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Aidenbach

Marktgemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Aidenbach
Aidenbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Aidenbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 34′ N, 13° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Verwaltungs­gemeinschaft: Aidenbach
Höhe: 345 m ü. NHN
Fläche: 17,11 km2
Einwohner: 2916 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94501
Vorwahl: 08543
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 112
Marktgliederung: 19 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 18
94501 Aidenbach
Webpräsenz: www.aidenbach.de
Bürgermeister: Karl Obermeier (CSU)
Lage des Marktes Aidenbach im Landkreis Passau
Landkreis DeggendorfLandkreis Rottal-InnLandkreis Freyung-GrafenauPassauWitzmannsbergWindorfWegscheidVilshofen an der DonauUntergriesbachTittlingTiefenbach (bei Passau)ThyrnauTettenweisSonnenSalzwegRuhstorf an der RottRudertingRotthalmünsterPockingOrtenburgObernzellNeukirchen vorm WaldNeuhaus am InnNeuburg am InnMalchingKößlarnKirchham (Landkreis Passau)HutthurmHofkirchen (Donau)HauzenbergHaarbachBad Griesbach im RottalFürstenzellFürstensteinEging am SeeBüchlbergBreitenberg (Niederbayern)BeutelsbachBad FüssingAldersbachAidenbachAicha vorm WaldÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Aidenbach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau, Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Aidenbach und staatlich anerkannter Erholungsort. Der Ort ist bekannt durch die Schlacht von Aidenbach 1706, die den letzten Widerstand der revoltierenden bayerischen Bauern gegen die kaiserlich-habsburgische Besatzung brach.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Aidenbach liegt in der Region Donau-Wald südlich der Donau im westlichen Teil des Klosterwinkels und am Rand des Holzlandes. Der Markt ist eingebettet in ein kleines Seitental der Vils inmitten der typisch niederbayerischen Hügellandschaft. Vilshofen an der Donau liegt 10 Kilometer entfernt, Pfarrkirchen 20 Kilometer und Passau 35 Kilometer, wobei das umliegende Straßennetz keine ausgebauten Bundesstraßen aufweist.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Aidenbach hat 19 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Aidenbach, Aldersbach und Haidenburg.

NachbargemeindenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

 
Marktplatz von Aidenbach

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

In den Jahren 817 und 837 ist ein gewisser Haito als Stifter von Ländereien in unmittelbarer Nähe von Aidenbach urkundlich belegt. Vermutlich leitet sich der Ortsname von diesem ab, ergänzt um das althochdeutsche pah (auch bah oder pach) für Bach. 1072 wurde die Pfarrei Aidenbach erstmals in einer Stiftungsurkunde des Passauer Bischofs Altmann unter dem Namen Etinbach erwähnt. Sie war von 1076 bis zur Säkularisation dem Augustinerchorherrenstift St. Nikola zu Passau inkorporiert.

Ab 1120 war Aidenbach Sitz eines Herrengeschlechts; aus dieser Zeit ist der Name Atinpach belegt. Im 13. Jahrhundert war es im Besitz der Grafen von Hals und erhielt in dieser Zeit auch seine Marktfreiheit. In der Folgezeit kam Aidenbach an die Landgrafen von Leuchtenberg, später an Frauenberg sowie 1423 gemeinsam mit Haidenburg an Alban von Closen.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vererbte sich Aidenbach an die Grafen von Taufkirchen und wurde zuletzt von der Freifrau von Aretin erworben.

Aidenbach konnte lange Zeit als Teil der Herrschaft Haidenburg nur geringe Teile seiner Marktrechte ausüben. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die heutige politische Gemeinde, die mit der Auflösung der Patrimonialgerichte 1848 volle Selbstständigkeit erhielt.

20. JahrhundertBearbeiten

Im Jahr 1967 wurde dem Markt Aidenbach das Prädikat Staatlich anerkannter Erholungsort verliehen. Mit der Gemeindegebietsreform in den 1970er Jahren kamen fast zwei Dutzend kleinere Ortschaften und Weiler zur Marktgemeinde hinzu.

Schlacht von AidenbachBearbeiten

 
Bauernkämpfer-Statue in Aidenbach

Am 8. Januar 1706 fand hier im Rahmen der Bayerischen Volkserhebung während des Spanischen Erbfolgekrieges die Schlacht von Aidenbach statt, die den letzten Widerstand der revoltierenden bayerischen Bauern gegen die kaiserlich-habsburgische Besatzung brach. Es gab etwa 4000 Gefallene.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurden Teile der aufgelösten Gemeinde Haidenburg eingegliedert.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 2231 Einwohner
  • 1970: 2368 Einwohner
  • 1987: 2323 Einwohner
  • 1991: 2421 Einwohner
  • 1995: 2790 Einwohner
  • 2000: 2976 Einwohner
  • 2005: 3134 Einwohner
  • 2010: 3069 Einwohner
  • 2015: 2963 Einwohner

PolitikBearbeiten

 
Rathaus von Aidenbach
 
Der Bürgermeister von Aidenbach Karl Obermeier auf einem Traktor während eines Oldtimerumzugs am 14. August 2011.

MarktgemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen:

2008[4] 2014[5]
CSU 8 8
Freie Wähler 5 4
SPD – Parteifreie Wählergemeinschaft 1 2
Überparteiliche Wählergemeinschaft (ÜW) 1 1
Die Unbequemen 1
Innovative Aidenbach 1
Gesamt 16 16

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Karl Obermeier (CSU), der am 2. März 2008 mit 54,8 % der gültigen Stimmen gewählt wurde.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau ein silberner Schrägbalken, belegt mit einem gebogenen Doppelhaken.“

Wappenerklärung: Der Schrägbalken, hier oft als "Schrägbach" bezeichnet, stellt einen Bach dar und "redet" so das Ortsnamengrundwort "Bach". Der sehr seltene gebogene Doppelhaken wird hier als landwirtschaftliches pickelähnliches Rodungs- und Urbarmachungswerkzeug in ältesten Zeiten beschrieben.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

Denkmal am HandlbergBearbeiten

In Erinnerung an die Bauernschlacht von Aidenbach kann das Denkmal am Handlberg besichtigt werden. Vom Marktplatz aus kann dieses in einem kurzen Fußmarsch erreicht werden.

TheaterBearbeiten

Traditionell findet in den Sommermonaten Juli und August das Freilichttheaterstück Lieber bairisch sterben... Aidenbach 1706 zur Erinnerung an die verlorene Bauernschlacht statt. Ebenso gibt es die Laienspielgruppe Die vom Reschndobl, die alljährlich im Oktober und November zum Kirchenwirt aufspielt.

OldtimertreffenBearbeiten

Beim jährlichen Volksfestsonntag im August wird ein großes Oldtimertreffen mit Umzug für alte Bulldogs veranstaltet. An diesem Umzug nehmen ca. 100 Traktoren verschiedener Hersteller (Eicher, Lanz, Sendling, Porsche, BTG, Deutz, Fahr, Hatz) teil.

Lokale SpezialitätBearbeiten

Der Reschnspeck ist eine Aidenbacher Spezialität. Sie soll auf die verheerende Schlacht von Aidenbach zurückgehen, in der der Kampf der Niederbayern gegen die österreichischen Besatzer Anfang des 18. Jahrhunderts endete.

FreizeitmöglichkeitenBearbeiten

Im Umkreis von etwa 15 Kilometer befinden sich folgende Freizeitmöglichkeiten:

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 2013 insgesamt 699 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Wohnort Aidenbach gab es 1015. Damit hatte die Gemeinde um 316 Personen mehr Aus- als Einpendler.

Im Jahre 2010 existierten 30 landwirtschaftliche Betriebe. 2013 waren 1134 Hektar (66,3 %) der Gemeindefläche landwirtschaftlich genutzt, 352 Hektar (20,6 %) waren Wald. Die Siedlungsfläche betrug 215 Hektar (12,6 %).

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Aidenbach

Aidenbach war früher der Endpunkt der Lokalbahn Vilshofen–Aidenbach. Heute führt eine Staatsstraße durch die Ortsmitte, um die sich die ganze Siedlung gruppiert.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2014):

  • Kindergarten mit 75 Kindergartenplätze mit 85 Kindern
  • Mittelschule mit rund 20 Lehrern und etwa 350 Schülern

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Aidenbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 20. August 2018
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 586.
  4. Kommunalwahlen in Bayern. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 14. Juni 2017.
  5. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 14. Juni 2017.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Aidenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien