Völkerschau

Zurschaustellung von Angehörigen eines fremden Volkes

Völkerschau (auch Kolonialausstellung oder Kolonialschau und Menschenzoo genannt) bezeichnet eine Zurschaustellung von Angehörigen eines fremden Volkes gegen Eintrittsgebühren. Blütezeit der Völkerschauen in Europa war zwischen 1870 und 1940. Allein in Deutschland wurden in dieser Zeit über 300 außereuropäische Menschengruppen vorgeführt. Teilweise wurden in diesen Völkerschauen und Kolonialschauen gleichzeitig über 100 Menschen zur Schau gestellt.[1] Diese Zurschaustellung waren Massenveranstaltungen, die ein millionenfaches Publikum in Europa und Nordamerika anlockten. Sie fanden auch abseits der Großstädte in mittelgroßen und kleinen Städten statt.[2]

Völkerschau auf der Pariser Kolonialausstellung im Jahr 1931 in Paris

Entdeckungsreisende brachten von ihren Unternehmungen ab dem 15. Jahrhundert Menschen aus fernen Ländern nach Europa, die zunächst Adeligen und reichen Kaufleuten gezeigt wurden. Die Entdecker wollten ihren Erfolg belegen und die Obrigkeit reklamierte ihre Besitzansprüche und wollte ihre Weltoffenheit und ihren Reichtum demonstrieren. Im 19. Jahrhundert entstand ein Geschäftszweig, in dem nicht nur einzelne Menschen oder kleine Gruppen aus den entferntesten Gebieten der Erde vorgestellt wurden, sondern diese Veranstaltungen, von denen einzelne bis zu 60.000 Menschen besuchten, erbrachten den Veranstaltern beträchtliche Gewinne. Der sich in jener Zeit entwickelnde europäische Kolonialismus wollte mit Völkerschauen bzw. Kolonialschauen zeigen, dass Kolonien auch für das Volk von Vorteil sein können. Im Jahr 1940 wurden die Völkerschauen eingestellt und sie in den 1950er Jahren wiederzubeleben, gelang nicht.

BegriffBearbeiten

Der Begriff Völkerschau taucht im deutschsprachigen Raum als „Völkerschau auf Reisen“ bereits im Jahr 1840 als Buchtitel in den von Theodor Mundt verfassten Reiseberichten aus Europa und Afrika auf. Während Völkerschauen bis auf zwei privat betrieben wurden, waren die Kolonialschauen staatlich organisiert und finanziert. Die erste sogenannte Kolonialausstellung in Deutschland, die Berliner Kolonialausstellung fand 1896 im Treptower Park in Berlin statt, wobei in sogenannten „Negerdörfern“ mit mehr als 100 Afrikanern und Melanesiern fünfeinhalb Monate lang vermeintlich typische Lebenssituationen aus ihrer Heimat nachgestellt wurden.[3] Die zweite staatlich organisierte und finanzierte Kolonialschau war die Wanderschau Deutsche Afrika-Schau, die mit Unterstützung der nationalsozialistischen Behörden von 1936 an durch das Deutsche Reich reiste, bis sie 1940 verboten wurde.

Bis in die 1930er Jahre wurden Völkerschauen auch als anthropologische Ausstellungen oder anthropologische Schaustellungen bezeichnet.[4][5] Von 1901 bis 1903 erschien eine Zeitschrift „Völkerschau“ und 1932 gab es ein Sammelalbum „Völkerschau in Bildern“ für Sammelbilder aus Zigarettenschachteln. Der Begriff Völkerschau bezog sich in diesen Jahrzehnten auf die Darstellung und Beschreibung exotischer Menschen mit ihren Trachten, Sitten und Gebräuchen wie ihres heimatlichen Umfeldes. 1904 wurde der Begriff zum ersten Mal für eine Vorführung von Tunesiern auf dem Oktoberfest in München verwendet. Hagenbeck legte Wert darauf, dass seine Veranstaltungen „ethnologisch-zoologische Ausstellungen“ genannt wurden und bezeichnete sie in seiner Korrespondenz und Autobiografie als „Völkerausstellungen“. Im üblichen Sprachgebrauch wurden sie „Karawanen“, „Gruppen“, „Truppen“ oder „Ausstellungen“ genannt. Im wissenschaftlichen Kontext dieser Zeit wurde auch der Begriff „Menschausstellung“ und „Menschenvorstellungen“ verwendet.[6] Neuerdings, beginnend etwa ab 2010, ist im deutschsprachigen Raum festzustellen,[7][8][9][10][11][12] dass in den Medien der Begriff Völkerschau durch Menschenzoo verschiedentlich ersetzt wird.

GeschichteBearbeiten

15. bis 17. JahrhundertBearbeiten

 
Pocahontas nach einem Stich aus dem 16. Jahrhundert

Entdeckungsreisende in der frühen Neuzeit nahmen auf ihren Rückreisen häufig überseeische Bewohner mit nach Europa. Der in Italien geborene Christoph Kolumbus (um 1451–1506) brachte von seiner ersten Entdeckungsreise sieben Arawak-Indianer nach Spanien mit. Der italienische Seefahrer Amerigo Vespucci (1454–1512) brachte von seinen vier Entdeckungsreisen etwa 200 Bewohner Amerikas nach Europa. Der portugiesische Seefahrer Gaspar Corte-Real (1450–1501) brachte 1500 die ersten nordamerikanischen Indianer nach Lissabon. Als der Spanier Hernán Cortés (1485–1547) im Jahr 1528 zurückkehrte, kamen die ersten Mexikaner in Europa an, die vor Karl V. und vor dem Papst auftraten. Der französische Seefahrer Jacques Cartier (1491–1557) brachte die ersten amerikanischen Ureinwohner nach Frankreich.

1606 trat in Nürnberg ein Mann aus Afrika auf, der Spiele mit afrikanischen Tieren und Hunden vorführte.[13] 1610 marschierte ein Huron-Indianer mit indianischem Ledergewand und glattrasiertem Kopf ein Jahr lang durch Paris und wurde so allgemein unter dem Namen „Savigonin“ bekannt. Der Name Pocahontas, eine Häuptlingstochter, die mit ihrem Mann, dem Tabakpflanzer John Rolfe, nach Europa kam, ist bis heute in Erinnerung geblieben. Sie starb vor ihrer Abreise aus Europa.

18. JahrhundertBearbeiten

 
Porträt von Omai nach Joshua Reynolds (1723–1792)

Im 18. Jahrhundert, als die Südsee entdeckt wurde, brachte der französische Offizier und Seefahrer Louis Antoine de Bougainville (1729–1811) im Jahr 1769 nach seiner Weltumsegelung Aotourous, den ersten Tahitianer nach Frankreich. Als dieser im März 1790 Paris verließ, starb er auf dem Schiff an Pocken. Der zweite Tahitianer, der im Jahre 1775 nach Europa ins Vereinigte Königreich kam, war der Diener Omai (auch Mai genannt) des britischen Seefahrers James Cook (1728–1779). Im Gegensatz zu anderen Fällen hatten beide angeblich die Seereise nach Europa freiwillig angetreten und mussten, weil ihren Förderern ihr Unterhalt zu teuer wurde, die Rückreise antreten.[14] Gouverneur Arthur Phillip (1738–1814), der Gründer der britischen Sträflingskolonie Australien, nahm auf seiner Rückreise im Jahr 1792 die Aborigines Bennelong (1764–1813) und Yemmerrawanne (1775–1794) ins Vereinigte Königreich mit, die am 24. Mai 1793 König Georg III. vorgestellt wurden.[15]

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

Völkerschauen im eigentlichen Sinne gibt es erst seit der Mitte der 1870er Jahre, davor wurden einzelne „exotische Menschen“ zur Schau gestellt. Carl Hagenbeck veranstaltete 1874 seine erste Völkerausstellung mit „Lappländern“, mit der er die Grundlage zum erfolgreichen Veranstalter von Völkerschauen legte.[16] Entscheidend für die Fortentwicklung von der bloßen Zurschaustellungen einzelner oder Gruppen „exotischer Menschen“ war der schwindende Publikumserfolg, daher wurden Völkerschauen konzipiert und mit großem Erfolg veranstaltet.[17]

 
Kaiser Wilhelm II. spricht 1909 mit einer Gruppe Äthiopiern bei einer Völkerschau im Tierpark Hagenbeck.

Nachdem das Deutsche Reich im Jahr 1884 mit der Besetzung von Togo, Kamerun und weiteren Gebieten zu einer Kolonialmacht wurde, sollte dies auch in Europa propagandistisch abgesichert werden. Die erste deutsche Kolonialausstellung fand 1896 im Rahmen der Berliner Gewerbeausstellung 1896 in Treptow in Treptow als Berliner Kolonialausstellung statt.[18] Insgesamt wurden von den etwa 50 Kolonialschauen lediglich zwei staatlich organisiert, es waren die Berliner Kolonialausstellung von 1896 und die Deutsche Afrika-Schau von 1935 bis 1940. Lediglich in diesen zwei Kolonialschauen kamen die Menschen aus den deutschen Kolonien. Deutlich werden sollte mit diesem Propagandainstrument, dass Kolonien nicht nur den Partikularinteressen einzelner elitärer Kreise dienten, sondern dem Gesamtinteresse von Wirtschaft, Militär und Gesellschaft des imperialistischen Deutschlands. Dem „kleinen Mann“ sollten Kolonialausstellungen, die von 1896 bis 1940 in Deutschland stattfanden, zeigen, dass deutsche Kolonien auch ihm „Vorteile und Chancen“ bieten.[19]

Die Zurschaustellung sogenannter „exotischer Völker“ beschränkte sich nicht auf Deutschland. In anderen Staaten (West-)Europas und Nordamerikas wurden ebenfalls Völkerschauen in Zoologischen Gärten, Panoptiken, auf Volksfesten und Jahrmärkten sowie im Rahmen von Kolonial- und Weltausstellungen veranstaltet. So fanden beispielsweise in Wien zwischen 1870 und 1910 über 50 Völkerschauen statt,[20] der Basler Zoo war Veranstaltungsort von 21 Schauen.[21] Bei der Pariser Weltausstellung von 1889 gab es neben der Einweihung des Eiffelturms als weitere Hauptattraktion in dem zum Jardin d’Acclimatation Anthropologique verwandelten früheren Jardin Zoologique d’Acclimatation, eine riesige Völkerschau des französischen Kolonialreichs (1877–1912).[22] Auf der World’s Columbian Exposition in Chicago 1893 waren 17 „Eingeborenen“-Dörfer zu sehen.[23] Im Rahmen der Weltausstellung von 1897 in Brüssel wurde ein kongolesisches Dorf aufgebaut, in dem während der Ausstellung 267 Afrikaner lebten.[24] In der Weltausstellung in St. Louis von 1904 wurden unter anderem Patagonier und philippinische Igorot zur Schau gestellt.[25] Der sogenannte „Ethnological Congress of Strange Tribes“ war ein Teil der Attraktionen von Barnum and Baileys Greatest Show on Earth.[26]

Nach dem Ersten Weltkrieg brach der Geschäftszweig zunächst ein. Die Geschäftsbeziehungen in alle Welt waren bei vielen Unternehmen zerstört. In den 1920er Jahren gab es wieder Völkerschauen, allerdings nahm ihre Popularität deutlich ab. Um gegen Konkurrenz, z. B. durch den Rundfunk, zu bestehen, wurden die Ausstellungen immer größer und kostspieliger. Friedrich Wilhelm Siebold veranstaltete zwischen 1930 und 1932 mehrere „Lippenneger“-Schauen sowie 1931 die Ausstellung „Kanaken der Südsee“ auf dem Münchner Oktoberfest.[27]

Der Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft markierte das Ende der Völkerschauen in Deutschland. Zunächst gab es noch einige Schauveranstaltungen mit ähnlichem Konzept, so wurde 1937 ein „Eingeborenendorf“ im Düsseldorfer Zoo gezeigt. Von 1935 bis 1940 tourte die Deutsche Afrika-Schau durch das Deutsche Reich, ein varietéartiges Programm, das sich zunehmend dem Konzept der klassischen Völkerschau annäherte und für die Wiedergewinnung der ehemaligen Kolonien warb.[28] 1940 trat ein Auftrittsverbot für Schwarze in Kraft, so dass Völkerschauen nicht mehr organisiert werden konnten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland kaum noch Völkerschauen (so auf dem Oktoberfest 1950 eine Apachen-Show, 1951 und 1959 an gleicher Stelle je eine unter dem Thema Hawaii) – die Sehnsucht nach Exotik bedienten nun Film und Fernsehen sowie die aufkommenden Fernreisen.

OrganisationBearbeiten

Die Organisation der Völkerschauen war mit großem Aufwand verbunden. Insgesamt mussten für eine Völkerschau bis zu fünf Jahre zur Vorbereitung und Umsetzung eingeplant werden. Bereits die Anwerbung begann ein halbes Jahr vor der eigentlichen Tournee. Anwerber des Tierhändlers Carl Hagenbeck waren zum Beispiel der Nordpolargebiet-Reisende Johan Adrian Jacobsen oder Mitglieder aus Hagenbecks Familie.[29]

Es wurde stark darauf geachtet, möglichst Kinder und Erwachsene beiden Geschlechts und verschiedenen Alters vorzuführen, damit die Besucher mehr über das „Familienleben“ der Völker erfahren konnten. Mit einem Vertrag zwischen Organisator und den Exoten wurde die Länge des Aufenthalts, die Verpflichtungen während der Schau und das Gehalt festgelegt.[30] Die Gehälter fielen durchaus unterschiedlich aus. Bekannt geworden ist, dass in einer Völkerschau in Österreich 80 Sioux 600 Dollar und fünf Cowboys 200 Dollar Monatsgehalt insgesamt erhielten.[31]

Es kam immer wieder zu Krankheiten und Todesfällen der Völkerschau-Teilnehmer. Im Verlauf der Berliner Kolonialausstellung im Jahr 1896, die etwas weniger als sechs Monate dauerte, starben beispielsweise von 106 Völkerschau-Teilnehmer drei. Dies geschah, obwohl in dieser Zurschaustellung eine wöchentliche Untersuchung durch einen Arzt erfolgte. Meist lagen Krankheit und Tod an der fehlenden medizinischen Vorsorge, an fehlenden Impfungen, unangepasster Kleidung unter ungewohnten klimatischen Bedingungen und unter schlechten Wohn- und Lebensverhältnissen sowie an ungewohnten Speisen. Eine medizinische Untersuchung und Impfungen wurden später Pflicht und man ging dazu über die Teilnehmer selbst kochen zu lassen.[32]

Werbung, InszenierungBearbeiten

 
Postkarte von der „Talofa Samoa“, Völkerschau im Tiergarten Nill in Stuttgart (1900)

Schon die Ankunft der Teilnehmer erregte viel Aufsehen unter anderem mit Umzügen durch die Stadt. Die Schauen profitierten von Ereignissen wie Tod, Hochzeit oder Geburt der Ausgestellten und dem dadurch entstehenden Besucherandrang.[33] Auch prominente Besucher der Schauen wie zum Beispiel Otto von Bismarck lockten noch mehr Publikum zum Ausstellungsort. Durch zahlreiche Verbindungen zur Presse erschienen hunderte von Artikeln über derartige Ereignisse. Auch Post- und Sammelkarten, Film und Radio trugen zur Vermarktung bei. Plakate waren wichtige Werbemedien: Sie waren farbenfroh, bildgewaltig und groß gestaltet. Am begehrtesten waren die Plakate der Hamburger Druckerei Adolph Friedländer. Aufwändige Programmhefte und später Postkarten, die massenhaft erstellt wurden, waren wichtige und effektive Werbemittel der Völkerschauen.

Die Inszenierung der Ausstellungen konnte man teilweise mit Theateraufführungen vergleichen. Deshalb wurden bevorzugt Artisten, Gaukler und Handwerker nach Deutschland gebracht. Alle Teilnehmer mussten gesund und kräftig sein. Es gab drei Typen der Völkerschauen: Zum einen das „Eingeborenendorf“, das der Zuschauer durchlaufen konnte, dann Schauen mit geregelten Abläufen der Vorführungen und den Beiprogrammen, bei denen stark auf die körperliche Andersartigkeit gegenüber den Europäern hingewiesen wurde. Oft gab es aber auch Mischformen. Wichtig waren auch passende Kostüme und aufwendig gestaltete Bühnen und Kulissen, die ein Bildnis der Heimat darstellten.

Die Zurschaustellung der Völker entsprachen meist nicht der Wirklichkeit und der wahren Lebensweise der Völker, sondern vielmehr einem Abbild der europäischen Klischees zu den fremden Menschen, die durch Bücher und Erzählungen (z. B. von Karl May) und Berichten von Entdeckern entstanden waren. So zum Beispiel wurden die Feuerländer als Kannibalen dargestellt und mussten rohes Fleisch essen, Kämpfe und Kriegstänze vorführen. Indien zeichnete sich durch seine malerischen Kulissen, die prachtvollen Kostüme und bunt geschmückte Elefanten aus. Die Völkerschauen zeigten keinesfalls das reale Leben, es handelte meist um eine erniedrigende Darstellung fremder Kulturen.

Stereotypen, KlischeesBearbeiten

 
Singhalesen-Völkerschau bei Carl Hagenbeck (1886)

Gemäß einer Darstellung von 2005 war die Verwendung von Stereotypen ein wesentliches Merkmal zur erfolgreichen Vermarktung der Völkerschauen.[34] Diese bedienten sich der vorhandenen Rassenlehren und der Klischees über andere Völker. Völkerschauen bestätigten dadurch vorhandene Vorstellungen eines großen Teils der Bevölkerung. Sie waren nicht aufklärerisch, sondern die Besucher sollten das glauben, was sie dort sahen. Obschon es Wissenschaftler gab, welche zu anderen Erkenntnissen gelangt waren und andere Auffassungen vertraten, waren diese dem Geschäft nicht zuträglich. Die Schausteller ignorierten oder negierten diese Erkenntnisse, oder wandelten sie unter kommerziellen Gesichtspunkten ab. Zur Werbung für die Völkerschauen dienten vor allem Plakate und Postkarten.

AnwerbungBearbeiten

Die Völkerschau-Teilnehmer wurden unterschiedlich angeworben, meist waren es Agenten, die Viehtransporte im europäischen Ausland im Auftrag durchführten und entsprechende Zusatzaufträge erhielten, daneben gab es auch Seeleute und Kaufleute, die die Gepflogenheiten der Länder kannten und die Sprachen beherrschten. Es gab ferner Anwerber, die anschließend als Impresarios bei den Völkerschauen eingesetzt wurden. Hagenbeck verfügte beispielsweise über ein weltweites Netz von Anwerbern, die für ihn tätig wurden. Es kam häufig vor, dass die Anwerber nicht nur den Auftrag erhielten Menschen zu engagieren, sondern die Lieferungen wurden um einheimische Tiere, Zelte, Haus- und Jagdgerätschaften erweitert.

Die Völkerschau-Unternehmer waren sehr bemüht den Eindruck zu erwecken, dass die Völkerschau-Teilnehmer nicht aus Zwang aus ihrer Heimat, sondern freiwillig gekommen seien. Der einzige Impressario, der zugab, Menschen entführt zu haben, war der Kanadier R. A. Cunningham. Darunter waren die Aborigines Kukamunburra und Sussy Dakaro. Wenn es wirklich so war, war er der einzige, der so vorging, die meisten Impresarios hielten sich weitestgehend an Abmachungen oder Verträge. Wichtig war den Völkerschau-Veranstaltern auch, dass der betreffende Personenkreis stets um Kinder unterschiedlichen Alters erweitert wurde, damit der Eindruck entstand, es seien komplette Familien angereist. Viele Teilnehmer litten unter Heimweh. Nach Beendigung der Völkerschau-Torneen reisten die Teilnehmer, meist mit Geschenken der großen Veranstalter verabschiedet wieder in ihre Heimat zurück, nur wenige blieben.[35]

Es gab auch Todesfälle im Verlauf der Völkerschauen, was sich nicht nur auf die Gruppenzusammensetzung und auf die Stimmung der Teilnehmer auswirkte, sondern die Presse veröffentlichte. Nach den mehreren Todesfällen der Eskimo-Völkerschau achteten die großen Veranstalter darauf, dass alle Völkerschau-Teilnehmer geimpft wurden.[36] Manche Teilnehmer, die in ihre Heimat zurückreisten und sich mit ansteckenden Krankheiten in Europa infiziert hatten, steckten gegebenenfalls die sie umgebenden Menschen an.[37]

DeutschlandBearbeiten

Politischer HintergrundBearbeiten

Nach dem Historiker Christian Geulen entwickelte sich die Politik im 19. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum in einem von völkischen Bewegungen vorgeprägten Umfeld, dem ein rassentheoretisches Konzept der „Germanen“ zugrunde lag. Vor diesem Hintergrund und mit den Vorstellungen eines „Großdeutschen Reichs“, das über die Staatsgrenzen hinweg weitere Gebiete u. a. auch Österreich umschließt, wurden im weiteren Verlauf Begriffe wie Nation, Volk und Rasse nicht mehr unterscheidbar, waren austauschbar geworden. Der Widerspruch zwischen Nationalstaat mit Grenzen und allumfassendem Imperium wurde offenkundig und Rasse „als vorpolitische, biologische Bevölkerung gedacht“. Grenzen stellen demzufolge allenfalls kurzfristige Hürden dar. Das erste Postulat des modernen Rassendenkens zufolge lautet nach Geulen, „jeder gehört ohne Ausnahme zu einer Rasse“. Die Verteilung von Höherwertigkeit oder Niederwertigkeit ist im rassistischen Denken immanent und immer erst „Resultat der rassengeschichtlich oder evolutionär gedachten Entwicklung.“[38] Entsprechend dieser Analyse kann festgehalten werden, dass in den Völkerschauen vorhandene rassistische Vorstellungen widergespiegelt und befestigt sowie in der Konsequenz andere Völker als niederwertig dargestellt werden müssen.

Völkerschau-TeilnehmerBearbeiten

Die Auswahlkriterien für teilnehmende Personen waren entweder besondere Schönheit oder auch Hässlichkeit und körperliche Veränderung aufgrund kultureller Gepflogenheiten wie Tätowierungen, Skarifizierung oder beispielsweise spitz gefeilte Zähne. Ferner wurden Menschen engagiert, die langgestreckte Hälse (genannt „Giraffenhals-Frauen“) oder Lippenteller (genannt „Lippenneger“) hatten, aber auch extrem kleine und übergroße Persönlichkeiten. Diese Auswahl von Personen wurde unter dem Gesichtspunkt kolonialer Sichtweisen vorgenommen. Viele Völkerschau-Teilnehmer wurden von Abenteuererwartungen und Geldangeboten gelockt. Außerhalb von Deutschland kam es vereinzelt zu extremen Ereignissen, so wurde Sussy Dakaro entführt oder manche begingen aus Verzweiflung über ihre Lebensverhältnisse Suizid wie Ota Benga. Teilnehmer wurden unter unwürdigen Bedingungen gehalten, aber es gab auch Widerstand von Völkerschau-Teilnehmern gegen Behandlungen durch ihre Auftraggeber. Manche Völkerschauveranstalter schlossen Verträge, in denen die Verpflegung, Unterbringung, medizinische Versorgung und Gagen geregelt waren. Viele, die aus Abenteuerlust und Gage gelockt worden waren, konnten allerdings nicht abschätzen, was ein Leben in unbekannten Ländern bedeutet, das bis zu zwei Jahren dauern konnte.

Größere Völkerschaueranstalter hatten die Vorstellung, dass die Teilnehmer in einer Umgebung leben sollten, die ihrer Heimat entsprach, und errichteten derartige Bauten bis zur Größe von Dörfern auf dem Völkerschaugelände; es waren Kulissen-Dörfer. Es gab auch Völkerschauen, bei denen Wege durch die Kulissendörfer führten, die das Publikum durchwandern sollte. Dort sollten sie rund um die Uhr leben, ihre Mahlzeiten durchaus auch Programmpunkt vor Publikum zubereiten und auch einnehmen. Geklagt wurde über die Eintönigkeit des Essens und es gab Probleme bei der Zubereitung von Speisen, wenn religiöse Tabus gebrochen wurden. Die Völkerschau-Teilnehmer hatten auch ein zeitlich strenges und nach Vorgaben gestaltetes Programm zu absolvieren, das acht bis zehn Stunden dauerte, an Wochenenden länger. Abhängig von der Herkunftsregion hatten die Völkerschau-Teilnehmer Tanz, Musik und auch Darbietungen von Kampfszenen vorzuführen. Präsentationen wurden verschiedentlich auch nach einem dramatischen Ablauf gestaltet, der bis zum Happyend führen konnte.

Auf Bildern von Völkerschauen sieht man durchaus Zäune, die aber mehr zum Schutz vor aufdringlichem Publikum aufgebaut worden waren und keineswegs zur Fluchtverhinderung von Völkerschau-Teilnehmern. Die erotische Anziehungskraft von Völkerschauteilnehmern sind in Briefen und Tagebüchern dokumentiert und es kam zu Liebesbeziehungen. Eine Beziehung von Männern zu Völkerschau-Teilnehmerinnen wurde akzeptiert, umgekehrt war dies zu jener Zeit allerdings ein "Skandal".[39]

„Wissenschaftliche“ StudienBearbeiten

Für die Forscher der damaligen Wissenschaftsdisziplinen wie Anthropologie, Ethnologie, Anatomie, Medizin und Urgeschichte bildeten die Völkerschau-Teilnehmer ein ideales Studienobjekt, denn Forscher konnten ihre Studien vor Ort durchführen und mussten nicht in ferne oder auch gefährliche Länder reisen. Es konnten Gipsabdrücke von verschiedenen Körperteilen angefertigt, Gesänge und Sprachen aufgenommen, Fotodokumentationen und später auch Filmaufnahmen erstellt werden. Zum Vermessen wurden spezielle Gerätschaften entwickelt wie „Ohrenhöhenmesser“, „Tasterzirkel“ und weitere. Diese Praxis Untersuchungen an den Völkerschau-Teilnehmern vorzunehmen, fand beispielsweise bereits bei der ersten Völkerschau „Lappländer“ 1874/1875 von Hagenbeck durch die „Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte“ statt, dessen langjähriger Vorsitzenden Rudolf Virchow (1821–1902) war.[40] Für die Völkerschau-Veranstalter hatten die „wissenschaftlichen Studien“ mehrere Vorteile, denn die Forscher bestätigten die Authentizität der Schauen, und die sogenannte „Lustbarkeitssteuer“ , die bis zu 40 Prozent der Bruttoeinnahmen betragen konnte, und eine Wandergewerbe-Anmeldung entfiel.[41]

Es gab auch viele Völkerschau-Teilnehmer, die sich nicht vermessen ließen, von 103 Teilnehmer der Berliner Kolonialausstellung stimmten beispielsweise lediglich 83 zu, nur 31 ließen sich fotografieren und alle 10 Frauen aus Togo ließen sich ebenfalls nicht vermessen.[42] Einzelne Impresarios gaben auch Extra-Vorstellung für Untersuchungen vor ganzen „wissenschaftlicher Gesellschaften“.[39]

ImpresariosBearbeiten

 
Ludwig Ruhe (um 1860/70)

Im 19. Jahrhundert entwickelten sich die Völkerschauen zu einem Unterhaltungsgeschäft, das durch Weltausstellungen und mit Darbietungen in Zirkussen und Schaubuden stattfand, und immer weiter professionalisiert wurde. In den 1980er Jahren mussten die Impresarios in Deutschland Besonderes bieten, um konkurrenzfähig zu sein. Die Auftritte fanden in Zoologischen Gärten, Vergnügungsparks, Panoptik-Häusern, kleinen Theatern, verschiedentlich kleinen Theatern, Gaststätten mit Bühnen oder auch Schaubuden auf Jahrmärkten statt. Die Besucherzahlen stiegen an, eine im Jahr durchgeführte Völkerschau kostete im Jahr 1910 60.000 Reichsmark.[43] Die Gewinnspannen waren enorm, beispielsweise besuchten die etwa 6 Monate dauernde Berliner Kolonialausstellung zwei Millionen Personen, das sind bei einem Eintrittsgeld von 25 Pfennig je Personen eine Einnahme von 500.000 Reichsmark.

Die in der Zeit groß gewordenen Impresarios in Deutschland hatten unterschiedliche berufliche Hintergründe: Carl Hagenbeck, Ludwig Ruhe und Carl Reiche waren erfolgreiche Händler von außereuropäischen Großtieren, Ruhe und Reiche hatten ihre Wurzeln im hausierenden Vogelhandel. Die Brüder Fritz und Carl Marquardt entwickelten Samoa-Völkerschauen ohne konkreten beruflichen Hintergrund, sie nahmen die ihnen gebotenen Chancen durch Aufenthalte in Deutsch-Samoa wahr.[44] Carl Gabriel war ausgebildeter Mechaniker und Kunstschlosser und reiste im Zirkus seines Vaters mit, Willy Siebold hatte Ingenieurwesen studiert.

Einige Völkerschau-Teilnehmer sind selbst Völkerschau-Unternehmer oder Impresarios geworden.[45]

Carl Hagenbeck
 
Plakat von Adolph Friedländer für eine Lappen-Völkerschau bei Carl Hagenbeck, 1893/94

Im Jahr 1874 eröffnete Carl Hagenbeck eine erste Völkerschau mit Lappländern nach der Idee des befreundeten Tiermalers Heinrich Leutemann (1824–1905).[46][47] Während des Aufenthalts in Hagenbecks Ausstellungsgelände konnten Besucher den Lappländern bei ihrem alltäglichen Leben zusehen. Hagenbecks Schau feierte große Erfolge.[48] Die kleine Lappländerschau wanderte von Hamburg aus weiter nach Berlin. Anschließend reiste sie nach Leipzig. Um die Ausstellungen aus dem Umfeld von Schaubuden und Vergnügungslokalitäten zu lösen, versuchte man von nun an seriöse Ausstellungsorte zu finden, damit die Schauen auch vom Bürgertum respektiert wurden.

Nach dem unerwarteten großen Erfolg der ersten Völkerschau Carl Hagenbecks plante dieser schnell weitere. Mithilfe seiner Verbindungen zu Tierfängern auf der ganzen Welt brachte er 1876 drei Nubier nach Europa und gleich darauf eine Inuitfamilie aus Grönland. 1883 und 1884 veranstaltete er eine Kalmücken- und eine Singhalesen- bzw. Ceylonschau. Mit der Eröffnung seines Tierparks in Stellingen 1907 vor den Toren Hamburgs stand Carl Hagenbeck ein eigenes Ausstellungsgelände zur Verfügung, wo Somalier, Äthiopier und Beduinen auftraten.

Weitere Impresarios

Hagenbecks Völkerschauen fanden bald Nachahmer, die zu der Zeit Eduard Gehring, Carl, Fritz und Gustav Marquardt, Willy Möller, Friedrich Wilhelm Siebold, die Firmen Ruhe und Reiche sowie Carl Gabriel waren.[49]

Die Firmen von Ludwig Ruhe und Carl und Heinrich Reiche waren die größten Konkurrenten Hagenbecks. Beide waren ansässig in Niedersachsen und wetteiferten mit Hagenbeck unter anderem durch Nubier- und Irokesen-Schauen, „Wild-Afrika“ (1926) und die „Riesenpolarschau“ (1930).

Carl Gabriel war selten überregional, sondern meist nur in München auf dem Oktoberfest tätig. Er besaß ein Wachsfigurenkabinett, ein Lichtspieltheater und später ein Kino. Mit seinen „Riesen-Schauen“, die oft über einhundert ausgestellte Menschen zeigten, lockte er viele Besucher auf das Oktoberfest und machte es so zu einem mehrfachen „Exoten-Schauplatz“.

Aus Völkerschauen in Freiburg im Breisgau und Basel entwickelte Karl Küchlin die Programme seines Varieté-Theaters.

Völkerschauende in DeutschlandBearbeiten

In den 1930er Jahren begann das Interesse an Völkerschauen und auch das „wissenschaftliche Interesse“, das mit überaus fragwürdigen Methoden Forschung betrieb, an „exotischen“ Menschen zu schwinden. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. In der Wissenschaft trat an die Stelle der Forschung daheim die Feldforschung, bei der das Verhalten der Menschen in ihrer Umwelt untersucht wurde. Das Interesse der NSDAP an Völkerschauen war zunächst gering. Das Auswärtige Amt genehmigte in den späten 1930er Jahren die sogenannte „Afrikaschau“ nur unter dem Vorbehalt, dass „Unzuverträglichkeiten gegenüber der Öffentlichkeit“ ausgeschlossen seien. Die Afrikaschau kam bei der Bevölkerung gut an und die Nationalsozialisten kamen auf die Idee John Hagenbeck daran zu beteiligen und so tourte diese Veranstaltung von 1935 bis 1940 durch Deutschland. 1939 wurde eine „Kamerunschau“ ohne Hagenbeck veranstaltet, zu einer weiteren derartigen Veranstaltung kam es nicht, denn das Auswärtige Amt war der Auffassung, dass diese „Art der Kolonialpropaganda […] in breiten Schichten des deutschen Volkes einer berechtigten Verständnislosigkeit begegnet“. Auch wenn 1940 jegliche Völkerschauen verboten wurden, war die Haltung hierzu in der NSDAP nicht einheitlich. Die Nationalsozialisten sahen und befürchteten in den Völkerschauen vor allem eine Rassenmischung. Kolonialprogaganda war ihnen zwar wichtig, aber nicht in der Form von Völkerschauen und diese Propaganda sollte durch Vorträge, Lichtbildervorträge und Schulungen erfolgen.[50]

Das Ende der Völkerschauen schreibt Anne Dreesbach, die Autorin des Buches Gezähmte Wilde, nicht allein den Nationalsozialisten zu, sondern sieht einen wesentlichen Faktor in der aufkommenden Filmindustrie, die seit den 1920er Jahren zu einem Massenphänomen geworden war. Filme erzielten nicht nur eine größere Wirkung, sondern waren auch einfacher zu realisieren.[51]

Als nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in den 1950er Jahren auf dem Oktoberfest in München die Völkerschauen wiederbelebt wurden und mehrere Völkerschauen an verschiedenen Orten bis 1959 in der Bundesrepublik stattfanden, war das „Zeitalter der Völkerschauen“ vorbei,[52] wesentlich verursacht durch den beginnenden Ferntourismus.[53] Hinzu kam die Haltung der europäischen Gesellschaften in den 1950er und 1960er Jahren, die aus den Erfahrungen des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs resultierte, mit dem Zerfall der europäischen Kolonialreiche und mit den Unabhängigkeitsbestrebungen der überseeischen Völker verbunden war.[54]

ÖsterreichBearbeiten

In Österreich gilt die im Jahr 1825 in Wien in einem Cafe vorgestellte Inuit-Familie als erste Zurschaustellungen von „exotischen“ Menschen. Die „Nubierkarawane“ war die erste Völkerschau in Österreich, die der deutsche Völkerschau-Unternehmer Carl Hagenbeck im Jahr 1878 in der Rotunde im Prater aufführte. Es war die in weiteren Ländern bereits gezeigte „Nubierkarawane“. In den Jahren 1886, 1887 und 1897 gab es mit dem Thema „Aschantidorf“ weitere Völkerschauen, die im Zoo am Schüttel in Wien stattfanden, des Weiteren fanden in Schönbrunn Völkerschauen statt.[55] 1885 kam die „Singhalesen-Karawane“ nach Wien, wiederum veranstaltet von Hagenbeck; eine Zurschaustellung der „Bischari“ erfolgte 1888.[56]

Völkerschauende in ÖsterreichBearbeiten

Es wird vermutet, dass das Interesse an Völkerschauen in Österreich erlosch, da Österreich nie eine Kolonie besaß, und dass man erkannte, die Völkerschau-Teilnehmer stellen nicht ihr wahres heimatliches Leben in ihren Vorführungen dar. Spätere Präsentationen fanden nicht mehr hinter Zäunen statt, sondern die Kulissen-Dörfer waren offen und boten Waren aus den jeweiligen Ländern zum Kauf an.[56] Der Wiener Historiker Werner Michael Schwarz vertritt die These, dass die „Buffalo Bills Wild West“-Show in Österreich im Jahr 1906 wesentlich dazu betrug die Zurschaustellung anderer Völker in Wien als Massengeschäft durch diese Show mit „Spektakel“ und „Gaudium“ abzulösen.[57]

SchweizBearbeiten

In der Schweiz fanden Völkerschauen ab den 1870er Jahren verbreitet statt, so gab es 1885 „Carl Hagenbecks anthropologische-zoologische Singhalesen-Ausstellung“; am ersten Wochenende wurden 10.000 Eintrittskarten verkauft. Auf der Schweizerischen Landesausstellung im Sommer 1896 in Genf war neben einem Village suisse ein Village noir mit 230 Sudanesen zu sehen. Neben anderen Anlässen wurde beispielsweise im Sommer 1925 in Altstetten zur „Volksbelustigung“ eine Siedlung errichtet, in der 74 Menschen aus Westafrika lebten; 1930 baute der Zoo Zürich auf der Flamingowiese ein „Senegalesendorf“. Der Circus Knie führte auf dem Sechseläutenplatz in Zürich bis 1964 Völkerschauen durch. 1955 lautete ein Plakat: „Afrika ruft, Sitten- und Völkerschau. Neger aus dem Sudan. Sechs Männer, drei Frauen, zwei Kinder.“. Im Allgemeinen gingen Besucher nicht aus Sensationslust zu solchen Schauen, sondern aus Interesse an der Kultur der Völker.[58][59]

Für das Ende der Völkerschauen in der Schweiz wird festgehalten, dass man Menschen nicht in einem Zoo ausstellen sollte.[60]

KritikBearbeiten

In der Zeit, in der die Völkerschauen abgehalten wurden, gab es wenig Kritik daran. Seit dem 21. Jahrhundert wurde der Begriff Völkerschau hinterfragt und auch der Begriff Menschenzoo verwendet.

Ab 1872

1872 wurde von der Münchener Polizeidirektion die Ausstellung eines Indianers auf dem Oktoberfest untersagt, weil „derartige Schaustellungen … der Menschenwürde zuwiderlaufen“.[61] Kritik kam auch aus den Reihen der Deutschen Kolonialgesellschaft, deren Vorstandsmitglied Franz Strauch 1900 in einer Denkschrift den Veranstaltern die rein kommerzielle Ausrichtung vorwarf und deren schädlichen Einfluss thematisierte.[62] Der „Verein der Inder in Zentral-Europa“ protestierte 1920 in einem Schreiben an den Reichskanzler gegen die Indische Völkerschau in Berlin, denn diese erwecke den Anschein, „das ganze indische Volk befinde sich auf dem Niveau von Tieren“, und er merkte an, würden Deutsche so in Indien ausgestellt, würde die deutsche Regierung dagegen vorgehen.[63] In Hagenbecks Tierpark fand eine Völkerschau statt, in der eine Gruppe von etwa 100 Südseeinsulaner als die "letzten Kannibalen der Südsee" angekündigt wurde. Die Gruppe von 100 Personen war 1931 zuerst in Frankreich aufgetreten und im Verlauf ihrer Zurschaustellungen in Hamburg beschwerten sie sich in Briefen beim für sie zuständigen französischen Kolonialminister: „Selbst bei Regen müssten sie barfuß und nahezu unbekleidet viele Stunden am Tag tanzen“, sie wollten abreisen. Als der Skandal in Frankreich öffentlich wurde, wurden sie zurückgeholt und in ihre Heimat zurückgebracht.[64] Cula war eine von 40 Frauen, die in München Ende 1892 als „Amazonen aus Dahomey“ (heute Benin) in einer Völkerschau auftreten mussten. Als sie starb, wurde – vollkommen untypisch für die damalige Zeit – ihr Tod in einer Zeitung Münchener Post als Folge von „Geldmacherei“ in Völkerschauen kritisiert. Anlässlich ihrer Beisetzung kam es zu Tumulten.[65] Ab den 1930er Jahren verschwanden die Völkerschauen aus der Öffentlichkeit.[66]

Ab den 1990er Jahren

Seit der im Jahr 1999 einsetzenden Diskussion über die Rede Regeln für den Menschenpark des Philosophen Peter Sloterdijk sind auch Völkerschauen als „Menschenpark“ kritisiert worden.[67] So geriet zum Beispiel der Augsburger Zoo im Juni 2005 in die öffentliche Diskussion, nachdem er eine viertägige Veranstaltung mit dem Titel „African Village“ („Afrikanisches Dorf“) angekündigt hatte. Wegen dieser Wortwahl, so hieß es, könne auf das Zurschaustellen von außereuropäischen Völkern in Zoos wie in den Völkerschauen geschlossen werden.[68][69][70]

Seit 2017 gerieten Völkerschauen Deutschlands an verschiedenen Orten in einen öffentlichen Diskurs,[71] der die koloniale Vergangenheit von Völkerschau-Unternehmern oder Impresarios zum Gegenstand hat. In diesem Zusammenhang wird neben einer kritischen Auseinandersetzung die Entfernung von Denkmälern und Statuen, die Streichung von Straßen- und Schulnamen namensgebender Personen gefordert. Die erste Dauerausstellung zum Thema Völkerschau in Deutschland wurde 2017 im Treptow-Museum in Berlin eröffnet.[72] In Hamburg kann in einer Online-Petition für die Abschaffung einer Statue und eines Straßennamens des Völkerschau-Unternehmers Carl Hagenbeck (1844–1913) plädiert werden.[73] Im Jahr 2020 musste sich der Stadtrat in Leipzig der Frage stellen, ob er eine Straße (2009) und eine Grundschule (2010), die er nach dem Zoodirektor Ernst Pinkert (1844–1909) benannt hatte, ausreichend kritisch hinsichtlich seiner zahlreichen von ihm veranstalteten Völkerschauen überprüft habe.[74][75]

Dokumentarfilme und ReportagenBearbeiten

  • „Die Wilden“ in den Menschenzoos. 92 Min. Regie: Bruno Victor-Pujebet, Pascal Blanchard. Produktion: Arte. Frankreich 2017.[76][77]
  • The Human Zoo. (Lost Places. Staffel 6, Folge 11). 60 Min. Regie: Luke Wales und Tom Williams. Vereinigtes Königreich 2020.[78][79]
  • Menschen ausgestellt im Zoo – Das dunkle Kapitel Völkerschauen. 30 Min. Ein Film von Anne Ruprecht und Mirco Seekamp. Produktion: NDR. Deutschland 2021.[80]

LiteraturBearbeiten

  • Utz Anhalt: Tiere und Menschen als Exoten – Exotisierende Sichtweise auf das „Andere“ in der Gründungs- und Entwicklungsphase der Zoos. Technische Informationsbibliothek (TIB) – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek Hannover, Hannover 2007 (PDF).
  • Manuel Armbruster: „Völkerschauen“ um 1900 in Freiburg i. Br. – Kolonialer Exotismus im historischen Kontext. freiburg-postkolonial.de, Freiburg im Breisgau 2011 (PDF).
  • Pascal Blanchard, Nicolas Bancel u. a.: MenschenZoos. Schaufenster der Unmenschlichkeit. Les éditions du Crieur Public, Hamburg 2012, ISBN 978-3-9815062-0-4.
  • Rea Brändle: Wildfremd, hautnah. Völkerschauen und ihre Schauplätze in Zürich 1880–1960. Rotpunktverlag, Zürich 1995, ISBN 3-85869-120-8.
  • Anne Dreesbach, Helmut Zedelmaier (Hrsg.): Gleich hinterm Hofbräuhaus waschechte Amazonen. Exotik in München um 1900. Dölling und Galitz, Hamburg 2003, ISBN 978-3-935549-77-6.
  • Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-593-37732-2.[81]
  • Anne Dreesbach: Kolonialausstellungen, Völkerschauen und die Zurschaustellung des „Fremden“. In: Europäische Geschichte Online, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Mainz 2012, ISSN 2192-7405 (Online; PDF).
  • Gabi Eissenberger: Entführt, verspottet und gestorben – Lateinamerikanische Völkerschauen in deutschen Zoos. Verlag für Interkulturelle Kommunikation, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-88939-185-0.
  • Angelika Friederici: Völker der Welt auf Castans Bühnen. In: Castan’s Panopticum. Ein Medium wird besichtigt. Heft 10 (D3). Karl-Robert Schütze, Berlin 2011, DNB 1018126627.
  • Cordula Grewe (Hrsg.): Die Schau des Fremden. Ausstellungskonzepte zwischen Kunst, Kommerz und Wissenschaft. Steiner, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-515-08843-5.
  • Carl Hagenbeck: Völkerschauen von der Arktis bis zum Feuerland. In: Carl Hagenbeck: Von Tieren und Menschen. Leipzig 1967, S. 66 ff. (Online bei Zeno.org).
  • Sylke Kirschnick: Koloniale Szenarien in Zirkus, Panoptikum und Lunapark. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hrsg.) … Macht und Anteil an der Weltherrschaft. Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast, Münster 2005, ISBN 978-3-89771-024-5, S. 171–176.
  • Haug von Kuenheim: Carl Hagenbeck. Ellert & Richter, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8319-0182-1, S. 95–117.
  • Susann Lewerenz: Völkerschauen und die Konstituierung rassifizierter Körper. In: Torsten Junge, Imke Schmincke (Hrsg.): Marginalisierte Körper. Beiträge zur Soziologie und Geschichte des anderen Körpers. Unrast, Münster 2007, ISBN 978-3-89771-460-1, S. 135–154.
  • Hartmut Lutz (Hrsg.): Abraham Ulrikab im Zoo – Tagebuch eines Inuk 1880/81. von der Linden, Wesel 2007, ISBN 978-3-926308-10-8.
  • Volker Mergenthaler: Völkerschau – Kannibalismus – Fremdenlegion. Zur Ästhetik der Transgression (1897–1936). Niemeyer, Tübingen 2005, ISBN 978-3-484-15109-3.
  • Balthasar Staehelin: Völkerschauen im Zoologischen Garten Basel 1879–1935. Basler Afrika Bibliographien, Basel 1993, ISBN 3-905141-57-4.
  • Werner Michael Schwarz: Anthropologische Spektakel. Zur Schaustellung „exotischer“ Menschen, Wien 1870–1910. Turia und Kant, Wien 2001, ISBN 3-85132-285-1.
  • Hilke Thode-Arora: Für fünfzig Pfennig um die Welt. Die Hagenbeckschen Völkerschauen. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-593-34071-2.
  • Stefanie Wolter: Die Vermarktung des Fremden. Exotismus und die Anfängen des Massenkonsums. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-593-37850-3.

WeblinksBearbeiten

Commons: Völkerschau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Völkerschau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikisource: Eskimos in Berlin (1878) – Quellen und Volltexte

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940. Frankfurt a. M. 2005, S. 11 ff.
  2. Manuel Armbruster: „Völkerschauen“ um 1900 in Freiburg i. Br. – Kolonialer Exotismus im historischen Kontext. S. 3 ff.
  3. Ursula Trüper: Die Deutsche Colonial-Ausstellung von 1896 im Treptower Park. In: Deutsches Museum (Hrsg.), ohne Datum, abgerufen am 29. Juli 2020
  4. Ausstellungen, anthropologische. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 2, Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1905, S. 158.
  5. Schaustellungen, anthropologische. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 17, Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1909, S. 716.
  6. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 320–321.
  7. Christa Hager: Nackt müsst ihr sein natürlich In: Wiener Zeitung ohne Datum, abgerufen am 27. Juli 2020
  8. Marc Tribelhorn: Menschenzoos. In: Neue Zürcher Zeitung vom 23. Dezember 2013
  9. Kannibalen gucken. In: Tagesspiegel vom 28. September 2018
  10. Völkerschauen: Menschen zur Schau gestellt wie im Zoo. In: Deutsche Welle vom 10. März 2017
  11. Peter Burghardt: Rassismus. Reste des Menschenzoos. In: Süddeutsche Zeitung vom 17. Mai 2010
  12. Sina Riebe: Rassismus-Vorwürfe gegen Hagenbeck Hamburger erinnern an grausamen „Menschenzoo“. In: Hamburger Morgenpost vom 3. Juli 2020
  13. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 25.
  14. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 21/22
  15. Elenor Dark: Bennelong (c. 1764–1813). In: Australian Dictionary of Biography von 1966
  16. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 42/43
  17. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 40 bis 49
  18. Arbeitsausschuss der Deutschen Kolonial-Ausstellung (Hrsg.): Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896; amtlicher Bericht über die erste Deutsche Kolonial-Ausstellung (online bei Archive.org)
  19. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870–1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 249/250
  20. Werner Michael Schwarz: Anthropologische Spektakel. Zur Schaustellung „exotischer“ Menschen, Wien 1870–1910. S. 223 ff.
  21. Balthasar Staehelin: Völkerschauen im Zoologischen Garten Basel 1879–1935. S. 35.
  22. Pascal Blanchard, Sandrine Lemaire u.a: Menschenzoos als Instrument der Kolonialpropaganda. In: Le Monde diplomatique, 11. August 2000, S. 16.
  23. Balthasar Staehelin: Völkerschauen im Zoologischen Garten Basel 1879–1935. S. 27.
  24. Adam Hochschild: King Leopold’s Ghost: a Story of Greed, Terror, and Heroism in Colonial Africa. Papermac, London, 2000, ISBN 978-0-333-76544-9
  25. Marshall Everett, „The book of the Fair : the greatest exposition the world has ever seen photographed and explained, a panorama of the St. Louis exposition“, Philadelphia: P. W. Ziegler 1904, Chapter VI, „Giants at the Exposition“, S. 101 ff., https://archive.org/details/bookoffairgreate00ever/page/100 und Chapter XIX, „The Study of Mankind“, S. 265 ff., https://archive.org/details/bookoffairgreate00ever/page/264
  26. Elias Dehnen: Verschleppt, vorgeführt – aber nicht vergessen. In: Der Spiegel. 15. März 2022, abgerufen am 15. März 2022.
  27. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940. Frankfurt a. M. 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 53.
  28. Susann Lewerenz: Die Deutsche Afrika-Schau (1935–1940). Rassismus, Kolonialrevisionismus und postkoloniale Auseinandersetzungen im nationalsozialistischen Deutschland. Frankfurt/New York 2005. ISBN 3-593-37732-2
  29. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940. Frankfurt a. M. 2005, S. 64 ff.
  30. voelkerkundemuseum-muenchen.de (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  31. Sabine Scholl: Vorgeführt und ausgestellt im Menschenzoo, vom 7. Januar 2020. In: Der Standard
  32. Hilke Thode-Arosa: „Für fünfzig Pfennig um die Welt. Das Phänomen der Volkerschauen“. In: Hilke Thode-Arora (Hrsg.): From Samoa. With Love? Samoa Völkerschauen im Deutschen Kaiserreich. Eine Spurensuche. Hirmer Verlag 2014. ISBN 978-3-7774-2237-4. S. 82
  33. Günter H. W. Niemeyer: Hagenbeck. Geschichte und Geschichten. Hamburg 1972, S. 215 ff.
  34. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2.
  35. Anne Dreesbach: 'Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 58–71
  36. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 73
  37. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 77
  38. Christian Geulen: Geschichte des Rassismus. 4. aktualisierte Auflage 2021. C.H.Beck. S. 80-88
  39. a b Hilke Thode-Arosa: „Für fünfzig Pfennig um die Welt. Das Phänomen der Volkerschauen“. In: Hilke Thode-Arora (Hrsg.): From Samoa. With Love? Samoa Völkerschauen im Deutschen Kaiserreich. Eine Spurensuche. Hirmer Verlag 2014. ISBN 978-3-7774-2237-4. S. 79–85
  40. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 280-283
  41. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 285
  42. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 292
  43. Hilke Thode-Arosa: „Für fünfzig Pfennig um die Welt. Das Phänomen der Volkerschauen“. In: Hilke Thode-Arora (Hrsg.): From Samoa. With Love? Samoa Völkerschauen im Deutschen Kaiserreich. Eine Spurensuche. Hirmer Verlag 2014. ISBN 978-3-7774-2237-4. S. 79
  44. Hilke Thode-Arosa: Die Brüder Fritz und Carl Marquardt. In: Hilke Thode-Arora (Hrsg.): From Samoa. With Love? Samoa Völkerschauen im Deutschen Kaiserreich. Eine Spurensuche. Hirmer Verlag 2014. ISBN 978-3-7774-2237-4. S. 47–57
  45. Hilke Thode-Arosa: „Für fünfzig Pfennig um die Welt. Das Phänomen der Volkerschauen“. In: Hilke Thode-Arora (Hrsg.): From Samoa. With Love? Samoa Völkerschauen im Deutschen Kaiserreich. Eine Spurensuche. Hirmer Verlag 2014. ISBN 978-3-7774-2237-4. S. 82
  46. Carl Hagenbeck: Von Tieren und Menschen. Leipzig 1967, S. 66 (Online bei Zeno.org).
  47. Susanne Tölke: Erste Völkerausstellung bei Hagenbeck. In: BR.de. 11. März 2010, abgerufen am 8. September 2020.
  48. Haug von Kuenheim: Carl Hagenbeck. Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2007, S. 96–98.
  49. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 53
  50. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 306 bis 316
  51. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 314/315
  52. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 306/307
  53. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 316
  54. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer Menschen“ in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 318
  55. Völkers Hager: Nackt müsst ihr sein natürlich, ohne Datum, abgerufen am 7. April 2022. In: Wiener Zeitung
  56. a b Sabine Scholl: Vorgeführt und ausgestellt im Menschenzoo, vom 3. Januar 2020. In: Der Standard
  57. Buch über Wiener "Völkerschauen" erschienen, ohne Datum, abgerufen am 7. April 2022
  58. tagesanzeiger.ch
  59. nzz.ch
  60. Mathias Küng: „Menschenzoo“ war im 19. Jahrhundert auch im Aargau Publikumsrenner, vom 23. März 2014. In: Aargauer Zeitung
  61. Münchener Gemeinde-Zeitung, 1 (1872), Nr. 27 vom 4. Juli 1872, S. 204 (Google-Books).
  62. Deutsche Kolonialzeitung 1900, Nr. 44–46, S. 500, 511 und 520
  63. So wird die Geschichte kolonialer Völkerschauen aufgearbeitet, vom 20. August 2020. In: Tagesspiegel
  64. Anne Ruprecht, Mirco Seekamp: Menschen wie Tiere ausgestellt, vom 26. Oktober 2021. In: NDR-Tagesschau
  65. So rassistisch waren Völkerschauen in München, vom 13. November 2017. In: Süddeutsche Zeitung.
  66. Anne Dreesbach: Völkerschauen und die Zurschaustellung des "Fremden", vom 17. Februar 2017. In: Europäische Geschichte Online
  67. Werner Balsen: Exoten für den Menschenpark. In: Frankfurter Rundschau, 16. September 2002.
  68. Henryk M. Broder: Skandal Ausstellung. Zu Besuch im Ethno-Zoo, vom 13. Juni 2005. In: Spiegel-online
  69. Sonja Zekri: Skandal im Zoo. Das ist kein afrikanisches Dorf, sondern ein African Village, vom 17. Mai 2005
  70. Utz Anhalt: Im Menschenpark. In: taz, 3. Mai 2007.
  71. Vanessa Wohlrath: Diskussion um rassistische Denkmäler und Statuen, vom 17. Juni 2020. In: NDR
  72. Michael Bienert: Schwarzer Stolz im Treptower Park, ohne Datum, abgerufen am 5. April 2022. In: Text der Stadt
  73. Abschaffung der Carl Hagenbeck Statue & Strasse und Denkmal für die betroffenen Menschen!,ohne Datum, abgerufen am 5. April 2022. In: Change
  74. War Leipzigs Zoogründer Ernst Pinkert ein Rassist, 20. Juni 2020. In: Leipziger Volkszeitung
  75. Debatte um Leipzigs Zoo-Gründer Ernst Pinkert, vom 9. Juli 2020. In: Deutsch-Spanische Freundschaft
  76. "Die Wilden" in den Menschenzoos. In: Programm.ARD.de. 29. September 2018, abgerufen am 8. September 2020.
  77. Thomas Gehringer: Arte-Doku über "Menschen-Zoos". In: Tagesspiegel.de. 28. September 2018, abgerufen am 8. September 2020.
  78. The Human Zoo. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 10. November 2021 (englisch).
  79. The Human Zoo. In: Fernsehserien.de. Abgerufen am 10. November 2021.
  80. Menschen ausgestellt im Zoo – Das dunkle Kapitel Völkerschauen. In: NDR.de. Abgerufen am 10. November 2021.
  81. Philipp Dorestal: Rezension von Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940. In: Analyse & kritik. Nr. 504, 17. März 2006.