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Niederfrohna

Gemeinde im Landkreis Zwickau, Sachsen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Niederfrohna
Niederfrohna
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niederfrohna hervorgehoben

Koordinaten: 50° 54′ N, 12° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Zwickau
Verwaltungs­gemeinschaft: Limbach-Oberfrohna
Höhe: 284 m ü. NHN
Fläche: 10,11 km2
Einwohner: 2221 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 220 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09243
Vorwahl: 03722
Kfz-Kennzeichen: Z, GC, HOT, WDA
Gemeindeschlüssel: 14 5 24 220
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obere Hauptstraße 20
09243 Niederfrohna
Website: www.niederfrohna.de
Bürgermeister: Klaus Kertzscher
Lage der Gemeinde Niederfrohna im Landkreis Zwickau
BernsdorfCallenbergCrimmitschauCrinitzbergDennheritzFraureuthGersdorfGlauchauHartensteinHartmannsdorfHirschfeldHohenstein-ErnstthalKirchbergLangenbernsdorfLangenweißbachLichtensteinLichtentanneLimbach-OberfrohnaMeeraneMülsenNeukirchen/PleißeNiederfrohnaOberlungwitzOberwieraReinsdorfRemseSchönbergSt. EgidienWaldenburgWerdauWildenfelsWilkau-HaßlauZwickauSachsenThüringenVogtlandkreisErzgebirgskreisChemnitzLandkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild

Niederfrohna ist ein Dorf nordwestlich von Chemnitz im Landkreis Zwickau in Sachsen, Deutschland. Es bildet zusammen mit Limbach-Oberfrohna die Verwaltungsgemeinschaft Limbach-Oberfrohna.

GeografieBearbeiten

 
OT Niederfrohna von der A72 aus gesehen

Geografische Lage und VerkehrBearbeiten

Niederfrohna liegt 6 km nördlich von Limbach-Oberfrohna und erstreckt sich links und rechts des Frohnbachs. Die Gemeinde ist über eine eigene Abfahrt der A 72 erreichbar. Die einstige B 95 führt am Ort vorbei. Der Ort ist auch über die südlich verlaufende A 4 Anschlüsse Chemnitz-Mitte und Limbach-Oberfrohna zu erreichen. Die höchste Erhebung im Ort ist der Ochsenberg bei Fichtigsthal mit 366 Meter Höhe.

OrtsgliederungBearbeiten

Der Ort gliedert sich in die Ortsteile Fichtigsthal, Mittelfrohna, Jahnshorn und Niederfrohna. Die Siedlung Jahnshorn befindet sich innerhalb der Flur des Ortsteils Niederfrohna.

NachbarorteBearbeiten

Penig Mühlau
Limbach-Oberfrohna   Hartmannsdorf (bei Chemnitz)
Limbach-Oberfrohna

GeschichteBearbeiten

 
Christuskirche Niederfrohna

Die urkundliche Ersterwähnung von Niederfrohna, als Herrschaft von Heinrich und Jost von "Frohne" stammt vom 19. Oktober 1236. Die bäuerliche Besiedlung des Orts, der seinen Namen vermutlich vom durch den Ort fließenden Frohnbach hat, erfolgte unter der Herrschaft des Wiprecht von Groitzsch und seiner Vasallen. Die Christuskirche im Zentrum von Niederfrohna wurde im Jahr 1519 im Stil der sächsischen Spätgotik errichtet. Die Grundherrschaft über Niederfrohna lag um 1551 nur anteilig beim Rittergut Limbach[2], der andere Anteil wurde als Amtsdorf geführt. Um 1696 unterstand Niederfrohna komplett dem Rittergut Limbach. Im 18. Jahrhundert unterstand Niederfrohna dem "trockenen" Rittergut Niederfrohna,[3] d. h. dass das Rittergut lediglich aus grund- und gerichtsherrlichen Befugnissen bestand. Das Gutshaus des Ritterguts wurde im Jahr 1774 erbaut.[4] Im Jahr 1562 wurde die Wetzelmühle erstmals urkundlich erwähnt.[5]

Niederfrohna gehörte um 1551 anteilig dem schönburgischen Amt Penig und dem kursächsischen Amt Chemnitz. Nach 1696 bis 1856 unterstand Niederfrohna komplett dem kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Chemnitz.[6] Einzig die 1552 erstmals erwähnte Siedlung Jahnshorn in der Niederfrohnaer Flur gehörte als Zubehör des Ritterguts Kaufungen zur Herrschaft Wolkenburg,[7] welche wiederum als Exklave zum kursächsischen Amt Borna gehörte.[8] Kirchlich war Jahnshorn bis 1858 nach Kaufungen gepfarrt, seitdem nach Niederfrohna. Im Jahr 1851 kamen Jahnshorn als Teil der Herrschaft Wolkenburg und Niederfrohna als Zubehör des Ritterguts Niederfrohna an das königlich-sächsische Gericht Limbach[9][10] Seit 1856 gehörte Niederfrohna mit Jahnshorn zum Gerichtsamt Limbach, das im Jahr 1875 in der Amtshauptmannschaft Chemnitz aufging.[11] Im Jahr 1936 wurde Mittelfrohna mit Fichtigsthal eingemeindet.[12]

Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Niederfrohna im Jahr 1952 zum Kreis Chemnitz-Land im Bezirk Chemnitz (1953 in Kreis Karl-Marx-Stadt-Land und Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Chemnitz fortgeführt wurde. Bei dessen Auflösung kam die Gemeinde Niederfrohna im Jahr 1994 zum Landkreis Chemnitzer Land, der 2008 im Landkreis Zwickau aufging.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Am 3. Oktober 1990 zählte Niederfrohna 2332 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

1998 bis 2002

  • 1998 – 2583
  • 1999 – 2631
  • 2000 – 2641
  • 2001 – 2638
  • 2002 – 2611

2003 bis 2007

  • 2003 – 2572
  • 2004 – 2567
  • 2005 – 2541
  • 2006 – 2519
  • 2007 – 2498

ab 2008

  • 2008 – 2471
  • 2012 – 2296
  • 2013 – 2236
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2019[13]
Wahlbeteiligung: 74,7 % (2014: 58,4 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
68,7 %
20,3 %
11,0 %
n. k.
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,0 %p
+0,9 %p
+11,0 %p
-5,8 %p
-4,7 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a FW Niederfrohna
Sitzverteilung im
Niederfrohna Gemeinderat 2019
   
Insgesamt 14 Sitze

Seit der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wählervereinigung Niederfrohna (FW): 10 Sitze
  • CDU: 3 Sitze
  • AfD: 1 Sitze

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  •  
    Rittergut Mittelfrohna, Portal Herrenhaus
    Wetzelmühle
  • Rittergut Niederfrohna mit denkmalgeschütztem Eingangsportal
  • Kleine Kunstgalerie im Rathaus
  • Christuskirche (im Jahr 1519 im spätgotischen Stil errichtet)
  • Johanniskirche (mit gut erhaltener Urban-Kreutzbach-Orgel)

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Emil Johann Hiersemann: Chronik der Kirchgemeinden Niederfrohna und Mittelfrohna mit Fichtigsthal. Große, Limbach 1899 (Digitalisat)
  • Richard Steche: Niederfrohna. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 7. Heft: Amtshauptmannschaft Chemnitz. C. C. Meinhold, Dresden 1886, S. 49.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Niederfrohna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikinews: Niederfrohna – in den Nachrichten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Das Rittergut Limbach auf www.sachsens-schlösser.de
  3. Das Rittergut Niederfrohna auf www.sachsens-schlösser.de
  4. Das Rittergut Niederfrohna auf www.sachsens-schlösser.de
  5. Chronok der Wetzelmühle Niederfrohna
  6. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 64 f.
  7. Das Rittergut Wolkenburg mit Kaufungen im Archiv des Freistaats Sachsen
  8. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 62 f.
  9. Die Herrschaft Wolkenburg im Archiv des Freistaats Sachsen
  10. Das Königliche Gericht Limbach im Archiv des Freistaats Saschen
  11. Die Amtshauptmannschaft Chemnitz im Gemeindeverzeichnis 1900
  12. Mittelfrohna auf gov.genealogy.net
  13. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2019