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Otto-Kühne-Schule

Privatgymnasium in Bonn, Nordrhein-Westfalen

Die Otto-Kühne-Schule im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg – auch als Päda (Abk. für Pädagogium) bezeichnet – ist eine staatlich anerkannte private Ersatzschule und als solche einem staatlichen Gymnasium gleichgestellt. Die Schule besuchen ca. 800 Schüler, die von knapp 60 Lehrkräften unterrichtet werden. Bis zum Ende des Schuljahres 2010/11 verfügte die Schule über ein Internat.

Otto-Kühne-Schule
Okuehneschule.jpg
Schulform Gymnasium
Schulnummer 166327
Gründung 1883
Adresse

Otto-Kühne-Platz 1

Ort Bonn-Bad Godesberg
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 41′ 19″ N, 7° 10′ 2″ OKoordinaten: 50° 41′ 19″ N, 7° 10′ 2″ O
Träger Otto-Kühne-Schule Godesberg GmbH
Schüler 810[1]
Lehrkräfte ca. 60[1]
Leitung Willi Mirgartz
Website www.otto-kuehne-schule.de
Das Hauptgebäude des Pädagogiums, nach dem Abriss des „Kleinen Schulhauses“

GeschichteBearbeiten

 
Schülerheim Haus Arndt 1905

Die Otto-Kühne-Schule wurde 1883 als evangelisches Pädagogium von Pfarrer Julius Axenfeld gegründet. 1887 wurde Professor Otto Kühne als Lehrer und Internatsleiter angestellt, wenig später übernahm er die Schule. Seitdem befindet sie sich im Besitz der Familie Kühne. Internat und Schule tragen seit 1937 den Namen Pädagogium Godesberg Otto-Kühne-Schule. Seit 1989 gehört die Otto-Kühne-Schule zwei GmbHs, deren Geschäftsführer die Urenkel von Otto Kühne sind.

Das Schulgebäude entstand von 1889 bis 1901 nach Plänen des Barmer Architekten Friedrich Schutte. Mit den Ausschachtungsarbeiten begann man im Herbst 1899, die Grundsteinlegung erfolgte am 17. März 1900 und die Einweihung am 1. August 1901. Es war damals eines der größten Gebäude von Godesberg, besaß einen hohen Turm mit Sternwarte und prägte dadurch das Ortsbild. Am Nachmittag des 9. Juli 1920 wurde sein ursprüngliches Erscheinungsbild durch einen Dachstuhlbrand stark verändert: Der Turm und die große Aula wurden zerstört. Das Gebäude anschließend bis Ostern 1921 durch das Architekturbüro Willy Maß ohne Turm, in seiner jetzigen Gestalt erneuert.[2]

2008 feierte die Otto-Kühne-Schule das 125-Jahr-Jubiläum mit einer großen Feier. Zum Ende des Schuljahres 2010/2011 wurde das letzte Internatshaus aufgegeben und geschlossen.[3]

LageBearbeiten

Die Otto-Kühne-Schule liegt im Godesberger Ortsteil Villenviertel, vom Rhein nur durch die ehemaligen Internatshäuser und eine Parkanlage getrennt. Um den Schulhof gruppieren sich die Internatshäuser, die Turnhalle und zwei Schulgebäude. Das alte Schulgebäude, ein markanter siebenstöckiger Backsteinbau, steht seit 1983[4] unter Denkmalschutz.[5]

Besonderheiten und pädagogisches KonzeptBearbeiten

 
Ruderverein des Pädagogiums

Die Otto-Kühne-Schule ist eines der wenigen privaten Gymnasien in Deutschland, die sich nicht in der Trägerschaft von Kirchen, Orden oder anderen Großorganisationen befinden. Dies ermöglicht der Schulleitung eine besondere Freiheit in der Umsetzung des pädagogischen Konzepts. Bei der Auswahl der Lehrer wird besonderer Wert auf ein Engagement auch über die Unterrichtszeiten hinaus gelegt.

Zum pädagogischen Konzept gehört seit 1909 das Angebot zur Mitgliedschaft im Ruder-Verein Pädagogium Godesberg (RVPG).[6]

1899 wurde der Verband ehemaliger Schüler des Pädagogiums zu Bad Godesberg und Herchen 1899 e. V. (V.E.S.D.E.P.), gegründet. Bis heute erscheinen regelmäßig die Vesdep-Nachrichten, die über Aktuelles aus der Schule, dem RVPG sowie über die Vesdep-Mitglieder berichten.

TriviaBearbeiten

  • Der alte Backsteinbau diente bereits des Öfteren als Kulisse für diverse Filmproduktionen und Fotoshootings.
  • Der Roman Spieltrieb von Juli Zeh, die selbst als Schülerin die Otto-Kühne-Schule besucht hat, spielt am fiktiven Ernst-Bloch-Gymnasium. Bei der Beschreibung der Schule hat sich Zeh von der Otto-Kühne-Schule inspirieren lassen. Verschiedene Figuren des Romans sind an ehemalige Lehrer der Autorin angelehnt.

SkandaleBearbeiten

Anfang 2011 wurde der Schulleitung bekannt, dass es 1985 und 2006 zu sexuellen Übergriffen an Jugendlichen durch einen Lehrer der Otto-Kühne-Schule gekommen war; die beschuldigte Lehrkraft quittierte daraufhin den Dienst. Aufgrund der Verjährung wurde zum ersten Missbrauch nicht mehr ermittelt, während es im Fall aus dem Jahr 2006 zur Anklage kam.[7]

Im Jahr 2013 kam es zu einem Vorfall, bei dem ein Lehrer über mehrere Wochen pornographisches Material im Unterricht und in Gegenwart seiner Schüler angesehen hat. Der Lehrer wurde suspendiert und ein Verfahren gegen ihn wurde eingeleitet.[8][9]

Bekannte Lehrer/ErzieherBearbeiten

Bekannte SchülerBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Otto-Kühne-Schule – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Päda-Daten auf einen Blick Internet-Angebot der Otto-Kühne-Schule Godesberg GmbH.. Abgerufen am 10. Oktober 2016
  2. Friedhelm Schulz: Der Brand des Schulgebäudes Pädagogium Godesberg am 9. Juli 1920. In: Godesberger Heimatblätter: Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V., ISSN 0436-1024, Heft 49 (2011), Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg, Bad Godesberg 2012, S. 138–151.
  3. Ebba Hagenberg-Miliu: Das Päda-Internat schließt nach 128 Jahren. In: General-Anzeiger (Bonn). 20. Juli 2011, abgerufen am 1. Mai 2015.
  4. Godesberger Miszellen. In: Godesberger Heimatblätter, Heft Nr. 22, S. 168.
  5. Denkmalliste der Stadt Bonn (Stand: 15. März 2019), Nummer A 549
  6. Ruderverein Pädagogium Godesberg Webseite des RVPG (abgerufen am 21. März 2012)
  7. Ebba Hagenberg-Miliu: Sexueller Missbrauch am Päda — Staatsanwaltschaft ermittelt. In: General-Anzeiger Bonn. 29. März 2012, abgerufen am 5. September 2014.
  8. Siebtklässler erwischten ihn: Lehrer glotzt Pornos im Unterricht – suspendiert. In: Express. 18. November 2013, abgerufen am 5. September 2014.
  9. Sex-Videos im Unterricht: Porno-Pauker: Polizei untersucht sein Laptop. In: Express. 18. November 2013, abgerufen am 5. September 2014.
  10. Karl Schröder: Aufstieg und Fall des Robert Ley, Bürgerverein Ruppichteroth, Verlag Franz Schmitt, Siegburg 2008, ISBN 978-3-87710-342-5, S. 19