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Peter von der Groeben

deutscher Offizier, zuletzt Generalmajor der Bundeswehr

Peter von der Groeben (* 19. Dezember 1903 in Langheim; † 29. Mai 2002 in Kiel) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalmajor und stellvertretender Befehlshaber von Allied Command Baltic Approaches (BALTAP).

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Als Bruder von Klaus und Hans trat Peter von der Groeben am 1. April 1924 als Fahnenjunker in die Reichswehr ein. Er diente im 9. (Preußischen) Reiter-Regiment, in dem er 1932 Regimentsadjutant wurde. Im selben Jahr kam er zum Generalstab des Gruppenkommandos 1 nach Berlin.

In die Wehrmacht übernommen, zog er in den Zweiten Weltkrieg: 1939 als Ib der Heeresgruppe Nord, 1941 als Ia der 86. Infanterie-Division und 1942 als Ia der Heeresgruppe Mitte. Am 6. Dezember 1944 wurde er Kommandeur der 3. Kavallerie-Brigade, die im Februar 1945 zur 3. Kavallerie-Division erweitert wurde.[1][2] Nach der Kapitulation kam er in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft (Garmisch, Neustadt (Hessen)), aus der er Ende 1947 entlassen wurde. Während seiner Kriegsgefangenschaft wirkte von der Groeben im Rahmen der deutschen Abteilung der kriegsgeschichtlichen Forschungsgruppe der United States Army, der Operational History (German) Section der „Historical Division“, an der Ausarbeitung von Studien zum Zweiten Weltkrieg mit.[3] Bis zum Eintritt in die Bundeswehr war er Landarbeiter und kaufmännischer Angestellter.

1957 wurde er als Brigadegeneral in die neue Bundeswehr übernommen und als stellvertretender Inspekteur des Heeres und Chef des Führungsstabes des Heeres unter Hans Röttiger eingesetzt. Vom 1. November 1958 bis zum 6. Februar 1962 war er in Neumünster Generalmajor und Kommandeur der 6. Panzergrenadierdivision, der im Kriegsfall größten Division der NATO. Im Hof des Bendlerblocks gedachte er mit drei anderen Offizieren am 20. Juli 1961 der Männer des Widerstands – die ihn als Mitwisser nicht verraten hatten.[4] Ab Ende 1961 war er außerdem stellvertretender Befehlshaber von Allied Command Baltic Approaches (BALTAP), ab 1962 temporär als Generalleutnant. Am 31. März 1964 wurde Groeben als einer der letzten Kavallerieoffiziere pensioniert. Sein Nachfolger bei LANDJUT wurde Cord von Hobe.

Beförderungen

  • 1. September 1926 Fähnrich
  • 1. August 1927 Oberfähnrich
  • 1. Dezember 1927 Leutnant
  • 1. August 1930 Oberleutnant
  • 1. Mai 1935 Rittmeister
  • 1. Oktober 1940 Major
  • 1. April 1942 Oberstleutnant
  • 1. März 1943 Oberst
  • 1. März 1945 Generalmajor[2]
  • 2. November 1956 Brigadegeneral
  • 1958 Generalmajor
  • 1. Februar 1962 Generalleutnant (temporär)

Nach seiner Pensionierung war er von 1968 bis 1975 Kommendator der Preußischen Genossenschaft des Johanniterordens. Seinen langen Ruhestand nutzte er auch für die Aufarbeitung der Familiengeschichte.[5]

Verheiratet war er mit Marei, geborene von Wedel-Piesdorf, mit der er drei Töchter und den Sohn Wolfgang von der Groeben hatte.

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Friedhelm A. Dölling: Die Geschichte der Familie von der Groeben. Lengerich 2009.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Husar, IV/2002
  2. a b Samuel W. Mitcham: German Order of Battle: 291st-999th Infantry divisions, named infantry divisions, and special divisions in World War II. Stackpole Books, 2007, ISBN 978-0-8117-3437-0, S. 353 (google.de [abgerufen am 5. Mai 2019]).
  3. Othmar Hackl: Generalstab, Generalstabsdienst und Generalstabsausbildung in der Reichswehr und Wehrmacht 1919–1945. Studien deutscher Generale und Generalstabsoffiziere in der Historical Division der US Army in Europa 1946–1961. Biblio, Osnabrück 1999, ISBN 3-7648-2551-0, S. 301 ff.
  4. Ansprache 1961 (Memento des Originals vom 26. Mai 2005 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.20-juli-44.de (PDF; 44 kB)
  5. Peter von der Groeben: Die Grafen und Herren von der Groeben. Bremerhaven 1978
  6. Klaus D. Patzwall, Veit Scherzer: Das Deutsche Kreuz 1941–1945. Geschichte und Inhaber. Band II. Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2001, ISBN 3-931533-45-X, S. 148