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Mudanjiang

bezirksfreie Stadt in Heilongjiang, China
Lage Mudanjiangs in Heilongjiang
Blick über Mudanjiang

Mudanjiang (chinesisch 牡丹江市, Pinyin Mǔdanjiāng Shì, mandschurisch ᠮᡠᡩ᠋ᠠᠨ ᠪᡳᡵᠠ, Mudan bira) ist eine bezirksfreie Stadt im Südosten der Provinz Heilongjiang in der Volksrepublik China. Das Verwaltungsgebiet von Mudanjiang hat eine Fläche von 40.233 km² und ca. 2,76 Millionen Einwohner (Ende 2015). Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 68,1 Einw./km². In dem eigentlichen städtischen Siedlungsgebiet von Mudanjiang leben 790.623 Menschen (Zensus 2010).

GeschichteBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Stadt liegt am Fluss Mudan Jiang (牡丹江) und ist von Bergen umgeben. Mudanjiang grenzt nördlich an die Präfektur Qitaihe, westlich an Harbin, nordöstlich an Jixi und südlich an die Präfekturen Yanbian sowie Jilin. Das im Osten gelegene Changbai-Gebirge grenzt an den Nachbarstaat Russland. Die Stadt verfügt somit über einen Grenzübergang in die russische Region Primorje.[1]

FaunaBearbeiten

Das Wetter weist Kontinentalmerkmale auf. Bei 126 frostfreien Tagen im Jahr beträgt die Durchschnittstemperatur 3,5 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei ca. 550 mm.[2]

Die Gegend verfügt über bedeutende Rohstoffvorkommen, reiche Fischgründe und eine artenreiche Flora und Fauna.

IndustrieBearbeiten

Mudanjiang ist durch seine Anbindung an wichtige Straßen, Eisenbahn- und Fluglinien sowohl ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt als auch ein regionales Landwirtschafts- und Industriezentrum. Mudanjiang Hongli Chemicals Co. ist die größte Chemieanlage in Asien für die Produktion von Oxalsäure. Die Gummiproduktion nimmt eine prominente Stellung in der Volksrepublik China ein.

Dacheinsturz einer Lebensmittelfabrik am 26. November 2013Bearbeiten

Beim Einsturz einer Dachkonstruktion, in einer Lebensmittelfabrik im Aiming District, starben am 26. November 2013, neun Menschen.[3] Das Dach brach in folgen eines Schneesturms und der darauffolgenden zu hohen Schneelast, um 1:10 p.m. Ortszeit in sich zusammen.[4] Zu dem Zeitpunkt befanden sich noch neun Menschen in dem Gebäude, die in der Folge der Rettungsarbeiten, nur noch tot gefunden werden konnten.[5]

TouristenzieleBearbeiten

Die Hauptattraktion für Touristen ist der Jingpo-See (镜泊湖), der durch Vulkaneruptionen vor Millionen von Jahren entstanden ist. Etwa 110 km vom Stadtzentrum entfernt befindet sich der See im Verwaltungsgebiet der kreisfreien Stadt Ning'an in der Mitte eines Wildnisgebiets aus Bergen und Urwäldern und bietet ein herrliches Naturerlebnis.

ForschungBearbeiten

In Mudanjiang gibt es eine Erdbebenstation, die dadurch Bekanntheit erlangte, dass sie als erste seismische Daten über den ersten Atomtest Nordkoreas lieferte.

Geographische LageBearbeiten

44 Grad 34 Min. Nördlicher Breite, 129 Grad 36 Min. Östlicher Länge, Höhe 241 m ü. M.

Mudanjiang hat eine Fläche von 40.435 km² und hatte beim Census 2010, 2.798.723 Einwohner, diese sich auf 4 urban Distrikt verteilten.

ÖkonomieBearbeiten

Die Stadt lag 2010 mit 18,5 % auf 78,1 Mrd. RMB, an vierter Stelle der Provinz Heilongjiang hinter Harbin, Qiqihar und Daqing.[6] Die Stadt lebt größtenteils von der Tourismusindustrie und Leichtindustrie. Die tragenden Säulen der Wirtschaft sind die Automobil Zubehör-Industrie, die Papierherstellung, die Holzindustrie, Petrochemie, sowie die Pharmazie- und Energieindustrie. Die Außenhandelswert hat sich 2010 auf 71,8 % erhöht, was etwa 9 Milliarden US-Dollar entspricht. Es ist drei Viertel des Brutto Wertes der Provinz Heilongjiang.[7]

Administrative GliederungBearbeiten

Auf Kreisebene setzt sich die Stadt aus vier Stadtbezirken, fünf kreisfreien Städten und einem Kreis zusammen. Diese sind:

  • Stadtbezirk Aimin (爱民区 Àimín Qū), 359 km², 230.000 Einwohner, Stadtzentrum, Sitz der Stadtregierung;
  • Stadtbezirk Dong’an (东安区 Dōng'ān Qū), 566 km², 180.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Yangming (阳明区 Yángmíng Qū), 358 km², 160.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Xi’an (西安区 Xī'ān Qū), 325 km², 210.000 Einwohner;
  • Stadt Muling (穆棱市 Mùlíng Shì), 6.094 km², 330.000 Einwohner;
  • Stadt Suifenhe (绥芬河市 Suífēnhé Shi), 427 km², 60.000 Einwohner;
  • Stadt Hailin (海林市 Hǎilín Shì), 9.877 km², 440.000 Einwohner;
  • Stadt Ning’an (宁安市 Níng’ān Shì), 7.870 km², 440.000 Einwohner;
  • Stadt Dongning (东宁市 Dōngníng Shì), 7.368 km², 210.000 Einwohner;
  • Kreis Linkou (林口县 Línkǒu Xiàn), 7.191 km², 450.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Linkou (林口镇).

Ethnische Zusammensetzung der Gesamtbevölkerung Mudanjiangs (2000)Bearbeiten

Beim Zensus 2000 wurden für das gesamte Verwaltungsgebiet Mudanjiangs 2.684.495 Einwohner gezählt.

Name des Volkes Einwohner Anteil
Han 2.452.028 91,34 %
Koreaner 120.363 4,48 %
Manju 99.286 3,7 %
Hui 7.571 0,28 %
Mongolen 3.888 0,14 %
Xibe 244 0,01 %
Zhuang 147 0,01 %
Sonstige 968 0,04 %

VerkehrsanbindungenBearbeiten

BahnBearbeiten

 
Bahnhof Mudanjiang (2008)

Mudanjiang liegt an der Bahnstrecke Harbin-Suifenhe, die hier von der Bahnstrecke Tumen-Jiamusi gekreuzt wird. Von hier bestehen Verbindungen nach Jinan, Dalian, Harbin, Changchun und Peking.[8] Am 25. Dezember 2018 wurde die Schnellfahrstrecke Harbin–Mudanjiang eröffnet, die die Fahrzeit von und zur Provinzhauptstadt Harbin auf 1½ Stunden und damit auf ein Drittel verkürzt.[9]

LuftverkehrBearbeiten

Die Stadt ist mit dem Mudanjiang Hailang Airport an das Internationale Flugnetz angebunden.[10] Der Flughafen ist der zweitgrößte Personenflughafen der Provinz Heilongjiang. Er bietet Flüge in die chinesischen Städte Dalian und Peking, sowie die südkoreanischen Städte Incheon und Seoul.[11]

StraßeBearbeiten

Die Stadt ist mit einem Autobahnkreuz an die Autobahn Hegang-Dalian und dem Manzhouli-Suifenhe-Highway angebunden.[12]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mudanjiang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mudanjiang (Memento des Originals vom 26. Februar 2019 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mudanjiang.gov.cn
  2. Wetter
  3. Xinhua: 9 dead after blizzard collapses factory roof. 26. November 2013, abgerufen am 26. November 2013.
  4. CRI English: 9 Dead after Blizzard Collapses Factory Roof. 26. November 2013, abgerufen am 26. November 2013.
  5. Way China: Factory Roof Collapsed Due to Heavy Snow - WAYCHINA. (Nicht mehr online verfügbar.) 26. November 2013, archiviert vom Original am 28. November 2013; abgerufen am 26. November 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.waychina.co.uk
  6. 2010年牡丹江市国民经济和社会发展统计公报
  7. Profiles of China Provinces, Cities and Industrial Parks
  8. Stadtplan
  9. bac: China nimmt zahlreiche Neubaustrecken in Betrieb. In: Eisenbahn-Revue International 4/2019, S. 186f.
  10. Mudanjiang Flughafen (MDG)
  11. Mudanjiang Hailang Airport
  12. Indonesia Traveling - Mudanjiang (Memento des Originals vom 2. Dezember 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.indonesiatraveling.com

Koordinaten: 44° 35′ N, 129° 36′ O