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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Gräben führt kein Wappen
Gräben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gräben hervorgehoben

Koordinaten: 52° 14′ N, 12° 26′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Amt: Ziesar
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 40,62 km2
Einwohner: 506 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner je km2
Postleitzahl: 14793
Vorwahl: 033833
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 232
Adresse der Amtsverwaltung: Mühlentor 15A
14793 Ziesar
Website: amt-ziesar.de
Bürgermeisterin: Jutta Debler
Lage der Gemeinde Gräben im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad BelzigBeelitzBeetzseeBeetzseeheideBensdorfBorkheideBorkwaldeBrückBuckautalGolzowGörzkeGräbenHavelseeKleinmachnowKloster LehninLintheLintheMichendorfMühlenfließNiemegkNuthetalPäwesinPlanebruchPlanetalRabenstein/FlämingRosenau (Brandenburg)RoskowSchwielowseeSeddiner SeeStahnsdorfTeltowTreuenbrietzenWenzlowWerder (Havel)Wiesenburg/MarkWollinWusterwitzZiesarGroß KreutzBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Gräben ist eine Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Sie gehört dem Amt Ziesar an.

GeographieBearbeiten

Gräben liegt am Fluss Verlorenwasser am flach abfallenden Nordhang des Flämings etwa 80 km westlich von Berlin. Die Städte Bad Belzig und Brandenburg an der Havel sind jeweils 20 Kilometer entfernt. Im Westen fließt die Buckau durch den Gräbener Ortsteil Rottstock.

GemeindegliederungBearbeiten

Gräben besteht aus dem Kernort Gräben, dem Ortsteil Rottstock sowie dem Gemeindeteil Dahlen. Wohnplätze der Gemeinde sind Grünehaus, Klitzmühle, Krug und Struvenberg.[2]

Rottstock wurde am 26. Oktober 2003 eingemeindet.[3]

GeschichteBearbeiten

Gräben wurde als „Grabonizi“ erstmals am 28. September 992 in einer Urkunde erwähnt, in der König Otto III. dem Abt Reginald von Memleben im Tausch gegen zwei andere Orte an der mittleren Elbe 21 Orte in den Burgwarden Biederitz und Möckern überließ.[4] Beim Dorffest der Gemeinde am 8. Juli 2017 wurde ein Gedenkstein enthüllt.[5]

Gräben und Rottstock gehörten seit ihrer Gründung zur Markgrafschaft Brandenburg (Kurmark) und kamen erst 1773 mit dem Ziesarischen Kreis zum Herzogtum Magdeburg. Seit 1816 gehörten die Orte dann zum Landkreis Jerichow I in der preußischen Provinz Sachsen und von 1947 bis 1952 zu Sachsen-Anhalt. Nach der DDR-Zeit im Kreis Brandenburg-Land des Bezirks Potsdam kamen sie 1990 wieder zu Brandenburg und 1993 in den Landkreis Potsdam-Mittelmark.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1875 450
1890 460
1910 480
1925 502
1933 504
1939 491
1946 752
1950 644
Jahr Einwohner
1964 614
1971 592
1981 585
1985 585
1989 559
1990 546
1991 537
1992 512
1993 494
1994 479
Jahr Einwohner
1995 492
1996 500
1997 500
1998 494
1999 496
2000 496
2001 487
2002 491
2003 878
2004 635
Jahr Einwohner
2005 617
2006 623
2007 602
2008 595
2009 593
2010 580
2011 540
2012 529
2013 536
2014 523
Jahr Einwohner
2015 531
2016 510
2017 522
2018 506

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[6][7][8]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Gemeindevertretung von Gräben besteht aus acht Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin.

Partei / Wählergruppe Sitze
Freie Bürger und Bauern 4
FDP 2
Einzelbewerber Raik Hafenberg 1
Einzelbewerberin Rosita Herzog 1

(Stand: Kommunalwahl am 26. Mai 2019)[9]

BürgermeisterBearbeiten

  • 1998–2019: Siegfried Schröder (Freie Bürger und Bauern)[10]
  • seit 2019: Jutta Debler

Debler wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 73,1 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[11] gewählt.[12]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Dorfkirche Gräben
  • Die Dorfkirche Gräben entstand vermutlich im 14. Jahrhundert und wurde 1716 nach Osten hin erweitert. In ihrem Innern steht unter anderem ein steiler Kanzelaltar.
  • Das Rittergut mit dem Gutshaus Gräben war ab dem frühen 13. Jahrhundert im Besitz der Familie von Borch, die vor allem Forst- und Landwirtschaft betrieb. Hans von Borch, der Urgroßvater des jetzigen Besitzers, hat um das Jahr 1920 die Anhöhen aufgeforstet, Obst und Spargel angebaut, nach Berlin geliefert und Viehzucht für den Eigenbedarf betrieben. Sein Bild hängt im Wohnraum des umgebauten Schafstalls. Der Grundbesitz (zuletzt 600 ha; vorwiegend Forstfläche) und das Gutshaus wurden im Zuge der Bodenreform 1946 entschädigungslos enteignet. Das Gutshaus diente der Gemeinde als Kindergarten, Flüchtlingsheim und Wohnbereich. Die dadurch durchgeführten Umbauten haben den ursprünglichen Stil des Gutshauses unkenntlich gemacht. 1998 erwarb die Familie von Borch geringe Teile des Anwesens zurück.
  • Das Rittergut mit dem Gutshaus Dahlen stand im Besitz der Familie von Schierstedt und wurde 1837/38 von Ludwig Persius umgebaut. Das Gutshaus dient heute als Pflegeheim. Der Gutspark Dahlen mit seinen über 200 Jahre alten, teilweise exotischen Bäumen ist ein eingetragenes Naturdenkmal.
  • Die evangelische Dorfkirche Rottstock wurde 1900 als schlichter Backsteinbau mit seitlichem Glockenturm in neugotischen Formen durch den Görzker Maurermeister Gommert errichtet. Sie ersetzte den baufällig gewordenen Vorgängerbau, der in der Ortsmitte gestanden hatte. 2015 wurden in der Kirche fünf Glasfenster von Jacques Verheijen eingebaut.[13]
  • Die Dorfkirche Dahlen entstand vermutlich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Im Innern steht unter anderem ein hölzerner Altaraufsatz aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sowie ein Taufengel aus dem Jahr 1719, der im Dehio-Handbuch als von „besonderer Qualität“ bezeichnet wird.

VerkehrBearbeiten

Gräben liegt an der Landesstraße L 94 zwischen Görzke und der Anschlussstelle Wollin an der A2.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gräben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Gemeinde Gräben
  3. StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2003
  4. Johannes Wütschke: Der „Brückenkopf Magdeburg“ nach dem Slawenaufstand von 982. In: Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte. Band 8. Berlin 1957, S. 13–18.
  5. Silvia Zimmermann: Die ewige Sehnsucht nach der alten Heimat. In: Märkische Allgemeine, Brandenburger Kurier. 10. Juli 2017, S. 15, abgerufen am 10. Juli 2017.
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 18–21
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  10. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Potsdam-Mittelmark (Memento des Originals vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  11. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  13. Nach Denkmalstreit geht es bunt zu. In: Märkische Allgemeine, 8. Januar 2016