Polizeiruf 110: Taubers Angst

Episode der Fernsehserie Polizeiruf 110

Taubers Angst ist ein Fernsehfilm aus der ARD-Krimireihe Polizeiruf 110. Der Film wurde für den BR unter der Regie von Klaus Krämer produziert und am 4. Februar 2007 erstmals in der ARD als 283. Folge der Krimireihe ausgestrahlt. Es ist der sechzehnte Fall des Münchner Polizeiruf-Ermittlers Jürgen Tauber und der dreizehnte Fall für seine Kollegin Jo „Josephine“ Obermaier.

Episode der Reihe Polizeiruf 110
OriginaltitelTaubers Angst
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Die Film GmbH
im Auftrag des BR
Länge89 Minuten
EinordnungEpisode 283 (Liste)
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
4. Februar 2007 auf Das Erste
Stab
RegieKlaus Krämer
DrehbuchKlaus Krämer
ProduktionUli Aselmann
MusikTorsten Sense,
Mike Duwe
KameraRalph Netzer
SchnittAnja von Rüxleben
Besetzung

HandlungBearbeiten

Am Ufer der Isar wird die Leiche des Callgirls Zusana Lebedova gefunden. Während Kommissar Tauber fast sehnsüchtig auf einen neuen Einsatz wartet, ist seine Kollegin Jo Obermaier auf dem Weg zu einer Hochzeitsfeier und muss nun ihren freien Tag widerwillig dem Dienst opfern. Die Obduktion ergibt: Das Opfer ist seit ca. zehn Tagen tot, wurde erwürgt und sehr wahrscheinlich von einer nahen Brücke ins Wasser geworfen. Tauber greift den Hinweis auf und sieht sich sogleich zusammen mit Obermaier auf einer Brücke, ganz in der Nähe des Fundortes um. Seine Kollegin entdeckt auch schnell eine wertvolle Krawattennadel, die möglicherweise der Täter hier verloren hat. Nachdem die Identität des Opfers zweifelsfrei feststeht, kann Tauber den Unternehmer Hermann Denninger als regelmäßigen und auch letzten Kundes von Lebedova feststellen. Schon bei der ersten Befragung ist Tauber davon überzeugt, dass der aalglatte und unangenehme Geschäftsmann der Täter ist. Im Hotel haben die Angestellten die Edelprostituierte zwar kommen sehen, aber keiner kann sich erinnern, sie auch beim Verlassen des Hotels gesehen zu haben. Eine erste Überprüfung der Überwachungsbänder vom Hoteleingang gibt leider auch keinen Hinweis auf den Verbleib der jungen Frau, die nach Denningers Angaben sein Hotelzimmer gegen 1:30 Uhr wohlbehalten verlassen hätte. Unerwartet findet sich auf dem Präsidium der Rezeptionist Kammermeier ein, um zu Protokoll zu geben, wie er Zusana Lebedova aus dem Hotel kommen sehen hätte. Tauber glaubt ihm natürlich nicht und greift zu einer gefährlichen List. Er präsentiert Denninger die auf den Brücke gefundene Krawattennadel als versehentlichen Fund in dessen Hotelzimmer. Der Verdächtige fällt zunächst darauf herein, erkennt aber schnell Taubers Taktik, die dahinter steckt. Da er mit dem Kommissar allein im Vernehmungsraum ist, sucht Denninger die Flucht nach vorn und greift Tauber körperlich an. Fast bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt muss er um sein Leben fürchten. Im letzten Moment lässt Denninger von ihm ab, doch wird Tauber fortan von Angstattacken geplagt, was ihn letztendlich in seiner Handlungsfähigkeit lähmt. In seiner Not sucht er Hilfe bei seinem Therapeuten, den er schon Jahre nicht mehr aufsuchen musste. Diesem schildert er seine Ängste, dass er nicht nur um sein Leben bangt, sondern dass er in seinen Träumen auch noch seinen anderen Arm verlieren würde und seine psychischen Probleme wieder von vorn anfangen könnten. Leider hilft ihm das Gespräch nicht weiter und er setzt sich der weiteren Konfrontation mit dem Fall aus. Er befragt zusammen mit Jo Obermaier noch einmal den Zeugen Kammermeier, dessen Aussage ihm wie „gekauft“ erscheint. So analysiert er die Möglichkeiten, wie man aus einem Hotelzimmer unbemerkt eine Leiche herausschaffen könnte. Eine Hotelangestellte ist ihm dabei behilflich und gemeinsam können sie nahezu problemlos einen Wäschecontainer aus einem Zimmer bis zur Tiefgarage bringen, wo Denningers Wagen regelmäßig parkt. Die Durchsicht der Überwachungsaufnahmen über einen längeren Zeitraum bringt dabei zutage, dass nun tatsächlich Denninger zu sehen ist, wie er gemeinsam mit Kammermeier einen solchen Container zu seinem Wagen rollt. Er hatte die Leiche einfach im Nachbarzimmer bei seinem Rechtsanwalt „geparkt“ und zwei Tage später in Ruhe abtransportiert, um sie dann ins Wasser zu werfen. Tauber und Obermaier nehmen Denninger fest, der gerade dabei ist sich abzusetzen.

KritikBearbeiten

Rainer Tittelbach von Tittelbach.tv schreibt anerkennend „In ‚Taubers Angst‘ beginnt der Kommissar, ungewohnt forsch und engagiert zu ermitteln, umso tiefer das Loch, in das er nach dem Angriff auf sein Leben fällt. Mit seiner Angst steigt die Wut beim Zuschauer, der mit ihm mitfühlt, weil er den Fall aus Taubers Perspektive miterlebt. Regisseur Klaus Krämer geht ganz nah ran an dessen Angstschweiß und lenkt den Krimi in Richtung Psychothriller.“[1]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergaben die beste Wertung (Daumen nach oben): Sie fanden „Einarmig vielseitig: Selge spielt grandios.“[2]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rainer Tittelbach: Selges Tauber ist störrisch, launisch, einsam und jetzt packt ihn auch noch die Panik (Memento des Originals vom 1. Oktober 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tittelbach.tv bei tittelbach.tv, abgerufen am 1. Oktober 2016.
  2. Totes Callgirl sorgt für einen Albtraum. bei TV Spielfilm, abgerufen am 4. November 2018.