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Paul Bürks

deutscher Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher

LebenBearbeiten

Paul Bürks wurde 1916 in Mönchengladbach geboren. Seine Schauspielausbildung erfolgte an den Städtischen Bühnen in Köln. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er auch als Sänger tätig,[3] so beispielsweise in einem Duett mit Brigitte Mira oder zusammen mit Will Höhne und Peter René Körner.[4]

Später arbeitete er jahrzehntelang als festes Mitglied des Münchener Theaters bei den Kammerspielen. Hier trat er darüber hinaus am Residenztheater München zwanzig Jahre lang auf und arbeitete dabei mit dem schwedischen Regisseur Ingmar Bergman.[5] Dieser besetzte ihn auch als Kabarettkomiker in seinem Film Das Schlangenei (1977), was gewissermaßen seine herausragendste Rolle in einem Kinofilm darstellen sollte. In Fernsehfilmen und TV-Serien war Bürks seit den 1950er Jahren bis kurz vor seinem Tode durchgehend in Nebenrollen, wie zum Beispiel in Derrick, Der Alte besetzt.

Was ihm als Schauspieler versagt blieb, sprich die Übernahme von Hauptrollen, holte er als lange Zeit gefragter Synchronisationssprecher nach. Mehrfach trat er als die deutsche Stimme des französischen Charakterdarstellers Michel Serrault in Erscheinung, der Ende der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre durch die dreiteilige Kinofilmreihe Ein Käfig voller Narren im deutschsprachigen Bereich recht bekannt war. Auch lieh Bürks dem britischen Darsteller Geoffrey Keen als Sir Frederick Gray in den James-Bond-Filmen Octopussy (1983), Im Angesicht des Todes (1985) und Der Hauch des Todes (1987) seine Stimme. Weitere mehrfache Synchronisationsbesetzungen erfolgten für George Gaynes als Eric Lassard in Police Academy 5 – Auftrag Miami Beach (1988) und in Police Academy 6 – Widerstand zwecklos (1989). Doch selbst Christopher Lee als Major Chilton in Die Söldner (1976), Jean-Pierre Cassel als Louis XIII. in Die drei Musketiere, Arthur Hill als Cap Collins in Die Killer-Elite oder David Warner als Kanzler Gorkon in Star Trek VI: Das unentdeckte Land ließ man Bürks sprechen. Die meisten seiner Synchronisationseinsätze absolvierte Bürks in den 1960er und 1970er Jahren, als er in vielen Film- und Kinoklassikern eingesetzt wurde, so war er in Alfred Hitchcocks Eine Dame verschwindet (für Cecil Parker) und Notorious (als Butler) sowie in kleineren Rollen in Casablanca und Red River zu hören. Im Gegensatz dazu stehen Sprechereinsätze für die Muppet Show, Die Fraggles oder Falcon Crest in den 1980er Jahren.[6] Eine Besonderheit stellt die Synchronisation eines deutschen Schauspielers dar. Im Film Nachbarn sind zum Ärgern da wurden mit ihm die Dialoge von Hubert von Meyerinck nachsynchronisiert, der kurz vor der Premiere des Films verstorben war.

Darüber hinaus wirkte der Schauspieler seit Anfang der 1950er Jahre in rund 40 Hörspielproduktionen der deutschen Radiosender mit, wie zum Beispiel in Georges Simenons Maigret und seine Skrupel (1961) des BR unter der Regie von Heinz-Günter Stamm.

FilmografieBearbeiten

  • 1954: Ein Engel namens Schmitt
  • 1958: Menschen im Werk
  • 1958: Rivalen der Manege
  • 1959: Schneider Wibbel
  • 1960: Lampenfieber
  • 1961: Freddy und der Millionär
  • 1962: Die Großherzogin von Gerolstein
  • 1962: Der Widerspenstigen Zähmung
  • 1963: Der Impresario von Smyrna
  • 1964: Clicquot & Co.
  • 1965: Onkelchens Traum
  • 1965: Der müde Theodor
  • 1965: Die Affäre
  • 1966: Geheimagent Tegtmeier
  • 1967: Von Null Uhr Eins bis Mitternacht – Der abenteuerliche Urlaub des Mark Lissen
  • 1967: Das Gold von Bayern
  • 1967: Willst Du nicht das Lämmlein hüten?
  • 1968: Dichters Ehrentag
  • 1969: Die Konferenz der Tiere (Stimme)
  • 1971: Der Widerspenstigen Zähmung
  • 1972: Pater Brown
  • 1973: Oh Jonathan, oh Jonathan!
  • 1976: Derrick
  • 1977: Das Schlangenei
  • 1977: Ingmar Bergman inszeniert
  • 1978: Doctor Snuggles (Stimme)
  • 1979: Der Alte
  • 1980: Luzie, der Schrecken der Straße (Stimme)
  • 1984: Zinsen des Ruhms
  • 1992: Das kleine Gespenst (Stimme)
  • 1996: Pepolino und der Schatz der Meerjungfrau (Stimme)

HörspieleBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Paul Bürks in der Internet Movie Database (englisch)
  2. Paul Bürks Auf: www.synchronkartei.de. Aufgerufen am 4. August 2012.
  3. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 15. Dezember 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.filmmuseum-hamburg.de
  4. B-Seite einer René Carol-Einspielung (Memento vom 4. März 2010 im Internet Archive). Polydor 48 157 H (1949). „Ich hab’ Musik im Blut“.
  5. muppet.wikia.com. Aufgerufen am 4. August 2012.
  6. Paul Bürks (Memento des Originals vom 17. Januar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.synchrondatenbank.de Auf: www.synchrondatenbank.de Aufgerufen am 4. August 2012.