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Prequelle
Studioalbum von Ghost

Veröffent-
lichung(en)

1. Juni 2018

Label(s) Spinefarm Records

Genre(s)

Heavy Metal

Titel (Anzahl)

10

Laufzeit

41 min 43 s

Besetzung
  • Gitarre: Aether symbol.jpg A Nameless Ghoul
  • Bass: Alchemy water symbol.svg A Nameless Ghoul

Produktion

Tom Dalgety

Studio(s)

Artery Studios, Stockholm
Westlake Studios, Hollywood

Chronologie
Popestar
(2016)
Prequelle

Prequelle (franz.: Vorgeschichte) ist das vierte Studioalbum der schwedischen Heavy-Metal-Band Ghost. Das Album erschien am 1. Juni 2018 über Spinefarm Records und belegte Platz eins der schwedischen Albumcharts. Es ist das erste Album seit dem Bekanntwerden der Identitäten der Musiker. In Schweden wurde das Album mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Ghost erhielten für das Album zwei Nominierungen bei den Grammy Awards 2019.

Inhaltsverzeichnis

EntstehungBearbeiten

Die ersten Ideen für das Album hatte Sänger Tobias Forge bereits, als die Band mit den Aufnahmen für das 2015 erschienene Vorgängeralbum Meliora ins Studio ging. Forge sagte zum Musikproduzenten Klas Åhlund, dass er Ideen für ein futuristisches Album und für ein mittelalterliches Album habe und dass Åhlund entscheiden dürfte, welches er produzieren wolle. Åhlund entschied sich für das futuristische Album.[1] Tobias Forge strebte mit Prequelle ein Album an, das Meliora aus verschiedenen Gründen nicht sein konnte. Als Gleichgewicht zu zwei von ihm als „ambitioniert“ beschriebenen Liedern wollte Forge Lieder schreiben, die „direkt auf den Punkt kommen“.[2] Als Beispiel nannte er das Lied Dance Macabre, das Forge als direkt und eingängig bezeichnete. Das auf dem Album Meliora verwendete Instrumental Spöksonat war ursprünglich Teil eines Liedes, das für Prequelle vorgesehen war.[3]

Wie bei jedem neuen Album von Ghost benutzt Tobias Forge ein neues Pseudonym. Seit dem Album Meliora nannte sich Forge Papa Emeritus III. Bei einem Konzert in Göteborg am 30. September 2017 wurde er von zwei Männern von der Bühne gezerrt. Kurze Zeit später betrat eine Person die Bühne, die sich dem Publikum in italienisch als Papa Emeritus Zero vorstellte. Er verkündete, dass die Party vorbei ist und dass das Mittelalter jetzt beginne.[4] Am 6. April 2018 wurde ein Video veröffentlicht, in dem der neue Sänger Cardinal Copia vorgestellt wurde.[5] Der Papa Emeritus Zero fungiere für Cardinal Copia als Mentor.[3]

Klas Åhlund sollte ursprünglich auch Prequelle produzieren, was allerdings aus terminlichen Gründen nicht geklappt hat. Schließlich wurde Prequelle vom Engländer Tom Dalgety produziert, der zuvor unter anderem für Opeth gearbeitet hat und für Ghost die Popestar-EP produzierte. Die Aufnahmen fanden in den Artery Studios in Stockholm sowie in den Westlake Studios in Hollywood statt. Das Schlagzeug wurde laut Forge von einem guten Freund eingespielt, der schon auf den Alben Opus Eponymous und Meliora zu hören war.[1] Laut den Produzenten Tom Dalgety handelt es sich bei dem Schlagzeuger um Ludvig Kennberg. Der Großteil der anderen Musik wurde von Tobias Forge eingespielt.[6] Klavier und Keyboard spielte Salem Al Fakir. Für das Album wurden zehn Lieder eingespielt, von denen zwei Instrumentale sind. Darüber hinaus wurden noch Coverversionen der Lieder It's a Sin von den Pet Shop Boys und Avalanche von Leonard Cohen aufgenommen.

Auf dem Album sind zahlreiche Gastmusiker zu hören. Die Stimme beim Intro Ashes gehört Tobias Forges Tochter.[2] Bei dem ersten Instrumental Miasma spielt Gavin Fitzjohn das Saxophon und Steve Moore von der Band Zombi analogen Synthesizer. Mikael Åkerfeldt von der Band Opeth spielte bei dem zweiten Instrumental Helvetesfönster die Akustikgitarre. Weitere Hintergrundgesänge kamen von Christopher May, Deryn Edwards und Vincent Pontare. Abgemischt wurde das Album von Andy Wallace. Das Albumcover wurde von Zbigniew M. Bielak entworfen und ist laut Tobias Forge eine Hommage an das Covermotiv der Sepultura-EP Bestial Devastation.[7]

Für das Lied Rats wurde ein Musikvideo gedreht. Über Instagram wurde ein Video zu dem Lied Dance Macabre veröffentlicht. Während des Videos hört man das Lied, sieht allerdings prominente Musiker wie Kirk Hammett von Metallica oder Phil Anselmo (ex-Pantera).[8] Im Oktober 2018 wurde dann auch für Dance Macabre und im Dezember 2018 für Faith ein offizielles Musikvideo veröffentlicht.

HintergrundBearbeiten

Titelliste
  1. Ashes – 1:21
  2. Rats – 4:21
  3. Faith – 4:29
  4. See the Light – 4:05
  5. Miasma – 5:17
  6. Dance Macabre – 3:39
  7. Pro Memoria – 5:39
  8. Witch Image – 3:30
  9. Helvetesfönster – 5:55
  10. Life Eternal – 3:27

Für Tobias Forge befasst sich das Album lose mit dem Konzept des Todes und der Verdammnis. In dem Lied Rats geht es um die Pest, insbesondere um den Schwarzen Tod, der zwischen 1346 und 1353 in Europa geschätzte 25 Millionen Todesopfer forderte. Einer Legende nach brachten Handelsschiffe die Seuche von der Krim in den Hafen von Messina. Ratten, die den Erreger in sich trugen, verließen die Schiffe und sorgten für Ausbruch der Pest.[9] Laut Tobias Forge wäre Prequelle das erste positive Album, das je über die Pest geschrieben wurde.[10]

Ferner geht es in Rats darum, wie sich die Menschheit in den letzten zehn Jahren durch die Sozialen Medien zu mittelalterlichen Zeiten zurückentwickelt und ein Mobgebaren entwickelt hat. Es gibt laut Forge viele Menschen, die es lieben, andere Menschen zu zerstören.[10]

„Mit Facebook, Instagram und Twitter ist die mittelalterliche Mentalität zurück. Es muss nur einer „Hexe!“ rufen, und die Leute fangen an, Steine zu werfen. Die Fähigkeit zu haben, was auch immer man sagen will, anonym zu sagen, ist eine Ermächtigung, die die meisten Menschen nicht handhaben können.“

Tobias Forge[1]

See the Light ist ein Lied, das Situationen anspricht in denen man von Feinden umgeben ist.[10] Das Lied Pro Memoria befasst sich mit dem Ausdruck Memento mori, der die Menschen an ihre Sterblichkeit erinnern soll.[7] Dance Macabre befasst sich mit der Hochzeit des Schwarzen Todes. Während viele Menschen starben wurde in Kneipen und Bordellen gefeiert, als wenn es kein Morgen geben würde.[9] Das Lied Life Eternal befasst sich mit dem Ewigen Leben und den Wunsch nach immerwährender Liebe,[2] insbesondere gegenüber den eigenen Kindern.[1] Im Text wird die Frage gestellt, ob jemand, der die Chance erhält für immer zu leben, diese Möglichkeit auch nutzen würde.[9]

RezeptionBearbeiten

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[11]
Prequelle
  SE 1 08.06.2018 (… Wo.)
  DE 2 08.06.2018 (11 Wo.)
  AT 6 15.06.2018 (5 Wo.)
  CH 2 10.06.2018 (6 Wo.)
  UK 10 14.06.2018 (2 Wo.)
  US 3 16.06.2018 (… Wo.)
Singles
Rats
  SE 83 20.04.2018 (… Wo.)
Dance Macabre
  SE 68 08.06.2018 (… Wo.)
Faith
  SE 100 08.06.2018 (… Wo.)

RezensionenBearbeiten

Das deutsche Magazin Rock Hard wählte Prequelle zum Album des Monats. Für Boris Kaiser sind Ghost „die momentan beste und wichtigste Rockband der Welt“. Die Band habe „musikalisch ein schwindelerregendes Level erreicht, das auf allen Ebenen funktioniert“. Prequelle „wirkt nie wie ein Produkt, sondern atmet und lebt, ist beseelt, macht glücklich und rührt in seiner stets präsenten Melancholie zu Tränen“. Kaiser vergab zehn von zehn Punkten.[12] Für Matthias Weckmann vom deutschen Magazin Metal Hammer beweist Prequelle wieder einmal, wie „geschmackvoll, kompositorisch clever und süchtig machend Rock und Heavy Metal im Jahr 2018 noch klingen kann“. Das Album wäre „atemberaubend gut konzipiert und komponiert“, wofür Weckmann sieben von sieben Punkte vergab. Sein Kollege Frank Thiessies hingegen kritisierte, dass Prequelle den „gewünschten nächsten Entwicklungsschritt zum ultimativen Hit-Rundumschlag nicht vollziehen kann“. Abgesehen vom Intro und den beiden Instrumentals bleiben sieben Songs übrig, die „zu viel melodisches Mittelmaß bieten“. Thiessies vergab vier von sieben Punkten.[13] Markus Bellmann vom Onlinemagazin Plattentests.de fragte sich, was Tobias Forge „beim Songwriting eingeworfen hätte oder einfach nur ABBA in Dauerschleife gehört“ habe, „es verwandelt jeden einzelnen verdammten Song in einen Ohrwurm der Meisterklasse“. Bellmann vergab acht von zehn Punkten.[14] Jonas Erbas von metal.de bezeichnete Prequelle als „melancholisch-düstere Rockoper, welche von Anfang bis Ende nahezu perfekt durchinszeniert ist“. Die Band habe sich allerdings „von ihren Heavy-Metal-Wurzeln abgewandt und (...) in eine geradlinigere, melodischere und vor allem poppigere Richtung weiterentwickelt.“ Erbas vergab neun von zehn möglichen Punkten.[15]

ChartplatzierungenBearbeiten

Prequelle stieg auf Platz eins der schwedischen Albumcharts ein und war nach Infestissumam und Meliora das dritte Album, das die Spitzenposition erreichte. In Deutschland und der Schweiz belegte das Album Platz zwei und in den USA erreichte Prequelle Platz drei. Darüber hinaus konnte sich das Album für einen Monat an der Spitze der deutschen Vinyl-Charts platzieren.[16] Alleine in den USA beliefen sich die Verkäufe in der ersten Woche nach der Veröffentlichung auf rund 66.000 Einheiten, davon etwa 61.000 Albumverkäufe im klassischen Sinne.[17] Die Singles Rats, Dance Macabre und Faith belegten die Plätze 83, 68 und 100 der schwedischen Singlecharts.

AuszeichnungenBearbeiten

Im Juni 2018 erhielt das Album in Schweden eine Goldene Schallplatte. Bei den Grammy Awards 2019 wurde Prequelle in der Kategorie Best Rock Album und das Lied Rats in der Kategorie Best Rock Song nominiert.[18] Beim schwedischen Musikpreis Grammis erhielt das Album eine Nominierung in der Kategorie Hardrock/Metal, der Preis ging jedoch an die Band Tribulation.[19] Bei den Metal Hammer Awards 2018 wurden Ghost in der Kategorie Beste internationale Band und Prequelle in der Kategorie Bestes Album nominiert.[20] Die Preise gingen jedoch an die Bands Arch Enemy bzw. Powerwolf. Bei den Bandit Rock Awards 2019 wurde Ghost als beste schwedische Band und Prequelle als bestes schwedisches Album ausgezeichnet.[21] Bei den Kerrang! Awards 2019 wurde Prequelle in der Kategorie Bestes Album ausgezeichnet. Ghost wurden ferner in der Kategorie Beste internationale Liveband nominiert, der Preis ging jedoch an Metallica.[22]

Das deutsche Onlinemagazin Metal.de platzierte Prequelle auf Rang eins der 25 besten Alben des Jahres 2018.[23] Das US-amerikanische Onlinemagazin Loudwire führte Prequelle auf Platz zwei der 30 besten Metalalben des Jahres 2018[24], dass Lied Rats auf Platz drei der 30 besten Metalsongs des Jahres 2018[25] und Dance Macabre auf Platz fünf der 40 besten Hard-Rock-Songs des Jahre 2018.[26] Das deutsche Magazin Visions führte Prequelle auf ihrer Liste der 50 Alben des Jahres 2018 auf Platz fünf[27] und das Musikvideo für Dance Macabre unter den 20 besten Musikvideos des Jahres.[28] Darüber hinaus führt das Magazin Prequelle auf ihrer 2019 veröffentlichten Liste der 55 besten schwedischen Rockalben.[29]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Lothar Gerber: Papa ante Portas. In: Metal Hammer, Juni 2018, Seite 48
  2. a b c Wolfgang Liu Kuhn: Die Maske fällt. In: Rock Hard, Juni 2018, Seite 14
  3. a b Jens Mayer: Die Offenbarung. In: Visions, Ausgabe 303, Seite 26
  4. GHOST: PAPA EMERITUS III's Reign Comes To A Close With Dramatic Concert Finale. Blabbermouth.net, abgerufen am 25. Mai 2018 (englisch).
  5. GHOST Introduces Its New Leader In Latest Video. Blabbermouth.net, abgerufen am 25. Mai 2018 (englisch).
  6. Wolfgang Liu Kuhn: Auf Geisterjagd. In: Rock Hard, Juni 2018, Seite 16
  7. a b Johannes Paul Köhler: Nutze den Tag, Motherfucker!. In: Deaf Forever, Nr. 24, Seite 23
  8. GHOST Releases New Song 'Dance Macabre' Via Instagram Stories. Blabbermouth.net, abgerufen am 25. Mai 2018 (englisch).
  9. a b c Steve Appelford: Ghost Mastermind Tobias Forge Reports From Studio in First "Unmasked" U.S. Interview. Revolver, abgerufen am 24. Mai 2018 (englisch).
  10. a b c James McMahon: Ghost interview: the masked metal band on their new “positive” record about The Plague. New Musical Express, abgerufen am 24. Mai 2018 (englisch).
  11. Chartquellen: SE DE AT CH US UK
  12. Boris Kaiser: Ghost - Prequelle. Rock Hard, abgerufen am 1. Juli 2018.
  13. Matthias Weckmann & Frank Thiessies: Ghost - Prequelle. Metal Hammer, abgerufen am 1. Juli 2018.
  14. Markus Bellmann: Ghost - Prequelle. Plattentests.de, abgerufen am 26. Mai 2018.
  15. Ghost - Prequelle - Die ausführliche Review bei metal.de. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  16. Ghost – Prequelle. offiziellecharts.de, abgerufen am 12. April 2019.
  17. GHOST's 'Prequelle' Lands At No. 3 On BILLBOARD Chart. Blabbermouth.net, abgerufen am 12. Juni 2018 (englisch).
  18. Joe Divita: GHOST, GRETA VAN FLEET + MORE NOMINATED FOR 61ST ANNUAL GRAMMY AWARDS. Loudwire, abgerufen am 7. Dezember 2018 (englisch).
  19. TRIBULATION Wins Swedish GRAMMIS Award For 'Down Below'. Blabbermouth.net, abgerufen am 9. Februar 2019 (englisch).
  20. METAL HAMMER AWARDS 2018: Das sind die Nominierten! Metal Hammer, abgerufen am 26. Juli 2018.
  21. Jonas Lööw: Bandit Rock Awards 2019 – D-A-D avslutade galan med fullt set i högform. Rockbladet, abgerufen am 22. Februar 2019 (se).
  22. wookubus: Metallica, Ghost, Architects, Etc. Among Winners For 2019 ‘Kerrang! Awards’. The PRP, abgerufen am 20. Juni 2019 (englisch).
  23. Dominik Rothe: Platz 1: GHOST – Prequelle. Metal.de, abgerufen am 6. Januar 2019.
  24. Loudwire Staff: The 30 Best Metal Albums of 2018. Loudwire, abgerufen am 27. November 2018 (englisch).
  25. Loudwire Staff: The 30 Best Metal Songs of 2018. Loudwire, abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  26. Loudwire Staff: The 40 Best Hard Rock Songs of 2018. Loudwire, abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  27. Online Redaktion: Unsere 50 Platten des Jahres 2018: Platz 25-1. Visions, abgerufen am 31. Dezember 2018.
  28. Dennis Drögemüller: Die 20 besten Musikvideos 2018. Visions, abgerufen am 29. Dezember 2018.
  29. diverse Autoren: Exportweltmeister. In: Visions, Ausgabe 312, Seite 57

WeblinksBearbeiten