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La favorite (Oper)

Oper von Gaetano Donizetti
(Weitergeleitet von Die Favoritin)
Werkdaten
Titel: Die Favoritin
Originaltitel: La favorite
Gilbert Duprez und Rosine Stoltz als Fernando und Léonor (1849)

Gilbert Duprez und Rosine Stoltz als Fernando und Léonor (1849)

Form: Grand opéra in vier Akten
Originalsprache: Französisch
Musik: Gaetano Donizetti
Libretto: Alphonse Royer, Eugène Scribe und Gustave Vaëz
Literarische Vorlage: François-Thomas-Marie de Baculard d’Arnaud: Les amants malheureux ou Le comte de Comminges
Uraufführung: 2. Dezember 1840
Ort der Uraufführung: Pariser Oper
Spieldauer: ca. 2 ¾ Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Kastilien, um 1340
Personen

La favorite (Die Favoritin, italienische Fassung: La favorita) ist eine Grand opéra in vier Akten des Komponisten Gaetano Donizetti; das Libretto schufen Alfonse Royer, Eugène Scribe und Gustave Vaëz auf der Basis der Erzählung Les amants malheureux ou Le comte de Comminges von François-Thomas-Marie de Baculard d’Arnaud. Sie wurde am 2. Dezember 1840 an der Pariser Oper uraufgeführt.

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Erster AktBearbeiten

Im Kloster zu Santiago de Compostela

Fernand ist Novize im Kloster und soll nach seiner Ausbildung der Nachfolger von Prior Balthazar werden (Chor der Mönche). Im Klostergarten trifft Fernand zufällig Leonor und verliebt sich in sie (Romanze „Ein engelschönres Weib nie gesehen“). Seine Liebe wird erwidert, und er entschließt sich, das Kloster zu verlassen. Fernand bespricht sich mit Prior Balthazar und will sich zur Armee melden (Duett Fernand/Balthazar „Du mein Sohn, mein einzges Hoffen“).

Zweiter AktBearbeiten

Im Palast von König Alphonse XI.

Fernand zeichnet sich im Kampf gegen die Mauren aus und wird zum Offizier befördert. Als Papst Johannes XXII. König Alphonse XI. mit Exkommunikation bedroht, wendet dieser sich von seiner Mätresse Léonor ab und gibt sie Fernand zur Frau. Léonor will Fernand durch einen Brief aufklären, dass sie die Favoritin (Mätresse) seines Königs gewesen ist, doch ihre Botin Ines wird von Don Gasparo arretiert, damit die Nachricht die Hochzeit nicht gefährden kann. Somit erfährt Fernand erst nach seiner Vermählung von Léonors Rolle, und zwar durch die übrigen Offiziere, die ihn nunmehr als entehrt betrachten.

Dritter AktBearbeiten

Im Palast von König Alphonse XI.

Im Audienzsaal treffen Fernand und König Alphonse XI. aufeinander. Fernand zerbricht seinen Degen und wirft ihn dem König vor die Füße. Nun kommt Léonor dazu (Terzett „Fernand? Vor ihm bedeckt mit Schande“). Der König zieht sich zurück, und Fernand verlässt ebenfalls den Saal. Léonor steht traurig am Fenster (Arie „O mein Fernando, alle Schätze gäb’ ich dahin, dürft’ ich die Deine sein“).

Vierter AktBearbeiten

Im Kloster zu Santiago de Compostela

Fernand erreicht das Kloster und lässt sich beim Prior melden (Arie „Als ich dich einst verließ in wildbewegtem Treiben“). Er tritt wieder ins Kloster ein und will so schnell wie möglich sein Gelübde ablegen. Léonor ist ihrem Ehemann nachgereist, kommt aber zu spät. Sie erreicht das Kloster, als in der Kirche eine Messe gefeiert wird. Sie muss warten, bis die Messfeier zu Ende ist; doch während dieser heiligen Messe hat Fernand bereits sein Ordensgelübde geleistet.

GestaltungBearbeiten

OrchesterBearbeiten

Die Orchesterbesetzung der Oper enthält die folgenden Instrumente:[1]

MusiknummernBearbeiten

(Italienische Fassung)

Erster Akt

  • Nr. 1 – Introduzione: Bell’alba foriera (Chor, Fernando, Baldassarre)
  • Nr. 2 – Chor und Duett Leonora und Fernando: Bei raggi lucenti – Ah mio ben! un dio ti invia (Chor, Ines, Leonora, Alfonso)
  • Nr. 3 – Arie des Fernando: Sì, che un tuo solo accento.

Zweiter Akt

  • Nr. 4 – Cavatine des Alfonso: Vien, Leonora, a’ piedi tuoi
  • Nr. 5 – Duett Leonora und Alfonso: Sì, Alfonso, me traviata, avvilita
  • Nr. 6 – Finale II: Paventa del furor (Baldassarre, Leonora, Alfonso, Gasparo, Coro, Ines)

Dritter Akt

  • Nr. 7 – Arie der Leonora: Oh mio Fernando! della terra il trono
  • Nr. 8 – Finale III: Già nell’augusta cella (Chor, Fernando, Alfonso, Gasparo, Leonora, Baldassarre)

Vierter Akt

  • Nr. 9 – Arie des Baldassarre: Splendon più belle (Baldassarre, Chor)
  • Nr. 10 – Arie des Fernando: Spirto gentil ne’ sogni miei
  • Nr. 11 – Duett Fernando und Leonora und Finale: Ah! va’, t’invola; e a questa terra – Ah padre, è dessa! (Fernando, Leonora, Baldassarre, Chor)

WerkgeschichteBearbeiten

Dieses Werk war ursprünglich auf drei Akte angelegt und entstand unter dem Titel L’ange de Nisida im Herbst 1839 für das Théâtre de la Renaissance. Dieses Projekt wurde aber von Donizetti fallen gelassen, und einen Großteil seiner Kompositionen verwandte er für die nun im Stil der Grand opéra konzipierte Oper La favorite. Die Uraufführung fand am 2. Dezember 1840 an der Pariser Oper unter der musikalischen Leitung von François-Antoine Habeneck statt. Die Sänger waren Paul Barroilhet (Alphonse XI), Rosine Stoltz (Léonor), Gilbert Duprez (Fernand), Nicolas-Prosper Levasseur (Balthazar), Pierre-François Wartel (Don Gaspar) und Élian (Inès).[2] La favorite war hier sehr erfolgreich und wurde bis 1904 ca. 650 Mal dort aufgeführt. Um 1840 bearbeitete Richard Wagner die Musik fürs Klavier.

Der Schriftsteller Richard Otto Spazier übersetzte das Libretto, und bereits 1841 kam die Oper in deutscher Sprache in Kassel auf die Bühne. 1841 war das Werk unter dem Titel Richard und Mathilde am Theater am Kärntnertor in Wien zu sehen, und 1853 wurde eine Bearbeitung des Werks unter dem Titel Leonore inszeniert.

Diskographie (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • William Ashbrook: Donizetti and his Operas. University Press, Cambridge 1983, ISBN 0-521-27663-2.
  • Leo Melitz: Führer durch die Opern. Globus-Verlag, Berlin 1914, S. 84.
  • Horst Seeger: Opern-Lexikon. Heinrichshofens Verlag, Wilhelmshaven, 1978, ISBN 3-7959-0271-1, S. 189.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Norbert Miller: La Favorite. In: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Band 2: Werke. Donizetti – Henze. Piper, München/Zürich 1987, ISBN 3-492-02412-2, S. 29–33.
  2. 2. Dezember 1840: „La favorite“ im Almanacco von Gherardo Casaglia, abgerufen am 7. August 2019.