Hohenstein-Ernstthal

Große Kreisstadt im Landkreis Zwickau, Sachsen, Deutschland

Die Große Kreisstadt Hohenstein-Ernstthal liegt im Osten des Landkreises Zwickau. Bekannt ist die Stadt besonders als Geburtsort des Schriftstellers Karl May und durch den Sachsenring, auf dem unter anderem das Deutschlandrennen der Motorrad-Weltmeisterschaft ausgetragen wird.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hohenstein-Ernstthal
Hohenstein-Ernstthal
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hohenstein-Ernstthal hervorgehoben

Koordinaten: 50° 48′ N, 12° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Zwickau
Höhe: 355 m ü. NHN
Fläche: 18,58 km2
Einwohner: 14.527 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 782 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09337
Vorwahl: 03723
Kfz-Kennzeichen: Z, GC, HOT, WDA
Gemeindeschlüssel: 14 5 24 120
Adresse der
Stadtverwaltung:
Altmarkt 41
09337 Hohenstein-Ernstthal
Website: hohenstein-ernstthal.de
Oberbürgermeister: Lars Kluge (CDU)
Lage der Stadt Hohenstein-Ernstthal im Landkreis Zwickau
BernsdorfCallenbergCrimmitschauCrinitzbergDennheritzFraureuthGersdorfGlauchauHartensteinHartmannsdorfHirschfeldHohenstein-ErnstthalKirchbergLangenbernsdorfLangenweißbachLichtensteinLichtentanneLimbach-OberfrohnaMeeraneMülsenNeukirchen/PleißeNiederfrohnaOberlungwitzOberwieraReinsdorfRemseSchönbergSt. EgidienWaldenburgWerdauWildenfelsWilkau-HaßlauZwickauSachsenThüringenVogtlandkreisErzgebirgskreisChemnitzLandkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Hohenstein-Ernstthal
Karl Mays Geburtshaus

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Die ehemalige Kreisstadt Glauchau liegt ca. 15 km westlich und die Stadt Chemnitz ca. 20 km östlich der Stadt. Hohenstein-Ernstthal liegt auf dem Übergang vom Nordrand des Erzgebirgsbeckens und dem Südrand des Mittelsächsischen Lößlehm-Hügellandes, das hier in der Anhöhe des Pfaffenbergs (479 m ü. NHN) erreicht. Da ein Großteil des Stadtzentrums an der Südseite des Pfaffenbergs liegt, kann man von hier weite Teile des Erzgebirges überblicken. Nördlich der Stadt befinden sich der Stausee Oberwald und der Serpentinitsteinbruch Oberwald. Sie gehören zum Landschaftsschutzgebiet „Pfaffenberg–Oberwald“.[2] Im Stadtteil Ernstthal entspringt der Goldbach, der über den Lungwitzbach in die Zwickauer Mulde entwässert. Höchste Erhebung von Wüstenbrand ist der Heidelberg (450 m ü. NHN) mit seinem Aussichtsturm.

StadtgliederungBearbeiten

Hohenstein-Ernstthal gliedert sich in die Gemarkungen Hohenstein, Ernstthal, Wüstenbrand und Waldenburger Oberwald. Wüstenbrand besitzt den Status eines Ortsteils.

GeschichteBearbeiten

Unter den Schönburger Grafen Ernst I. (1480–89) und Ernst II. († 1534) wurden sowohl das Städtewesen als auch der Bergbau gefördert; die Bergstädte Hohenstein, Scheibenberg und Oberwiesenthal sind ihre Gründung. Hohenstein entstand, nachdem im 15. Jahrhundert hier Silbererz entdeckt wurde. Der Legende nach sollen die ersten Siedler „uff dem hohen Stein“ ausgerufen haben, als sie den heutigen Pfaffenberg das erste Mal sahen. Im Jahre 1493 bestand noch keine Siedlung, doch diese muß bald darauf gegründet worden sein. Ein Glauchauer Erbbuch von 1493 nennt zahlreiche wüste Siedlungen am Hohenstein[3].

Die Gründung von Hohenstein wird heute auf 1510 datiert. Hohenstein gehörte zur schönburgischen Herrschaft Glauchau. Im Jahre 1514 gab es Streit zwischen den Schönburgern und den Wettinern wegen des hiesigen Silberbergwerkes[4]. Im 16. Jahrhundert waren die Einwohner Hohensteins von Frondiensten befreit. Im Jahre 1616 existierte in Hohenstein kein eigenes Gericht, das Amt Glauchau lässt hier offenbar Gericht bei Bedarf oder Gerichtstage abhalten[5].

1679 siedelten sich einige Hohensteiner im nahegelegenen Wald an, da in Hohenstein die Pest grassierte. Zu Ehren von Christian Ernst von Schönburg (1655–1718) und August Ernst von Schönburg (1666–1729) erhielt die neue Ansiedlung den Namen Ernstthal. 1687 bekam Ernstthal das Stadtrecht.

Die beiden Städte Hohenstein und Ernstthal gehörten größtenteils zur Schönburgischen Herrschaft Glauchau, von der sie territorial getrennt waren. Hohenstein gehörte zum Amt Forderglauchau, Ernstthal zum Amt Hinterglauchau. Lediglich sieben Häuser von Hohenstein und ein Haus von Ernstthal gehörten zur schönburgischen Herrschaft Waldenburg.

Nachdem sich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Leineweberei und Bleicherei, später auch die Strumpfwirkerei in Hohenstein und Umgebung ausbreitete, dominierte ab dem 17. Jahrhundert nicht mehr der Bergbau, sondern die Weberei. Die Textilindustrie wurde wie in vielen Orten der Region zum wichtigsten Erwerbszweig.

Am 25. Februar 1842 wurde der berühmte Schriftsteller Karl May in Ernstthal geboren. In der Hohensteiner Kirche St. Christophori heiratete er 1880 seine Frau Emma Pollmer. An Karl Mays Wirken in Hohenstein und Ernstthal erinnern zahlreiche Gedenktafeln und das in seinem Geburtshaus eingerichtete Karl-May-Haus.

Mit der Eröffnung des Abschnitts ChemnitzZwickau der Bahnstrecke Dresden–Werdau wurde am 15. November 1858 der Bahnhof Hohenstein-Ernstthal für den Verkehr freigegeben. Anfangs gehörte der Bahnhof jedoch weder zu Hohenstein noch zu Ernstthal, sondern zu Abtei Oberlungwitz. Das Bahnhofsgrundstück wurde später von der Stadt Hohenstein aufgekauft.[6]

Nachdem auf dem Gebiet der Rezessherrschaften Schönburg im Jahr 1878 eine Verwaltungsreform durchgeführt wurde, kamen Hohenstein und Ernstthal im Jahr 1880 zur neu gegründeten sächsischen Amtshauptmannschaft Glauchau.[7]

Zu Jahresbeginn 1898 vereinigten sich die beiden Städte zum heutigen Hohenstein-Ernstthal. Das Hohensteiner Rathaus wurde nun das Verwaltungsgebäude der neuen Stadt, welche außerdem ein neues Stadtwappen erhielt.

Nachdem im Jahr 1910 in der Grube „St. Lampertus“ die letzte Schicht gefahren wurde, endete die Bergbauära in Hohenstein. Bis auf das 1846 erbaute Huthaus wurden alle Gebäude abgebrochen. Das Huthaus wird seit 1998 durch den 1996 gegründeten „Freundeskreis Geologie und Bergbau Hohenstein-Ernstthal e.V.“ als Vereinsheim genutzt.[8][9]

Im Jahr 1911 erfolgte durch den Erzgebirgsverein der Bau des Berggasthauses auf dem Pfaffenberg. In diesem Jahr fand auch das erste Bergfest statt.

Im Jahr 1913 eröffnete die bis 1960 betriebene Straßenbahn Hohenstein-Ernstthal–Oelsnitz, welche am Bahnhof Hohenstein-Ernstthal begann und danach entlang der Goldbachstraße verlief. In der Flur von Hohenstein befanden sich die Haltestellen Hohenstein-Ernstthal, Güterbahnhof Hohenstein-Ernstthal, August-Bebel-Straße (bis 1945: Schönburgstraße) und Betriebsbahnhof.

Bei einem Gebietsaustausch zwischen Oberlungwitz und Hohenstein-Ernstthal erhielt die Stadt Hohenstein-Ernstthal im Jahr 1909 den Windberg (nordöstlich von Ernstthal) und Neuoberlungwitz (südlich von Ernstthal, Flur des heutigen Neubaugebiets Sonnenstraße) sowie den bisher zu Oberlungwitz gehörigen Teil des Hüttengrunds mit der Klaus-Mühle und der im Jahr 2012 abgebrochenen Hüttenmühle (westlich von Hohenstein) zugeordnet. Durch einen weiteren Gebietsaustausch mit der Gemeinde Kuhschnappel kam 1915 auch der bisher zu Kuhschnappel gehörige Teil des Hüttengrunds an Hohenstein-Ernstthal. Mit diesem Flurstück kam auch die Gaststätte „Heiterer Blick“, das 1891 eröffnete „Bethlehemstift“ an der heutigen B 180 und das 1829/30 eröffnete Mineralbad Hohenstein mit der 1765 entdeckten Hohensteiner Quelle an die Stadt Hohenstein-Ernstthal.

Im Jahr 1927 wurde erstmals das Badberg-Vierecksrennen auf der alten Trasse der Rennstrecke Sachsenring ausgetragen. Der 8,71 km lange Straßenkurs führte gegen den Uhrzeigersinn durch Hohenstein-Ernstthal nach Norden, um dann in westlicher Richtung parallel zur heutigen A4 ChemnitzGera zu verlaufen. Auf der heutigen Bundesstraße 180 ging es nach Süden, um dann in der Queckenberg-Kurve auf die Zielgerade einzumünden. Der Bau der heute als A4 bekannten Autobahn nördlich von Hohenstein-Ernstthal erfolgte im Jahr 1937.

Während des Zweiten Weltkrieges vom 10. Dezember 1944 bis Mitte April 1945 wurde im Ort ein Außenlager des KZ Flossenbürg eingerichtet, in dem 444 KZ-Häftlinge in der Rüstungsindustrie im Ort und im benachbarten Siegmar-Schönau Zwangsarbeit verrichten mussten. Dazu kamen Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus den von Deutschland besetzten Ländern.[10]

Mit der zweiten Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde Hohenstein-Ernstthal Kreisstadt des Kreises Hohenstein-Ernstthal im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der 1990 als sächsischer Landkreis Hohenstein-Ernstthal fortgeführt wurde.

In den Jahren nach der Wende hatte die Stadt aufgrund des Strukturwandels mit hoher Abwanderung zu kämpfen. In den letzten Jahren profitierte die Stadt von größeren Ansiedlungen der Automobilindustrie und Maschinenbaubranche. Dadurch hat sich die ökonomische Situation verbessert. Durch den Verlust des Kreissitzes im Jahr 1994 wurde der Stadt Hohenstein-Ernstthal der Titel Große Kreisstadt verliehen. Sie kam 1994 zum Landkreis Chemnitzer Land, der 2008 im Landkreis Zwickau aufging. Im Jahr 1995 wurde der neue Kurs des Sachsenrings in Betrieb genommen.

Am 1. Januar 1999 wurden Wüstenbrand und Teile von Oberlungwitz (mit 92 Einwohnern) und St. Egidien (mit 47 Einwohnern aus Kuhschnappel (Waldenburger Oberwald)) eingemeindet.[11] In der Woche vom 4. bis 12. Juni 2005 feierte der Stadtteil Ernstthal sein 325-jähriges Bestehen. Den Höhepunkt der Festwoche bildete am 12. Juni ein ca. 810 Meter langer Festumzug. Am 8. August 2012 gab es Gespräche zwischen Hohenstein-Ernstthal und Callenberg für eine Zusammenarbeit. Der damalige Hohenstein-Ernstthaler Bürgermeister Erich Homilius machte konkrete Andeutungen über ein mögliches Zusammengehen beider Orte.[12]

Wüstungen Kirchberg und GecksdorfBearbeiten

In der heutigen Stadtflur von Hohenstein-Ernstthal befanden sich die im Mittelalter wüst gefallenen Orte Kirchberg sowie Gecksdorf. Sie waren wohl schon im 15. Jahrhundert oder davor aufgegeben worden, denn 1493 nennt ein schönburgisches Erbbuch der Herrschaft Glauchau zahlreiche wüste Güter am Hohenstein. Vermutlich waren Gecksdorf und Kirchberg damit gemeint. Ob es sich um bäuerliche Siedlungen oder um bergmännische Ansiedlungen handelte ist unklar. Wohl Ersteres.[13]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Am 3. Oktober 1990 zählte Hohenstein-Ernstthal 18.790 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

1998 bis 2002
  • 1998 – 17.456
  • 1999 – 17.467
  • 2000 – 17.299
  • 2001 – 17.132
  • 2002 – 16.897
2003 bis 2008
  • 2003 – 16.718
  • 2004 – 16.629
  • 2005 – 16.518
  • 2007 – 16.101
  • 2008 – 15.962
2009 bis 2013
  • 2009 – 15.930
  • 2010 – 15.764
  • 2011 – 15.550
  • 2012 – 15.208
  • 2013 – 15.076
2014 bis 2018
  • 2014 – 14.937
  • 2015 – 14.866
  • 2017 – 14.686
  • 2018 – 14.607

Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

 
Einwohnerentwicklung in Hohenstein-Ernstthal

GedenkstättenBearbeiten

  • Denkmal aus dem Jahre 1965 (Einweihung am 8. Mai 1965) an der Kreuzung „Dresdner Straße / Anton-Günther-Weg“ (Pfaffenbergauffahrt) zur Erinnerung an 465 in der NS-Zeit verfolgten Bürger des ehemaligen Kreises Hohenstein-Ernstthal, von denen 31 dem Naziterror zum Opfer fielen. Folgende Inschrift befindet sich am Denkmal: „Verschwunden, aber nicht vergessen. Niedergeknüppelt, aber nicht widerlegt. Brecht“.
  • Grabstätten und Gedenksteine auf dem Friedhof St. Christophori und in einem Ehrenhain an der ehemaligen Rennstrecke „Sachsenring“ unweit des Berggasthofs „Heiterer Blick“ für 96 sowjetische Opfer bzw. 299 namentlich genannte sowjetische und 138 namentlich genannte italienische Militärinternierte sowie Opfer weiterer Länder. Folgende Inschrift findet sich am Eingangstor: „Die Toten mahnen uns“ und am Obelisk: „Zum ewigen Gedenken für die in faschistischer Gefangenschaft zu Tode Gequälten“. Historisches zum Ehrenhain: Während des Zweiten Weltkrieges diente das daneben liegende Bethlehemstift als Lazarett für Kriegsgefangene und Fremdarbeiter. 1946 wurde ihre Grabstätte zum jetzigen Ehrenhain umgestaltet.
  • Gedenktafel am Waldsportplatz, der in der DDR-Zeit seinen Namen trug, für den kommunistischen Arbeitersportler Kurt Ritter, der 1944 in Brandenburg-Görden ermordet wurde
  • Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Bürger der Stadt auf dem Pfaffenberg
  • Karl-May-Gedenkstein, vom ehemaligen „Karl-May-Hain“ im Fuchsgrund an den Anfang der Karl-May-Straße verlegt
  • Anton-Günther-Gedenkstein an der Kreuzung „Dresdner Straße / Anton-Günther-Weg“ (Pfaffenbergauffahrt) zur Erinnerung an den erzgebirgischen Volksdichter und Heimatsänger Anton Günther
 
Anton Günther Gedenkstein

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Die 22 Sitze im Stadtrat verteilen sich seit der Wahl vom 26. Mai 2019 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Wählergruppen:[14]

Partei Stimmenanteil Sitze
CDU 30,3 % 7
AfD 20,5 % 5
Die Linke 15,4 % 3
FWV 11,6 % 3
Bündnis 90/Die Grünen 08,4 % 2
SPD 07,7 % 1
PRO HOT 06,2 % 1

Ortschaftsrat WüstenbrandBearbeiten

Die 8 Sitze im Ortschaftsrat verteilen sich seit der Wahl vom 26. Mai 2019 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Wählergruppen:[15]

Partei Stimmenanteil Sitze
CDU 54,5 % 5
SPD 45,5 % 3

OberbürgermeisterBearbeiten

Oberbürgermeister war von August 1994 bis November 2012 Erich Homilius. Zum Amtsantritt 1994 war er Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen, aus der er 1999 austrat. Er wurde jeweils als Kandidat der Freien Wählervereinigung am 10. Juni 2001 mit 81,8 % und am 8. Juni 2008 mit 82,1 % in seinem Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung betrug 43,4 %. Bei der parallel stattfindenden Kreistagswahl wurde er für die CDU in den Kreistag des Landkreises Zwickau gewählt.

Seit 1. November 2012 ist Lars Kluge (CDU) Oberbürgermeister, welcher von 2008 bis 2012 Beigeordneter von Erich Homilius war. Er wurde am 9. September 2012 mit einem Ergebnis von 91,9 % in dieses Amt gewählt.

Zur Wahl des Oberbürgermeisters am 1. September 2019 wurde Lars Kluge mit 63,8 % der Stimmen im Amt bestätigt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Geviert, in eins in Gold ein aus blauem Wellenschildfuß, darin zwei silberne Wellenfäden, wachsend ein linksgewendeter silbernimbierter Mann in natürlichen Farben, goldgegürteten blauem Gewand mit rotem Umhang, mit der Rechten auf einen oben grünenden Stab in natürlichen Farben gestützt, auf der linken Schulter das naturfarbene silbernimbierte Christuskind mit einem silbernen Reichsapfel in der linken Hand, in zwei in Rot zwischen zwei zurücktretenden silbernen Stufenfelsen eine grüne Tanne, in drei in Schwarz ein goldenes Schlägel und Eisen und in vier in Silber zwei balkenweise aus dem Feldrand wachsende, verschränkte, rotbeärmelte Hände in natürlichen Farben, alles belegt mit einem Schildchen, von Rot und Silber dreimal schräggeteilt.“

Als Flagge führt die Stadt Hohenstein-Ernstthal die Farben rot-silber. Andere Wappenversionen zeigen einen hersehenden Heiligen, z. T. mit goldenem Nimbus, die Ärmelfarbe schwarz.

Das Stadtwappen ist nach der Vereinigung der beiden Städte Hohenstein und Ernstthal um 1898 entstanden. Der nimbierte Mann ist der heilige Christophorus und weist auf die lutherische Kirche St. Christopheri hin, das „Schlägel und Eisen“ ist als Zeichen des ehemaligen Bergbaus zu sehen, die Tanne erinnert an den einstigen Wald auf den Ernstthaler Fluren und die ineinandergreifenden Hände symbolisieren den Zusammenhalt der Ernstthaler Bürger, beide letzteren aus dem ehemaligen Ernstthaler Wappen. Die Herren von Schönburg waren die einstigen feudalen Grundherren beider Orte, deren Wappen im Herzschild geführt wird.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Partnerstädte von Hohenstein-Ernstthal[16] sind

Die Stadt Dugny (Frankreich) war zu DDR-Zeiten von 1969 an Partnerstadt der ehemaligen Kreisstadt Hohenstein-Ernstthal.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Teilpanorama Hohenstein-Ernstthals

Museen, Galerien und KunstsammlungenBearbeiten

 
St.-Lampertus-Fundgrube, Frontansicht
  • Karl-May-Haus – Geburtshaus des Schriftstellers Karl May
  • Karl-May-Begegnungsstätte mit wechselnden Sonderausstellungen
  • Textil- und Rennsportmuseum
  • Museum „Buntes Holz“[17][18]
  • Kleine Galerie
  • Huthaus „St. Lampertus“
  • Galerie „Kunst in der Ruine“
  • Treppenhaus des Hohenstein-Ernstthaler Rathauses mit wechselnden Ausstellungen

WasserspieleBearbeiten

In der Stadt gibt es folgende Wasserspiele:[19]

  • Marktbrunnen (Kalte Hedwig)
  • Bergbaubrunnen, auf dem Altmarkt
  • Stadtrechtsbrunnen, im Textil- und Rennsportmuseum
  • Kugelbrunnen, auf dem Zillplatz
  • Artesischer Brunnen, im Stadtgarten
  • Kugelbrunnen, in Wüstenbrand

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

 
Blick über den Rathausturm
  • Großer Preis von Deutschland für Motorräder im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft auf dem Sachsenring
  • Bergfest auf dem Pfaffenberg
  • Heidelbergfest
  • Voice of Art Festival auf dem Pfaffenberg (seit 1997)
  • Karl-May-Fest auf dem Neumarkt in Ernstthal
  • Kneipentour
  • Jahrmarkt Hohenstein-Ernstthal
  • Vernissagen und wechselnde Ausstellungen in der Kleinen Galerie
  • Rathauskonzerte
  • Vernissagen und wechselnde Ausstellungen im Hohensteiner Rathaus
  • Weihnachtskonzert der Chöre des G.-E.-Lessing-Gymnasiums

VereineBearbeiten

 
Nordwestlicher Altmarkt mit St. Christophori
 
Sankt-Christophori-Kirche
  • Kunst- und Kulturverein
  • „Silberbüchse“ – Förderverein Karl-May-Haus e. V.
  • Fremdenverkehrsverein Hohenstein-Ernstthal e. V.
  • HALT e. V. – Beratungszentrum für Soziales
  • Frauenzentrum des Demokratischen Frauenbundes
  • Jugendhaus „Off Is“
  • DRK KV e. V.
  • Wichtelgarten e. V.
  • Westernranch e. V.
  • VfL 05 Hohenstein-Ernstthal e. V.
  • SV Sachsenring Hohenstein-Ernstthal e. V.
  • Wüstenbrander Sportverein 1862 e. V.
  • Jugendblasorchester Hohenstein-Ernstthal e. V.
  • KSV Sachsenring-Siegmar

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

EinzelhandelBearbeiten

Die Innenstadt von Hohenstein-Ernstthaler hat viele kleine Läden, so gibt es in Zentrumsnähe unter anderem Filialen von Barth Optik, Rossmann, Vodafone oder Ernstings family. Zudem gibt in Hohenstein-Ernstthal eine große Anzahl von Lebensmitteleinzelhandelsgeschäften.[20]

Ortsansässige UnternehmenBearbeiten

BildungBearbeiten

  • Lessing-Gymnasium
  • Sachsenring-Oberschule (früher Hüttengrund-Grundschule und davor Clara-Zetkin-Oberschule)
  • Karl-May-Grundschule (früher: Wilhelm-Pieck-Oberschule und Herder-Mittelschule)
  • Diesterweg-Grundschule Wüstenbrand
  • Lernförderschule „Am Sachsenring“

VerkehrBearbeiten

StraßenverkehrBearbeiten

Durch das Stadtgebiet führt die A 4. Diese ist über die Anschlussstellen Hohenstein-Ernstthal und Wüstenbrand zu erreichen. Auch die B 173 und B 180 führen in der Nähe vorbei.

SchienenverkehrBearbeiten

 
Bahnhof Hohenstein-Ernstthal

Der Bahnhof Hohenstein-Ernstthal liegt an Bahnstrecke Dresden–Werdau im Verkehrsverbund Mittelsachsen. Es halten sowohl die stündlichen Regionalexpress-Züge der Linie RE3 Dresden–Freiberg–Chemnitz–Zwickau–Plauen–Hof als auch die Regionalbahnen der Linie RB30 Dresden–Freiberg–Chemnitz–Zwickau mit Halt an allen Unterwegsstationen, deren Stundentakt teilweise auf einen Halbstundentakt verdichtet wird. Mit der Inbetriebnahme des Elektronetzes Mittelsachsen im Juni 2016 gingen Verbesserungen im Fahrplan und der Einsatz neuer, verbundeigener Triebwagen vom Typ Alstom Coradia Continental einher. Betreiber ist seitdem die Mitteldeutsche Regiobahn.

Bis Dezember 2011 hielt der Regional-Express RE1 Chemnitz–ErfurtGöttingen, der seitdem in Glauchau endet. Eine Rücknahme der Kürzung ist abhängig davon, ob der Freistaat Sachsen die Regionalisierungsmittel vom Bund zukünftig wieder in vollem Umfang an die für die Bestellung des Nahverkehrs zuständigen Zweckverbände weiterreicht. Der Bahnhof war bis 2012 auch Halt der privaten Fernverkehrslinie Vogtland-Express Plauen–Chemnitz–Berlin.

Öffentlicher NahverkehrBearbeiten

In der Stadt gibt es zwei Stadtbuslinien, die Linie 1 bedient das Gebiet vom Bahnhof/Busbahnhof in Richtung Hüttengrund, Sonnenstraße und Wüstenbrand. Und die Linie 2 bedient das Gebiet E-Thälmann-Siedlung und F-Heckert-Siedlung. Es bestehen noch eine große Anzahl an Überlandlinien in Richtung Lichtenstein, Oberlungwitz, Limbach-Oberfrohna, Lugau, Langenchursdorf, Oelsnitz, Waldenburg und Chemnitz. Von 1913 bis 1960 war der Bahnhofsvorplatz in Hohenstein-Ernstthal Ausgangspunkt einer Überlandstraßenbahn, der Straßenbahn Hohenstein-Ernstthal–Oelsnitz.

Grünflächen und SpielplätzeBearbeiten

Hohenstein-Ernstthal bietet diverse Grünflächen, Parkanlagen und Spielplätze für Einwohner und Besucher.

PfaffenbergBearbeiten

Hohenstein-Ernstthal liegt am südlichen Hang des Paffenbergs, welcher 480 m hoch ist. Bei guten Wetterbedingungen ist die Sicht auf den höchsten Berg Sachsens, den Fichtelberg, gebeben. Das große Areal biete vielfältige Möglichkeiten für Spaziergänger und Wanderer. Im Zentrum des Gebiets liegt das Berggasthaus, welches derzeit jedoch leider geschlossen ist.

Außerdem findet sich im Areal ein dendrologischer Lehrpfad, eine große Vielfalt an Rhododendren, sowie eine Freilichtbühne mit Sitzmöglichkeiten für Konzerte oder Veranstaltungen. Der Pfaffenberg bietet zudem zwei Spielplätze für Kinder.

Rosa-Luxemburg-ParkBearbeiten

Der Rosa-Luxemburg-Park, gelegen im Stadtteil Hohenstein, bietet einen kleinen Park für Spaziergänger sowie einen Spielplatz für Kinder jeden Alters.

HeidelbergBearbeiten

Mittelpunkt der in Wüstenbrand gelegenen Grünfläche Heidelberg ist der Heidelbergturm. Dieser ist ein Aussichtsturm, welcher 1991 auf der höchsten Erhebung des Ortes errichtet wurde.

Weitere ParkanlagenBearbeiten

  • Hermann-Ende-Park (Röhrensteig)
  • Polizeipark
  • Park Talstraße
  • ehem. Färberei Talstraße
  • ehem. Freibad
  • Grünfläche Wilhelm-Stein
  • Stadtgarten
  • Stadtpark
  • Jahnpark
  • Fuchsgrund
  • Teichplatz
  • Grün-Entwicklungsfläche zw. Ernsthaler Friedhof und Schülergässchen
  • Volkshausteich

SpielplätzeBearbeiten

In Hohenstein-Ernstthal und dem Ortsteil Wüstenbrand gibt es derzeit 15 wohnortnahe Spielplätze. Die folgend aufgeführten Spielplätze sind öffentlich und freizugänglich. Der Großteil wird bewirtschaftet durch die Stadt Hohenstein-Ernstthal, einige wenige durch die städtische Wohnungsgesellschaft beziehungsweise Wohnungsgenossenschaft.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang Hallmann: Hohenstein-Ernstthal, Sachsen, in alter Zeit. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1991, ISBN 3-89264-615-5.
  • Wolfgang Hallmann: Hohenstein-Ernstthal in den 50er- und 60er-Jahren. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 3-86595-075-2.
  • Kreisleitung Hohenstein-Ernstthal (Hrsg.): Gedenk- und Erinnerungsstätten der Arbeiterbewegung im Kreis Hohenstein-Ernstthal. Hohenstein-Ernstthal 1978.
  • Rat der Stadt Hohenstein-Ernstthal: Karl-May-Stätten in Hohenstein-Ernstthal. Hohenstein-Ernstthal 1985.
  • Regina Röhner: Hohenstein-Ernstthal. Klis’sche Verlags-Buchhandlung, Hohenstein-Ernstthal 2008, ISBN 978-3-937654-31-7.
  • Stadtverwaltung Hohenstein-Ernstthal (Hrsg.): Hohenstein-Ernstthal – 100 Jahre vereint. Hohenstein-Ernstthal 1998.
  • Richard Steche: Ernstthal. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 13. Heft: Amtshauptmannschaft Glauchau. C. C. Meinhold, Dresden 1890, S. 6.
  • Richard Steche: Hohenstein. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 13. Heft: Amtshauptmannschaft Glauchau. C. C. Meinhold, Dresden 1890, S. 15.
  • Otto Sebastian: Entstehung und Entwicklung der Bergstadt Hohenstein. Hohenstein-Ernstthal, 2. Auflage 1927.
  • Stecher: Geschichte der Stadt Hohenstein, In: Schönburgische Geschichtsblätter 5, 1898/1899, S. 27–50 u. 77–90.

WeblinksBearbeiten

Commons: Hohenstein-Ernstthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen nach Gemeinden am 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Das Landschaftsschutzgebiet „Pfaffenberg–Oberwald“ auf der Webseite des Landkreises Zwickau
  3. Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: "Das Schönburgische Amt Glauchau im 16. Jahrhundert", In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. von Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, S. 88.
  4. Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: "Das Schönburgische Amt Glauchau im 16. Jahrhundert", In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. von Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, S. 88.
  5. Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. von Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, S. 94 u. 97.
  6. Historische Rückblicke aus dem Stadtarchiv (Memento vom 15. Mai 2013 im Webarchiv archive.today)
  7. Die Amtshauptmannschaft Glauchau im Gemeindeverzeichnis 1900
  8. Webseite des Besucherbergwerks St. Lampertus in Hohenstein-Ernstthal
  9. Webseite der Bergbaufreunde Sachsen
  10. Webseite KZ-Gedenkstätte Flossenbürg Abgerufen am 6. Juli 2016
  11. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  12. Hohenstein-Ernstthal macht konkreten Heiratsantrag
  13. Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. von Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, S. 88.
  14. Wahlergebnisse Freistaat Sachsen – Gemeinderatswahl 2019.
  15. Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse – sachsen.de. Abgerufen am 19. August 2019.
  16. Website der Stadt
  17. Erzgebirgische Volkskunstsammlung Museum Buntes Holz 09337 Hohenstein-Ernstthal Friedrich-Engels-Straße 1. In: http://www.fair-hotels.de/. Abgerufen am 24. November 2017.
  18. Holz zum Leben erweckt. In: https://www.sachsen-fernsehen.de/. Abgerufen am 24. November 2017.
  19. hpk: Zu Ostern plätschern die Brunnen wieder. In: Freie Presse. 9. April 2020 (freiepresse.de).
  20. HOTWeb.de: Firmen-Datenbank. Abgerufen am 22. August 2017.