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Meudon [møˈdõ] ist eine französische Stadt mit 45.328 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) in der Pariser Umgebung (französisch Banlieue), zwölf Kilometer südwestlich der Hauptstadt. Die Stadt gehört zum Département Hauts-de-Seine in der Île-de-France. Verwaltungsmäßig gehört die Stadt zu einem kleinen Teil zum Kanton Issy-les-Moulineaux-Ouest und bildet mit dem größten Teil den Kanton Meudon. Die Einwohner werden Meudonnais genannt.

Meudon
Wappen von Meudon
Meudon (Frankreich)
Meudon
Region Île-de-France
Département Hauts-de-Seine
Arrondissement Boulogne-Billancourt
Kanton Meudon (Hauptort)
Gemeindeverband Métropole du Grand Paris und
Grand Paris Seine Ouest
Koordinaten 48° 48′ N, 2° 14′ OKoordinaten: 48° 48′ N, 2° 14′ O
Höhe 28–179 m
Fläche 9,90 km2
Einwohner 45.328 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 4.579 Einw./km2
Postleitzahl 92190
INSEE-Code
Website https://www.meudon.fr/meudonfr-3.html
Bahnhof Meudon - Val Fleury der RER C

Meudon ist besonders durch die Forschung geprägt: ONERA und CNRS forschen hier. Das 1875 gegründete Observatorium ist seit 1926 verwaltungsmäßig dem Pariser Observatorium angeschlossen. Das IUCAF hat hier seinen Sitz.

Inhaltsverzeichnis

StadtgliederungBearbeiten

Die Stadt Meudon gliedert sich in die Ortsteile Meudon-Ville, Bellevue, Val-Fleury, Bas-Meudon und Meudon-la-Forêt.

GeschichteBearbeiten

Meudon ist seit dem Neolithikum bewohnt; sein keltischer Name ist Mole-Dum (Sandhügel), die Römer latinisierten dies zu moldunum.

Im 16. Jahrhundert entstand unter Kardinal Charles de Lorraine-Guise das alte Schloss Meudon. Der Grand Dauphin ließ bis 1706 durch Jules Hardouin-Mansart das sogenannte Neue Schloss (französisch Château neuf) gleich neben dem alten erbauen. Bekannt sind bis heute insbesondere die großzügigen Parkanlagen. Das alte Schloss brannte während der Französischen Revolution 1795 ab. Das Neue Schloss wurde während des französisch-deutschen Krieges bei Kämpfen im Januar 1871 zerstört.

1842 ereignete sich hier der schwerste Eisenbahnunfall der frühen Eisenbahngeschichte.

Im 19. Jahrhundert war die Stadt ein beliebter Wohnort von Musikern und Künstlern; es wurde aber auch zu einem Industriestandort für Metallwaren und Explosivstoffe.

SehenswertesBearbeiten

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Meudon

StädtepartnerschaftenBearbeiten

 
Siegel in Partnerstadt Celle (Deutschland), Granit-Kunstwerk

Meudon unterhält seit 1953 eine Städtepartnerschaft mit Celle (Deutschland). Außerdem bestehen Partnerschaften mit Woluwe-Saint-Lambert (Belgien, seit 1958), Ciechanów (Polen, seit 1970), Rushmoor (Großbritannien, seit 1972), Mazkeret Batya (Israel, seit 1987) und Brezno (Slowakei, seit 4. Mai 1999).

VerkehrsanbindungBearbeiten

Die Verkehrsanbindung durch die Pariser S-Bahn RER, Linie C, Richtung Versailles/Saint-Quentin-en-Yvelines bis Meudon Val Fleury. Das Tal des Ru d'Arthelon wird hier auf der Strecke nach Versailles durch den Eisenbahnviadukt von Meudon überquert. Er gilt als ältestes Ingenieurbauwerk des französischen Bahnwesens.

PersönlichkeitenBearbeiten

In Meudon geborenBearbeiten

In Meudon gestorbenBearbeiten

Andere PersönlichkeitenBearbeiten

  • François Rabelais (1494, vielleicht 1483–1553) war hier Pfarrer (1551–1553).
  • Richard Wagner (1813–1883), wohnte in Meudon von April 1841 bis Oktober des gleichen Jahres, schrieb hier seinen ersten Entwurf für den Fliegenden Holländer und komponierte die wesentlichen Teile dieses Werkes.
  • Édouard Manet (1832–1883), hielt sich 1879 und 1880 im Ortsteil Bellevue einige Monate zur Kur auf.
  • Hans Arp (1886–1966) und Sophie Taeuber (1889–1943), wohnten hier 1929–1940.
  • Isadora Duncan (1887–1927) eröffnete hier 1913 ihre Tanzschule.

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes des Hauts-de-Seine. Flohic Éditions, 2. Auflage, Charenton-le-Pont 1993, ISBN 2-908958-95-3, S. 260–277.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Meudon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien