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Help – Hilfe zur Selbsthilfe

Deutsche Hilfsorganisation

Help – Hilfe zur Selbsthilfe ist eine nichtstaatliche humanitäre Hilfsorganisation mit Sitz in Bonn. Seit 1981 engagiert sie sich weltweit für Menschen in Not. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Hilfe zur Selbsthilfe. Darüber hinaus engagiert sich Help auch in der Not- und Katastrophenhilfe und ist bei Erdbeben, Tsunamis und Wirbelstürmen regelmäßig im Einsatz.

Help – Hilfe zur Selbsthilfe
Logo
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 15. Juli 1981 in Frankfurt am Main
Sitz Bonn (Koordinaten: 50° 43′ 21,4″ N, 7° 5′ 50,4″ O)
Zweck humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Katastrophenhilfe
Vorsitz Rudolf Bindig
Geschäftsführung Karin Settele
Umsatz 27.697.381 Euro (2018)
Mitarbeiter 37 (2018)
Mitglieder 26 (2018)
Website www.help-ev.de

Sie ist nicht zu verwechseln mit anderen Organisationen mit ähnlichem Namen (HELP – Human Environment Life Protection, Helpalliance, HelpAge oder „Hilfe zur Selbsthilfe“).

GeschichteBearbeiten

Help wurde im Juli 1981 von Abgeordneten aller damals im Bundestag vertretenen Parteien und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kirche gegründet. Noch heute (Stand 2016) setzt sich der Vorstand aus Vertretern dieser gesellschaftlichen Gruppen zusammen, darunter als Vorstandsvorsitzender Rudolf Bindig (MdB a. D./SPD) sowie als seine Vertreter Klaus-Jürgen Hedrich (MdB a. D./CDU) und Georg Kippels, MdB/CDU.

Anlass für die Gründung war die Flüchtlingswelle, die die russische Invasion 1979 in Afghanistan auslöste. Help arbeitete in den ersten Jahren ausschließlich für Flüchtlinge in Pakistan.

Seit 1990 engagiert sich der Verein weltweit. Anfangs in Rumänien, dann in Afrika, Südosteuropa und verschiedenen asiatischen Ländern. Nach Naturkatastrophen oder kriegerischen Konflikten weitete Help seine Hilfsangebote auf neue Projektländer aus. Auslöser waren z. B. die Kriege in Bosnien und Irak (2003), Dürren in Afrika, Erdbeben und Tsunamis in Asien.

Dabei folgt auf die erste Soforthilfe meist ein längerfristiges Engagement zum Wiederaufbau aller Lebensbereiche durch Gesundheits- und Wasserversorgung, Ernährungs- und Existenzsicherung, Bildung und Ausbildung. Ziel war und ist die Stärkung der Selbstständigkeit und Widerstandsfähigkeit betroffener Gemeinschaften.

Im April 2018 wurde ein Mitarbeiter der Organisation in Niger entführt, offenbar von Islamisten.[1]

ArbeitsgrundsätzeBearbeiten

Unabhängig von Herkunft, Religion oder Weltanschauung setzt sich Help für Menschen ein, die aufgrund von Katastrophen, Verfolgung oder aus anderen Gründen in Not geraten sind. Nach dem Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe" fördert Help die Anstrengungen der Betroffenen, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft zu verbessern. Hierzu gehören existenzsichernde Maßnahmen ebenso wie das Ankurbeln wirtschaftlicher Aktivitäten und das Stärken zivilgesellschaftlicher Kräfte. Deshalb kooperiert Help mit Partnerorganisationen vor Ort und bezieht lokale Projektteilnehmer in Planung und Umsetzung von Programmen mit ein. Eine besondere Verpflichtung der humanitären Arbeit ist für Help die Unterstützung von Flüchtlingen in aller Welt.

Durch langfristig angelegte Hilfsprojekte, ermöglicht es Help notleidenden Menschen sich selbst zu versorgen. In Kooperation mit den Betroffenen werden die Lebensbedingungen nachhaltig verbessert.

Die Themengebiete der Arbeit von Help umfassen neben der Not-, Wiederaufbau- und Entwicklungshilfe auch Wasserversorgung, Ernährungssicherung und Gesundheitsversorgung sowie Bildung, Einkommen und Klimaschutz.

HilfsprojekteBearbeiten

Help engagiert sich in 23 Ländern mit Hilfsprojekten. Zum Beispiel:

SyrienBearbeiten

2016 konzentrierte die Hilfsorganisation ihren Einsatz in Syrien auf Nothilfe für die Betroffenen des Bürgerkriegs. Ihr Hauptaugenmerk lag auf der Hilfe für die Landkreise Damaskus und Homs. Help setzte in mehreren Regionen die Trinkwasserversorgung wieder instand, verteilte Nahrungsmittel und Decken sowie Kleidung für intern Vertriebene und besonders vom Krieg Betroffene.[2]

Nord-IrakBearbeiten

Seit Beginn der Flüchtlingskrise im August 2014 wurden Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt, Schulen rehabilitiert, Einkommen für Familien geschaffen sowie Winterhilfe und Mietkostenzuschüsse für Heimatvertriebene geleistet.[3]

SüdsudanBearbeiten

Seit 2013 herrscht in diesem Land Bürgerkrieg, weshalb Lebensmittel zunehmend knapp geworden sind, aber es fehlen auch sauberes Wasser und Sanitäranlagen. Help versorgt rund 117.000 Menschen in den Regionen Lakes, State, Western Bahr el Ghazal und Warrap mit therapeutischen Nahrungsmitteln und Medikamenten gegen Unterernährung, Vitaminen und Spurenelementen für Kinder und Schwangere sowie mit sauberem Wasser und Sanitäranlagen. Zusätzlich stärkt Help die Selbsthilfe mit Saatgut und Pflügen für bessere Ernten in der Zukunft.[4]

HaitiBearbeiten

Nach dem schweren Hurrikan „Matthew“ auf Haiti, engagierte sich die Organisation umgehend. Sie leistete medizinische Versorgung und lieferte Hilfspakete mit Nahrung und Wasser in die Krisenregion. Anschließend sind der Wiederaufbau von zerstörten Häusern und landwirtschaftliche Selbstversorgung der Einwohner geplant.

Bosnien und HerzegowinaBearbeiten

1995, während des Jugoslawienkriegs begann Help mit ersten Nothilfeprojekten in Bosnien und Herzegowina. Heute engagiert sich die Hilfsorganisation in den Bereichen Existenzsicherung und Einkommen: Help unterstützt Menschen in Not bei der Gründung von Kleinunternehmen, um so Einkommen zu sichern und langfristig Arbeitsplätze zu schaffen. (Dieser Ansatz wird auch in den anderen Projektländern Südosteuropas verfolgt.)

Finanzierung und TransparenzBearbeiten

 
DZI Spenden-Siegel

Help finanziert Projekte mit Spenden und öffentlichen Zuschüssen. Beim Amtsgericht Bonn ist Help als gemeinnütziger Verein eingetragen und wurde vom Finanzamt Bonn als besonders förderungswürdig anerkannt. Die größten öffentlichen Geldgeber[5] sind das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Generaldirektion für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO), die Europäische Kommission und das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP).

Help veröffentlicht jährlich einen Jahresbericht, in dem alle Einnahmen und Ausgaben dargelegt sind, und erhält seit der Einführung 1992 jährlich das vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) erteilte DZI-Spendensiegel. Die Organisation liegt jedes Jahr bei den Kosten für Verwaltung, Spenderwerbung und Öffentlichkeitsarbeit in der niedrigsten Rubrik des DZI unter 10 Prozent: Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung liegen bei Help stets um die 5 Prozent.[6]

Der Verein ist Unterzeichner der Selbstverpflichtungserklärung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft. Auf Initiative von Transparency Deutschland e. V. haben zahlreiche Akteure aus der Zivilgesellschaft und Wissenschaft zehn grundlegende Punkte definiert, die jede zivilgesellschaftliche Organisation der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. Im Jahr 2008 erreichte der Verein mehr als 75 Prozent der erreichbaren Punkte für den Transparenzpreis von PricewaterhouseCoopers, konnte jedoch nicht ins Finale einziehen.[7]

PartnerBearbeiten

Der Verein engagiert sich gemeinsam mit mehreren Partnern, um schnell und effektiv Hilfe leisten zu können. Help – Hilfe zur Selbsthilfe ist Mitglied bei Aktion Deutschland Hilft, einem Zusammenschluss deutscher Hilfsorganisationen, die im Falle von Katastrophen und Notsituationen im Ausland gemeinsam Hilfe leisten.

Der Verein ist Vollmitglied bei VENRO, einem freiwilligen Zusammenschluss von rund 120 deutschen entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen.[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Niger: Deutscher Entwicklungshelfer von Bewaffneten entführt. In: rp-online.de. 12. April 2018, abgerufen am 13. April 2018.
  2. Laura Gaida: Spenden für Syrien: Sechs Wege, wie Sie den Menschen vor Ort helfen können. In: Focus Online. 23. Dezember 2016, abgerufen am 1. März 2017.
  3. Interview zu Irak, Mossul-Offensive - Help bereitet sich auf neue Vertriebene vor. In: presseportal.de. 27. Juni 2016, abgerufen am 1. März 2017.
  4. Hungersnot Südsudan - 7 Mio. Menschen akut bedroht / Help versorgt unterernährte Kinder und Familien. In: presseportal.de. 7. Oktober 2016, abgerufen am 1. März 2017.
  5. Öffentliche Geldgeber (Archivlink (Memento des Originals vom 27. Oktober 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.help-ev.de)
  6. Help - Hilfe zur Selbsthilfe e.V. Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  7. presseportal.de: CARE erhält Transparenzpreis 2008, Pressemeldung vom 27. November 2008, Zugriff am 31. Juli 2011.
  8. Für eine gelebte Transparenzkultur im gemeinnützigen Sektor. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) VENRO, archiviert vom Original am 29. Dezember 2016; abgerufen am 29. Dezember 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/venro.org