Leni Breymaier

deutsche Gewerkschafterin und Politikerin (SPD), MdB
Leni Breymaier (2020)

Leni Breymaier (* 26. April 1960 in Ulm)[1] ist eine Politikerin (SPD), Gewerkschafterin und seit 2017 Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Vom 22. Oktober 2016 bis zum 24. November 2018 war sie Vorsitzende der SPD Baden-Württemberg. Seit dem 24. September 2017 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages für den Bundestagswahlkreis Aalen – Heidenheim (gewählt auf Listenplatz eins der SPD Baden-Württemberg). Im Bundestag ist sie Teil der Parlamentarischen Linken, die den linken Parteiflügel der SPD bildet.[2] Breymaier ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales.[3] Im Juni 2019 hat Leni Breymaier mit ihrem Bundestagskollegen Frank Heinrich (CDU) den Parlamentskreis "Prostitution wohin?" gegründet.[4]

Leben und BerufBearbeiten

Breymaier absolvierte eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau und qualifizierte sich zur Substitutin. Sie gehörte zunächst der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft an und war für diese ab 1982 als Gewerkschaftssekretärin hauptamtlich tätig. Von 2002 bis 2007 war sie stellvertretende Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes und von 2007 bis November 2016 Landesbezirksleiterin der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft in Baden-Württemberg. Dem Staatsgerichtshof (seit dem 5. Dezember 2015: Verfassungsgerichtshof) für das Land Baden-Württemberg gehörte sie von 2008 bis 2016 als Richterin an. Sie lebt mit ihrem Ehemann seit 1986 in Eislingen/Fils.

PolitikBearbeiten

Breymaier ist seit 1982 Mitglied der SPD und engagiert sich insbesondere in der Rentenpolitik und Gleichstellungspolitik[5]. Im November 2009 wurde sie zur stellvertretenden Landesvorsitzenden der SPD Baden-Württemberg gewählt. Nachdem die SPD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 13. März 2016 mit 12,7 Prozent der Stimmen ihr bisher schlechtestes Landesergebnis erzielt hatte und infolgedessen aus der Landesregierung ausgeschieden war, kündigte der Landesvorsitzende Nils Schmid seinen Rückzug vom Parteivorsitz an.[6] Die Parteilinke[7] Breymaier wurde am 22. Oktober 2016 auf dem Landesparteitag in Heilbronn mit 85 Prozent der Stimmen zur neuen Landesvorsitzenden gewählt.[8] Das nicht bindende Mitgliedervotum über den Parteivorsitz in Baden-Württemberg wählte Breymaier mit 9.176 Stimmen und ihr Herausforderer Lars Castellucci bekam 9.137 Stimmen. Breymaier kündigte daraufhin an, beim Parteitag am 24. November 2018 nicht zur Wiederwahl anzutreten.[9] Stattdessen trat der Vorsitzende der Landtagsfraktion, Andreas Stoch, an und setzte sich mit einem Vorsprung von acht Stimmen vor Castellucci durch.[10]

Der Landtag von Baden-Württemberg wählte Leni Breymaier zum Mitglied der 13., 14. und 16. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland.

SonstigesBearbeiten

Breymaier wurde 2004 für die Initiative Qualitätsoffensive Brustkrebs mit dem Barbara-Künkelin-Preis der Stadt Schorndorf ausgezeichnet.[11] Sie war Vorsitzende des Kuratoriums der Carlo-Schmid-Stiftung.[12] Leni Breymaier ist Mitbegründerin und Vorstandsmitglied bei Sisters e.V.[13] Breymaier fordert ein Sexverkaufsverbot und setzt sich für das Nordische Modell ein.[14]

WeblinksBearbeiten

Commons: Leni Breymaier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deutscher Bundestag: Biografie von Leni Breymaier. In: bundestag.de. Deutscher Bundestag, abgerufen am 23. Dezember 2016.
  2. https://www.parlamentarische-linke.de/unsere-mitglieder/
  3. Deutscher Bundestag - Biografien. Abgerufen am 17. Dezember 2019.
  4. Leni Breymaier: Aktuelles aus dem Bundestag - Leni Breymaier. Abgerufen am 17. Dezember 2019.
  5. Leni Breymaier, MdB. 25. September 2017, abgerufen am 17. Dezember 2019.
  6. Reiner Ruf: Bloß kein neuer Anzugträger. In: Stuttgarter-Zeitung.de. Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft mbH, 4. Juni 2016, abgerufen am 23. Dezember 2016.
  7. Parteilinke Breymaier will Südwest-SPD aus der Krise führen. In: Badische-Zeitung.de. Badischer Verlag GmbH & Co. KG, 23. Oktober 2016, abgerufen am 23. Dezember 2016.
  8. Leni Breymaier neue SPD-Landesvorsitzende. In: Pressemitteilung. SPD-Landesverband Baden-Württemberg, 22. Oktober 2016, abgerufen am 23. Dezember 2016.
  9. spiegel.de 21. November 2018: Chaos in der Südwest-SPD
  10. Matthias Schiermeyer: Stoch will die SPD aus der Misere führen. Stuttgarter Nachrichten, 24. November 2018, abgerufen am selben Tage.
  11. Rita Rosa Martin: 2004 – Leni Breymaier & die Qualitätsoffensive Brustkrebs. In: Internetpräsenz der Stiftung Barbara-Künkelin-Preis. Bürgermeisteramt Schorndorf, abgerufen am 23. Dezember 2016.
  12. Website der Carlo-Schmid-Stiftung, abgerufen am 7. Mai 2019
  13. Leni Breymaier: Persönlich - Leni Breymaier. Abgerufen am 26. April 2019.
  14. Frederik Schindler: Es gibt keine andere Arbeit, bei der Menschen so kaputtgemacht werden. welt.de. 16. Oktober 2019. Abgerufen am 22. Januar 2020.