7,5-cm-Feldkanone 38

Artilleriegeschütz des Herstellers Krupp

Die 7,5-cm-Feldkanone 38 (7,5-cm-FK 38) war eine Feldkanone, die 1938 bei Krupp für Brasilien entwickelt wurde. Der größere Teil des Auftrags wurde von der deutschen Wehrmacht genutzt.

7,5-cm-Feldkanone 38


7,5-cm-Feldkanone 38

Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: 7,5-cm-leiche Feldkanone 38
Entwickler/Hersteller: Krupp, Essen
Entwicklungsjahr: 1938
Produktionszeit: 1938 bis 1942
Stückzahl: 144
Modellvarianten: besp. / Kraftzug
Technische Daten
Gesamtlänge: 9.710 mm (mit Protze)
Rohrlänge: 2,80 m
Kaliber:

7,5 cm

Kaliberlänge: L/34
Anzahl Züge: 28
Drall: 5°/7°
Kadenz: 8 bis 10 Schuss/min
Höhenrichtbereich: −5° bis +45° Winkelgrad
Seitenrichtbereich: 55°
Ausstattung
Verschlusstyp: Schubkurbel-Flachkeilverschluß

GeschichteBearbeiten

Die Firma Krupp hatte für die Reichswehr die "Leichte 7,5-cm-Feldkanone 18" entwickelt. Darauf basierend wurde für eine Anfrage aus Brasilien mit einigen Änderungen eine Export-Version entwickelt. Es handelte sich um Geschütze, die mit Protze und Bespannung, also für den Pferdezug, konzipiert waren. Von der Bestellung über 144 Geschütze konnten vor Beginn des 2. Weltkriegs aber nur 64 Stück ausgeliefert werden.[1]

Die Auslieferung der unfertigen 80 Geschütze konnte aufgrund anderer Prioritäten und der politischen Situation nach Kriegsbeginn nicht mehr erfolgen. Der große Bedarf nach Waffen in diesem Kaliber, die auch in der Lage waren Panzer zu bekämpfen, führte dazu, dass die 80 Geschütze fertiggestellt wurden. Am 12. Mai 1942 werden sie erstmals im "Überblick über den Rüstungsstand beim Heer" aufgeführt.[2]

EntwicklungBearbeiten

Im Vergleich zur 7,5-cm-FK 18 hatte die 7,5-cm-FK 38 ein 69 % längeres Rohr und kam auf eine Reichweite von 11 500 m. Anfangs war sie mit einer zylindrischen Mündungsbremse mit 6 Schlitzen versehen; später hatte sie eine Wehrmachts-typische mit 4 Öffnungen. Sie war als halbautomatische Schnellfeuerkanone mit Spreizlafette ausgelegt. Die mit ihr verschossene Patronenmunition gewährleistete eine hohe Feuerrate.

Mit der Granate 38HL/B war das Geschütz ab 1942 zur Panzerbekämpfung geeignet. Die später eingeführte 38HL/C hatte eine noch höhere Mündungsgeschwindigkeit und die FK 38 damit in der Panzerabwehr noch bessere Leistungsmerkmale.

Während die ersten Geschütze noch mit Holzspeichenrädern ausgeliefert wurden, waren die später gefertigten Geschütze für den Kraftzug modifiziert. Sie hatten Pressstahlräder mit Gummierung und eine gefederte Achsaufhängung.

Feldkanonenprotze 38Bearbeiten

Mit der Feldkanonenprotze 38 verfügte das Geschütz in Pferdezugausführung über eine ungebremste, zweirädrige Kastenprotze mit Speichenholzrädern. Die Stahldeichsel der Protze war abnehmbar, um diese auch zum Kraftzug an Kraftfahrzeuge anhängen zu können. Auf der Protze wurden 11 Munitionsbehälter mit je 3 Schuss und ein Kasten mit Geschützzubehör in der Größe eines Munitionskastens mitgeführt. Es waren 3 Sitzplätze und einige Werkzeuge (2 Spaten, Hacke und ein Handbeil) vorhanden.[3]

Munitionswagen 38Bearbeiten

Der Munitionswagen 38 bildet eine Kombination aus einem Vorderwagen (Protze) und einem Hinterwagen. Auch der Hinterwagen kann einzeln im Pferdezug bewegt werden. Da der Munitionswagen 38 keine zusätzliche Werkzeugkiste für das Geschütz mitführt, können insgesamt 72 Schuss (12 × 3 je Wagen) und eine Mannschaft von 6 Mann transportiert werden. Vorder- und Hinterwagen sind bis auf die Bremse am Hinterwagen praktisch baugleich.[4]

Verwendung in BrasilienBearbeiten

Die an Brasilien gelieferten Geschütze waren weit bis über den Zweiten Weltkrieg im Einsatz und wurden zwischenzeitlich auch modernisiert.

LiteraturBearbeiten

  • Karl R. Pawlas, Die 7,5-cm-Feldkanone 38, in Waffen Revue 71, Journal Verlag Schwend GmbH, Schwäbisch Hall, 1988, S. 107 ff.
  • Terry Gander, Peter Chamberlain: . Handwaffen, Artillerie, Beutewaffen, Sonderwaffen. 1. Auflage. Motorbuchverlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-613-01975-2.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gander S. 175
  2. Waffen Revue 71 S. 107
  3. Waffen Revue 71 S. 130
  4. Waffen Revue 71 S. 131