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Scharpenhufe ist ein Ortsteil der Gemeinde Aland im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.[3]

Scharpenhufe
Gemeinde Aland
Koordinaten: 52° 57′ 11″ N, 11° 38′ 51″ O
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 3,4 km²[1]
Einwohner: 89 (31. Dez. 2012)[2]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner/km²
Eingemeindung: 30. September 1928
Eingemeindet nach: Pollitz
Postleitzahl: 39615
Vorwahl: 039395
Scharpenhufe (Sachsen-Anhalt)
Scharpenhufe
Scharpenhufe
Lage von Scharpenhufe in Sachsen-Anhalt

GeografieBearbeiten

Der Ort liegt in der Landschaft Wische, zehn Kilometer nordwestlich der Hansestadt Seehausen und fünf Kilometer nordwestlich von Krüden,[4] wo sich der Sitz der Gemeinde Aland befindet.[3] Die Gemarkungsteile nördlich der durch den Ort verlaufenden Landesstraße 2 gehören zum Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und sind Teil des Naturschutzgebietes Aland-Elbe-Niederung.[4]

GliederungBearbeiten

Der heutige Ortsteil Scharpenhufe besteht aus Scharpenhufe und der kleineren Ansiedlung Nattewisch,[5] die knapp einen Kilometer östlich von Scharpenhufe liegt.

GeschichteBearbeiten

Die erste Erwähnung von Scharpenhufe stammt aus dem Jahre 1309 als In Curia dicta scarpenhoue. So wurde der Hof in einer Urkunde über einen Gütertausch zwischen dem Kloster Arendsee und Peter von Garditz bezeichnet.[6] 1499 gehörte der Hof zum Leibgedinge der Frau von Jagow.[1] Weitere Nennungen sind 1518 die wuste hoffstede geheten de Scharpenhoue, 1598 die wuste Hofstette geheißen die Scharpehoffe, der Hof war also wüst, 1608 heißt er Scharffehüefe und 1804 heißt das adlige Gut Scharpenhufe.[7]

Das Gut blieb im Besitz der von Jagow bis sie 1945 enteignet wurden. Im Jahre 1953 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III in Scharpenhufe, die LPG „Morgensonne“.[8]

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Gutshaus Scharpenhufe im Jahre 1993 von den früheren Eigentümern, der altmärkischen Adelsfamilie von Jagow, zurückgekauft. Es wird seitdem als ein etwa 600 Hektar umfassender Landwirtschaftsbetrieb fortgeführt.[9]

Zwei Kilometer ostnordöstlich von Scharpenhufe stand noch am Anfang des 20. Jahrhunderts das Fischerhaus Ganseburg,[10] auch Kolonie Gänseburg[11] genannt, in dessen Nähe lag die von den Gänsen von Putlitz erbaute Ganseburg.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es einen Kilometer nördlich von Scharpenhufe eine Ziegelei.[10][11]

EingemeindungenBearbeiten

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Scharpenhufe aus dem Landkreis Osterburg mit seinen Wohnplätzen Ganseburg, Nattewisch, Ziegelei[10] mit der Landgemeinde Pollitz vereinigt, mit Ausnahme der Kolonie Dosse, die zur Landgemeinde Groß Garz kam.[12]

Bis Ende 2009 war Scharpenhufe ein Ortsteil der bis dahin selbständigen Gemeinde Pollitz. Am 1. Januar 2010 kam der Ortsteil Scharpenhufe zu der zum gleichen Datum neu gebildeten Gemeinde Aland.[13]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1775 39
1789 38
Jahr Einwohner
1798 33
1801 44
Jahr Einwohner
1818 36
1840 91
Jahr Einwohner
1885 154
1892 149
Jahr Einwohner
1900 138
1905 99
Jahr Einwohner
1910 85
2011 100
Jahr Einwohner
2012 89

Quellen: Die Angaben von Rohrlach und Zahn weichen teilweise stark voneinander ab.[1][14][2]

ReligionBearbeiten

Die evangelischen Christen aus Scharpenhufe sind in die Kirchengemeinde Pollitz eingepfarrt, diese gehörte früher zur Pfarrei Groß Wanzer.[15] Die Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchengemeindeverband Beuster-Aland im Pfarrbereich Beuster[16] des Kirchenkreises Stendal im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Herrenhaus der Familie von Jagow (2009)

Das historische Gutshaus Scharpenhufe des ehemaligen Rittergutes Scharpenhufe ist ein im neoklassizistischen Stil erbautes Herrenhaus. Daneben gehören zu dem unter Denkmalschutz stehenden Gutshof umfangreiche Wirtschaftsgebäude, alles umgeben von einem offenen Landschaftspark.[9]

VereineBearbeiten

  • Förder- und Heimatverein für die Orte Pollitz und Scharpenhufe e. V.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1922–1923.
  2. a b Andreas Puls: Orte verlieren 122 Einwohner in 12 Monaten. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 21. Februar 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 19. Juni 2019]).
  3. a b Hauptsatzung der Gemeinde Aland. 2. Juli 2015 (PDF; 275 KB [abgerufen am 7. Dezember 2015]).
  4. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  5. Ortsteilverzeichnis Land Sachsen-Anhalt (Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile), Gebietsstand Januar 2014, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2016
  6. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Band 22. Berlin 1862, S. 20 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001038~SZ%3D00030~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  7. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 320 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00342~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  8. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1690.
  9. a b Gutshaus Scharpenhufe. Schlösser und Herrenhäser. In: www.altmarktourismus.de. Tourismusverband Altmark e. V., abgerufen am 16. Juni 2019.
  10. a b c Königlich Preußisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Sachsen. Aufgrund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905. 1909, S. 103, Nr. 178.
  11. a b Meßtischblatt 40: Wittenberge. Reichsamt für Landesaufnahme, 1873, abgerufen am 16. Juni 2019.
  12. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 214.
  13. Landkreis Stendal (Hrsg.): Amtsblatt. 19. Jahrgang, Nr. 17. Stendal 12. August 2009, S. 204 ff. (PDF; 6,8 MB [abgerufen am 7. Dezember 2015]).
  14. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, DNB 578458357, S. 175.
  15. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 107 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 15. Juni 2019]).
  16. Pfarrbereich Beuster. Abgerufen am 30. März 2018.