Schwerzenbach

Gemeinde in der Schweiz
Schwerzenbach
Wappen von Schwerzenbach
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Uster
BFS-Nr.: 0197i1f3f4
Postleitzahl: 8603
UN/LOCODE: CH SWB
Koordinaten: 692222 / 249051Koordinaten: 47° 23′ 9″ N, 8° 39′ 36″ O; CH1903: 692222 / 249051
Höhe: 443 m ü. M.
Fläche: 2.64 km²
Einwohner: 5115 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 1938 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
26,4 % (31. Dezember 2018)[2]
Gemeindepräsident: Thomas Weber (parteilos)
Website: www.schwerzenbach.ch
Ansicht vom Loorenkopf auf das Industriegebiet von Schwerzenbach, Volketswil im Hintergrund

Ansicht vom Loorenkopf auf das Industriegebiet
von Schwerzenbach, Volketswil im Hintergrund

Karte
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Schwerzenbach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Uster des Kantons Zürich in der Schweiz.

GeographieBearbeiten

Die nördlich des Greifensees befindliche Gemeinde liegt östlich der Stadt Zürich an der Grenze zum Zürcher Oberland. Der Chiemlibach durchquert Schwerzenbach und mündet in den Fluss Glatt.

GeschichteBearbeiten

Im Mittelalter gehörte Schwerzenbach zur Herrschaft Greifensee, die den Grafen von Rapperswil gehörte und später an die Herren von Landenberg und die Grafen von Toggenburg überging. 1402 übernahm der Zürcher Stadtstaat die gesamte Herrschaft Greifensee und damit auch Schwerzenbach. Seit dem Untergang des Alten Zürich in der Revolution von 1798 ist Schwerzenbach eine eigene Gemeinde im Kanton Zürich. Sie gehörte zuerst zum Distrikt Uster, ab 1815 zum Oberamt Greifensee und ist seit 1831 Teil des Bezirks Uster.

Die Legende des heiligen Einhard berichtet von einem Schwerzenbacher Lokalheiligen, der bei der alten Kirche begraben sein soll. 1444, im Alten Zürichkrieg, zerstörten die Schwyzer die Kirche. Das Recht den Pfarrer einzusetzen, die sogenannte Kollatur der Kirche Schwerzenbach stand bis ins Jahr 1834 dem Kloster Einsiedeln zu, obwohl die Gemeinde schon 1524 zum reformierten Glauben gewechselt hatte. 1812 wurde die Kirche abgerissen und 1813 die heutige Kirche eingeweiht.

Bis ins 17. Jahrhundert lebten die meisten Schwerzenbacher ausschliesslich von den Erzeugnissen der Landwirtschaft, ab dem 18. Jahrhundert zusätzlich von der in Heimarbeit betriebenen Spinnerei und Weberei. Zur Ansiedlung von Industrie kam es trotz der 1856 eröffneten Bahnstation nicht. Einzig ein Seidenfabrikationsgeschäft etablierte sich. Schwerzenbach war daher bis vor vier Jahrzehnten ein Bauerndorf.

 
Historisches Luftbild von 1920, aufgenommen aus 800 Metern Höhe von Walter Mittelholzer
 
Ansicht von der Glatt
 
Der Ausfluss der Glatt aus dem Greifensee
 
Der Greifensee bei Schwerzenbach, im Hintergrund das benachbarte Städtchen Greifensee

WappenBearbeiten

Blasonierung

In Gold ein schwarzer Querbach, belegt mit einem silbernen Fisch.

Ein eigenes offizielles Wappen führt die Gemeinde erst seit den Bemühungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich und deren Wappenkommission Anfang der 1930er Jahre. 1932 zeigte der Stempel der Gemeinderatskanzlei noch den Zürcher Schild. Nach langer Suche fand man das alte Siegel des Gemeindeammanns von 1844. Es zeigt auf blauem Grund einen waagrechten schwarzen Bach mit einem silbernen Fisch und gab die Vorlage für das heutige Wappen ab.

BevölkerungBearbeiten

Die Nähe zur Stadt Zürich und zu Uster führt nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Bauboom, der das ursprünglich nur 400 Einwohner zählende Dorf auf über das zehnfache anwachsen liess. Im Verlaufe des Baubooms verlagerte sich das Zentrum vom alten Dorfkern bei der Kirche zur Bahnstation in Richtung Volketswil, wo die Neubau-Siedlung "Im Vieri" alleine fast 500 neue Bewohner brachte.[3]

KirchenBearbeiten

Am 31. Dezember 2011 gehörten 35,2 Prozent der Bevölkerung zur Evangelisch-reformierten Kirche und 28,2 Prozent zur Römisch-katholischen Kirche.[4]

Die Reformierte Kirche Schwerzenbach wurde in den Jahren 1812–1813 in klassizistischem Stil errichtet. Die römisch-katholische Zentrum St. Gabriel befindet sich im Haus zum Wiesenthal, das 1803 erstellt wurde und seit dem Jahr 2000 als katholisches Pfarreizentrum benutzt wird.

Die evangelischen Freikirchen sind in Schwerzenbach durch die spanischsprachige «Iglesia Cuerpo de Cristo de Remar Internacional» vertreten, die zugleich als internationales sozialdiakonisches Hilfswerk tätig ist.[5]

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof Schwerzenbach ist durch die S-Bahn Zürich mit folgenden Linien angebunden:

PolitikBearbeiten

Gemeindepräsident ist Thomas Weber (parteilos, Stand Dezember 2017).

Mitglieder des Schwerzenbacher Gemeinderats (2014–2018)
Name Amtsantritt Funktion Partei
Thomas Weber 1994 / 2014 Gemeindepräsident / Planung parteilos
Thomas A. Frey 2010 Finanzen FDP
Esther Borra-Wegmann 2014 Hochbau / Liegenschaften parteilos
Martina Hubacher 2010 Vizepräsidentin, Soziales parteilos
Beat Schüpbach 2018 Tiefbau / Werk parteilos
Rahel Hofmann-Meyer 2014 Gesundheit FDP
Reto Haltinner 2018 Sicherheit CVP

DialektBearbeiten

Der zürichdeutsche Dialekt von Schwerzenbach gehört zu den Oberländer Mundarten.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

StädtepartnerschaftBearbeiten

Die permanenten Kontakte erfolgen auf drei Ebenen:

  • Exekutive: Gemeinderat Schwerzenbach und Stadtrat Aizpute
  • Organisation: Partnerschaftsverein Pro Aizpute in Schwerzenbach und Freunde von Schwerzenbach in Aizpute
  • Persönlich: Es hat sich ein Netz von direkten persönlichen Kontakten ausgebildet

LiteraturBearbeiten

  • Hans Martin Gubler: Kunstdenkmäler der Schweiz Band 66 "Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 3: Die Bezirke Pfäffikon und Uster" Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern 1978 ISBN 3-7643-0991-1 S. 510–521.
  • Beat Frei: Schwerzenbach. Eine lange Geschichte. Gemeinde Schwerzenbach, Schwerzenbach 2004, ISBN 3-03-300285-4.

WeblinksBearbeiten

Commons: Schwerzenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  3. Kanton Zürich, Gemeinde Schwerzenbach, Privater Gestaltungsplan „im Vieri“, Planungsbericht gemäss Art. 47 RPV, (PDF, 10S.; 154 kB), auch: imvieri.ch.
  4. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012)
  5. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 19. November 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.remar.ch (abgerufen am 29. Februar 2012).
  6. Artikel über die Gemeindepartnerschaft auf der Homepage Schwerzenbachs@1@2Vorlage:Toter Link/secure.i-web.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. abgerufen am 25. Februar 2014