Hauptmenü öffnen

Schlacht um Midway (1976)

US-amerikanischer Kriegsfilm von Regisseur Jack Smight

Schlacht um Midway (Originaltitel: Midway) ist ein US-amerikanischer Kriegsfilm des Regisseurs Jack Smight. Er handelt von der entscheidenden Wende im Pazifikkrieg, die mit dieser großen Trägerschlacht im Juni 1942 eingeläutet wurde. Die Amerikaner wussten eine Wiederholung von Pearl Harbor zu verhindern. Die Hauptrollen sind mit Henry Fonda, Charlton Heston, James Coburn, Robert Mitchum, Robert Wagner und Glenn Ford besetzt.

Filmdaten
Deutscher TitelSchlacht um Midway
OriginaltitelMidway
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1976
Länge132 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieJack Smight
DrehbuchDonald S. Sanford
ProduktionWalter Mirisch
MusikJohn Williams
KameraHarry Stradling jr.
SchnittRobert Swink,
Frank J. Urioste
Besetzung

In den USA hatte der Film am 18. Juni 1976 Premiere; in der Bundesrepublik Deutschland lief er am 7. Oktober 1976 an.

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Die kaiserliche Marine Japans ist bis 1942 ungeschlagen und hat die amerikanische Marine schwer geschädigt. Nach der Schlacht im Korallenmeer, die unentschieden ausging, erstellt der japanische Chefstratege Admiral Yamamoto einen komplizierten Schlachtplan, um die wenigen verbliebenen amerikanischen Flugzeugträger zu vernichten. Von den Japanern unentdeckt, haben amerikanische Geheimdienstler den japanischen Verschlüsselungscode geknackt. Die Amerikaner wissen nun, dass Yamamoto plant, bei den Midwayinseln zuzuschlagen. US-Admiral Nimitz schickt seine letzten Träger nach Midway, bevor die Japaner dort auftauchen. Mit Mut, Geschick, Intelligenz und Glück können die Amerikaner die Schlacht für sich entscheiden.

KritikenBearbeiten

„Ein handwerklich perfekter Kriegsfilm mit prominenter Besetzung, der jedoch den Krieg auf fatale Weise zu einem ‚Spiel für harte Männer‘ reduziert und keine historischen Zusammenhänge aufzeigt.“

HintergrundBearbeiten

  • „Schlacht um Midway“ war einer der wenigen Filme, in denen (in besonders ausgerüsteten Kinos) das Sensurround-Tonverfahren zum Einsatz kam, welches ein besonders authentisches, geradezu körperliches Empfinden der Schlachtgeräusche (durch die Wiedergabe sehr tiefer Töne bis herunter zu 15 Hz) vermittelte. Das Verfahren erreichte jedoch weltweit nur eine geringe Verbreitung und wurde bald wieder eingestellt.
  • In kleinen Nebenrollen spielen Erik Estrada und Steve Kanaly US-Piloten und Tom Selleck einen Ordonnanzoffizier.
  • Gedreht wurde auf Marine-Basen in Los Angeles und Long Beach, Kalifornien und in Pensacola, Florida. Die Flugzeugträger-Szenen (auch die der japanischen Seite) wurden auf der USS Lexington gedreht.
  • Der Regisseur Smight ersetzte den zuerst verpflichteten John Guillermin.
  • Der zweifache Oscar-Gewinner Henry Fonda verkörperte den US-Admiral Nimitz in diesem Film zum zweiten Mal. Schon 1965 spielte er ihn in dem Film Erster Sieg (In Harm's Way) unter der Regie von Otto Preminger.
  • Neben Henry Fonda spielen weitere preisgekrönte Darsteller mit: Charlton Heston (Oscar 1960), Edward Albert (Golden Globe 1973), Glenn Ford (Golden Globe 1962) und Cliff Robertson (Oscar 1969). Dabney Coleman (Golden Globe 1988) und James Coburn (Oscar 1999) wurden erst später geehrt, während Robert Mitchum in seiner Karriere nicht berücksichtigt wurde.
  • Auch hinter der Kamera arbeiteten preisgekrönte Mitarbeiter: Der Produzent Mirisch (Oscar 1968), der Komponist John Williams (Oscars 1972, 1976, 1978, 1983, 1994 und 43 weitere Nominierungen, sowie Golden Globes 1976, 1978, 1983, 2006), der Art-Director Walter H. Tyler (Oscar 1951), die Ton-Ingenieure Robert L. Hoyt, Earl Madery und Robert Heman jr. (jeweils Oscar 1976).
  • Militärischer und technischer Berater war Vizeadmiral Bernard M. Stream
  • John Ford drehte 1942 einen Dokumentarfilm als Augenzeuge der Schlacht. Als Sprecher in diesem Film war Hauptdarsteller Henry Fonda zu hören.
  • In den Film eingearbeitet sind einige Original-Luftkampfaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg.[2]

Geschichtlicher HintergrundBearbeiten

  • Die Schlacht im Korallenmeer fand am 7. und 8. Mai 1942 südwestlich der Salomonen statt. Sie war die erste Trägerschlacht, bei denen Japaner und Amerikaner Flugzeugträger einsetzten. Die Schlacht ging unentschieden aus. Die US-Truppen verloren ca. 540 Mann, einen Flugzeugträger, einen Zerstörer und einen Tanker. Die Japaner hatten ca. 3.500 Tote zu beklagen, verloren einen Flugzeugträger und einen Zerstörer.
  • Die Schlacht um Midway fand vom 4. bis zum 7. Juni 1942 bei den Midway-Inseln statt. Diese Trägerschlacht bedeutete die Wende im Pazifikkrieg. Die US-Navy verlor einen Flugzeugträger, einen Zerstörer, 98 Trägerflugzeuge und hatte 307 Tote zu beklagen. Die Japaner hingegen verloren neben einem Kreuzer 4 Flugzeugträger mit ca. 300 Trägerflugzeugen und verzeichneten ca. 4.800 Tote. Von dieser Niederlage konnte sich die japanische Marine nicht mehr erholen.
  • Yamamoto Isoroku war Oberkommandierender der Vereinigten Flotte der Kaiserlichen Marine. Er war unter anderem an den geheimen Planungen zum Angriff auf Pearl Harbor 1941 beteiligt. In einem Gespräch vor dem Angriff mit dem Premier Japans Konoe Fumimaro erklärte er - sinngemäß - er könne im Falle eines Krieges mit den USA und Großbritannien mehrere Monate lang ungehindert operieren und ihnen zahlreiche Niederlagen zufügen, danach werde aber die Wirtschaftsmacht der Vereinigten Staaten greifen und Japan werde den Krieg innerhalb weniger Jahre unweigerlich verlieren. Yamamoto war überzeugt, dass nur ein schneller, entscheidender Schlag gegen die US-Flotte seinem Land genug Zeit geben werde, den Alliierten so viele Niederlagen zuzufügen, dass diese mit dem Zugeständnis der Anerkennung der japanischen Oberhoheit über Ostasien um Frieden bitten müssten.[3] Am 18. April 1943 starb Yamamoto, als amerikanische Jäger vom Typ P-38 Lightning sein Flugzeug, mit dem er zu einer Truppeninspektion nach Rabaul unterwegs war, abschossen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. vgl. Lexikon des Internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
  2. Scott Weinberg: Midway. In: Apollo guide. Archiviert vom Original am 2. Mai 2006; abgerufen am 27. Dezember 2014 (englisch).
  3. Edwin P. Hoyt: Yamamoto. The man who planned Pearl Harbor. McGraw-Hill, New York 1990, S. 106 f.