17-cm-Kanone 18

Die 17-cm-Kanone 18 in Mörserlafette war eine Kanone der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

17-cm-Kanone 18


Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: 17-cm-Kanone 18 in Mörserlafette
Herstellerland: Deutsches Reich
Entwickler/Hersteller: Krupp / Hanomag
Produktionszeit: 1941 bis ?
Stückzahl: 338
Technische Daten
Rohrlänge: 8,60 m
Kaliber:

172,5 mm

Kaliberlänge: L/50
Kadenz: 1–2 Schuss/min
Höhenrichtbereich: 0° bis +50 Winkelgrad
Seitenrichtbereich: Grundplatte 360°, Lafette 16°

Entwicklung und ProduktionBearbeiten

Das Geschütz wurde von Krupp in Essen entwickelt und aufgrund der großen Nachfrage ab 1941 auch von Hanomag in Hannover produziert.

BeschreibungBearbeiten

Die Laffette der 17-cm-Kanone 18 war baugleich mit der des bereits 1939 eingeführten 21-cm-Mörser 18. Sie hatte einen doppelten Rohrrücklaufmechanismus, sowohl das Geschützrohr als auch die Oberlafette verfügten über separate Rücklaufeinrichtungen. Somit wurde die gesamte Rückstoßenergie absorbiert und es erfolgte praktisch keine Relativbewegung der Lafette zum Boden. Dies erhöhte in nicht geringem Maße die Genauigkeit. Abweichend zur Laffetierung des schwereren Mörser ließ sich die Grundplatte mittels dreier mit Rollen versehenen Zwischenstücke um den Drehzapfen im Mittelpunkt aber weitaus effektiver schwenken, was durch einen einzigen Bediener erfolgen konnte. Die Waffe wurde 1941 in die Heeresartillerie eingeführt. Bald nach dem Erscheinen der Kanone stellte sich deren Munition als nur geringfügig weniger wirksam als die des Mörsers heraus, bei einer Reichweite von etwa 29,6 km im Vergleich zu 16,7 km beim Mörser. Somit erhielt die Kanone ab etwa 1942 den Vorrang und die Produktion des Mörsers wurde eingestellt. Aufgrund des hohen Gewichtes von 23.375 kg in Fahrstellung wurde das Geschütz in zwei Teilladungen transportiert und über ein System von Winden und Rampen in Feuerstellung (Gewicht dann 17.520 kg) gebracht. Über kurze Entfernungen war es möglich das Geschütz in Feuerstellung als Gesamtlast mit einem schweren Halbkettenfahrzeug zu bewegen.

Die Lebensdauer des Rohres betrug ungefähr 1500 Schuss. Das Gewicht der Granaten betrug 71 kg (Panzergranate) oder 68 kg (Sprenggranate).

EinsatzBearbeiten

Der Einsatz des Geschützes erfolgte in den schweren Kanonen-Abteilungen 557, 763, 764, II./84 und in den selbständigen Kanonen-Batterien 435, 1./817, 2./817 und 3./817. Die Abteilungen mit neun Kanonen und die selbstständigen Batterien mit drei Kanonen kamen an den entsprechenden Schwerpunkten der Front zum Einsatz.[1] Einzelne erbeutete Geschütze wurden von den alliierten Truppen während ihres Vormarsches eingesetzt.[2]

LiteraturBearbeiten

  • Terry Gander, Peter Chamberlain: Enzyklopädie deutscher Waffen 1939–1945, Motorbuchverlag, ISBN 3-613-02481-0.
  • Chris Bishop (Hrsg.): Waffen des Zweiten Weltkriegs, Weltbild, ISBN 3-8289-5385-9.

WeblinksBearbeiten

Commons: 17-cm-Kanone 18 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Leo Niehorster: GERMAN WORLD WAR II ORGANIZATIONAL SERIES, Volume 5/II, HIGHER HEADQUARTERS AND MECHANIZED GHQ UNITS (4 July 1943). S. 41, abgerufen am 29. Dezember 2019 (englisch).
  2. Chris Bishop (Hrsg.): Waffen des Zweiten Weltkriegs. Weltbild, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-5385-9.