Hauptmenü öffnen

Mission des Nations Unies pour l’organisation d’un référendum au Sahara occidental

Die Mission des Nations Unies pour l’organisation d’un référendum au Sahara occidental, kurz MINURSO (englisch: United Nations Mission for the Referendum in Western Sahara) ist eine Mission der Vereinten Nationen und wurde im April 1991 auf Empfehlung des UN-Generalsekretärs vom UN-Sicherheitsrat eingesetzt; das Mandat umfasst die Überwachung des Waffenstillstands in der Westsahara, sowie die Durchführung eines Referendums, in dessen Rahmen zwischen einer Integration in den marokkanischen Staat und der Unabhängigkeit gewählt werden soll.

MINURSO
Einsatzgebiet Westsahara
Deutsche Bezeichnung Mission der Vereinten Nationen für das Referendum in Westsahara
Englische Bezeichnung United Nations Mission for the Referendum in Western Sahara
Französische Bezeichnung Mission des Nations Unies pour l’organisation d’un référendum au Sahara occidental
Basierend auf UN-Resolution 690 (29. April 1991)
Weitere UN-Resolutionen 2044 (24. April 2012)
2099 (25. April 2013)
2152 (29. April 2014)
2218 (28. April 2015)
2285 (29. April 2016)
2351 (28. April 2017)
2414 (27. April 2018)
2440 (31. Oktober 2018)
Art der Mission Friedensmission
Beginn April 1991
Ende andauernd
Leitung Colin Stewart KanadaKanada Kanada
Militär aus AgyptenÄgypten ArgentinienArgentinien BangladeschBangladesch BrasilienBrasilien China VolksrepublikVolksrepublik China DeutschlandDeutschland DschibutiDschibuti El SalvadorEl Salvador FrankreichFrankreich GhanaGhana GuineaGuinea HondurasHonduras UngarnUngarn IndienIndien IndonesienIndonesien IrlandIrland ItalienItalien KasachstanKasachstan KroatienKroatien MalawiMalawi MalaysiaMalaysia MongoleiMongolei NepalNepal NigeriaNigeria OsterreichÖsterreich PakistanPakistan ParaguayParaguay PolenPolen Korea SudSüdkorea RusslandRussland SchweizSchweiz Sri LankaSri Lanka TogoTogo JemenJemen
Polizei aus AgyptenÄgypten ArgentinienArgentinien JordanienJordanien JemenJemen
Todesfälle 16
Kosten 52.519.000 $ (1. Juli 2017 – 30. Juni 2018)
Lage des Einsatzgebietes LocationWesternSahara.svg
Rechts ein Posten der Frente Polisario, links dahinter ein Fahrzeug der UN-Mission; im Süden der Westsahara (2017)

Inhaltsverzeichnis

OrganisationBearbeiten

 
Ansicht des Hauptquartiers der UN-Mission in El Aaiun in Westsahara aufgenommen im Juli 2012

Die maximale Stärke der Beobachtermission beträgt 245 autorisierte Militärangehörige (Stand: 8. Oktober 2017), sowie 457 zivile Mitarbeiter und 15 UN-Freiwillige.[1]

Das – aufgrund des bislang ausgebliebenen Referendums und des nach wie vor ungeklärten Status des Territoriums – regelmäßig erneuerte Mandat der Mission wurde zuletzt am 31. Oktober 2018 mit der Resolution 2440 des UN-Sicherheitsrates bis zum 30. April 2019 verlängert. Bis 2018 waren die Mandate jeweils um 1 Jahr verlängert worden – diese nunmehr kürzere Befristung kann als Zeichen des Drucks auf die Konfliktparteien gewertet werden, nach den jüngsten Eskalationen in der Pufferzone sowie einem stagnierenden Status quo wieder zu direkten Gesprächen zurückzufinden.[2]

Der Deutsche Wolfgang Weisbrod-Weber war am 15. Juni 2012 vom UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zum neuen Sonderbeauftragten für Westsahara und Leiter der MINURSO ernannt worden.[3] Am 31. Juli 2014 trat die Kanadierin Kim Bolduc, zuletzt Koordinatorin der Vereinten Nationen für Entwicklungsprogramme (UNDP) in Panama sowie stellvertretende Sonderbeauftragte bei den Vereinten Nationen in Haiti (MINUSTAH), seine Nachfolge an.[4] Ihr folgte am 1. Dezember 2017 der Kanadier Colin Stewart nach.[5]

Das für die Mission genehmigte 12-monatige Budget ab Juli 2018 beträgt 52.869.800 US-Dollar.[6]

Force CommanderBearbeiten

Nr. Name Nationalität Beginn der Berufung Ende der Berufung
1. Generalmajor Armand Roy Kanada  Kanada   1991   1992
2. interim:

Brigadegeneral Luis Block Urban

Peru  Peru  Apr. 1992  Okt. 1992
3. Brigadegeneral Andre Van Baelen Belgien  Belgien  Okt. 1992  Apr. 1996
4. Generalmajor Jose Garcia Leandro Portugal  Portugal  Apr. 1996  Nov. 1996
5. Generalmajor Jorge Barroso de Moura Portugal  Portugal   1996   1997
6. Brigadegeneral Bernd S. Lubenik Osterreich  Österreich   1997   1999
7. Brigadegeneral Claude Buze Belgien  Belgien   1999   2002
8. Generalmajor Gyorgy Szaraz Ungarn  Ungarn   2002   2005
9. Generalmajor Kurt Mosgaard Danemark  Dänemark  Sep. 2005   2007
10. Generalmajor Zhao Jingmin China Volksrepublik  Volksrepublik China   2007  Juli 2011
11. Generalmajor Abdul Hafiz Bangladesch  Bangladesch  Juli 2011  Juli 2013
12. Generalmajor Imam Edy Mulyono Indonesien  Indonesien  Aug. 2013  Sep. 2015
13. Generalmajor Tayyab Azam Pakistan  Pakistan  Sep. 2015  Nov. 2016
14. Generalmajor Wang Xiaojun China Volksrepublik  Volksrepublik China  Mär. 2017  Apr. 2019
15. Generalmajor Zia Ur Rehman Pakistan  Pakistan  Apr. 2019

Deutsche BeteiligungBearbeiten

Die Bundesregierung hat am 16. Oktober 2013 die Teilnahme von bis zu vier Offizieren der Bundeswehr beschlossen und damit einer Anfrage der Vereinten Nationen vom 16. September 2013 entsprochen. Der Kabinettsbeschluss gilt unbefristet bis zur Beendigung der Mission.[7][8]

Schweizer BeteiligungBearbeiten

Die Schweizer Armee beteiligte sich von November 1991 bis August 1994 mit einer Swiss Medical Unit (SMU) mit maximal 85 Angehörigen an der MINURSO. Am 10. November 1993 beschloss der Bundesrat das Mandat der SMU ein letztes Mal bis zum 30. Juni 1994 zu verlängern. Während das Gros der SMU Ende Juni 1994 in die Schweiz zurückkehrten, blieben einzelne SMU-Mitglieder noch bis August 1994 vor Ort, um die Übergabe an Südkorea zu gewährleisten, welches die medizinische Nachfolge der SMU antrat. Seit Juli 2011 wurde die Mission von der Schweiz mit zwei Minenräumspezialisten unterstützt. Im Juli 2014 wurde die Schweiz von der UNO für die Entsendung von unbewaffneten Militärbeobachtern angefragt. Die Abklärungen des VBS haben ergeben, dass die Schweizer Armee über die gesuchten Militärbeobachter verfügt. Der Bundesrat hat deshalb beschlossen, die MINURSO mit bis maximal sechs unbewaffneten Armeeangehörigen zu unterstützen.[9][10]

QuellenBearbeiten

  1. MINURSO Fact Sheet. Abgerufen am 19. Oktober 2018 (englisch).
  2. Artikel in der Maghreb-Post vom 28. April 2018
  3. Ban appoints UN official as head of mission on referendum in Western Sahara. UN, 15. Juni 2012, abgerufen am 23. Juni 2016 (englisch).
  4. Secretary-General Appoints Kim Bolduc of Canada Special Representative, Head of United Nations Mission for Referendum in Western Sahara. UN, 12. Mai 2014, abgerufen am 23. Juni 2016 (englisch, Pressemitteilung SG/A/1469-BIO/4591-PKO/400).
  5. UN Secretary-General statement vom 1. Dezember 2017
  6. UN-Peacekeeping Fact Sheet, abgerufen am 19. April 2019
  7. Aktuelle Lage in den Einsatzgebieten der Bundeswehr 42/2013. (PDF; 256 kB) Bundeswehr, abgerufen am 23. Juni 2016.
  8. Als Militärbeobachter in die Westsahara. Bundeswehr, 6. November 2013, abgerufen am 23. Juni 2016.
  9. MINURSO (West-Sahara). (Nicht mehr online verfügbar.) Schweizer Armee, archiviert vom Original am 13. August 2016; abgerufen am 23. Juni 2016.
  10. Schweizer Militärbeobachter für die UNO-Mission in der Westsahara. 20. August 2014, abgerufen am 23. Juni 2016.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten