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Steinperf (mdal. Steeprof) ist ein Ortsteil der Gemeinde Steffenberg im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf, im sog. Hessischen Hinterland. Man spricht Hinterländer Platt in der Variante des Breidenbacher Grundes mit abnehmender Tendenz.

Steinperf
Gemeinde Steffenberg
Wappen von Steinperf
Koordinaten: 50° 49′ 11″ N, 8° 28′ 53″ O
Höhe: 404 (330–550) m ü. NHN
Fläche: 3,99 km² [LAGIS]
Einwohner: 886 (30. Jun. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 222 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35239
Vorwahl: 06464
Luftbild von Steinperf
Luftbild von Steinperf
Kapelle
Rathaus
Bürgerhaus
Feuerwehr und Backhaus

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Das Dorf liegt am Nordrand des zentralen Hochplateaus der Bottenhorner Hochflächen im Gladenbacher Bergland zwischen den Städten Dillenburg (20 km) und Marburg (35 km).

GewässerBearbeiten

Die namensgebende Perf fließt durch den Ort. Dieser 16 km lange Fluss mündet bei Biedenkopf in die Lahn.

GeschichteBearbeiten

Steinperf ist wahrscheinlich der älteste Ortsteil der Gemeinde Steffenberg. Man geht davon aus, dass die Besiedlung etwa 500 n. Chr. einsetzte. Die Kelten sollen in der Umgebung von Steinperf Eisenerze abgebaut und zu Eisen verhüttet haben, welches als Werkzeug oder Waffen exportiert wurde. Die erste urkundliche Erwähnung von Steinperf war – wie die von Nieder- und Obereisenhausen – um 1103. Mit dieser Urkunde erhob der Erzbischof von Mainz die Kapelle, die der Freie Megenher auf seinem Gut „Yzenhusen“ erbaut hatte, zur Pfarrkirche für Niedereisenhausen, Obereisenhausen und Steinperf (damalige Schreibweise „Stinpernapho“ oder „Steinpernfo“).

Um das Jahr 1687 entstand eine neue Kapelle. Sie wurde als Saalbau im Fachwerkstil mit Hessenmann-Figuren errichtet. Eine Sanierung erfolgte im Jahre 1932. Dabei wurde eine kleine Erweiterung angebaut, in der sich seitdem der Eingang befindet.[2]

Am 1. Juli 1974 wurde die Gemeinde Steinperf im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch Landesgesetz mit den Gemeinden Steffenberg und Quotshausen zur erweiterten Großgemeinde Steffenberg zusammengeschlossen.[3][4]

Steinperf beteiligte sich mehrmals an dem Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ und erzielte dabei unter anderem auf Landesebene den 2. Platz. Der Ortskern mit einigen Fachwerkhäusern wurde durch Dorferneuerungsmaßnahmen wiederhergestellt.

Steinperf verfügt über einen Jugendzeltplatz, der von Gruppen bis zu 30 Personen benutzt werden kann. Anliegend ist die Steinperfer Schutzhütte, die mit Wasser, Strom sowie einer Küche ausgerüstet ist und bei Veranstaltungen mitbenutzt werden kann.

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 26. Juni 1957 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt.

Blasonierung: „In Gold ein blauer Schrägbalken, belegt mit einem silbernen, besteckten, rot gebundenen Rocken, zwischen zwei blauen Rädern.“[5]
Wappenbegründung: Da die ehemalige Gemeinde keine altüberlieferten Siegel oder sonstigen Vorlagen, die für die Bildung eines Wappens geeignet wären, besaß, war es erforderlich, ein neues Symbol zu wählen, um dem Wunsch des Ortes nach einem Wappen Rechnung zu tragen. Die Gemeinde hat hierbei selbst den Wunsch geäußert, ein Spinnrad in ihr Wappen zu nehmen. Da dieses komplizierte Gerät sich für eine naturgetreue Wiedergabe im Wappen jedoch nicht eignet, wurde der in solchen Fällen übliche Weg gewählt, stattdessen nur die sprechendsten Teile der Vorlage in das Wappen aufzunehmen, in diesem Fall die beiden Spinnräder und den Rocken. Auf diese Weise konnte ein heraldisch einwandfreies und ansprechendes Wappen gebildet werden.

Die Gestaltung des Wappens lag in den Händen des Bad Nauheimer Heraldikers Heinz Ritt.

Steinverarbeitende IndustrieBearbeiten

In Steinperf war schon vor dem Zweiten Weltkrieg die steinverarbeitende Industrie vorhanden, die nach dem Krieg einen neuen Aufschwung erlebte. So fördert und verarbeitet sie den Rohstoff Diabas, der zur Split- oder Schottergewinnung abgebaut wird.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Steinperf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Zahlen Daten Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Steffenberg, abgerufen im März 2018.
  2. Kulturelle Entdeckungen Mittelhessen, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Schnell + Steiner Verlag, ISBN 978-3-7954-1854-0
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 16 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 351.
  5. Staats-Anzeiger für das Land Hessen 1957, Amtsblatt Nr. 28, Seite 661.