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Lüdingworth [ly.dɪŋ'vɔ:ʁt] (niederdeutsch Worth) ist ein Stadtteil der niedersächsischen Stadt Cuxhaven.

Lüdingworth
Stadt Cuxhaven
Wappen von Lüdingworth
Koordinaten: 53° 47′ 57″ N, 8° 45′ 26″ O
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 37,25 km²[1]
Einwohner: 1742 (19. Mai 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 27478
Vorwahl: 04724
Lüdingworth (Niedersachsen)
Lüdingworth

Lage von Lüdingworth in Niedersachsen

Lüdingworth in der Stadt Cuxhaven
Lüdingworth in der Stadt Cuxhaven
Luftbild (Mai 2012)

GeografieBearbeiten

OrtsgliederungBearbeiten

  • Feuerstätte
  • Köstersweg (mit Lüderskoop)
  • Lüdingworth (Hauptort)
  • Seehausen

NachbarorteBearbeiten

Stadtteil Altenwalde
(Franzenburg)
Stadtteil Altenbruch Otterndorf
Stadtteil Altenwalde
(Gudendorf)
  Neuenkirchen
Nordholz Nordleda
Wanna
Nordleda-Heringskoop

GeschichteBearbeiten

Die Gegend um Lüdingworth war seit etwa Christi Geburt besiedelt. Der Name des langgestreckten Marschhufendorfes verweist auf die Wurthen (Warften), auf denen die Höfe früher errichtet wurden. Noch heute ist die 4,90 m hohe Kirchwarft erkennbar. Seit dem 12. Jahrhundert gab es einen Seedeich, dessen Reste heute zwischen Lüdingworth und dem jüngeren Altenbruch verlaufen. Die Marsch wurde vor ca. 700 Jahren mit Hilfe von holländischen Siedlern entwässert und urbar gemacht.

Im Jahre 1298 wurde Lüdingworth erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1394 gehörte Lüdingworth – wie das damalige Amt Ritzebüttel – der Stadt Hamburg, seit 1484 den Herzögen von Sachsen-Lauenburg und anschließend dem Bischof Christoph von Braunschweig-Wolfenbüttel, dessen Nachfolger aber das 1439 geschaffene Hadler Landrecht anerkennen musste, ein Ständerecht, das den Bauern große Freiheiten ließ. Im Jahre 1529 setzte sich die Reformation in Lüdingworth durch. Nach einer Zeit, in der das Land Hadeln unter kaiserlicher Verwaltung stand, gehörte Lüdingworth seit 1731 zu Kurhannover, nach der französischen Besetzung ab 1813 zum Königreich Hannover und darin seit 1852 zum Amt Otterndorf. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde die Kirchspielgerichtsbarkeit durch die Amtsgerichtsbarkeit abgelöst. 1866 kam Lüdingworth als Teil des Amtes Otterndorf zur preußischen Provinz Hannover, von 1885 bis 1932 gehörte es zum Kreis Hadeln, bis zum 1. Juli 1972 zum Kreis Land Hadeln.[3]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurde Lüdingworth nach Cuxhaven eingemeindet.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1885 1910 1925 1933 1939 1950 2008 2011 2016 2018
Einwohner 1573 1456 1588 1514 1431 2530 1803 1768 1729 1742

(Quellen: 1885,[5] 1910,[6] 1925–1939,[5] 1950,[1] 2006–2016 laut Versionsgeschichte, 2018[2])

PolitikBearbeiten

OrtsratBearbeiten

Der Ortsrat von Lüdingworth setzt sich aus einer Ratsfrau und sechs Ratsherren folgender Parteien zusammen:[7]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

OrtsbürgermeisterBearbeiten

Der Ortsbürgermeister von Lüdingworth ist Thomas Brunken (CDU). Sein Stellvertreter ist Hagen Friedrichs (CDU).[7]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau auf goldenem Dreiberg ein Reiter mit rotem Überkleid, silbernen Ärmeln und goldenen Stiefeln auf silbernem Pferd mit rotem Sattel und Geschirr und goldenen Hufen. Der Reiter hält in der rechten Hand einen silbernen Schultheißenstab.“[8][9]
Wappenbegründung: Das Wappen ist dem alten Siegel des Kirchspielgerichts Lüdingworth nachgebildet. Der Dreiberg im Schildfuß weist auf die große Wurt hin, die den Ortskern trägt.

StädtepartnerschaftBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

BaudenkmaleBearbeiten

Siehe: Liste der Baudenkmale in Lüdingworth

PersönlichkeitenBearbeiten

 
Bronzestatue von Carsten Niebuhr des Bildhauers Frijo Müller-Belecke

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Gerhard Gerdts: Das Lüdingworther Fredebook von 1550 (= Jahrbuch der Männer vom Morgenstern. Nr. 33). Bremerhaven 1952.
  • Hinrich Gerkens u. a.: Chronik des Kirchspiels Lüdingworth – 700 Jahre Lüdingworth 1298–1998. Hrsg.: Geschichts- und Heimatverein Lüdingworth von 1988 e. V. Ebersdorf 2000.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln August 1952, S. 49, Sp. 1 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 8. Juli 2019] Landkreis Land Hadeln, S. 58).
  2. a b Heike Leuschner: Die Ortsteile im Überblick. Zwölf auf einen Streich. In: Nordsee-Zeitung. 19. Mai 2018, S. 31.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 241.
  4. Informationen über Lüdingworth. In: Internetseite der Stadt Cuxhaven. Abgerufen am 27. April 2018.
  5. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Land Hadeln (→ Siehe unter: Nr. 32). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Hadeln. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: www.gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 8. Juli 2019.
  7. a b Ortsrat Lüdingworth. In: Internetseite Ratsinfomanagement der Stadt Cuxhaven. Abgerufen am 7. August 2017.
  8. Rudolf Lembcke: Kreis Land Hadeln. Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Kreis Land Hadeln. Buchdruckerei Günter Hottendorff, Otterndorf 1976, S. 44 (Wappenteil).
  9. Hinrich Gerkens u. a.: Chronik des Kirchspiels Lüdingworth – 700 Jahre Lüdingworth 1298–1998. Hrsg.: Geschichts- und Heimatverein Lüdingworth von 1988 e. V. Druckerei C.-D. Wagenlöhner, Ebersdorf 2000, S. 8.
  10. Partner- und Patenschaften. In: Internetseite der Stadt Cuxhaven. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  11. Mühlen im Landkreis Cuxhaven. In: Internetseite Landschaftsverband Stade. Abgerufen am 27. April 2018.
  12. Ulrich Euent: Heinrich Hadel (1863–1949), Lehrer, Kantor, Chronist. Ein Loxstedter Dorfschulmeister mit vielen Gaben. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 818. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven Februar 2018, S. 3–4 (Digitalisat [PDF; 8,7 MB; abgerufen am 5. Juli 2019]).