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Milky Chance ist eine deutsche Folktronica-Band aus Kassel.

Milky Chance
Milky Chance 2013 bei der 1 Live Krone
Milky Chance 2013 bei der 1 Live Krone
Allgemeine Informationen
Herkunft Kassel, Deutschland
Genre(s) Folktronica, Alternative Rock, Pop, Folk Rock
Gründung 2012
Website www.milkychance.net
Gründungsmitglieder
Clemens Rehbein
Perkussions, MPC, Hintergrund-Gesang
Philipp Dausch
Aktuelle Besetzung
Lead-Gesang, Gitarre
Clemens Rehbein
Perkussions, MPC, Hintergrund-Gesang
Philipp Dausch
Mundharmonika, Gitarre
Antonio Greger (seit 2014)
Schlagzeug
Sebastian Schmidt (seit 2017)

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Milky Chance wurde 2012 gegründet.[1] Die beiden Mitglieder Clemens Rehbein und Philipp Dausch stammen aus Kassel. Mit zwölf Jahren begann Rehbein Gitarre zu spielen. In der Oberstufe gründete er zusammen mit Dausch und weiteren Freunden die Band Flown Tones. Rehbein spielte dort Bass, Dausch war der Gitarrist der Band. Gemeinsam tourten sie als Straßenmusiker durch Europa und spielten mehrere Konzerte in Kassel und Umgebung.[2] Rehbein und Dausch legten 2012, u. a. nach der Belegung eines Musik-Leistungskurses, ihre Abiturprüfung an der Jacob-Grimm-Schule ab. Anschließend starteten die beiden Musiker zu zweit ein neues Bandprojekt und nahmen in Rehbeins altem Kinderzimmer von ihm geschriebene Songs auf.[3] Einer dieser Songs ist Stolen Dance, den sie am 14. Juli 2012 auf dem Videoportal YouTube hochluden.

Nachdem ihre erste als Duo selbst produzierte Single Stolen Dance 2012 auf YouTube mehrere hunderttausend Mal angeklickt worden war, gründeten sie ihre eine eigene Plattenfirma,[4] die am 31. Mai 2013 ihr Debütalbum Sadnecessary veröffentlichte. Die Single Stolen Dance erreichte in Österreich, der Schweiz, Polen, Wallonien und Frankreich Platz eins der Singlecharts, in Deutschland und den Niederlanden den zweiten Platz. Weitere Top-Ten-Platzierungen gab es unter anderem in Italien, Kanada, Australien und Neuseeland.

2014 wurde der US-amerikanische Markt auf das Duo aufmerksam. Die Online-Musikzeitschrift Spin zeichnete Sadnecessary als „Album der Woche“ aus.[5] Nach Rammstein hatten sie als zweite deutsche Band einen Auftritt bei der Late-Night-Show Jimmy Kimmel Live!.[6] Die Band gewann Preise wie den European Border Breakers Award[7] sowie einen Echo in der Kategorie „Bester nationaler Act im Ausland“.[8]

2013: Stolen DanceBearbeiten

Nachdem Milky Chance 2013 erst zwei Live-Shows gespielt hatten, nahmen sie ihr Debütalbum Sadnecessary auf. Vor der Veröffentlichung des kompletten Albums erschienen bereits mehrere Songs auf SoundCloud und YouTube. Die Single Stolen Dance war einer davon. Nachdem der Song ab dem 4. April 2013 eine große Anzahl an Klicks bei YouTube bekam, erreichte die Band schnell internationale Aufmerksamkeit. So schrieb Spin: „the clip for Stolen Dance nails the visual for its artist in a way that feels definitive and not overly self-conscious. It’s still without being static, evocative while not provocative, silly but never stupid.“[5] Das Video machte die Band für einen Monat „most blogged about act“ auf dem Musikblog-Aggregator Hype Machine.[9] Bis zum Januar 2019 wurde Stolen Dance auf YouTube über 470 Millionen Mal gesehen.[10]

Am 10. Februar 2014 wurde Stolen Dance in den D-A-CH-Ländern als Maxi-Single veröffentlicht. Um die Wartezeit auf das Debütalbum Sadnecessary in den Vereinigten Staaten zu verkürzen, wurde am 9. Mai 2014 eine EP von Stolen Dance veröffentlicht, die zum ersten Charterfolg für die Band führte. Stolen Dance wurde weltweit insgesamt 16 Mal mit Platin sowie jeweils ein Mal mit Gold und Silber ausgezeichnet. Die Single verkaufte sich mehr als 3,6 Millionen Mal.

2013: Sadnecessary, Down by the River und Flashed Junk MindBearbeiten

Das Debütalbum Sadnecessary wurde am 31. Mai 2013 weltweit als Download und als CD im Eigenversand veröffentlicht.[11] Es umfasst die Singles Stolen Dance, Down by the River und Flashed Junk Mind. Das Album erreichte Platz 14 in den deutschen Charts. Am 5. Dezember 2013 gewannen sie mit der 1 Live Krone in der Kategorie „Beste Single“ ihre erste Auszeichnung.

Down by the River wurde als zweite Single am 28. März 2014 veröffentlicht. Das Lied erreichte in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Großbritannien die Charts und gehört zum Soundtrack des Computerspiels FIFA 15. Bis November 2016 wurde das Album rund 510 Millionen Mal auf Spotify gestreamt.[12]

2014: Weltweiter ErfolgBearbeiten

Sadnecessary erschien in den Vereinigten Staaten im Oktober 2014 und erreichte auf Anhieb Platz 17 der Billboard 200. Spin bezeichnete das Debüt unter anderem: „serenely rollicking crossover jam“ und betonte, dass Stolen Dance „is no red herring — the great majority of Sadnecessary follows in its pattern of low-octane beats and gently lapping guitar strumming, making for a lovely and understated album.“[5]

Von März bis Mai 2014 tourte die Band durch Nordamerika.[13] Ihre erste Show in den Vereinigten Staaten spielten sie im ausverkauften Bowery Ballroom in New York City.[14]

Nach dem Auftritt bei Jimmy Kimmel Live! am 22. Oktober 2014 folgte ein Gastauftritt bei The Tonight Show mit Jimmy Fallon.[15]

Die Band wurde mit dem European Border Breakers Award ausgezeichnet und für den „Best German Act“ bei den MTV Europe Music Awards 2014 nominiert.[16]

2015–2016: Weltweite Touren und ErfolgeBearbeiten

Auf drei ausverkauften Touren durch Nordamerika (Vereinigte Staaten & Kanada) haben Milky Chance vor insgesamt rund 100.000 Menschen gespielt. Im August 2015 trat die Band bei The Late Late Show with James Corden auf. Eine ausverkaufte Tour durch Australien und Neuseeland führte die Band nach Melbourne, Sydney und Auckland. Außerdem spielten sie auf der Falls Festival Tour, der New Years Day Show 2015 und beim Field Day Festival in Sydney. 2015 spielten Milky Chance des Weiteren eine Festival-Tour in Südafrika. Dabei waren sie unter anderem beim Rockin’ The Daisies Festival in Kapstadt Co-Headliner zusammen mit The Kooks.

2017: BlossomBearbeiten

Am 17. März 2017 veröffentlichte die Band ihr zweites Studioalbum Blossom. Nachdem die Demos größtenteils unterwegs auf Tour oder in Dauschs Studio zu Hause aufgenommen wurden, gingen die Musiker im Gegensatz zum ersten Album für die Albumproduktion in ein größeres Studio, das Toolhouse in Rotenburg an der Fulda.[17]

Bei den Aufnahmen im Studio arbeiteten Rehbein und Dausch mit dem Produzenten Tobias Kuhn zusammen.[18] Während die Grundstimmung der Lieder auf Blossom ähnlich der auf Sadnecessary ist, wurden die Aufnahmen mit mehr analogen Percussions, Instrumenten und Sounds erweitert. Auch die Mundharmonika, die bis dahin nur live bei Konzerten zu hören war, wurde bei vier Songs von Antonio Greger eingespielt.[19]

Bei dem Stück Bad Things kollaborierten die Musiker mit der britischen Singer-Songwriterin Izzy Bizu.[20]

Zum Start der Blossom Europe Tour im Februar 2017 in London trat Sebastian Schmidt als Live-Drummer der Band bei.[21]

FestivalsBearbeiten

Das Duo wird bei Liveauftritten von Antonio Greger an der Gitarre und der Mundharmonika unterstützt.[22]

Milky Chance spielten unter anderem auf folgenden Festivals: Summerjam (2014 und 2018), Coachella (2015), Osheaga (2015), Lollapalooza Berlin (2016), Das Fest (Karlsruhe) (2016), Lollapalooza Paris (2017), Lollapalooza Chicago (2017), Lollapalooza Santiago (2018), Lollapalooza Brasil (2018), Lollapalooza Buenos Aires (2018), Reading and Leeds Festival (2017), Glastonbury (2015), Rock am Ring (2014), Hurricane (2017), Lowlands (2014), Rock im Park (2018) und Kosmonaut Festival (2018).

DiskografieBearbeiten

StudioalbenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[23] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
2013 Sadnecessary
14
 Gold

(34 Wo.)
23
(18 Wo.)
14
(51 Wo.)
36
(5 Wo.)
17
 Gold

(32 Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. Mai 2013
Verkäufe: + 725.000
2017 Blossom
5
(9 Wo.)
12
(5 Wo.)
8
(6 Wo.)
300! 64
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. März 2017

EPsBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[23] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
2014 Stolen Dance
300! 300! 300! 300! 181
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Februar 2014

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[23] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
2013 Stolen Dance
Sadnecessary
2
 Platin

(60 Wo.)
1
(28 Wo.)
1
(60 Wo.)
24
 Gold

(21 Wo.)
39
 Doppelplatin

(25 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. April 2013
Verkäufe: + 3.690.000
2014 Down by the River
Sadnecessary
39
(18 Wo.)
300! 55
(4 Wo.)
79
(3 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 28. März 2014
Verkäufe: + 40.000
Flashed Junk Mind
Sadnecessary
73
(3 Wo.)
300! 300! 300! 300!
 Gold
Erstveröffentlichung: 29. August 2014
Verkäufe: + 535.000
2016 Cocoon
Blossom
34
 Gold

(19 Wo.)
40
(12 Wo.)
86
(4 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 11. November 2016
Verkäufe: + 310.000

Weitere Veröffentlichungen

  • 2017: Doing Good
  • 2017: Blossom

Auszeichnungen für MusikverkäufeBearbeiten

Goldene Schallplatte

  • Australien  Australien
    • 2015: für die Single Flashed Junk Mind
    • 2017: für das Album Sadnecessary
  • Belgien  Belgien
    • 2014: für die Single Stolen Dance
  • Frankreich  Frankreich
    • 2018: für das Album Sadnecessary
  • Kanada  Kanada
    • 2015: für das Album Sadnecessary
    • 2014: für die Single Down by the River
    • 2017: für die Single Cocoon

Platin-Schallplatte

  • Australien  Australien
    • 2017: für die Single Cocoon
  • Danemark  Dänemark
    • 2017: für die Single Stolen Dance
  • Frankreich  Frankreich
    • 2018: für die Single Stolen Dance
  • Schweden  Schweden
    • 2014: für die Single Stolen Dance

3× Platin-Schallplatte

  • Italien  Italien
    • 2015: für die Single Stolen Dance

4× Platin-Schallplatte

  • Australien  Australien
    • 2015: für die Single Stolen Dance
  • Kanada  Kanada
    • 2015: für die Single Stolen Dance

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/Region   Gold   Platin Verkäufe Quellen
Australien  Australien (ARIA) 2 5 420.000 aria.com.au
Belgien  Belgien (BEA) 1 0! P 15.000 ultratop.be
Danemark  Dänemark (IFPI) 0! G 1 30.000 ifpi.dk
Deutschland  Deutschland (BVMI) 3 1 600.000 musikindustrie.de
Frankreich  Frankreich (SNEP) 1 1 250.000 snepmusique.com
Italien  Italien (FIMI) 0! G 3 90.000 fimi.it
Kanada  Kanada (MC) 3 4 440.000 musiccanada.com
Schweden  Schweden (IFPI) 0! G 1 40.000 sverigetopplistan.se
Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten (RIAA) 2 2 3.000.000 riaa.com
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich (BPI) 1 0! P 400.000 bpi.co.uk
Insgesamt 11 18

KünstlerauszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Milky Chance – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nicole DeRosa: German Folktronica Duo, MILKY CHANCE Tear Up The Floor With Smash Hit, “Stolen Dance” During Their Debut Show At LA’s Troubadour. In: All Access Music. All Access Music Group, Inc., 21. Oktober 2014, abgerufen am 4. November 2016 (englisch).
  2. Ein Konzert gegen das Vergessen. In: https://www.hna.de. 5. Juli 2010 (hna.de [abgerufen am 27. Februar 2018]).
  3. Der Aufstieg von Milky Chance: Hits aus dem Kinderzimmer. In: https://www.hna.de. 22. April 2013 (hna.de [abgerufen am 27. Februar 2018]).
  4. Über uns. Lichtdicht Records, abgerufen am 4. November 2016.
  5. a b c Andrew Unterberger: Review: Milky Chance’s Autumnal ‘Sadnecessary’. In: Spin. SpinMedia, 14. Oktober 2014, abgerufen am 4. November 2016 (englisch).
  6. Aurelia Kanetzky: Milky Chance: Erste deutsche Band bei Jimmy Kimmel. In: Rolling Stone. Wenner Media, 21. Oktober 2014, abgerufen am 4. November 2016.
  7. Milky Chance. (Nicht mehr online verfügbar.) European Border Breakers Award, archiviert vom Original am 4. November 2016; abgerufen am 4. November 2016 (englisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.europeanborderbreakersawards.eu
  8. Die Preisträger – Echo 2015. European Border Breakers Award, abgerufen am 4. November 2016.
  9. Milky Chance Tickets. Excite, abgerufen am 4. November 2016 (englisch).
  10. Milky Chance – Stolen Dance (Album Version) auf YouTube
  11. Sadnecessary – Milky Chance. facebook.com/milkychancemusic, abgerufen am 13. März 2019.
  12. Sadnecessary. Spotify, 1. Oktober 2013, abgerufen am 3. November 2016.
  13. Renzo Wellinger: Milky Chance: Platin für „Stolen Dance“ in den USA | mit Video. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Musikmarkt. Musikmarkt GmbH & Co. KG, 4. Februar 2015, archiviert vom Original am 4. November 2016; abgerufen am 4. November 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.musikmarkt.de
  14. Casey Lewis: Milky Chance Knows Their Band Name Is Dumb, but Their Music Is Too Good to Care. In: Noisey. VICE Media, 27. Oktober 2014, abgerufen am 4. November 2016 (englisch).
  15. Milky Chance Guests on The Tonight Show Starring Jimmy Fallon. In: Noisey. NBC, abgerufen am 4. November 2016 (englisch).
  16. 2014 MTV EMA: Milky Chance sitzen auf gepackten Koffern. MTV, 12. Oktober 2014, abgerufen am 4. November 2016.
  17. n-tv Nachrichtenfernsehen: "Eine Flasche Schnappo ist auch ok!" In: n-tv.de. (n-tv.de [abgerufen am 27. Februar 2018]).
  18. Malte Borgmann, Bayerischer Rundfunk: Neues Album von Milky Chance: Frisur neu, Sound nicht | BR.de. 17. März 2017 (br.de [abgerufen am 27. Februar 2018]).
  19. Recess reviews: Milky Chance's 'Blossom'. In: The Chronicle. (dukechronicle.com [abgerufen am 27. Februar 2018]).
  20. Milky Chance reveal video for 'Bad Things' - premiere. In: The Independent. 1. November 2017 (independent.co.uk [abgerufen am 27. Februar 2018]).
  21. Frankfurter Neue Presse: Konzert:. (fnp.de [abgerufen am 27. Februar 2018]).
  22. Matthias Lohr: Was für ein Zirkus: Milky Chance bei Joko und Klaas war nicht live. In: HNA. Dierichs GmbH & Co. KG, 21. Oktober 2014, abgerufen am 4. November 2016.
  23. a b c Chartquellen: DE AT CH UK US