Die 2-cm-KwK 30 war eine Kampfwagenkanone mit der Kaliberlänge L/55, die als Hauptbewaffnung im leichten Panzerkampfwagen II[1] diente. Die Waffe wurde zunächst im Spanischen Bürgerkrieg eingesetzt und kam in großen Stückzahlen und verschiedenen Variationen bis Ende des Zweiten Weltkriegs zum Einsatz.

2-cm-KwK 30


2-cm-KwK 30 im Turm eines Panzer II

Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: 2-cm-Kampfwagenkanone
Herstellerland: Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Entwickler/Hersteller: Rheinmetall AG
Produktionszeit: 1930 bis 1945
Waffenkategorie: Kampfwagenkanone
Technische Daten
Rohrlänge: 110 cm
Kaliber:

20 mm
(Munition: 20×138 mm B)

Kaliberlänge: L/55
Höhenrichtbereich: –10° bis +20° Winkelgrad
Seitenrichtbereich: 360°

Modifikationen und KampfeinsatzBearbeiten

Die KwK 30 diente als Grundmuster für spätere Modifikationen wie beispielsweise die 20 mm C/30, als Version einer luftgestützten Bordkanone, welche versuchsweise in Heinkel He 112 Jägern eingebaut wurde und exzellente Erdkampfeigenschaften im Spanischen Bürgerkrieg nachweisen konnte. Der direkte Erdkampfeinsatz mit Bordwaffen wurde als Gefechtsart seitens der deutschen Luftwaffe vorerst nicht priorisiert, weshalb diese Entwicklung auch nicht weiter verfolgt wurde.

Version 2-cm-KwK 38Bearbeiten

Eine kampfwertgesteigerte Version in Form der 2-cm-Kampfwagenkanone 38 (2-cm-KwK 38), ebenfalls mit der Kaliberlänge L/55, kam als Turmbewaffnung im SdKfz.121 (Panzer II/Ausf. J aufwärts) ebenfalls zum Einsatz.

MunitionsartenBearbeiten

Für die 2-cm-KwK 30 diente die Granatkartusche 20 × 138 mm B als Basisversion, die im Wesentlichen mit den folgenden Typen von Panzergranaten (PzGr) zum Einsatz gebracht wurde.

Verwendete Abkürzungen
  • Br.: Brand
  • L/Spur: Leuchtspur
  • PzGr.: Panzergranate
  • SprGr.: Sprenggranate
  • m.: mit
  • Üb.: Übung
  • vk.: verkürzt (Leuchtspur mit verkürzter Entfernung)
  • W.: Warme Übertragung (Leuchtspur bewirkt Detonation des Projektils nach einer bestimmten Zeit.)
  • Zerl.: Zerlegung (Projektil mit Selbstzerlegung)
Bezeichnung Typ Beschreibung Masse
(g)
V0
(m/s)
SprGr.Patr.L/Spur 2 cm Splitter/Sprenggranatpatrone mit Leuchtspurpatrone und Aufschlag-Leuchtdetonator Einführung seit dem 7. Dezember 1937 115 888
SprGr.Patr.Br. 2 cm Sprenggranatpatrone mit Brandsatz Sprengsatz zündet mit weißem Phosphor 100 1050
Br.SprGr.Patr. vk L/Spur W. 2 cm Brand/Sprenggranatpatrone mit verkürzter Leuchtspur, warme Übertragung Sprengsatz zündet mit weißem Phosphor, Selbstzerlegung nach 5,5 s (etwa 2.000 m) 132 995
Br.SprGr.Patr.L/Spur 2 cm Brand/Sprenggranatpatrone Leuchtspur Sprengsatz zündet mit weißem Phosphor (Masse mit Leuchtspur = g) 100 1050
SprGr. 39 2 cm Sprenggranate 39 Projektil mit Splitter-Sprengsatz 132 995
PzGr. L/Spur 2 cm Panzergranate, panzerbrechend mit Leuchtspurpatrone und Aufschlag-Leuchtdetonator Einführung seit dem 7. Dezember 1937 148 780
PzGr. L/Spur m. Zerl. 2 cm Panzergranate, panzerbrechend mit Leuchtspur und Selbstzerleger Einführung seit dem 7. Dezember 1937, Selbstzerlegung nach 2 s (etwa 1.000 m) 146 830
PzGr. 39 2 cm Panzergranate 39, panzerbrechend Modifikation der panzerbrechenden Ladung im Jahr 1939 148 780
PzGr. 40 2 cm Panzergranate 40, panzerbrechend, Unterkaliber panzerbrechende Ladung mit Wolframkern 100 1050
SprGr.Patr.L/Spur Üb. Übungsmunition/Übungsgranate Simulierte Wirkung: Sprenggranatpatrone mit Leuchtspurpatrone 148 995
SprGr.Patr.Üb. Übungsmunition/Übungsgranate Simulierte Wirkung: Sprenggranatpatrone 148 995

Verwendung als Bordkanone (BK)Bearbeiten

TrägerplattformenBearbeiten

Kampfwagen mit 2-cm-KwK 30

Siehe auchBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Sonderkraftfahrzeuge (kurz: SdKfz oder Sd.Kfz.)