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GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Unlingen liegt am oberschwäbischen Hausberg Bussen.

GemeindegliederungBearbeiten

Zu Unlingen gehören die Ortsteile Dietelhofen, Göffingen, Möhringen und Uigendorf.

GeschichteBearbeiten

Unlingen wurde erstmals 1163 urkundlich erwähnt. 1291 kam Unlingen an das Haus Habsburg und gehörte damit zu Vorderösterreich. Ende des 14. Jahrhunderts besaßen die Truchsessen von Waldburg große Teile des Ortes. 1525 war Unlingen, wo sich 2000 Bauern versammelten, einer der Ausgangspunkte des Bauernkrieges. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Unlingen sowohl von kaiserlichen als auch von schwedischen Truppen zerstört. 1635 raffte die Pest einen Großteil der Bevölkerung hin.

1806 kam Unlingen zum Königreich Württemberg und wurde dem Oberamt Riedlingen zugeordnet. Mit der Kreisreform 1938 kam der Ort dann zum Landkreis Saulgau, um 1973 dem Landkreis Biberach zugeschlagen zu werden.

ReligionenBearbeiten

Bereits 1269 wurde in Unlingen eine Pfarrkirche erwähnt. 1414 wurde das Franziskanerinnenkloster „Mariä Heimsuchung“ gegründet. 1782 hob Kaiser Joseph II. das Kloster auf.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Oktober 1974 wurden Dietelhofen, Göffingen, Möhringen und Uigendorf eingegliedert.[2]

PolitikBearbeiten

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Seit 1975 besteht eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Riedlingen.

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte bei einer Wahlbeteiligung von 68,1 % (2014: 64,4 %) zu folgendem Ergebnis:

  • CDU: 49,4 % – 6 Sitze (2014: 58,2 %, 8 Sitze)
  • FWG: 50,6 % – 6 Sitze (2014: 41,8 %, 6 Sitze)

BürgermeisterBearbeiten

Im Oktober 2010 wurde Richard Mück (CDU) mit 96 % der Stimmen für eine vierte Amtszeit bestätigt.[3]

WappenBearbeiten

Das Gemeindewappen zeigt in Gold (Gelb) auf grünem Dreiberg stehend einen goldbewehrten rotgezungten schwarzen Adler mit dem österreichischen Bindenschild in seinem rechten Fang. Dieses Wappen wurde der Gemeinde 1682 von Kaiser Leopold. I. verliehen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Bundesstraße 311 bindet Unlingen an das überregionale Straßennetz an. Sie ist im Ortsbereich stark befahren. Deshalb wurde am 5. September 2013 im Beisein von Bundesverkehrsminister Ramsauer mit dem Bau einer sechs Kilometer langen Umfahrung begonnen. Diese wurde Ende 2017 fertiggestellt.

Unlingen liegt an der Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen. Derzeit halten in der Gemeinde aber keine Züge mehr. Außerdem wurde 1916 die Federseebahn Bad SchussenriedRiedlingen als letzte Schmalspurstrecke Baden-Württembergs mit dem Reststück von Dürmentingen bis Riedlingen eröffnet und 1960 stillgelegt und anschließend abgebaut. Es gab zwei Haltestellen in Unlingen-Ort und Göffingen.

BildungseinrichtungenBearbeiten

Unlingen verfügt über eine Grund-, Haupt- und Werkrealschule (sog. Donau-Bussen-Schule), die auch von Kindern aus Riedlingen besucht wird. Kindergärten gibt es in Unlingen und Uigendorf.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Unlingen liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße.

BauwerkeBearbeiten

 
Brunnenfigur „Hl. Ulrich von Augsburg“ von Ulrich Brendler vor der Kirche St. Ulrich in Uigendorf

In Unlingen befindet sich die katholische Pfarrkirche Maria Immaculata, eine 1713 vollendete Barockkirche mit Hochaltar des Riedlinger Bildhauers Johann Joseph Christian und dessen Sohn Franz Joseph Christian. Die daneben befindliche barocke Klosterkapelle St. Maria Heimsuchung aus dem 17. Jahrhundert zählte zum ehemaligen Franziskanerinnenkloster, dessen zum Teil bis ins 15. Jahrhundert reichende Baubestand jedoch teilweise abgerissen wurde. Die ältesten vom Kloster erhaltenen Bauten, nämlich Ost- und Westtrakt der Klosteranlage, stammen aus dem Jahr 1671.

In Dietelhofen befindet sich die barocke Kirche St. Nikolaus, die auf eine Kapelle aus dem 14. Jahrhundert zurückgeht. Zu den Kunstschätzen der Kirche zählen verschiedene Heiligenfiguren aus dem 15. Jahrhundert, darunter auch die im Rottenburger Diözesanmuseum aufbewahrte Mondsichelmadonna aus der Ulmer Syrlin-Werkstatt um 1480.

In Göffingen befindet sich die barocke Kirche St. Nikolaus, die bereits seit dem 13. Jahrhundert belegt ist und ihre heutige Gestalt durch Umbauten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhielt. Das auf 1763 datierte Deckengemälde im Kirchenschiff und eine bis heute erhaltene Glocke verweisen auf Freiherr Franz Marquard von Hornstein als Erbauer der heutigen Barockkirche. Die Kirche weist spätbarocken Bildschmuck von Martin Kuen auf. Der am 15. März 1947 eingestürzte Kirchturm wurde originalgetreu wieder errichtet.

In Möhringen befand sich einst eine bereits im 16. Jahrhundert erwähnte Liebfrauenkapelle, die im Zuge der Erhebung zur selbstständigen Kirchengemeinde von 1863 bis 1865 durch die neuromanische Kirche St. Vitus ersetzt wurde. Zum Kirchenschatz zählen liturgische Geräte des Vorgängerbauwerks.

In Uigendorf befindet sich die barocke Kirche St. Ulrich, die bereits im späten 13. Jahrhundert nachgewiesen ist und ihre heutige Gestalt durch Umbauten des 17. und 18. Jahrhunderts erhielt. Der älteste Bauteil der Kirche ist der 1699 errichtete Westturm. Kunsthistorisch bedeutend sind Heiligenfiguren, Pieta, Kruzifix und Leuchterengel aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

NaturdenkmälerBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Theodor Selig (1874–1967), Pfarrer
  • Hans App (* 1936) Unternehmensgründer Hans App GmbH und langjähriges Gemeinderatsmitglied

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Johann Daniel Georg v. Memminger: Gemeinde Unlingen., aus Beschreibung des Oberamts Riedlingen. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1827 (Volltext bei Wikisource)
  • Leif Hansen/Marcus G. Meyer/Roberto Tarpini: Außergewöhnliche hallstattzeitliche Grabfunde aus Unlingen (Lkr. Biberach). Archäologisches Korrespondenzblatt 48, 2018, S. 493–521.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Unlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 545.
  3. https://www.staatsanzeiger.de/staatsanzeiger/wahlen/buergermeisterwahlen/unlingen/