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Zernez
Wappen von Zernez
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Engiadina Bassa/Val Müstair
BFS-Nr.: 3746i1f3f4
Postleitzahl: 7530 Zernez
7542 Susch
7543 Lavin
Koordinaten: 803507 / 175539Koordinaten: 46° 42′ 0″ N, 10° 6′ 0″ O; CH1903: 803507 / 175539
Höhe: 1474 m ü. M.
Fläche: 344,04 km²
Einwohner: 1532 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 4 Einw. pro km²
Website: www.zernez.ch
Zernez

Zernez

Karte
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Zernez (Audio-Datei / Hörbeispiel [tsərˈnɛts]?/i) ist eine politische Gemeinde in der Region Engiadina Bassa/Val Müstair des Schweizer Kantons Graubünden.

Zum 1. Januar 2015 fusionierte die Gemeinde mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Lavin und Susch. Die neue Gemeinde heisst ebenfalls Zernez.

WappenBearbeiten

Mit der Fusion erhielt Zernez für die Gesamtgemeinde ein neues Wappen, in dem die Hauptelemente der drei ehemaligen Gemeindewappen enthalten sind. Das alte Wappen behielt die Gültigkeit als Dorfwappen.

Blasonierung: In Silber (Weiss) ein aufrechter, rot bewehrter schwarzer Bär, eine bewurzelte grüne Tanne tragend

Das Wappen erinnert an die vielen Bärengeschichten aus den Wäldern der Gemeinde. Gleichzeitig verweist es auch auf die Familie Planta, die für die Gemeinde von grosser Bedeutung war und eine Bärentatze im Wappen führte.

GeographieBearbeiten

Das Dorf Zernez liegt auf einer Höhe von 1474 m im weiten Talboden des Engadin am Zusammenfluss von Inn und Spöl und hat rund 1600 mehrheitlich Rätoromanisch sprechende Einwohner. Der Ort ist wichtigster Ausgangspunkt für Wanderungen in den Schweizerischen Nationalpark; ein beliebtes Ziel ist zum Beispiel die Wanderhütte Chamanna Cluozza.

Zum Gemeindegebiet gehört neben dem Dorf Zernez mit der Fraktion Brail und dem Weiler Carolina seit Anfang 2015 auch das Gebiet der ehemaligen Gemeinden Lavin und Susch.

BevölkerungBearbeiten

SprachenBearbeiten

1880 gaben 84 %, 1900 79 % und 1941 78 % der Bürger Romanisch (in der Variante des Vallader) als Muttersprache an. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Anteil des Romanischen zwar weiter zurück, doch ist dieses nach wie vor Mehrheitssprache. 1990 gaben 81 % und im Jahr 2000 80 % Romanischkenntnisse an. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle (gültig für den Ortsteil Zernez, ohne Lavin und Susch):

Sprachen in Zernez
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 207 22,50 % 243 27,96 % 300 31,28 %
Rätoromanisch 645 70,11 % 571 65,71 % 586 61,11 %
Italienisch 56 6,09 % 41 4,72 % 42 4,38 %
Einwohner 920 100 % 869 100 % 959 100 %

Religionen und KonfessionenBearbeiten

In Zernez wurde im Jahr 1553 die Reformation eingeführt.

Herkunft und NationalitätBearbeiten

Von den 1044 Bewohnern waren 922 (= 88 %) Schweizer Staatsangehörige (Stand: Ende 2005).

GeschichteBearbeiten

 
Zernez 1925 Richtung Süden, Aufnahme von Walter Mittelholzer
 
Zernez 2008 Richtung Norden

Zernez wurde 1161 erstmals urkundlich als Sarnetz[2] erwähnt.

Nach einem Grossbrand am 5. September 1872, der von 157 Häusern nur 40 unbeschädigt übrigliess, wurde ein Teil der Ortschaft im städtischen Stil und mit für das Engadin sonst untypischen Flachdächern wieder aufgebaut.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden in der Umgebung von Zernez die Sperrstellen Ova Spin und Crastatscha erstellt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In Zernez liegt das aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammende Schloss Wildenberg. Im Ortsteil Runatsch steht eine frühbarocke Pfarrkirche von 1609 mit reichen Stuckverzierungen.

KulturBearbeiten

In der Tradition der Übernamen der Engadiner Dörfer heissen die Zernezer ils magliachognas (deutsch «die Hundefresser»).

Seit 2011 findet Ende Juni / Anfang Juli in Zernez das Burning Mountain Festival statt.

Seit 2017 findet alle zwei Jahre das Engadin Schlager- und Volksmusik Openair statt.

VerkehrBearbeiten

Zernez liegt an der Bahnstrecke Bever–Scuol-Tarasp, über die Anschluss zur Albulabahn besteht. Eine Postauto-Linie verbindet Zernez mit Mals im italienischen Vinschgau. Durch den Ort verläuft außerdem die Hauptstrasse 27.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Marcus Tatius «Tatius Alpinus» (um 1509 – 1562), Humanist, Übersetzer und Poet
  • Andrea Schorta (1905–1990) Linguist, Gewinner Prix Charles Veillon und Bündner Kulturpreis.
  • Jacques Guidon (* 1931), Zeichner, Maler, Bildhauer und Theaterregisseur
  • Rudolf Grass (1906–1982), Zernezer Dorffotograf
  • Andrea Bezzola (1840–1897), Schweizer Bundesrichter und Nationalratspräsident

LiteraturBearbeiten

  • Paul Eugen Grimm: Zernez. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Luzi Dosch: Zernez (= Schweizerische Kunstführer. Nr. 590, Ser. 59). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1996, ISBN 3-85782-590-1.
  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden. Band III: Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940. DNB 760079625.
  • Peter W. Roth: Der lange Weg zur achtgrössten Gemeinde. Zernez ist bereits 850 Jahre alt. In: Engadiner Post vom 3. März 2011, S. 5.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Zernez – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten