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Rietzneuendorf (niedersorbisch Nowa Wjas pśi rĕce) ist ein Ortsteil der Gemeinde Rietzneuendorf-Staakow im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Seit dem 1. Januar 1974 bildete Rietzneuendorf zusammen mit dem benachbarten Friedrichshof die Gemeinde Rietzneuendorf-Friedrichshof, die am 31. Dezember 2001 mit der Gemeinde Staakow zusammengelegt wurde. Seitdem sind Rietzneuendorf und Friedrichshof eigenständige Ortsteile.

Rietzneuendorf
Koordinaten: 52° 0′ 38″ N, 13° 40′ 0″ O
Höhe: 54 m ü. NHN
Fläche: 14,68 km²
Einwohner: 345 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Eingemeindet nach: Rietzneuendorf-Friedrichshof
Postleitzahl: 15910
Vorwahl: 035477
Rietzneuendorf (Brandenburg)
Rietzneuendorf

Lage von Rietzneuendorf in Brandenburg

Dorfkirche von Rietzneuendorf

LageBearbeiten

Rietzneuendorf liegt im Baruther Urstromtal am Rande des Unterspreewalds knapp acht Kilometer nordöstlich von Golßen. Umliegende Ortschaften sind Staakow im Nordosten, die Ortsteile Schönwalde und Waldow/Brand in der Gemeinde Schönwald im Südosten, die Golßener Gemeindeteile Gersdorf im Süden und Prierow im Südwesten, Friedrichshof im Westen sowie der zur Stadt Baruth/Mark gehörende Ortsteil Dornswalde im Nordwesten.

Durch Rietzneuendorf verläuft die Kreisstraße 6147, die über Waldow/Brand zur Bundesstraße 115 führt. Die Landesstraße 711 von Wahlsdorf nach Krausnick verläuft etwa einen Kilometer südöstlich des Dorfes. Die Bundesautobahn 13 verläuft im östlichen Teil der Gemarkung Rietzneuendorfs. Die Anschlussstelle Staakow liegt ebenfalls in der Gemarkung von Rietzneuendorf.

In Rietzneuendorf gibt es zwei Bushaltestellen, die beide von der Linie 476 nach Golßen angefahren werden. Die Strecken werden von der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald (RVS) bedient.

GeschichteBearbeiten

Rietzneuendorf, das durch ein Lehenbrief des Burggrafen von Golßen entstanden ist, wurde erstmals 1455 als Nuwendorf erwähnt. Der Name bezeichnet ein neu entstandenes Dorf. Der Ortsname Rietzneuendorf entstand zur besseren Unterscheidung von anderen Orten mit dem Namen Neuendorf und leitet sich durch den Bach Rietze ab, der durch das Dorf fließt. Der Ort war und ist auch heute von seiner Form als Rundlingsdorf angelegt und bestand damals lediglich aus dem Gebiet der heutigen Schloßstraße.[2]

Zum Zeitpunkt der Ersterwähnung gehörte Rietzneuendorf zur Herrschaft Golßen und kam 1757 in den Besitz der Familie von Stutterheim. In der folgenden Zeit wechselte der Grundherr mehrfach.

 
Schloss Rietzneuendorf

1703 wurde im Dorfzentrum die Fachwerkkirche errichtet. Zwischen 1802 und 1804 wurde sie nach Westen hin erweitert. 1860 ließ der damalige Gutsherr in Rietzneuendorf das Schloss errichten. In den Jahren 1870 und 1871 wurde in Rietzneuendorf ein weiterer Dorfanger angelegt. Gebildet wurde der Platz durch das Pflanzen einer Eiche und einem Kastanienrondell sowie dem Dorfschmied und zwei Gastwirtschaften.

Zur Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone ab 1945 wurde der letzte Gutsbesitzer in Rietzneuendorf enteignet. Ab 1960 wurden alle landwirtschaftlichen Betriebe in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft zusammengeschlossen. Nach der Wende wurde in Rietzneuendorf eine Milchviehanlage einer privaten Agrargenossenschaft Betrieben. 1993 wurde die Dorfkirche restauriert. Die Einwohner von Rietzneuendorf arbeiten heute größtenteils in Berlin oder in Cottbus.[2]

Nach dem Wiener Kongress kam das vormals sächsische Rietzneuendorf an das Königreich Preußen und lag im Landkreis Luckau im Regierungsbezirk Frankfurt. Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde dem neu gebildeten Kreis Lübben im Bezirk Cottbus zugeordnet. Am 1. Januar 1974 schloss sich die Gemeinde Rietzneuendorf mit dem benachbarten Friedrichshof zur Gemeinde Rietzneuendorf-Friedrichshof zusammen. Nach der Wende lag Rietzneuendorf-Friedrichshof im Landkreis Lübben in Brandenburg. Am 26. Oktober 1992 schloss die Gemeinde sich dem Amt Unterspreewald an. Nach der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 kam die Rietzneuendorf-Friedrichshof schließlich zum neu gebildeten Landkreis Dahme-Spreewald. Am 31. Dezember 2001 schloss sich Rietzneuendorf-Friedrichshof mit der Gemeinde Staakow zu der neuen Gemeinde Rietzneuendorf-Staakow zusammen. Am 1. Januar 2013 fusionierte das Amt Unterspreewald mit dem Amt Golßener Land, dadurch entstand das Amt Unterspreewald.[3]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung in Rietzneuendorf von 1875 bis 1971[4]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 645 1939 503
1890 615 1946 723
1910 465 1950 691
1925 549 1964 498
1933 458 1971 472

SehenswürdigkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rietzneuendorf-Staakow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

NachweiseBearbeiten

  1. Amt Unterspreewald – Einwohnermeldeamt (Hrsg.): Einwohnerzahlen des gesamten Amtes Unterspreewald (mit Gemeinden und Orts-/Gemeindeteilen) zum Stand 1. Januar 2017. Schönwalde 27. Juli 2017 (Kontaktdaten [abgerufen am 28. Juli 2017]).
  2. a b Gemeinde Rietzneuendorf-Staakow. In: unterspreewald.de. Amt Unterspreewald, abgerufen am 28. Juli 2017.
  3. Rietzneuendorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis. Abgerufen am 28. Juli 2017.
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 331 kB) Landkreis Dahme-Spreewald. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 28. Juli 2017.