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Nouchka Fontijn

niederländische Boxerin
Nouchka Fontijn
Medaillenspiegel
Nouchka Fontijn at the awarding ceremony of the 2015 European Games.jpg

Boxen Boxen

NiederlandeNiederlande Niederlande
Olympische Spiele
0Silber0 2016 Rio Mittelgewicht
Weltmeisterschaften
0Bronze0 2014 Jeju Mittelgewicht
0Silber0 2016 Astana Mittelgewicht
Europaspiele
0Gold0 2015 Baku Mittelgewicht
Europameisterschaften
0Silber0 2011 Rotterdam Mittelgewicht
0Gold0 2014 Bukarest Mittelgewicht
EU-Meisterschaft
0Silber0 2011 Katowice Mittelgewicht
0Silber0 2013 Keszthely Mittelgewicht

Nouchka Fontijn (* 9. November 1987 in Rotterdam) ist eine niederländische Boxerin. Sie wurde 2014 Europameisterin und 2016 Olympia-Zweite im Mittelgewicht.

WerdegangBearbeiten

Nouchka Fontijn betätigte sich seit früher Kindheit sportlich. Sie turnte, spielte Landhockey, lief Ski, war Leichtathletin und begann mit 16 Jahren mit Taekwon-do, das sie bis zu ihrem 20. Lebensjahr ausübte. In dieser Sportart hatte sie bereits schöne Erfolge und brachte es bis zum 1. Dan. Im Januar 2007 begann sie auch mit dem Boxen, also erst im Alter von 20 Jahren. Ursprünglich wollte sie Boxen und Taekwon-do nebeneinander betreiben. Sie ließ sich jedoch von ihrem Trainer im Leistungszentrum Rotterdam Abdel Fikri schnell überzeugen, dass sie sich auf das Boxen konzentrieren muss, wenn sie herausragende Erfolge erzielen will. Ihr Athletiktrainer ist Hans Kroon und seit sie zusätzlich auch häufig im Sportcentrum Papendal trainiert, übt sie auch oft mit Nigel Davies. Nouchka Fontijn wohnt in Schiedam. Sie studierte Physiotherapie an der Hochschule Rotterdam, wo sie 2013 ihr Examen ablegte.

Niederländische Meisterin im Mittelgewicht wurde sie in den Jahren 2009, 2010, 2011 und 2012.

Ihren ersten Start bei einer internationalen Meisterschaft absolvierte sie im August 2010 bei der 5. EU-Meisterschaft in Keszthely/Ungarn. Sie traf dort im Achtelfinale auf die Ex-Weltmeisterin Mária Kovács aus Ungarn, gegen die sie nach Punkten verlor. Einen Monat später, im September 2010 war sie in Bridgtown/Barbados auch bei der 6. AIBA-Weltmeisterschaft der Frauen am Start. Sie besiegte dort im Mittelgewicht Yunebier Guillen, Dominikanische Republik und Tiffany Hearn, Vereinigte Staaten und traf im Viertelfinale wieder auf die erfahrene Maria Kovacs, gegen die sie wieder nach Punkten verlor. Sie belegte damit einen guten 5. Platz.

Im Juni 2011 gewann Nouchka Fontijn bei der 6. EU-Meisterschaft in Kattowitz erstmals eine Medaille bei einer internationalen Meisterschaft. Sie besiegte dabei im Mittelgewicht Erika Guerrier aus Frankreich und erstmals ihre alte Rivalin Maria Kovacs nach Punkten. Im Finale unterlag sie gegen Lidia Fidura aus Polen nach Punkten und gewann damit die Silbermedaille. Eine Silbermedaille gewann sie dann auch im Oktober 2010 bei der Europameisterschaft der Frauen in ihrer Heimatstadt Rotterdam. Auf dem Weg zu diesem Erfolg besiegte sie Desislawa Lasarowa, Bulgarien, Maria Kovacs und Savannah Marshall aus England. Im Finale unterlag die relativ knapp gegen Nadeschda Torlopa aus Russland (11:13 Punkte).

Im Januar 2012 besiegte Nouchka Fontijn im Finale des 1. Nations Womens Cup in Sombor/Serbien ihre Landsfrau Marichelle de Jong und erkämpfte sich damit das Startrecht für die 7. AIBA-Weltmeisterschaft der Frauen im Mai dieses Jahres in Qinhuangdao/China, was wichtig war, weil dort die Möglichkeit bestand, sich für die Teilnahme am Olympischen Boxturnier in London zu qualifizieren. In Qinhuangdao besiegte sie zunächst Hurrican Boyle aus Neuseeland nach Punkten, unterlag aber im Achtelfinale gegen Marina Wolnowa aus Kasachstan knapp nach Punkten (18:19), womit sie ausschied und nur auf den 9. Platz kam. Die Olympischen Spiele in London 2012 waren damit für sie in weite Ferne gerückt. 2013 fanden im Frauenboxen keine Welt- und keine Europameisterschaften statt. Im Juli 2013 gab es aber in Keszthely/Ungarn die 7. EU-Meisterschaft, bei der auch Nouchka Fontijn wieder am Start war. Sie siegte dabei im Mittelgewicht über Sinead Kavanagh, Irland und über Nives Radic, Kroatien, nach Punkten. Im Endkampf verlor sie gegen Savannah Marshall und musste sich deswegen wieder mit einer Silbermedaille begnügen.

Bei der Europameisterschaft 2014 in Bukarest gelang es ihr dann endlich, mit Siegen über Anna Laurell aus Schweden, Jaroslawa Jakuschina, Russland, Tímea Nagy aus Ungarn und Sarah Scheurich aus Deutschland, alles hochkarätige Boxerinnen, die EM-Goldmedaille zu gewinnen. Bei den Weltmeisterschaften 2014 erreichte Fontijn u. a. mit einem Sieg über Khadija Mardi, Marokko (3:0), das Halbfinale, welches sie gegen Li Qian, China (2:0), verlor und damit eine Bronzemedaille gewann. 2015 gewann Fontijn dann mit Siegen u. a. über Marshall (3:0), Scheurich (3:0) und Laurell (3:0) die Goldmedaille der erstmals stattfindenden Europaspiele. Um so enttäuschender war es für Fontijn, dass sie beim europäischen Olympiaqualifikationsturnier 2016 bereits im ersten Kampf gegen Christine Desmond, Irland (2:0), ausschied. Die damit verpasste Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro holte Fontijn dann aber bei den Weltmeisterschaften im selben Jahr nach, als sie nach Siegen u. a. über Lidija Fidura (3:0) und Savannah Marshall (3:0) das Finale erreichte, das sie dann gegen Claressa Shields, Vereinigte Staaten (3:0), verlor und damit die Silbermedaille gewann.

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro besiegte Nouchka Fontijn im Mittelgewicht Savannah Marshall, und Li Qian nach Punkten und stand damit im Finale der Titelverteidiger Claressa Shields. Claressa Shields behielt auch in diesem Kampf die Oberhand und siegte mit 3:0 Richterstimmen über Nouchka Fontijn, die aber hochverdient die Silbermedaille gewann.

Internationale ErfolgeBearbeiten

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnisse
2010 3. Minoan Womens Cup in Heraklion/Griechenland Mittel nach einer Punktniederlage im Halbfinale gegen Ulrike Brückner, Deutschland
2010 9. 5. EU-Meisterschaften in Keszthely/Ungarn Mittel nach einer Punktniederlage im Achtelfinale gegen Maria Kovacs, Ungarn (1:5)
2010 5. WM in Bridgetown/Barbados Mittel nach Punktsiegen über Yunebier Guillen, Dominikanische Republik und Tiffany Hearn, USA und einer Punktniederlage im Viertelfinale gegen Maria Kovacs (7:19)
2011 2. 6. EU-Meisterschaften in Kattowitz Mittel nach Punktsiegen über Erika Guerrier, Frankreich (15:5) und Maria Kovacs (18:7) und einer Punktniederlage im Finale gegen Lidia Fidura, Polen (10:15)
2011 2. Minoas Womens Cup in Heraklion Mittel nach Punktsieg über Marina Wolnowa, Kasachstan (20:15) und einer Punktniederlage gegen Mary Spencer, Kanada (16:23)
2011 2. EM in Rotterdam Mittel nach Punktsiegen über Desislawa Lasarowa, Bulgarien (16:6), Maria Kovacs (15:11) und Savannah Marshall, England, (15:7) und einer Punktniederlage im Finale gegen Nadeschda Torlopowa, Russland (11:13)
2012 1. 1. Nations Womens Cup in Sombor/Serbien Mittel nach Punktsiegen über Cheyenne Whaanga, Neuseeland (9:0), Tamara Garcia, Spanien (9:0) und Marichelle de Jong, Niederlande (10:5)
2012 1. 63. Strandja-Memorial in Sofia Mittel nach RSC-Sieg in der 2. Runde über Kim Shin-hyeong, Südkorea, Punktsiegen über Anna Laurell, Schweden (19:9) und Elif Guner, Türkei (11:4) und einem kampflosen Sieg über Li Jinzi, China
2012 9. WM in Qinhuangdao/China Mittel nach Punktsieg über Hurrican Coyle, Neuseeland (22:13) und Punktniederlage im Achtelfinale gegen Marina Wolnowa (18:19)
2013 1. 2. Nations Womens Cup in Zrenjanin Mittel nach Abbruchsieg in der 2. Runde über Altyinai Balabekow, Kasachstan und Punktsieg über Timea Nagy, Ungarn (9:4)
2013 1. 5. Girls-Boxing-Cup in Hamburg Mittel nach Punktsiegen über Andrea Strohmaier, Deutschland (20:2) und Leila Dschawadowa, Aserbaidschan
2013 5. 30. Feliks-Stamm-Memorial in Warschau Mittel nach Punktsieg über Wioleta Michalska, Polen (16:5) und Punktniederlage gegen Marina Wolnowa (9:10)
2013 1. 9. Montana Belts Tournament in Argenteuil/Frankreich Mittel nach Punktsiegen über Erika Guerrier, Lidia Fidura und Love Holgersson, Schweden
2013 2. 7. EU-Meisterschaften in Keszthely Mittel nach Punktsiegen über Sinead Kavanagh, Irland (3:0 RS) und Nives Radic, Kroatien (3:0 RS) und einer Punktniederlage gegen Savannah Marshall (0:3 RS)
2013 1. Queens-Cup in Stralsund Mittel nach Punktsiegen über Kaye Scott, Australien (3:0 RS) und Maxima Koelemnij, Niederlande (3:0)
2014 1. Womens-Boxing-Days in Hamburg Mittel nach Tech.-K.O.-Sieg in der 3. Runde über Olivia Endale Maky, Deutschland und einem kampflosen Sieg über Sarah Scheurich, Deutschland
2014 1. EM in Bukarest Mittel nach Punktsiegen über Anna Laurell, Schweden (3:0 RS), Jaroslawa Jakuschina, Russland (3:0 RS), Timea Nagy (3:0 RS) und Sarah Scheurich (3:0 RS)
2015 2. 66. Strandja-Memorial in Sofia Mittel nach einem Techn K.O.-Sieg in der 4. Runde über Schachnosa Nisamowa, Usbekistan, einem Punktsieg über Anna Laurell, Schweden (3:0 RS) und einer Punktniederlage gegen Li Qian, China (0:3 RS)
2015 1. 1. Europäische Spiele in Baku Mittel nach Punktsiegen über Savannah Marshall (3:0 RS), Katerina Schambir, Ukraine (2:0 RS), Sarah Scheurich (3:0 RS) und Anna Laurell (3:0 RS)
2016 2. WM in Astana Mittel nach Punktsiegen über Sema Caliskan, Türkei (3:0 RS), Lidija Fidura (3:0 RS), Erika Guerrier, Frankreich (3:0 RS) und Savannah Marshall (3:0 RS) und einer Punktniederlage gegen Claressa Shields, Vereinigte Staaten (0:3 RS)
2016 Silber OS in Rio de Janeiro Mittel nach Punktsiegen über Savannah Marshall (2:0 RS) und Li Qian (2:1 RS) und einer Punktniederlage gegen Claressa Shields (0:3 RS)
Erläuterungen
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, EU = Europäische Union
  • Mittelgewicht, Gewichtsklasse bis 75 kg Körpergewicht
  • RS = Richterstimmen (Anm.: Ende 2013 wurden die bis dahin üblichen, aber umstrittenen, "Punktmaschinen" von der AIBA abgeschafft. Seit dieser Zeit werten wieder drei Kampfrichter ohne technische Hilfsmittel)

QuellenBearbeiten

  • Webseite "www.amateur-boxing.strefa.pl"
  • Webseite der AIBA

WeblinksBearbeiten