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Altenwalde

Stadtteil von Cuxhaven in Niedersachsen

Altenwalde (niederdeutsch Olenwoold) ist ein Stadtteil von Cuxhaven in Niedersachsen.

Altenwalde
Stadt Cuxhaven
Wappen von Altenwalde
Koordinaten: 53° 48′ 57″ N, 8° 39′ 37″ O
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 25,03 km²
Einwohner: 6158 (19. Mai 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 246 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 27478
Vorwahl: 04723
Altenwalde (Niedersachsen)
Altenwalde

Lage von Altenwalde in Niedersachsen

Altenwalde in der Stadt Cuxhaven
Altenwalde in der Stadt Cuxhaven

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Altenwalde liegt am Rande einer eiszeitlichen Endmoräne, der Hohen Lieth.

OrtsgliederungBearbeiten

Zu Altenwalde gehören die Ortsteile Franzenburg, Gudendorf und Oxstedt.

GeschichteBearbeiten

Die Ortschaft Altenwalde wurde 1282 das erste Mal als Wolde urkundlich erwähnt. Der damalige Bremer Erzbischof ließ das Kloster Midlum nach Wolde verlegen. 1324 wurde das Kirchspiel Wolde sowie Groden von Herzog Erich I. von Sachsen-Lauenburg an Wolderich Lappe für 200 Hamburgische Mark verpfändet. Im Jahre 1334 wurde das Kloster Altenwalde nach Neuenwalde verlegt. Im Jahre 1348 wurde der Ort als Oldenwolde erwähnt. Die Altenwalder Schule wurde 1487 gegründet. Im Jahre 1590 wurde die Franzenburg erbaut und 1632 durch kaiserliche Truppen besetzt. 1698 erhält die Stadt das Recht einen Markt zu haben. Erlaubt wird ein freier Holz-, Kram- und Viehmarkt. Die Kreuzkirche von Altenwalde wurde bei der Weihnachtsflut 1717 stark beschädigt. Im Jahre 1789 wird die Pfarrkirche abgerissen und zwei Jahre später eine neue Kreuzkirche eröffnet. Im Jahre 1803 wurde das Gebiet von französischen Truppen besetzt. Die Besetzungsmacht änderte sich bis 1814 oft. Zu den anderen Besatzern gehören die Engländer, Holländer, Preußen und Russen. Im Jahr 1818 wurde in Altenwalde die erste befestigte Straße gebaut.

Die Gemeinden Arensch, Berensch, Cuxhaven, Döse, Duhnen, Groden, Gudendorf, Holte, Neuwerk, Oxstedt, Ritzebüttel, Sahlenburg, Spangen, Stickenbüttel, Süder- und Westerwisch gehörten bis 1864 dem hamburgischen Amt Ritzebüttel und danach der Landherrenschaft Ritzebüttel an. Im Jahre 1926 gingen die Gemeinden Arensch, Berensch, Duhnen, Groden, Gudendorf, Holte, Insel Neuwerk, Oxstedt, Sahlenburg, Spangen, Stickenbüttel, Süder- und Westerwisch in der Landherrenschaft Hamburg auf. Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz vom 1. April 1937 gingen die Gemeinden Arensch, Berensch, Gudendorf, Oxstedt, Sahlenburg, Holte und Spangen an den Landkreis Land Hadeln, Regierungsbezirk Stade der preußischen Provinz Hannover.[2]

Im Jahre 1932 wurde Altenwalde dem Kreis Land Hadeln zugeordnet, der 1946 von Preußen an Niedersachsen abgetreten wird. Durch eine umfangreiche Ansiedlung Heimatvertriebener erhält Altenwalde neue Impulse in Handel und Handwerk. Im Jahre 1957 nahm die Bundeswehr ihre neuen Standorte in Altenwalde und Oxstedt in Betrieb. Die Großgemeinde namens Altenwalde wurde 1968 gegründet. Ihr werden Altenwalde, Franzenburg, Gudendorf und Oxstedt zugeordnet. Am 1. Juli 1972 wurde Altenwalde in die Stadt Cuxhaven eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung

Jahr 1885 1910 1925 1933 1939 1950 2006 2018
Einwohner 419 683 753 905 1062 1659 6603 6158

(Quellen: 1885,[4] 1910,[5] 1925–1939,[4] 1950,[6] 2006,[7] 2018[1])

PolitikBearbeiten

OrtsratBearbeiten

Der Ortsrat von Altenwalde setzt sich aus zwei Ratsfrauen und neun Ratsherren folgender Parteien zusammen:[8]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

OrtsbürgermeisterBearbeiten

Der Ortsbürgermeister von Altenwalde ist Ingo Grahmann (SPD). Seine Stellvertreterin ist Silke Karallus (SPD).[8]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold auf grünem gewölbtem Schildfuß drei grüne Tannen; der Schildfuß belegt mit einer silbernen Urne.“[9]
Wappenbegründung: Die Begriffe „Alt“ und „Walde“ werden versinnbildlicht durch den Hügel mit der eingezeichneten Urne und durch die drei Tannen. Die als Burg bezeichnete Höhenkuppe ist Fundstätte zahlreicher Urnen, die auf frühe Besiedlung schließen lassen.

StädtepartnerschaftBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Ev. Heiligkreuzkirche: Im Zentrum von Altenwalde steht auf einer kleinen Anhöhe die Kreuzkirche. Sie wurde auf den Grundmauern einer der ältesten Kirchen im Elbe-Weser-Dreieck erbaut.
Im 13. Jahrhundert gab es in Altenwalde (damals noch Wolde) zwei Kirchen: Die Pfarrkirche St. Cosmas und Damian und die Kapelle zum Heiligen Kreuz und Heiligen Willehad. Die älteste schriftliche Erwähnung findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1282, als der Erzbischof von Bremen das Kloster Midlum nach Wolde verlegen ließ.
Beide Kirchen gibt es heute nicht mehr. Die Heiligkreuzkirche muss zwischen 1590 und 1629 aufgegeben worden sein, und bis heute lässt sich nicht mehr bestimmen, wo genau sie gestanden hat. Die alte Pfarrkirche wurde 1789 wegen Baufälligkeit abgebrochen. An ihrer Stelle steht heute die Kreuzkirche.
Im Jahre 1791 wurde der Bau dieser Kirche fertiggestellt und die Einweihung gefeiert. Um den Neubau bezahlen zu können, mussten die Menschen des Kirchspiels Hand- und Spanndienste leisten und fuhren mit Pferd und Wagen große Teile der heute noch vorhandenen Mauersteine nach Duhnen. Dort wurde damit die Grundlage für den Deich geschaffen.
Die Reste der ersten Feldsteinkirche sind heute noch in der Außenmauer der Kirche zu sehen, denn der größte Teil der Kirche wurde mit den Feldsteinen der alten Pfarrkirche gebaut. Darum findet man auch einige Granitsteine, welche die Form von Fenster- oder Türstürzen haben.
Mit großer Wahrscheinlichkeit stand lange vor der ersten Steinkirche schon eine Holzkirche an dieser Stelle. Sie wurde vermutlich bereits im 10. Jahrhundert gebaut. Der frühere Name der Kirche, St. Cosmas und Damian, weist darauf hin, dass der Erzbischof Adaldag, der alle seine Kirchen um das Jahr 965 mit Reliquien dieser beiden Heiligen ausgestattet hat, diese auch nach Wolde gebracht hat.

BaudenkmaleBearbeiten

Siehe: Liste der Baudenkmale in Altenwalde

NaturschutzgebieteBearbeiten

Naturschutzgebiet Cuxhavener Küstenheiden bei Altenwalde

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Alle zwei Jahre: Altenwalder Dorffest
  • „3-Tannen-Turnier“ (Fußball)
  • Jeweils am 30. April des Jahres „Tanz in den Mai“

VerkehrBearbeiten

Altenwalde durchzieht die ehemalige Bundesstraße 6, heute Landesstraße L 135. Der Bahnhof an der Bahnstrecke Bremerhaven–Cuxhaven wurde 1991 aufgegeben. Es gibt zahlreiche angesiedelte Unternehmen, die den Ortskern prägen.

SchulenBearbeiten

  • Grundschule: Franzenburger Grundschule
  • Realschule: Geschwister-Scholl-Schule

JugendeinrichtungenBearbeiten

Das Jugendzentrum „Dom“ befindet sich im Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde im Bürgerpark.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Fritz Hörmann u. a.: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Sonderveröffentlichungen der „Männer vom Morgenstern“ Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X (Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) [PDF; 431 kB; abgerufen am 12. März 2019] S. 1).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Heike Leuschner: Die Ortsteile im Überblick. Zwölf auf einen Streich. In: Nordsee Zeitung. 19. Mai 2018, S. 31.
  2. Gesetz über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen. Art. 1 (RGBl. 1937 I S. 91). In: www.verfassungen.de. 26. Januar 1937, archiviert vom Original am 6. September 2017; abgerufen am 15. Oktober 2018.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 241.
  4. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Land Hadeln (→ Siehe unter: Nr. 4). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Lehe. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: www.gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 15. April 2019.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln 1950, S. 49, Sp. 1 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 15. April 2019] Landkreis Land Hadeln, S. 58).
  7. Altenwalde. In: Internetseite Stadtwiki Cuxhaven. Abgerufen am 15. April 2019 (Einwohnerzahl in Infobox).
  8. a b Ortsrat Altenwalde. In: Internetseite der Stadt Cuxhaven. Abgerufen am 16. April 2018.
  9. Rudolf Lembcke: Kreis Land Hadeln. Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Kreis Land Hadeln. Buchdruckerei Günter Hottendorff, Otterndorf 1976, S. 14 (Wappenteil).