Walter Mirisch

US-amerikanischer Filmproduzent

Walter M. Mirisch (* 8. November 1921 in New York City, New York) ist ein US-amerikanischer Filmproduzent.

LebenBearbeiten

Walter Mirisch studierte an der University of Wisconsin–Madison und der Harvard Business School. Sein Einstieg ins Filmgeschäft erfolgte früh und bereits 1947 produzierte er seinen ersten Film, den Low-Budget-Noir Fall Guy. Bis in die 1950er-Jahre produzierte er vor allem B-Movies für das Filmstudio Monogram Pictures (später Allied Artists). Mit nur 29 Jahren stieg er zum künstlerischen Leiter des Studios auf und übersah dabei als oberster Produzent die Produktionen von teilweise 30 Filmen gleichzeitig.

1957 gründete er mit seinen Brüdern Harold und Marvin Mirish die Produktionsfirma Mirisch Corporation, die mit United Artists im Bereich des Filmvertriebs zusammenarbeitete.[1] Seinen Durchbruch als unabhängiger Produzent hatte Harold Mirish 1960 mit dem Edel-Western Die glorreichen Sieben. Seine Firma Mirisch Corporation wurde eines der erfolgreichsten unabhängigen Filmunternehmen der USA und Walter Mirish zählte zeitweise zu den erfolgreichsten US-Filmproduzenten. Seine Firma produzierten die Filme von profilierten Regisseuren, beispielsweise Robert Wise, der seine oscarprämierten Musicalfilme West Side Story (1961) und The Sound of Music (1965) bei der Mirisch Corporation drehte. Mirisch war auch Mitproduzent von insgesamt neun Filmen seines Freundes Billy Wilder, darunter Klassiker wie Manche mögen’s heiß und Das Appartement.[2] Das von Mirisch produzierte Rassismusdrama In der Hitze der Nacht wurde 1968 mit dem Oscar als Bester Film ausgezeichnet. Nachdem er sich seit den 1990er Jahren weitestgehend von der Filmproduktion zurückgezogen hatte, fungierte er 2016 wieder als Produzent für Antoine Fuquas Neuverfilmung des Klassikers Die glorreichen Sieben.[3]

Von 1973 bis 1977 war Mirisch Präsident der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die alljährlich die Oscars vergibt. Mit seiner Ehefrau Patricia Kahan (1924–2005) hat Mirish drei Kinder. Sein Sohn Lawrence Mirisch ist der Gründer der Mirisch Agency, die sich um Filmschaffende hinter der Kamera bemüht. Vor allem Filmeditoren werden durch die Agentur vertreten.

AuszeichnungenBearbeiten

Neben seinem Oscar als Produzent von In der Hitze der Nacht erhielt Mirisch auf Oscarverleihungen auch zwei weitere Ehrenpreise: 1977 den an besonders fähige Produzenten verliehenen Irving G. Thalberg Memorial Award sowie 1983 den Jean Hersholt Humanitarian Award für seine karitativen Tätigkeiten. Daneben erhielt er unter anderem 1967 die Auszeichnung als „Produzent des Jahres“ von der Producers Guild of America sowie 1977 den Golden Globe Award für sein Lebenswerk (Cecil B. deMille Award).

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Facebook, Twitter, Show more sharing options, Facebook, Twitter: Walter Mirisch, his memoir and memories. 17. Juni 2008, abgerufen am 9. November 2020 (amerikanisches Englisch).
  2. Artbound Staff: Producer Walter Mirisch on His Expansive Career in Hollywood. 16. Juli 2015, abgerufen am 9. November 2020 (englisch).
  3. Lewis Beale: Why Akira Kurosawa's 'Seven Samurai' keeps inspiring new retellings like 'The Magnificent Seven'. Los Angeles Times, 23. September 2016, abgerufen am 9. Oktober 2016.