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Weifenbach ist ein rund 600 Einwohner großer Stadtteil der Stadt Biedenkopf im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Weifenbach
Wappen von Weifenbach
Koordinaten: 50° 56′ 34″ N, 8° 30′ 6″ O
Höhe: 332 (326–358) m ü. NHN
Fläche: 5,9 km²[1]
Einwohner: 600[2]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Eingemeindet nach: Wallau (Lahn)
Postleitzahl: 35216
Vorwahl: 06461
Ortskern
Ortskern

GeographieBearbeiten

Das Dorf liegt am süd-östlichen Rande des Rothaargebirges, umrahmt von Bergen, deren bekanntester die Sackpfeife ist. Die nächstgelegenen Ortschaften sind Biedenkopf und Wallau.

Im Ortskern südlich des zentralen Reckenbergs vereinen sich zwei Bachläufe: Der Weidenbach mit Ursprung aus dem Nord-Osten des Ortes mündet in den Weifenbach mit Ursprung aus dem Nord-Westen des Dorfes. Der Weifenbach verläuft fortan und außerorts weiter in südlicher Richtung – er mündet zwischen Wallau und Ludwigshütte in die Lahn. Der Verlauf der beiden Bäche und deren Ypsilon-förmige Vereinigung sind charakteristisch für den Ort und wurde daher im Wappen thematisiert, siehe „Wellendeichsel“ im Abschnitt Wappen. Die Bachläufe sind innerhalb des Ortes zum Teil unterirdisch verlegt worden. Vom Ortskern und dem Großteil des Dorfes ist der Ortsteil östlich des Weidenbachs über Brücken erreichbar bzw. durch Überquerungen der unterirdisch verlegten Teile des Bachlaufs – daher wird dieser Bereich des Dorfes volkstümlich als „die Insel“ bezeichnet.

GeschichteBearbeiten

Am 5. Juni 1262 wird Weifenbach erstmals urkundlich erwähnt. Diese besagt, dass der Glöckner Walter von Weifenbach zu Biedenkopf zur Aussteuer seiner Verwandten, der Nonne Zina, dem Kloster Kappel Güter zu Weifenbach und ein Haus in Biedenkopf schenkt.

Am 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Hessen nach Wallau (Lahn) eingemeindet. Mit dieser kam der Ort am 1. Juli 1974 zur Stadt Biedenkopf.[3]

Bekannt wurde Weifenbach als Musikantendorf aufgrund seiner Blaskapellen und Gesangvereine, die im 19. Jahrhundert aufspielten.[4] 2011 wurde das 300-jährige Bestehen der Kirche gefeiert, 2012 hat der Ort seine 750-jährige Geschichte gewürdigt.[5][6]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Weifenbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][7]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1577: 15 Hausgesesse
• 1630: 15 Hausgesesse (9 zweispännige Ackerleute, 3 Einläuftige).
• 1677: 10 Männer, 2 Jungmannschaften, 3 ledige Mannschaften
• 1742: 28 Haushalte
Weifenbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 1967
Jahr  Einwohner
1791
  
200
1830
  
215
1840
  
247
1846
  
271
1852
  
296
1858
  
292
1864
  
303
1871
  
306
1875
  
302
1885
  
358
1895
  
338
1905
  
410
1910
  
438
1925
  
449
1939
  
466
1946
  
507
1950
  
735
1956
  
679
1961
  
547
1967
  
559
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; 1791:[8]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1830: 215 evangelische Einwohner
• 1885: 337 evangelische, und ein katholischer Einwohner
• 1961: 525 evangelische (= 93,92 %), 33 römisch-katholische (= 5,90 %) Einwohner

ErwerbstätigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1867: Erwerbspersonen: 67 Landwirtschaft, 4 Gewerbe und Industrie, 4 Verkehr, 50 persönliche Dienstleistungen, 2 Gesundheitspflege, 1 Erziehung und Unterricht, 3 Gemeindeverwaltung.
• 1961: Erwerbspersonen: 94 Land- und Forstwirtschaft, 161 produzierendes Gewerbe, 27 Handel und Verkehr, 27 Dienstleistungen und Sonstiges.

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Gold eine blaue Wellendeichsel zwischen drei roten Garnrädern mit schwarzen Speichen (1:2)

Die Wellendeichsel steht für den Weifenbach, dabei vereinen sich zwei Bäche im Ort und bilden diesen Bach. Es wurden noch drei Räder von Garnwinden addiert, die zur früheren Weife, auch Haspel genannt, gehören. Am 7. Oktober 1959 wurde das Wappen genehmigt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

VereineBearbeiten

Der Weifenbacher Männergesangsverein „MGV 1885“ feierte am 28. und 29. Mai 2010 sein 125-jähriges Bestehen.

KulturdenkmälerBearbeiten

Bilder aus dem OrtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Weifenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Internetauftritt des Stadtteils der Dorfgemeinschaft Weifenbach e.V., abgerufen im Juli 2017
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350 und 351.
  4. Dorfchronik von Jürgen Schneider
  5. Kirchengemeinde Wallau-Weifenbach: Kirche in Weifenbach, abgefragt am 14. Januar 2016
  6. Kirchengemeinde Wallau-Weifenbach: Weifenbach, abgefragt am 14. Januar 2016
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. a b Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 190, 283 (online bei HathiTrust’s digital library).
  9. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 7 (bei google books).
  10. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 416 (online bei Google Books).