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Ute Vogt

deutsche Politikerin (SPD), MdB

Ausbildung und BerufBearbeiten

Die in Wiesloch aufgewachsene Ute Vogt absolvierte nach dem Abitur am Wieslocher Wirtschaftsgymnasium[1] ein Studium der Rechtswissenschaft in Heidelberg, welches sie mit beiden juristischen Staatsexamina beendete. Zudem studierte Vogt an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Seitdem ist sie als Rechtsanwältin[2] tätig.

ParteiBearbeiten

Nachdem sich Ute Vogt schon seit 1983 bei den Jusos engagierte, wurde sie 1984 auch Mitglied der SPD. Von 1991 bis 1994 war sie Sprecherin der Jusos in Baden-Württemberg. Seit 1993 gehörte sie dort dem SPD-Landesvorstand an. 1995 wurde sie zur stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Von 1999 bis 2009 war sie SPD-Landesvorsitzende in Baden-Württemberg.

2001 trat sie bei der Landtagswahl als Spitzenkandidatin der SPD gegen Ministerpräsident Erwin Teufel an. Ihr erklärtes Ziel, einen Regierungswechsel zu erreichen, verfehlte sie zwar, jedoch gelang ihr insoweit ein Achtungserfolg, als die SPD sich um 8,2 Prozentpunkte verbesserte und mit 33,3 Prozent der Stimmen ihr bestes Landesergebnis seit 1972 erzielen konnte.

Seit 2001 ist sie zudem Mitglied im Präsidium der SPD. Von 2003 an war Ute Vogt stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD. Für den Bundesparteitag im Oktober 2007 wurde sie nicht mehr für das Amt einer Vize-Vorsitzenden nominiert. Auf dem Bundesparteitag am 26. Oktober 2007 in Hamburg wurde sie als Mitglied des Parteivorstands im ersten Wahlgang mit 345 Stimmen gewählt.

Sie war erneut Spitzenkandidatin der SPD für die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 26. März 2006, bei der die SPD 25,2 % der Stimmen erreichte und damit auf das Niveau vor Vogts erster Spitzenkandidatur 2001 zurückfiel.

Vogt übernahm nach der Landtagswahl den Vorsitz ihrer Fraktion und damit das Amt der Oppositionsführerin im Landtag. Immer wieder musste sie sich gegen innerparteiliche Kritiker behaupten. Obwohl dem Landesparteitag im September 2007 in Fellbach eine heftige Diskussion um sie vorausging, wurde sie nach einer kämpferischen Rede mit 77,4 Prozent als Landesvorsitzende bestätigt.

Zum Anfang des Jahres 2008 erklärte sie ihren Rücktritt vom Fraktionsvorsitz. Zu ihrem Nachfolger wurde am 10. Januar 2008 Claus Schmiedel gewählt.

Als Reaktion auf das schlechte Ergebnis der Südwest-SPD bei der Bundestagswahl 2009 sowie ihr eigenes Abschneiden im Bundestagswahlkreis Stuttgart I erklärte sie am 30. September 2009, nicht mehr für den Landesvorsitz der SPD kandidieren zu wollen. Auf dem Landesparteitag der SPD in Karlsruhe wurde Nils Schmid am 27. November 2009 zu ihrem Nachfolger gewählt.

 
Ute Vogt auf der SPD-Basiskonferenz am 10. Oktober 2006 in Schorndorf
 
Ute Vogt beim 25. Jubiläumsfilmfest in Biberach/Riss

Öffentliche ÄmterBearbeiten

Von 1989 bis 1994 war Vogt Stadträtin in Wiesloch. Von 1994 bis 2005 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war sie von 2000 bis 2002 Vorsitzende des Innenausschusses. Ute Vogt ist 1998 als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Pforzheim und sonst stets über die Landesliste Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestag eingezogen. Nach der Bundestagswahl 2002 wurde sie am 22. Oktober 2002 als parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern in die von Bundeskanzler Gerhard Schröder geführte Bundesregierung (Kabinett Schröder II) berufen. Am 22. November 2005 schied sie aus dem Amt.

2006 bis 2009 war Ute Vogt Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg. Bei der Landtagswahl 2006 erreichte sie im Wahlkreis Bretten 31,2 % der Stimmen und zog über ein Zweitmandat in den Landtag ein, nachdem das Direktmandat an den CDU-Kandidaten Joachim Kößler mit 43,8 % der Stimmen ging. Trotz innerparteilicher Kritik aufgrund des landesweit schlechten SPD-Wahlergebnisses wurde sie am 29. März 2006 mit 24 zu 14 Stimmen zur Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion gewählt und löste damit Wolfgang Drexler ab. Am 9. Oktober 2007 gab sie bekannt, für diese Position bei den Neuwahlen zum Fraktionsvorstand im Januar 2008 nicht mehr zur Verfügung zu stehen; zu ihrem Nachfolger wurde Claus Schmiedel gewählt. Ute Vogt legte ihr Landtagsmandat am 30. September 2009 nach ihrer erneuten Wahl in den Bundestag nieder.

Seit 2009 gehört Vogt erneut dem Bundestag an. Bei der Bundestagswahl 2009 erreichte sie im Bundestagswahlkreis Stuttgart I mit 18,0 % der Erststimmen nur den dritten Platz nach dem Grünen-Kandidaten Cem Özdemir, der auf 29,9 % der Erststimmen kam. Sie kehrte über die Landesliste in den Bundestag zurück, während Stefan Kaufmann von der CDU mit 34,4 % das Direktmandat erreichte.

Von 2010 bis 2013 war sie Obfrau (Sprecherin) der SPD-Bundestagsfraktion im 1. Untersuchungsausschuss (Gorleben).[3][4]

Im 18. Bundestag war Vogt ordentliches Mitglied im Gemeinsamen Ausschuss[5] sowie ordentliches Mitglied der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe (Endlagerkommission) gemäß § 3 Standortauswahlgesetz[6][7]. Zudem war sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft[8], im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit[9], im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz[10] sowie im Vermittlungsausschuss.[11][12] Seit dem 19. Dezember 2013 bis zum Ende der Legislaturperiode war sie stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und in dieser Funktion zuständig für die Bereiche Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie Ernährung und Landwirtschaft.[13]

2017 zog sie – wieder über die Landesliste Baden-Württemberg – auch in den 19. Bundestag ein.[14] Sie ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz sowie im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Außerdem ist sie stellvertretendes Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.[15] Im Oktober 2019 wurde sie als Nachfolgerin von Burkhard Lischka zur innenpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion gewählt.[16]

Gesellschaftliches Engagement und MitgliedschaftenBearbeiten

Ute Vogt ist stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsvorstandes der Rotkreuz Stiftung Stuttgart[17], Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg[18], Schirmherrin des Vereins MEHRSi und von Blick nach Rechts, Vizepräsidentin der DLRG, Ehrenpräsidentin der THW-Jugend (Baden-Württemberg) sowie Vorstandsmitglied der Deutschen Umweltstiftung[19]. Daneben ist sie Mitglied im Auto Club Europa, AK Asyl Stuttgart, Bergwacht Schwarzwald, BiWu - Beschäftigungsinitiative Wiesloch und Umgebung e. V., Eurosolar, Europa-Union Deutschland e. V. (Landesverband BW – EUD BW), Fördermitglied im BUND, Förderverein für das Kulturhaus Osterfeld e.V., Gegen Vergessen – Für Demokratie, Gewerkschaft ver.di, Kinderzentrum Maulbronn, Lilith e. V., Gesangverein Arlinger, Mieterverein Stuttgart, Naturfreunde, SGK Baden-Württemberg, Tierschutzverein Stuttgart und weiteren örtlichen Vereinen. Ute Vogt ist katholisch.[20]

VeröffentlichungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vgl. Setzen, Sechs! - Schulgeschichten aus Deutschland (3/3). Experiment Schule. Dokumentarfilm von Susanne Bausch im Auftrag des SWR. Deutsche Erstausstrahlung am 22. Dezember 2005
  2. Kanzlei Silcher. Abgerufen am 24. April 2013
  3. 1. Untersuchungsausschuss (Gorleben). Website des Deutschen Bundestags. Abgerufen am 24. April 2013.
  4. Ute Vogt, SPD. Biografie. Website des Deutschen Bundestags. Archiviert vom Original am 28. Juni 2013; abgerufen am 24. April 2013.
  5. Mitglieder des Gemeinsamen Ausschusses (Memento vom 19. Oktober 2014 im Internet Archive), online, abgerufen am 24. September 2014
  6. Mitglieder der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe, online, abgerufen am 24. September 2014
  7. Abschlussbericht der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe. (PDF; 7,1 MB) 5. Juli 2016, S. 547, abgerufen am 26. Juni 2019.
  8. Mitglieder des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft (Memento vom 27. April 2015 im Internet Archive), online, abgerufen am 24. September 2014
  9. Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (Memento vom 30. September 2016 im Internet Archive), online, abgerufen am 24. September 2014
  10. Mitglieder des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz (Memento vom 22. Juni 2015 im Internet Archive), online, abgerufen am 24. September 2014
  11. Mitglieder des Vermittlungsausschusses (Memento vom 21. Oktober 2014 im Internet Archive), online, abgerufen am 24. September 2014
  12. Der Bundestag – Abgeordnete – Biografien (Memento vom 24. September 2014 im Internet Archive), online, abgerufen am 24. September 2014
  13. Fraktionsvorstand. Website der SPD-Bundestagsfraktion. Abgerufen am 22. November 2015.
  14. Fast 100 Abgeordnete aus Baden-Württemberg. In: swr.de. 24. Oktober 2017, abgerufen am 26. Juni 2019.
  15. Ute Vogt, SPD. Biografie. Website des Deutschen Bundestags. Abgerufen am 26. Juni 2019.
  16. Ute Vogt als innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion nominiert. In: welt.de. 17. Oktober 2019, abgerufen am 18. Oktober 2019.
  17. Stiftungsvorstand. Website des Deutschen Roten Kreuzes Stuttgart. Abgerufen am 26. Juni 2019.
  18. Kuratorium. Website der Stiftung Energie und Klimaschutz Baden-Württemberg. Abgerufen am 11. September 2014.
  19. Vorstand Website der Deutschen Umweltstiftung. Abgerufen am 11. September 2014.
  20. Ute Vogt – Mitglied des SPD-Parteivorstands und Präsidiums, Landesvorsitzende der SPD Baden-Württemberg (Memento vom 17. Januar 2009 im Internet Archive)