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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Niemegk
Niemegk
Deutschlandkarte, Position der Stadt Niemegk hervorgehoben
Koordinaten: 52° 5′ N, 12° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Amt: Niemegk
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 45,12 km2
Einwohner: 2037 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km2
Postleitzahl: 14823
Vorwahl: 033843
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 448
Stadtgliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der Amtsverwaltung: Großstraße 6
14823 Niemegk
Website: www.amt-niemegk.de
Bürgermeister: Hans-Joachim Linthe (SPD)
Lage der Stadt Niemegk im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad BelzigBeelitzBeetzseeBeetzseeheideBensdorfBorkheideBorkwaldeBrückBuckautalGolzowGörzkeGräbenHavelseeKleinmachnowKloster LehninLintheLintheMichendorfMühlenfließNiemegkNuthetalPäwesinPlanebruchPlanetalRabenstein/FlämingRosenau (Brandenburg)RoskowSchwielowseeSeddiner SeeStahnsdorfTeltowTreuenbrietzenWenzlowWerder (Havel)Wiesenburg/MarkWollinWusterwitzZiesarGroß KreutzBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Niemegk ist eine Stadt im Süden des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Sie ist Sitz des gleichnamigen Amtes, dem weitere drei Gemeinden angehören.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Die Stadt Niemegk liegt zwischen Hohem Fläming und Belziger Vorfläming in einer Höhenlage von 69 bis 148 m NHN östlich der Plane. Durch das Stadtgebiet fließen mit dem Buffbach, einem linken Zufluss der Plane, und dessen Zuflüssen Funderbach und Adda mehrere Gewässer. Das Stadtgebiet liegt auf einer Grundmoräne der Saaleeiszeit. Das südliche Stadtgebiet reicht bis zu den Endmoränen und der Eisrandlage der Saaleeiszeit hinauf. Im Norden, Südosten, Südwesten und Westen ist die Stadt von Wäldern, dem Niemegker Wald und dem Hohenwerbiger Wald, umschlossen. Die restliche unbebaute Fläche wird nicht zuletzt der für brandenburgische Verhältnisse hohen Bodenfruchtbarkeit wegen landwirtschaftlich genutzt. Nördlich von Niemegk stößt man auf offengelassene Sandvorkommen. Östlich der Stadt befinden sich Tonvorkommen, die noch abgebaut werden. 2005 wurde ebenfalls östlich der Stadt ein größerer Windpark in Betrieb genommen, dessen Windräder als Landmarke weithin über die Höhen des Flämings sichtbar sind. Im Territorium befinden sich eiszeitbedingt viele Findlinge, Lesesteine und Lesesteinhaufen sowie Steinriegel mit der Funktion natürlicher Schutzwaldstreifen. Niemegk liegt teilweise im Bereich des Naturparks Hoher Fläming.

StadtgliederungBearbeiten

Zur Stadt Niemegk gehören die bewohnten Gemeindeteile Hohenwerbig und Lühnsdorf sowie der Wohnplatz Werdermühle.[2]

GeschichteBearbeiten

 
Kirche St. Johannis, rechts Robert-Koch-Haus

Südöstlich der heutigen Bahnhofstraße befand sich in frühgeschichtlicher Zeit eine Burgwallanlage, eine Fundstätte mittelslawischer und frühdeutscher Keramik, die heute jedoch überbaut ist. Die Ersterwähnung Niemegks als Burgward ist auf 1161 datiert und taucht im 12. und 13. Jahrhundert in den Formen Nymik, Niemeke und um 1441 Nymegk in Urkunden auf. Der Name stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit vom niederländischen Nijmegen (um 1100 Niumago) ab. Niemegk stand unter dem Schutz des Deutschen Ritterordens, welcher seit 1227 die Komturei Dahnsdorf (Komthurmühle) besaß. Der Ort ist im Ursprung ein Haufendorf mit dem Status eines Burgfleckens, welcher 1228 Stadtrecht erwarb und sich im Laufe des 13. Jahrhunderts planmäßig an einer Nord-Süd-Achse (Großstraße) zu einer Stadt mit Marktplatz entwickelte. Die heute nicht mehr vorhandene, im Besitz der Familie von Oppen befindliche Burg wurde 1441 letztmals als Schloss erwähnt.

Als kursächsische Grenzstadt wurde die Stadt oft in militärische Auseinandersetzungen verwickelt. So gab es 1400/01 Auseinandersetzungen märkischer Ritter mit Rudolf III. von Sachsen, 1416 Plünderungen durch Dietrich von Quitzow im Auftrag des Erzbischofs von Magdeburg, 1429 Einfälle der Hussiten, und 1547 im Schmalkaldischen Krieg nach der Schlacht bei Mühlberg fielen die Wallonen in Niemegk ein. Während des Dreißigjährigen Krieges standen 1618 von ursprünglich 245 Häusern im Jahre 1644 nur noch 63. Als Ergebnis des Wiener Kongresses fiel Niemegk 1815 mit dem gesamten sächsischen Amt Belzig an Preußen (Musspreußen) und kam zur Provinz Brandenburg. Zwischen 1952 und 1990 gehörte Niemegk zum Kreis Belzig im DDR-Bezirk Potsdam.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1875 2 304
1890 2 250
1910 2 427
1925 2 386
1933 2 436
1939 2 979
1946 3 257
1950 3 192
Jahr Einwohner
1964 2 744
1971 2 676
1981 2 714
1985 2 649
1989 2 594
1990 2 530
1991 2 428
1992 2 396
1993 2 382
1994 2 399
Jahr Einwohner
1995 2 408
1996 2 354
1997 2 341
1998 2 368
1999 2 377
2000 2 368
2001 2 350
2002 2 327
2003 2 330
2004 2 295
Jahr Einwohner
2005 2 262
2006 2 207
2007 2 208
2008 2 156
2009 2 100
2010 2 058
2011 2 034
2012 1 987
2013 1 999
2014 2 014
Jahr Einwohner
2015 2 006
2016 2 031
2017 2 043
2018 2 037

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[3][4][5]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

StadtverordnetenversammlungBearbeiten

Kommunalwahl 2019
Wahlbeteiligung: 59,8 % (2014: 60,2 %)
 %
40
30
20
10
0
34,9
26,7
14,4
13,7
3,9
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+8,7
-0,7
+8,6
-0,3
-0,4
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Zukunft Niemegk
 
Rathaus
 
Alter Hof
 
Baudenkmal Wasserturm
 
Fischteiche an der Werdermühle, Plane

Die Stadtverordnetenversammlung von Niemegk besteht aus elf Stadtverordneten und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

Partei / Wählergruppe Sitze 2014[6] Sitze 2019[7]
SPD 3 4
Zukunft Niemegk 3 3
Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen/Freie Wähler 1 2
CDU 2 1
Die Linke 1 1
Einzelbewerberin Ines Maager 1
Bündnis 90/Die Grünen 1
Insgesamt 12 11

Ein Sitz der CDU bleibt unbesetzt, weil es keinen zweiten Bewerber dieser Partei gab.[8]

BürgermeisterBearbeiten

  • 1998–2014: Eckhard Zorn (SPD)
  • seit 2014: Hans-Joachim Linthe (SPD)

Linthe setzte sich in der Bürgermeisterstichwahl am 15. Juni 2014 mit 50,4 % der gültigen Stimmen und nur acht Stimmen Vorsprung (500 gegenüber 492) gegen Hans-Dieter Scherz (Wählergruppe Zukunft Niemegk) durch.[9] Bei der Wahl am 26. Mai 2019 konnte sich Linthe mit 69,3 % erneut gegen zwei Bewerber durchsetzen und wurde für weitere fünf Jahre[10] in seinem Amt bestätigt.[11]

WappenBearbeiten

Das Wappen der Stadt Niemegk wurde am 12. Juni 2012 genehmigt.[12] Es erinnert mit dem Schild Sachsens an die kursächsische Vergangenheit der Stadt. Der Adler nimmt Bezug auf die heutige Zugehörigkeit zum Land Brandenburg.

Blasonierung: „In Silber eine bewurzelte grüne Eiche mit goldenen Früchten, deren Stamm von zwei Schilden beseitet ist, rechts mit dem brandenburgischen (in Silber ein golden-bewehrter und rot-gezungter roter Adler mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln) und links mit dem sächsischen Wappen (neunmal von Schwarz und Gold geteilt und überdeckt von einem schrägen grünen Rautenkranz).“[13]

Bis 2012 führte die Stadt ein anderes Wappen. Im alten Wappen stand anstelle des brandenburgischen Wappenschildchens eine Eichel: „In Silber auf grünem Hügel ein bewurzelter Eichenbaum in natürlichen Farben, dessen Stamm vorne beseitet mit einem Schildchen, neunmal von Schwarz und Gold geteilt, überdeckt von einem schrägen grünen Rautenkranz (Sachsen), links mit einer gestürzten, zweiblättrigen goldenen Eichel.“

Sie hob den einstigen Reichtum Niemegks mit den sommergrünen Laubgehölzen in der weitgehend von Kiefernforsten dominierten Umgebung hervor. Das Wappen wurde erneuert, weil es nicht den heraldischen Grundsätzen entsprach.[14]

FlaggeBearbeiten

Die Flagge der Stadt ist Grün-Weiß-Grün-Weiß-Grün gestreift. Mittig prangt das Stadtwappen.[15]

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

In der Liste der Baudenkmale in Niemegk und in der Liste der Bodendenkmale in Niemegk stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Belzig–Niemegk–Treuenbrietzen wurde 1962 eingestellt. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Bad Belzig und Treuenbrietzen.

Durch die Regiobus Potsdam-Mittelmark ist Niemegk mit einer PlusBus- sowie weiteren Regionalbuslinien erreichbar.

Niemegk ist über die gleichnamige Autobahnanschlussstelle an die Bundesautobahn 9 Berlin–München angebunden. Durch den Nordteil der Stadt verläuft – ohne den Stadtkern zu berühren – die Bundesstraße 102, über die die Kreisstadt Bad Belzig sowie die Nachbarstadt Treuenbrietzen erreicht werden können. Die Landesstraße 82 führt über Hohenwerbig und Zeuden nach Marzahna an der Bundesstraße 2, die L 83 über Neuendorf nach Straach in Sachsen-Anhalt. Kreisstraßen verbinden die benachbarten Orte.

Staatliche EinrichtungenBearbeiten

1930 wurde in Niemegk das Adolf-Schmidt-Observatorium für Geomagnetismus gegründet. Es führt die 1890 in Potsdam begonnenen Messungen des Erdmagnetfeldes weiter. Das Observatorium wird seit 1992 vom Deutschem GeoForschungsZentrum (GFZ) betrieben.[17] Das Observatorium ist Mitglied des Intermagnet-Programms.[18]

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Siegfried Dalitz (1925–2012), langjähriger Bürgermeister und Ortschronist (Ehrenbürger 2009)

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Mit der Stadt verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

 
Adolf Schmidt

WeblinksBearbeiten

  Commons: Niemegk – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Stadt Niemegk
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 22–25
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  5. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  6. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014. Abgerufen am 26. Juli 2019.
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019. Abgerufen am 26. Juli 2019.
  8. Neue Gesichter bei den Niemegker Stadtverordneten. In: Märkische Allgemeine, 27. Mai 2019
  9. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. Juni 2014
  10. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  11. https://daten.verwaltungsportal.de/dateien/news/5/0/5/8/0/5/bm_niemegk.jpg
  12. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Wappen der Stadt Niemegk
  13. http://service.brandenburg.de/lis/detail.php?template=wappen_text_d&id=19923
  14. http://www.amt-niemegk.de/news/1/169037/nachrichten/169037.html
  15. http://www.amt-niemegk.de/news/1/164568/nachrichten/164568.html
  16. Wilhelm Roloff: Robert Koch als märkischer Landarzt. In: Ärzteblatt für Berlin, Mark Brandenburg und Pommern. Nr. 33–34/1939, S. 631.
  17. [1] Zur Geschichte des Adolf-Schmidt-Observatoriums für Erdmagnetismus in Niemegk; Dr. Adolf Best
  18. Geomagnetisches Observatorium Niemegk. Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, abgerufen am 21. April 2018.