenbach.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Tiefenbach war schon früh im Besitz der Bischöfe von Passau, die es den Grafen von Hals und anderen Adelsfamilien als Lehen überließen. Die Familie Sünzl von Söldenau war seit 1613 mit der Hofmark Tiefenbach belehnt und auf Schloss Weideneck bei Tiefenbach ansässig. Der Inhaber war bis zum Verkauf der Hofmark durch Jakob Ferdinand Graf von Thun an den Bischof von Passau im Jahr 1690 Grund- und Niedergerichtsherr, Tiefenbach gehörte fortan zum Hochstift Passau. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Tiefenbach war einer der wenigen Teile des Hochstiftes, die bereits 1803 an Bayern fielen. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

19. JahrhundertBearbeiten

Da die alte Kirche baufällig war, wurde von 1842 bis 1844 die heute vorhandene Kirche erbaut und am 12. Oktober 1848 zu Ehren der hl. Margaretha geweiht. 1855 zählte das Dorf außer der Pfarrkirche 16 Häuser.

EingemeindungenBearbeiten

Haselbach, Kirchberg und Tiefenbach waren von 1818 bis 1971/1972 selbstständige Gemeinden. Am 1. Januar 1972 wurde Haselbach in die Gemeinde Tiefenbach eingegliedert. Der größere Teil der Gemeinde Kirchberg kam am 1. Juli 1972 hinzu. Der Rest der Gemeinde Kirchberg mit dem Ortsteil Schalding links der Donau und dem Weiler Minihof (früher Mimming) wurde in die Stadt Passau eingemeindet[3] und dort dem neu gebildeten Stadtteil Hacklberg zugeschlagen.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 3961 Einwohner
  • 1970: 4512 Einwohner
  • 1987: 5930 Einwohner
  • 1991: 6223 Einwohner
  • 1995: 6525 Einwohner
  • 2000: 6725 Einwohner
  • 2005: 6694 Einwohner
  • 2010: 6683 Einwohner
  • 2015: 6713 Einwohner
  • 2017: 6768 Einwohner
  • 2018: 6772 Einwohner

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat umfasst 20 Personen, darunter zwei Frauen. Vertreten sind CSU, SPD, Bürgerliche Wähler, Freie Wähler und Grüne und setzt sich seit der Kommunalwahl 2014 wie folgt zusammen:

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister war Georg Silbereisen (CSU), der bei der Kommunalwahl 2008 mit 65,32 % der gültigen Stimmen im ersten Wahlgang gewählt wurde.

Nachdem Georg Silbereisen (CSU) aus gesundheitlichen Gründen als Erster Bürgermeister zurückgetreten war, fand am 28. Oktober 2018 die Neuwahl statt, hierbei gewann Christian Fürst (CSU) knapp mit 53,52 % vor seinem Kontrahenten Walter Wagner (parteilos) die Bürgermeisterwahl.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 2013 insgesamt 1180 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Wohnort Tiefenbach gab es 2575. Damit hatte die Gemeinde um 1395 Personen mehr Aus- als Einpendler.

2010 existierten 93 landwirtschaftliche Betriebe. 2013 waren 2445 Hektar (49,2 %) der Gemeindefläche landwirtschaftlich genutzt, 1746 Hektar (35,1 %) waren Wald. Die Siedlungsfläche betrug 657 Hektar (13,2 %).

VerkehrBearbeiten

Die wichtigste Straße des Ortes ist die Bundesstraße 85 von Regen nach Passau.

Von 1890 bis 1982 gab es für den Ortsteil Unterjacking einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Passau–Freyung. Danach wurde er bis 2002 nur noch von Sonderfahrten bedient. Seit dem 16. Juli 2011 wird dieser Haltepunkt im Rahmen des Freizeitverkehrsprojektes Donau-Moldau wieder an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen im Sommerhalbjahr und zu Sonderfahrten ganzjährig angefahren.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen

  • 3 Kindergärten: 207 Kindergartenplätze mit 173 Kindern, davon 29 unter drei Jahren (Stand: 2014)
  • 2 Grundschulen und 1 Mittelschule: 34 Lehrer und 394 Schüler (Stand: 2018/2019)[5][6][7]

PersönlichkeitenBearbeiten

Der Volksmusik-Fernsehmoderator Florian Silbereisen wurde am 4. August 1981 in Tiefenbach geboren.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Tiefenbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. Januar 2018.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7.
  4. 800 Jahre alte Jackinger Linde gefällt
  5. Grundschule Haselbach in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 20. August 2019.
  6. Alfons-Lindner-Grundschule Tiefenbach in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 20. August 2019.
  7. Alfons-Lindner-Mittelschule Kirchberg vorm Wald in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 20. August 2019.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tiefenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien